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Aktuelle Statistik: Sterbefälle im Vergleich zu den Vorjahren – Ansichtssache?

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Coronavirus Symbolbild

Diese Frage bewegt abseits der alltäglichen Meldungen zur Coronakrise viele Menschen, und sie wird uns wohl mit einem gewissen zeitlichen Abstand noch viel mehr beschäftigen. Gab es in durch die Coronakrise eigentlich mehr Sterbefälle als zum selben Zeitpunkt der Vorjahre? Hat die “normale” Grippe in den Vorjahren vielleicht mehr Menschen dahin gerafft als jüngst das Coronavirus? Denn man will ja in der Nachbetrachtung wissen, ob der ganze Aufwand mit dem Tragen von Masken und Geschäftsschließungen überhaupt etwas gebracht hat. Das Statistische Bundesamt hat vor wenigen Minuten eine Statistik über die Sterbefälle in Deutschland in den letzten Wochen veröffentlicht, und sie in Relation zu den Vorjahren gesetzt.

Interessant ist, dass die Statistiker in ihrer Tabelle die Kalenderwochen 13 bis 17 (23. März bis 26. April) besprechen. Hier liegen die Sterbefälle in jeder einzelnen Kalenderwoche höher als in den selben Kalenderwochen eines Vergleichszeitraums von 2016-2019. Aber: Wer den mitgelieferten Chart der Statistiker anschaut, der merkt: Die 2020er-Zahlen (rote Linie) waren zwar während dieser fünf Wochen höher als im Schnitt der Vorjahre. Aber man sieht davor den Aufwärtsbuckel in grau, und auch die gestrichelte Linie. In den Wochen vor der KW 13 gab es in Deutschland in den Jahren davor deutlich mehr Sterbefälle als in 2020. Weil die “normale” Grippe in den Vorjahren mehr Todesfälle brachte?

Aber jetzt kommen wir mal zu den aktuellen Aussagen der Statistker. Nach ihren vorläufigen Ergebnissen sind in der 17. Kalenderwoche (20. bis 26. April 2020) in Deutschland mindestens 17.974 Menschen gestorben. Damit seien die Sterbefälle im Vergleich zur Vorwoche um 882 Fälle gesunken. Sie würden jedoch noch immer etwa 3 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 liegen. Im Vergleich zu den einzelnen Jahren liegen die Sterbefallzahlen dieser Woche in einer Spannweite von 5 % über den Zahlen von 2016 und 1 % über denen von 2019. Die erhöhten Sterbefallzahlen zeigen sich seit der 13. Kalenderwoche (23. bis 29. März). In der 15. Kalenderwoche war die Abweichung mit 2.251 Fällen beziehungsweise 13 % über dem vierjährigen Durchschnitt am größten, so die Statistiker.

Wie gesagt, was man im Chart vorher sieht, wird von den Statistikern mit Worten nicht erwähnt. Also, die Daten der Sterbefälle sind demnach Ansichtssache, ob man die Daten bis zum 23. März betrachtet, oder erst die Daten danach? Oder sollte man die Daten vor dem 23. März deshalb eher ignorieren, weil die Cornawelle erst ab dann so richtig Fahrt aufnahm in Deutschland? Sagt man, dass die eigentliche Coronakrise nur in den Wochen 13-17 in Deutschland wütete, dann könnte man sagen: Ja, die Sterbefälle lagen höher als in den Vorjahren.

Sterbefälle in Deutschland - aktuelle Statistik

Sterbefälle Statistik

Hier noch weitere Ausführungen der Statistiker im Wortlaut:

Die aktuelle Entwicklung der Sterbefallzahlen ist auffällig, weil die Grippewelle in diesem Jahr bereits seit Mitte März als beendet gilt. Üblicherweise beeinflussen Grippewellen bis Mitte April die Sterblichkeit. Es ist deshalb naheliegend, dass die aktuell beobachtete leichte Übersterblichkeit in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie steht.

Eine Übersterblichkeit nach der hier verwendeten Definition liegt dann vor, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahresverlauf mehr Menschen sterben, als nach den Fallzahlen vergangener Jahre (hier im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019) zu erwarten gewesen wäre.

Ausmaß der Übersterblichkeit in Deutschland vergleichsweise gering

Im europäischen Vergleich ist das Ausmaß der sogenannten Übersterblichkeit in Deutschland vergleichsweise gering. Das nationale Statistische Amt Italiens (Istat) berichtet beispielsweise von einer um 49 % erhöhten Sterbefallzahl für den März 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Für den Ballungsraum Stockholm meldet das nationale Statistische Amt Schwedens (SCB) für die Kalenderwochen 14 bis 16 sogar doppelt so hohe Sterbefallzahlen wie im Durchschnitt dieser fünf Vorjahre. Auch aus Belgien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Spanien werden erhöhte Sterbefallzahlen gemeldet. Dagegen werden für Norwegen und Tschechien keine auffälligen Veränderungen aufgezeigt. Die Angaben dieser Staaten beruhen auf den jeweiligen nationalen Methoden und zeitlichen Abgrenzungen der Daten. Zum Teil beziehen sie sich auf das Meldedatum und nicht auf den tatsächlichen Todestag. Auch die Anteile fehlender Meldungen sind unterschiedlich.

