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Deutsche Bank meldet vorab – positive Überraschung! Aber Vorsicht!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die beiden Deutsche Bank Tower in Frankfurt

Die Deutsche Bank wird ihre ausführlichen Quartalszahlen planmäßig Mittwoch früh verkünden. Heute aber hat die Bank schon mal vorab einige Kennzahlen für das letzte Quartal veröffentlicht. Denn wenn die Zahlen zu deutlich von den Markterwartungen abweichen, wird eine Ad Hoc-Mitteilung notwendig. Der Ertrag (das selbe wie der Umsatz bei Unternehmen außerhalb der Bankenbranche) liegt bei 6,4 Milliarden Euro (5,35 Milliarden Euro im 4. Quartal 2019). Markterwartungen lagen für das 1. Quartal 2020 um die 5,7 Milliarden Euro. Erwartet waren eigentlich Verluste um die 400 Millionen Euro nach Steuern. Melden tut die Deutsche Bank aktuell einen Gewinn nach Steuern von 66 Millionen Euro. Sieh an, also kommen beide Zahlen deutlich besser rein als erwartet! Die Bank spricht aktuell davon, dass sie diese Zahlen „erwartet“ – denn wie gesagt, die ausführlichen Daten kommen ja erst Mittwoch früh.

Wo die größte US-Bank JP Morgan vor einigen Tagen für das letzte Quartal eine Rücklage in die Risikovorsorge (für ausgefallene Kredite) in Höhe von 7 Milliarden Dollar verkündete, da meldet die Deutsche Bank heute eine Rücklage von 500 Millionen Euro. Dies entspreche 44 Basispunkten aller Kredite. Hier Aussagen der Bank zum Kernkapital im Wortlaut:

Die harte Kernkapitalquote der Deutschen Bank betrug zum Ende des ersten Quartals 12,8 Prozent und hat sich damit gegenüber dem Wert von 13,6 Prozent zum Jahresende 2019 verringert. Dabei reduzierte das neue Rahmenwerk für Verbriefungen die harte Kernkapitalquote um etwa 30 Basispunkte, während die Folgen der Covid-19-Pandemie mit rund 40 Basispunkten zum Tragen kamen.

Angesichts der Chancen für zusätzliches Geschäft, erhöhter Nachfrage von Kunden und des derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds überprüft die Deutsche Bank ihre Ziele für die harte Kernkapitalquote (Common Equity Tier 1, CET 1) und die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) in diesem Jahr. Der Vorstand hat entschieden, dass das Eigenkapital vorübergehend den Zielwert der Bank unterschreiten darf, um Kunden und die Wirtschaft insgesamt in der aktuellen Krisensituation zu unterstützen.

Die kurzfristigen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie erschweren es der Bank, den Zeitpunkt und das Ausmaß der Bewegungen in der Kapitalplanung genau vorherzusagen. Es ist oberste Priorität der Deutsche Bank, an der Seite ihrer Kunden zu stehen, ohne bei der Kapitalstärke Kompromisse zu machen. Es ist daher möglich, dass die Bank vorübergehend ihr Ziel einer harten Kernkapitalquote von mindestens 12,5 Prozent leicht unterschreitet. Die Deutsche Bank plant auch weiterhin, einen deutlichen Kapitalpuffer gegenüber den regulatorischen Anforderungen zu halten.

