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Aktuell: Volkswagen, Daimler und Deutsche Bank mit Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Autohalde - Volkswagen und Daimler melden schwache Quartalszahlen

Volkswagen und Daimler haben heute früh gemeldet. Aber zuerst zur größten Bank in Deutschland. Die Deutsche Bank hatte bereits am Montag vorab Daten zu ihren Quartalszahlen veröffentlicht. Aus einem erwarteten Verlust von 400 Millionen Euro wurde ein Gewinn nach Steuern von 66 Millionen Euro. Jämmerlich wenig, aber dennoch eine Sensation für die Deutsche Bank, und dann noch in diesen Zeiten. Heute früh nun hat die Bank die kompletten offiziellen Quartalszahlen veröffentlicht (hier die Details). Es bleibt bei 66 Millionen Euro Gewinn. Der Umsatz (bei Banken “Ertrag” genannt) kann im Jahresvergleich exakt stabil gehalten werden bei 6,35 Milliarden Euro. Das Kreditvolumen wuchs im ersten Quartal um 25 Milliarden Euro oder 6 Prozent. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug 506 Millionen Euro, wovon rund 50 Prozent auf die Folgen von Covid-19 zurückzuführen sind, so die Deutsche Bank. Die Aktie reagiert heute früh mit +3 Prozent, obwohl die Eckdaten ja schon seit Montag früh bekannt waren. Finden Sie hier den ebenfalls heute veröffentlichten offenen Brief von Bankchef Christian Sewing an seine Mitarbeiter.

Volkswagen

Volkswagen hat heute früh auch seine Quartalszahlen veröffentlicht. Wie man es sich denken kann, sind die Ergebnisse nicht gut. Hier einige wichtige Kennzahlen. Der Umsatz von Volkswagen sinkt im Jahresvergleich um 8,3 Prozent auf 55,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen fällt um 3,9 Milliarden Euro auf 0,9 Milliarden Euro. Die Auslieferungen liegen mit 2,0 Millionen Fahrzeugen (Vorjahr 2,6) 23 Prozent unter dem Vorjahreswert – die Rückgänge zeigen sich insbesondere in den Bereichen Asien-Pazifik und Europa. Das Netto-Cash-flow des Automobilbereichs liegt mit –2,5 Milliarden Euro um 4,5 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert! Die Aktie von Volkswagen reagiert heute früh mit +1,5 Prozent. Der Konzern macht trotz der aktuell grottigen Zahlen dennoch eine wichtige Aussage zur Gewinnerwartung für das Gesamtjahr. Zitat:

Der Volkswagen Konzern geht davon aus, dass die Auslieferungen an Kunden im Jahr 2020 in Folge der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie deutlich unter dem Wert des Vorjahres liegen werden. Herausforderungen ergeben sich zudem insbesondere aus der steigenden Wettbewerbsintensität, volatilen Rohstoff- und Devisenmärkten sowie aus verschärften emissionsbezogenen Anforderungen. In Folge der Covid-19-Pandemie werden im Jahr 2020 die Umsatzerlöse des Volkswagen Konzerns voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Insgesamt rechnet der Volkswagen Konzern mit einem im Vorjahresvergleich gravierend rückläufigen, aber positiven Operativen Ergebnis für das Jahr 2020.

Daimler

Daimler hat heute ebenfalls seine Quartalszahlen veröffentlicht. Der Autoabsatz lag bei 644.300 Fahrzeugen (vor einem Jahr 773.800). Der Umsatz lag bei 37,2 Milliarden Euro (vor einem Jahr 39,7). Das Konzernergebnis liegt bei 168 Millionen Euro (vor einem Jahr 2,15 Milliarden Euro). Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts liegt bei minus 2,3 Milliarden Euro (vor einem Jahr minus 2,0). Die Nettoliquidität des Industriegeschäfts liegt bei 9,3 Milliarden Euro (vor einem Jahr 11,0). Die Daimler-Aktie reagiert heute wie auch Volkswagen leicht positiv mit +1,2 Prozent. Zur Geschäftsaussicht sagt Daimler folgendes, Zitat auszugsweise:

Aus heutiger Sicht muss für das Gesamtjahr 2020 mit einem erheblichen Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung gerechnet werden. Aufgrund der andauernden Pandemie ist Daimler der Auffassung, dass die ursprüngliche Prognose für das Geschäftsjahr 2020, die im Zusammenhang mit dem Geschäftsbericht 2019 veröffentlicht wurde, nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Wie bereits berichtet, rechnet Daimler für das Jahr 2020 im Konzern und bei Mercedes-Benz Cars, Mercedes-Benz Vans, Daimler Trucks und Daimler Buses mit einem Absatz unter dem Niveau des Vorjahres. Bei Daimler Mobility wird ein Rückgang des Neugeschäfts im Vergleich zum Jahr 2019 erwartet.