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    sabine

    22. Mai 2020 16:15 at 16:15

    Man hatte ja anfangs von mehreren hunderttausenden gesprochen. Wo sind eigentlich die?
    Dieses Lügenpack wird sich trotzdem herrausreden, wegen dem Lockdown wären nur so wenig Tote, man hätte sonst viel mehr gehabt. Wie man in Schweden sieht, hunderttausende mehr!
    🤮
    Wie beim Soli, der Riesterrente, GEZ, Dieseltheater, Abwrackprämie, überall wird man vom Staat über den Tisch gezogen.
    Die Abrackprämie kommt ja vielleicht wieder.
    a) Wo ist der angeblich so grüne Staat, dem die Natur und die Gesundheit Deutschlands ach so am Herzen liegt? Reine Pharisäer und Lügner. Die Produktion eines neuen Autos verschmutzt die Natur um sehr viel mehr als der Verbrauch danach. Um also die Wirtschaft anzukurbeln, wird die Natur im großen Stil belastet, was man uns vorher im homöopahtischen Bereich mit der Dieselverhinderung vorgelogen hatte. Man sieht, Umweltzone, Plakette usw. alles nur Abzocke!
    b) Auch monetär gesehen ist es verlogen. Die Hilfen, die der Staat uns angeblich spendet, uns also in der Not unter die Arme greift (mir kommen die Tränen 😭), bezahlen wir uns selbst, abzüglich der Abgeordneten- und Beamtengehälter, die das alles hin und herrechnen, genehmigen und verteilen dazu noch verbrauchen. Denn der Staat muß das Geld ja uns erstmal abnehmen, um es dann zu verteilen.
    c) Oder der andere Trick, er nimmt Staatsanleihen auf, und verwässert das Geld, es wird also in unseren Taschen wertlos.
    Umsonst ist der Tod, aber danach kommt die Abrechnung. Wer nicht vorsorgt, muß sich Sorgen machen.

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      Stina

      22. Mai 2020 20:04 at 20:04

      @Pharisäerin und Lügnerin Sabine,

      weder “man” und auch keine konkret relevante Person hatte anfangs von mehreren 100.000 Toten gesprochen, zumindest nicht in DE. Wie man in Schweden sieht, liegt die Zahl der Fälle und der Verstorbenen pro Einwohnerzahl massiv und dramatisch über vergleichbaren Ländern.

      Fasse zusammen:
      Das Lügenpack redet sich heraus:
      a) Mit Schwachsinn
      b) Mit Blödsinn
      c) Mit Verwässerung

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      Petkov

      22. Mai 2020 22:22 at 22:22

      Sabine, dass Sie Politiker mit gelinde gesagt diffusen Beweisen Lügenpack nennen, ist das eine. Damit habe ich grundsätzlich absolut kein Problem. Aber dass Sie die größtenteils unerforschte Multiorgan-Krankheit Corona verleugnen, die die Lunge, das Herz, die Nieren, die Leber, das zentrale Nervensystem und allgemein die Blutgefäße angreift und bei ganz vielen Patienten unabhängig vom Alter bislang unerkannte Schwachstellen findet, gehört sich einfach nicht.

      Wenn Sie hier auf FMW eine unterschriebene und beglaubigte Verzichtserklärung auf ärztliche Behandlung im Falle von Corona veröffentlichen, weil das für Sie sowieso die altbekannten, harmlosen, nicht-mutierten Schnupfenviren sind, dann wäre ihr Bashing zwar weiterhin dumm, aber zumindest authentisch. Aber aktuell ist es nur noch arrogant und abgehoben. Nichts für Ungut, es ist überhaupt nicht persönlich gemeint. Aber eine derartige Pandemieverharmlosung geht für meinen Geschmack einfach zu weit. Was Sie über GEZ, Dieseltheater, EZB etc. schreiben, ist einfach mit oder ohne Zustimmung zu akzeptieren. Ihre Meinung, ihr Recht. Aber Corona ist eine komplett andere Dimension, da geht es um was völlig Anderes. Das müssen Sie einsehen.

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    joachim

    22. Mai 2020 17:04 at 17:04

    Interessant wäre es, belastbare Zahlen ab Okt. 2019 zu bekommen. Kann da jemand helfen?

    In meinem persönlichen Umfeld kenne ich eine Person, die genau die bekannt beschriebenen Symptome für Covid19 bereits Ende Dez. 2019 hatte.
    Der behandelnde Arzt diagnostizierte damals eine Grippe und verordnete Bettruhe.

    Vielleicht hatten wir ja die erste Welle von Covid19 bereits Ende 2019, damals noch als Grippe tituliert. Aufgrund der bekannten weltweiten Restriktionen wurde aus der Influenza daraufhin Covid19.

