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Aktuelle Statistik: Sterbefälle im Vergleich zu den Vorjahren – Ansichtssache?

Redaktion

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Coronavirus Symbolbild

Diese Frage bewegt abseits der alltäglichen Meldungen zur Coronakrise viele Menschen, und sie wird uns wohl mit einem gewissen zeitlichen Abstand noch viel mehr beschäftigen. Gab es in durch die Coronakrise eigentlich mehr Sterbefälle als zum selben Zeitpunkt der Vorjahre? Hat die „normale“ Grippe in den Vorjahren vielleicht mehr Menschen dahin gerafft als jüngst das Coronavirus? Denn man will ja in der Nachbetrachtung wissen, ob der ganze Aufwand mit dem Tragen von Masken und Geschäftsschließungen überhaupt etwas gebracht hat. Das Statistische Bundesamt hat vor wenigen Minuten eine Statistik über die Sterbefälle in Deutschland in den letzten Wochen veröffentlicht, und sie in Relation zu den Vorjahren gesetzt.

Interessant ist, dass die Statistiker in ihrer Tabelle die Kalenderwochen 13 bis 17 (23. März bis 26. April) besprechen. Hier liegen die Sterbefälle in jeder einzelnen Kalenderwoche höher als in den selben Kalenderwochen eines Vergleichszeitraums von 2016-2019. Aber: Wer den mitgelieferten Chart der Statistiker anschaut, der merkt: Die 2020er-Zahlen (rote Linie) waren zwar während dieser fünf Wochen höher als im Schnitt der Vorjahre. Aber man sieht davor den Aufwärtsbuckel in grau, und auch die gestrichelte Linie. In den Wochen vor der KW 13 gab es in Deutschland in den Jahren davor deutlich mehr Sterbefälle als in 2020. Weil die „normale“ Grippe in den Vorjahren mehr Todesfälle brachte?

Aber jetzt kommen wir mal zu den aktuellen Aussagen der Statistker. Nach ihren vorläufigen Ergebnissen sind in der 17. Kalenderwoche (20. bis 26. April 2020) in Deutschland mindestens 17.974 Menschen gestorben. Damit seien die Sterbefälle im Vergleich zur Vorwoche um 882 Fälle gesunken. Sie würden jedoch noch immer etwa 3 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 liegen. Im Vergleich zu den einzelnen Jahren liegen die Sterbefallzahlen dieser Woche in einer Spannweite von 5 % über den Zahlen von 2016 und 1 % über denen von 2019. Die erhöhten Sterbefallzahlen zeigen sich seit der 13. Kalenderwoche (23. bis 29. März). In der 15. Kalenderwoche war die Abweichung mit 2.251 Fällen beziehungsweise 13 % über dem vierjährigen Durchschnitt am größten, so die Statistiker.

Wie gesagt, was man im Chart vorher sieht, wird von den Statistikern mit Worten nicht erwähnt. Also, die Daten der Sterbefälle sind demnach Ansichtssache, ob man die Daten bis zum 23. März betrachtet, oder erst die Daten danach? Oder sollte man die Daten vor dem 23. März deshalb eher ignorieren, weil die Cornawelle erst ab dann so richtig Fahrt aufnahm in Deutschland? Sagt man, dass die eigentliche Coronakrise nur in den Wochen 13-17 in Deutschland wütete, dann könnte man sagen: Ja, die Sterbefälle lagen höher als in den Vorjahren.

Sterbefälle in Deutschland - aktuelle Statistik

Sterbefälle Statistik

Hier noch weitere Ausführungen der Statistiker im Wortlaut:

Die aktuelle Entwicklung der Sterbefallzahlen ist auffällig, weil die Grippewelle in diesem Jahr bereits seit Mitte März als beendet gilt. Üblicherweise beeinflussen Grippewellen bis Mitte April die Sterblichkeit. Es ist deshalb naheliegend, dass die aktuell beobachtete leichte Übersterblichkeit in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie steht.