In Anbetracht der erwarteten Marktentwicklung und der Einschätzung der Geschäftsfelder geht Daimler davon aus, dass sowohl der Konzernumsatz als auch das Konzern-EBIT im Geschäftsjahr 2020 unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden. Da das EBIT des Geschäftsfelds Mercedes-Benz Cars & Vans im Jahr 2019 mit hohen Sondereffekten belastet war, ist trotz der Auswirkungen der Pandemie für dieses Geschäftsfeld mit einem EBIT über dem Vorjahreswert zu rechnen. Die bereinigte Eigenkapitalrendite von Daimler Mobility dürfte das Niveau des Vorjahres nicht erreichen. Die erwartete Ergebnisabschwächung im Konzern dürfte zu einem Rückgang beim Free Cash Flow des Industriegeschäfts im Jahr 2020 führen.

Nachdem bereits umfassende Maßnahmen zum Schutz des Barmittelbestands und zur Erhöhung der Flexibilität getroffen wurden, ist Daimler zuversichtlich, für die Zeit während und nach der Krise gut positioniert zu sein. Im Rahmen der Maßnahmen zur Liquiditätssicherung und Kostensenkung wird Daimler die Ausgaben für Sachinvestitionen sowie für Forschungs- und Entwicklungsleistungen im Vergleich zum Vorjahr kürzen. Allerdings sollen Vorleistungen, die der Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens dienen, weiter aufrechterhalten werden.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Pippi Langstrumpf

    29. April 2020 10:00 at 10:00

    Die nächsten Quartale werden wohl für die Märkte ausschlaggebend sein.
    Noch klappt das Spiel mit den Long’s sehr gut, das Eis wird aber immer dünner. Werde so langsam die Short-Einstiege suchen.

  2. Avatar

    Sabine

    29. April 2020 14:05 at 14:05

    Es wird nirgends der Extraaufwand in den Firmen wegen dem neuen Grippe-Virus genannt.
    Man darf nur allein im Aufzug fahren, in den Verwaltungen dürfen nur die Hälfte der Mitarbeiter present sein (Ein Platz frei, einer besetzt), Firmenfahrten pro PKW 2 Leute (oft waren wir zu fünft), überall Tonnen von verbautem Plexiglaswänden (Hilfe Antifa-Greta!!!), literweise Desinfektionsmittel überall und für jeden, der Boden voller Tesamarkierungen, extra Mülltonnen für die kontaminierten Kleidungsstücke und Dinge. Vorher wurden die Büromülleimer nur 1x die Woche geleert. Jetzt gibts mehrere überall… Alle 2 Stunden geht eine externe Firma durchs ganze Werk und reinigt die Türgriffe, Toiletten usw… Kugelschreiber nicht mehr hergeben.
    Das kostet doch ein Heidengeld, nicht nur Portokasse!

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – der schwache US-Dollar

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es geht um einen Rückblick auf den starken Juli. Und es geht um die Frage, ob der schwache US-Dollar denn nun gut oder schlecht ist für die Wall Street.

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Auch Corona kann Apple nicht bremsen – Werbung

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Lieber Börsianer,

das zweite Quartal 2020 wird als eines der paradoxesten in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Obwohl nahezu alle Unternehmen rote Zahlen schreiben, stiegen die Kurse an den Börsen nach der März-Korrektur beinahe unaufhaltsam nach oben. Da ist es doch um so erfreulicher, wenn man Aktien im Depot hat, bei denen die Kursentwicklung tatsächlich auf einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung basiert.

Fakt ist: die Tech-Branche ist der größte Profiteur der Corona-Pandemie. Im Vergleich zu nahezu allen anderen Branchen wurden die Geschäftsmodelle von Digitalkonzernen nicht von Corona beeinträchtigt. Vielmehr befeuerte die Pandemie das Geschäft. Die Stichworte sind: Online-Shopping, Streaming, Homeoffice. In einer Zeit, in der viele andere Dinge nicht möglich sind, schlägt die Stunde der Digitalanbieter.

Trotzdem befinden wir uns inmitten der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Weltweit sind viele Menschen zur Sparsamkeit gezwungen. Natürlich wird nun niemand wegen Corona sein Netflix-Abo kündigen. Aber große Ausgaben, die nicht zwingen notwendig sind, werden in Zeiten von Corona überlegter und häufig auch später getätigt.

Vor diesem Hintergrund finde ich die Quartalszahlen von Apple einfach nur beeindruckend. Das Unternehmen macht 78% seines Umsatzes mit dem Verkauf von hochpreisiger Hardware. Anscheinend trifft die Annahme der Corona-bedingten-Sparsamkeit nicht auf die Kunden des Unternehmens zu.

Obwohl der gesamte Smartphone-Markt im zweiten Quartal um 16% eingebrochen ist, konnte Apple den iPhone-Absatz um 11% steigern. Hierbei half vor allem die extrem günstige Neuauflage des iPhone SE. Kurz vor Corona präsentierte Apple dieses…..

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Andre Stagge über den Freitagsindikator – hochinteressantes Video!

Claudio Kummerfeld

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Der Experte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden aktuellen Video den “Freitagsindikator”, und inwiefern man damit eine Prognose auf die kommende Börsenwoche geben kann. Den YouTube-Kanal von Andre Stagge finden Sie hier.

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