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Massive Pleitewelle steht an – so schlimm ist die Lage

Pleitewelle in Deutschland voraus?

Im Zuge der Coronakrise steht eine Pleitewelle bei deutschen Unternehmen an. Das ist relativ einfach nachzuvollziehen. Welche Dimension diese Pleitewelle erreichen könnte, kann man anhand konkreter und aktueller Umfragedaten des ifo-Instituts erahnen. Wie es letztlich genau kommen wird, ist natürlich noch unklar. Aber man bekommt so langsam eine Vorahnung, was im zweiten Halbjahr auf uns zurollt. Erst eine Pleitewelle bei Unternehmen, danach folgen Kreditausfälle bei Banken und Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosen können ihre Konsum- und Hauskredite nicht mehr bedienen, was die Kreditausfälle bei den Banken nur noch verschärft. Wo die Deutsche Bank ganz aktuell sogar mehr Geld verdient als erwartet dank der starken Kreditausweitung, könnte dieses ganz kurz erwähnte Szenario die Banken im zweiten Halbjahr runterreißen.

Aber jetzt zur Aktualität. Das ifo-Institut betitelt seine heutige Meldung sogar mit dem Wort „Pleitewelle“. Viele Unternehmen würden ihre Existenz bedroht sehen. 29,2 Prozent der von ifo befragten Firmen sagen, dass sie drei Monate oder kürzer überleben könnten, wenn die pandemiebedingten Einschränkungen noch für längere Zeit bleiben würden. Sechs Monate oder kürzer könnten 52,7 Prozent durchhalten. Dies seien beunruhigende Zahlen, die auf eine kommende Pleitewelle hindeuten, so ifo. Hier mehr Details der Umfrage im Wortlaut:

Besonders kritisch war die Lage im April im Einzelhandel: 44,9 Prozent der Unternehmen antworteten, sie könnten maximal drei Monate durchhalten. Und insgesamt können 63,2 Prozent der Einzelhändler nach eigenem Bekunden höchstens ein halbes Jahr überstehen.

Bei den Dienstleistern haben 31,3 Prozent ein Vierteljahr oder weniger bis zum Aus. Und insgesamt müssen 56 Prozent der Dienstleister spätestens nach einem halben Jahr die Pleite anmelden.

Etwas stabiler ist die deutsche Industrie: 24,8 Prozent der Firmen haben Kraft für ein Vierteljahr. Nach einem halben Jahr oder früher müssen 48 Prozent der Industrie-Unternehmen ihr Geschäft aufgeben.

Der Bau zeigt sich derzeit am robustesten: 20,4 Prozent der Unternehmen halten ein Vierteljahr oder weniger durch. Und 45,4 Prozent der Firmen verschwinden nach spätestens einem halben Jahr.

Pleitewelle steht dank Coronakrise wohl an - hier die ifo-Umfragedetails



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4 Kommentare

  1. Gross Industrie wird ja auch von den Politikern gepampert, da nach der politischen Laufbahn, hier ein Beraterposten winkt! Da sie aber selber Berater brauchen, ist es nur ein Kungelposten!
    Die verlorenen Arbeitsplätze in den Klein-und Mittelbetrieben werden zum größten Teil nicht mehr wieder kehren!

  2. Pingback: Aktuelle Meldungen vom 29.04.2020 – Teil 1 | das-bewegt-die-welt.de

  3. Pingback: Massive Pleitewelle steht an – so schlimm ist die Lage – Unser Geld- und Zinssystem

  4. Es ist noch gar nicht einmal so entscheidend ob ein Unternehmen direkt durch die Krise über die Wupper geht. Sondern jetzt werden weltweit und flächendeckend die ohnehin viel zu schwachen Reserven aus den Unternehmen gequetscht. Und durch den weiterhin hohen Kosten- und Abgabedruck können sie die Reserven auch in Zukunft nicht wieder auffüllen.
    Das bedeutet, das sie über Jahre hinaus selbst kleinste Krisen nicht mehr abfedern können. Das führt zu einem lang andauernden und schleichenden Verfallsprozess.

    Südeuropa wird wirtschaftlich weiter abstürzen und wir werden dort flächendeckende Verelendung (nicht Verarmung!) sehen. Ich empfehle einen persönlichen Besuch der bereits seit der letzten Finanzkrise besonders gebeutelten Regionen. Der flächendeckende Verfall springt einem da inzwischen direkt ins Auge.

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