Eine Übersterblichkeit nach der hier verwendeten Definition liegt dann vor, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahresverlauf mehr Menschen sterben, als nach den Fallzahlen vergangener Jahre (hier im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019) zu erwarten gewesen wäre.

Ausmaß der Übersterblichkeit in Deutschland vergleichsweise gering

Im europäischen Vergleich ist das Ausmaß der sogenannten Übersterblichkeit in Deutschland vergleichsweise gering. Das nationale Statistische Amt Italiens (Istat) berichtet beispielsweise von einer um 49 % erhöhten Sterbefallzahl für den März 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Für den Ballungsraum Stockholm meldet das nationale Statistische Amt Schwedens (SCB) für die Kalenderwochen 14 bis 16 sogar doppelt so hohe Sterbefallzahlen wie im Durchschnitt dieser fünf Vorjahre. Auch aus Belgien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Spanien werden erhöhte Sterbefallzahlen gemeldet. Dagegen werden für Norwegen und Tschechien keine auffälligen Veränderungen aufgezeigt. Die Angaben dieser Staaten beruhen auf den jeweiligen nationalen Methoden und zeitlichen Abgrenzungen der Daten. Zum Teil beziehen sie sich auf das Meldedatum und nicht auf den tatsächlichen Todestag. Auch die Anteile fehlender Meldungen sind unterschiedlich.

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    sabine

    22. Mai 2020 16:15 at 16:15

    Man hatte ja anfangs von mehreren hunderttausenden gesprochen. Wo sind eigentlich die?
    Dieses Lügenpack wird sich trotzdem herrausreden, wegen dem Lockdown wären nur so wenig Tote, man hätte sonst viel mehr gehabt. Wie man in Schweden sieht, hunderttausende mehr!
    🤮
    Wie beim Soli, der Riesterrente, GEZ, Dieseltheater, Abwrackprämie, überall wird man vom Staat über den Tisch gezogen.
    Die Abrackprämie kommt ja vielleicht wieder.
    a) Wo ist der angeblich so grüne Staat, dem die Natur und die Gesundheit Deutschlands ach so am Herzen liegt? Reine Pharisäer und Lügner. Die Produktion eines neuen Autos verschmutzt die Natur um sehr viel mehr als der Verbrauch danach. Um also die Wirtschaft anzukurbeln, wird die Natur im großen Stil belastet, was man uns vorher im homöopahtischen Bereich mit der Dieselverhinderung vorgelogen hatte. Man sieht, Umweltzone, Plakette usw. alles nur Abzocke!
    b) Auch monetär gesehen ist es verlogen. Die Hilfen, die der Staat uns angeblich spendet, uns also in der Not unter die Arme greift (mir kommen die Tränen 😭), bezahlen wir uns selbst, abzüglich der Abgeordneten- und Beamtengehälter, die das alles hin und herrechnen, genehmigen und verteilen dazu noch verbrauchen. Denn der Staat muß das Geld ja uns erstmal abnehmen, um es dann zu verteilen.
    c) Oder der andere Trick, er nimmt Staatsanleihen auf, und verwässert das Geld, es wird also in unseren Taschen wertlos.
    Umsonst ist der Tod, aber danach kommt die Abrechnung. Wer nicht vorsorgt, muß sich Sorgen machen.

    • Avatar

      Stina

      22. Mai 2020 20:04 at 20:04

      @Pharisäerin und Lügnerin Sabine,

      weder „man“ und auch keine konkret relevante Person hatte anfangs von mehreren 100.000 Toten gesprochen, zumindest nicht in DE. Wie man in Schweden sieht, liegt die Zahl der Fälle und der Verstorbenen pro Einwohnerzahl massiv und dramatisch über vergleichbaren Ländern.

      Fasse zusammen:
      Das Lügenpack redet sich heraus:
      a) Mit Schwachsinn
      b) Mit Blödsinn
      c) Mit Verwässerung

    • Avatar

      Petkov

      22. Mai 2020 22:22 at 22:22

      Sabine, dass Sie Politiker mit gelinde gesagt diffusen Beweisen Lügenpack nennen, ist das eine. Damit habe ich grundsätzlich absolut kein Problem. Aber dass Sie die größtenteils unerforschte Multiorgan-Krankheit Corona verleugnen, die die Lunge, das Herz, die Nieren, die Leber, das zentrale Nervensystem und allgemein die Blutgefäße angreift und bei ganz vielen Patienten unabhängig vom Alter bislang unerkannte Schwachstellen findet, gehört sich einfach nicht.