Frage: Woher kommt dieses deutlich bessere Ertragsvolumen und der Gewinn? Es ist denkbar, dass das im letzten Quartal ausgeweitete Geschäft mit der Kreditversorgung der Wirtschaft (im Zuge der Coronakrise) der Bank mehr Zinsgewinn in die Kasse spült. Zwar minimale Marge, aber deutlich mehr Menge. Es ist gut denkbar, dass vor allem im aktuellen 2. Quartal durch eine deutliche Ausweitung der Kreditmenge selbst bei minimalen Margen gut was hängen bleibt. Aber, so möchten wir warnen: Die Rechnung wird erst später präsentiert, nämlich in Form der Kreditausfälle. Wann die Lawine der Kreditausfälle in Folge der Coronakrise auf die Banken niederstürzt? Schwer zu sagen! Denn jetzt haben die Unternehmen ja erstmal gut Geld, dank Bankkrediten, KfW-Krediten, Staatszuschüssen etc. Aber wenn diese Gelder verbraucht sind, und viele Gewerbetreibende die Kreditraten und die nachzuzahlenden Gewerbemieten an der Backe haben, dann kommt womöglich das böse Erwachen, auch für die Banken. Aber erst einmal können die Banken durch den Corona-Effekt sogar die Gewinner der Krise sein? Das ist eine trügerische Ruhe!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    LEO

    27. April 2020 12:12 at 12:12

    Moment, ist es nicht so, dass die KfW das Ausfallrisiko der aktuellen Kredite zu mindestens 80%, neuerdings dann bis zu 100% übernimmt? So gesehen können die Geschäftsbanken doch nur gewinnen. Das wurde doch sogar in einem Artikel hier auf Finanzmarktwelt bemängelt meine ich

  2. Avatar

    OZO

    27. April 2020 16:46 at 16:46

    Seit wann ist Umsatz = Ertrag? Ich habe noch gelernt, dass Umsatz = Erlös ist und Ertrag = Gewinn! Wer hat das wann umdefiniert?

  3. Avatar

    thinkSelf

    28. April 2020 13:21 at 13:21

    Markus Krall hat mal schön gezeigt, wie man mit kreativer Bilanzierung viele Jahre retten kann. Ich zitiere mal einen meiner Freunde, der Experte in Bilanzerstellung ist und vor langer Zeit mal dargestellt hat, wie das läuft:

    „Ich weise dir noch bis drei Tage vor der Insolvenz einen Gewinn aus, ohne dabei auch nur eine einzige Vorschrift zu verletzen.“

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Lieber Börsianer,

sind Sie auch einer der zahlreichen Neu-Börsianer, die seit Ausbruch der Corona-Krise mit dem Aktienhandel begonnen haben? Wenn ja, dann beglückwünsche ich Sie zu diesem Entschluss.
Im Wesentlichen haben in diesem Jahr drei Faktoren zur Stärkung der Aktionärskultur beigetragen:

1) Die Niedrigzinsen lassen die Menschen nach Alternativen zum klassischen Sparkonto suchen.
2) Online-Broker machen den Aktienhandel auch mit kleinen Geldbeträgen attraktiv.
3) Während der Corona-bedingten Zwangspause des öffentlichen und oft auch beruflichen Lebens hatten viele Menschen erstmals Zeit, sich mit Ihrer Geldanlage und Altersvorsorge zu beschäftigen.

Die Millenials entdecken die Börse

In den vergangenen Monaten habe ich bemerkt, dass vor allem junge Menschen die Börse für sich entdecken. Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden, zeigen ein großes Interesse an Geldanlagethemen. Das freut mich umso mehr, gelten die Deutschen doch oftmals als Aktienmuffel. Die Rendite der Anlageportfolios hinkte den Menschen in Aktienländern wie den USA deshalb oft deutlich hinterher. Das könnte sich jetzt mit einer neuen Generation von Aktionären ändern.

Doch es ist auch Vorsicht geboten. Viele Neu-Börsianer lassen sich vom Versprechen auf den schnellen Gewinn verführen. Manche vergessen, dass Sie mit echtem Geld agieren und lassen sich von den spielerisch gestalteten Apps der Online-Broker blenden.

Manchmal scheint es tatsächlich sehr einfach zu sein, an der Börse Geld zu verdienen. Doch vergessen Sie niemals: Die Flut hebt alle Boote. In Zeiten steigender Kurse, wie nach dem Corona-Crash am Anfang des Jahres, konnten Sie kaufen was…..

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