      Wenn Sie hier auf FMW eine unterschriebene und beglaubigte Verzichtserklärung auf ärztliche Behandlung im Falle von Corona veröffentlichen, weil das für Sie sowieso die altbekannten, harmlosen, nicht-mutierten Schnupfenviren sind, dann wäre ihr Bashing zwar weiterhin dumm, aber zumindest authentisch. Aber aktuell ist es nur noch arrogant und abgehoben. Nichts für Ungut, es ist überhaupt nicht persönlich gemeint. Aber eine derartige Pandemieverharmlosung geht für meinen Geschmack einfach zu weit. Was Sie über GEZ, Dieseltheater, EZB etc. schreiben, ist einfach mit oder ohne Zustimmung zu akzeptieren. Ihre Meinung, ihr Recht. Aber Corona ist eine komplett andere Dimension, da geht es um was völlig Anderes. Das müssen Sie einsehen.

  2. Avatar

    joachim

    22. Mai 2020 17:04 at 17:04

    Interessant wäre es, belastbare Zahlen ab Okt. 2019 zu bekommen. Kann da jemand helfen?

    In meinem persönlichen Umfeld kenne ich eine Person, die genau die bekannt beschriebenen Symptome für Covid19 bereits Ende Dez. 2019 hatte.
    Der behandelnde Arzt diagnostizierte damals eine Grippe und verordnete Bettruhe.

    Vielleicht hatten wir ja die erste Welle von Covid19 bereits Ende 2019, damals noch als Grippe tituliert. Aufgrund der bekannten weltweiten Restriktionen wurde aus der Influenza daraufhin Covid19.

    Sollte Covid19 tatsächlich bereits Mitte November 2019 in Wuhan aufgetreten sein, wäre es innerhalb von zwei Wochen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Europa gelandet, also Anfang Dezember 2019.

    • Avatar

      Dreamtimer

      23. Mai 2020 07:33 at 07:33

      „In meinem persönlichen Umfeld kenne ich eine Person, die genau die bekannt beschriebenen Symptome für Covid19 bereits Ende Dez. 2019 hatte. Der behandelnde Arzt diagnostizierte damals eine Grippe und verordnete Bettruhe.“

      Antikörper gegen COVID 19 sollten sich relativ leicht nachweisen lassen. Dann muss man auch keine Spekulationen anstellen.

      • Avatar

        joachim

        24. Mai 2020 14:01 at 14:01

        Leider verschwinden die Spekulationen aber nicht! Deswegen gibt es ja auch so viele Verschwörungsgeschichten, gegen die wir gerade im Mainstream immun gemacht werden sollen.

        Ende Dezember 2019 gab es weder einen verfügbaren Covid19-Test, noch einen Antikörpertest für diese Plage. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit irgendeinem Antikörpertest nach Monaten noch den genauen Ansteckungszeitpunkt feststellen kann.

        Als ich am Sylvesterabend 2019 auf gmx.net (der Artikel ist leider unauffindbar!)
        einen Beitrag samt Video von einem verzweifelt wirkenden chinesischen Wissenschafter sah, dachte ich eher an die gewohnt reisserisch gestaltete Berichterstattung, an Fake-News und an einen späten Scherz.
        Rückwirkend weiss ich, dass es der Anfang von Corona in den Medien war.

        Wichtig wäre es zu wissen, wann Corona nach Europa kam. Da könnten nur Corona-Tests an Verstorbenen oder von Blutproben(?) vor 2020 wirklich Klarheit schaffen. Solche Tests werden jedoch, falls überhaupt durchführbar, niemals stattfinden. Zu groß wäre die mögliche Blamage für die derzeitigen Entscheidungsträger.

        Wo sind denn die noch im März versprochenen Antikörpertests (z.B. der Fa. Bosch), die ja ab Mitte Mai (vielleicht meinte man 2021) millionenfach in den Apotheken für jedermann erwerbbar sein sollten?

        Meiner Meinung nach ist es nicht auszuschliessen, dass wir uns gerade in der zweiten Corona-Welle befinden.
        Sollte es so sein und multipliziert man die Infektionszahlen z.b. des RKI mit dem Faktor 10, sind wir von einer beginnenden Herdenimmunität immer noch weit entfernt.

        In unseren Köpfen haben bisher nicht mehr als zwei Corona-Wellen Platz gefunden.
        Sollten wir uns jetzt in einer zweiten Welle befinden, erwarten wir ja noch eine dritte…wieviele brauchen wir aber tatsächlich bis zu einer brauchbaren Durchseuchung bzw. Herdenimmunität…ohne Impfstoff?

  3. Avatar

    Dreamtimer

    23. Mai 2020 08:51 at 08:51

    Ich kann mich noch gut an die Hähme gegen Boris Johnson erinnern, nachdem dieser an COVID 19 erkrankt war. Die brit. Regierung reagierte sehr zögerlich auf die Pandemie. Es wurde über „Herdenimmunität“ fabuliert und davon, dass ein längerer Lockdown die Bevölkerung ermüden würde. Letzteres ist allerdings sehr klarsichtig und schätzt die Bevölkerung ziemlich gut ein, aber ich frage mich, ob dies nicht der Börsenpsychologie folgt. Die Ermüdung setzt erst nach dem Swing ein, wenn die Kurve sich abflacht, die Zahl der Neuinfizierten ihr Maximum überschritten hat und sich dort ein „Widerstand“ bildet. Bevor das nicht eingetreten ist, scheint alles möglich, auch eine 70% Durchseuchung und 1 Mio Tote, allein in Deutschland. Die Infektionsmodelle funktionieren dabei wie ökonomische Modelle. Sie geben nicht viel her, da man ihre Parameter nur empirisch, mit geraade ermittelten Daten, schätzen kann und sie ständig re-kalibrieren muss. Angesichts der Vielzahl der Corona-Stämme, dem Desinteresse des Virus an der „Arterhaltung“, wird das auch in Zukunft nicht sehr viel einfacher werden.

    Was die Maßnahmen betrifft, so denke ich, dass der totale Shutdown einmalig war, ein historisches Ereignis, dass wir so nicht wieder erleben werden. Die westlichen Technokratien des 21-ten Jahrhunderts wurden mit einem Ereignis kontrontiert, auf das sie weder materiell, noch administrativ vorbereitet waren. Dieses Hineinstolpern in die Pandemie wird sich, zumindest zu meinen Lebzeiten, nicht wiederholen. Im Augenblick kann ich noch nicht einmal die Firma meines Hauptkunden betreten, ohne Maskenpflicht und Aufenthaltsprotokoll. Es ist wie die Arbeit unter Hochsicherheit. Die Empfehlung lautet, so weit das möglich ist, in Homeoffice zu bleiben, dessen IT sich stabilisiert hat. Vor zwei Monaten hatte da noch keiner einen Plan.

  4. Avatar

    Mnyoa

    23. Mai 2020 15:33 at 15:33

    Das Corona Virus scheint rassistisch zu sein. Impfstoff… jetzt erst recht!

    • Avatar

      erst.nachdenken

      24. Mai 2020 19:08 at 19:08

      …und für dich zuerst! (Dann werden noch diejenigen getroffen, die verfehlt wurden.)

  5. Avatar

    erst.nachdenken

    24. Mai 2020 17:53 at 17:53

    Zu statistischen Zahlen in dieser Sache: Italien hat den Krebs besiegt. Die haben keinerlei Krebstote mehr. Da muss erst ein Virus angeschi**en kommen, damit jemand etwas in Rekordgeschwindigkeit gegen Krebs findet – wir sollten die mal fragen, wie die das gemacht haben. Die könnten der ganzen Welt helfen. Wahnsinn.

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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am

Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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am

Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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