    Sollte Covid19 tatsächlich bereits Mitte November 2019 in Wuhan aufgetreten sein, wäre es innerhalb von zwei Wochen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Europa gelandet, also Anfang Dezember 2019.

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      Dreamtimer

      23. Mai 2020 07:33 at 07:33

      “In meinem persönlichen Umfeld kenne ich eine Person, die genau die bekannt beschriebenen Symptome für Covid19 bereits Ende Dez. 2019 hatte. Der behandelnde Arzt diagnostizierte damals eine Grippe und verordnete Bettruhe.”

      Antikörper gegen COVID 19 sollten sich relativ leicht nachweisen lassen. Dann muss man auch keine Spekulationen anstellen.

      • Avatar

        joachim

        24. Mai 2020 14:01 at 14:01

        Leider verschwinden die Spekulationen aber nicht! Deswegen gibt es ja auch so viele Verschwörungsgeschichten, gegen die wir gerade im Mainstream immun gemacht werden sollen.

        Ende Dezember 2019 gab es weder einen verfügbaren Covid19-Test, noch einen Antikörpertest für diese Plage. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit irgendeinem Antikörpertest nach Monaten noch den genauen Ansteckungszeitpunkt feststellen kann.

        Als ich am Sylvesterabend 2019 auf gmx.net (der Artikel ist leider unauffindbar!)
        einen Beitrag samt Video von einem verzweifelt wirkenden chinesischen Wissenschafter sah, dachte ich eher an die gewohnt reisserisch gestaltete Berichterstattung, an Fake-News und an einen späten Scherz.
        Rückwirkend weiss ich, dass es der Anfang von Corona in den Medien war.

        Wichtig wäre es zu wissen, wann Corona nach Europa kam. Da könnten nur Corona-Tests an Verstorbenen oder von Blutproben(?) vor 2020 wirklich Klarheit schaffen. Solche Tests werden jedoch, falls überhaupt durchführbar, niemals stattfinden. Zu groß wäre die mögliche Blamage für die derzeitigen Entscheidungsträger.

        Wo sind denn die noch im März versprochenen Antikörpertests (z.B. der Fa. Bosch), die ja ab Mitte Mai (vielleicht meinte man 2021) millionenfach in den Apotheken für jedermann erwerbbar sein sollten?

        Meiner Meinung nach ist es nicht auszuschliessen, dass wir uns gerade in der zweiten Corona-Welle befinden.
        Sollte es so sein und multipliziert man die Infektionszahlen z.b. des RKI mit dem Faktor 10, sind wir von einer beginnenden Herdenimmunität immer noch weit entfernt.

        In unseren Köpfen haben bisher nicht mehr als zwei Corona-Wellen Platz gefunden.
        Sollten wir uns jetzt in einer zweiten Welle befinden, erwarten wir ja noch eine dritte…wieviele brauchen wir aber tatsächlich bis zu einer brauchbaren Durchseuchung bzw. Herdenimmunität…ohne Impfstoff?

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    Dreamtimer

    23. Mai 2020 08:51 at 08:51

    Ich kann mich noch gut an die Hähme gegen Boris Johnson erinnern, nachdem dieser an COVID 19 erkrankt war. Die brit. Regierung reagierte sehr zögerlich auf die Pandemie. Es wurde über “Herdenimmunität” fabuliert und davon, dass ein längerer Lockdown die Bevölkerung ermüden würde. Letzteres ist allerdings sehr klarsichtig und schätzt die Bevölkerung ziemlich gut ein, aber ich frage mich, ob dies nicht der Börsenpsychologie folgt. Die Ermüdung setzt erst nach dem Swing ein, wenn die Kurve sich abflacht, die Zahl der Neuinfizierten ihr Maximum überschritten hat und sich dort ein “Widerstand” bildet. Bevor das nicht eingetreten ist, scheint alles möglich, auch eine 70% Durchseuchung und 1 Mio Tote, allein in Deutschland. Die Infektionsmodelle funktionieren dabei wie ökonomische Modelle. Sie geben nicht viel her, da man ihre Parameter nur empirisch, mit geraade ermittelten Daten, schätzen kann und sie ständig re-kalibrieren muss. Angesichts der Vielzahl der Corona-Stämme, dem Desinteresse des Virus an der “Arterhaltung”, wird das auch in Zukunft nicht sehr viel einfacher werden.

    Was die Maßnahmen betrifft, so denke ich, dass der totale Shutdown einmalig war, ein historisches Ereignis, dass wir so nicht wieder erleben werden. Die westlichen Technokratien des 21-ten Jahrhunderts wurden mit einem Ereignis kontrontiert, auf das sie weder materiell, noch administrativ vorbereitet waren. Dieses Hineinstolpern in die Pandemie wird sich, zumindest zu meinen Lebzeiten, nicht wiederholen. Im Augenblick kann ich noch nicht einmal die Firma meines Hauptkunden betreten, ohne Maskenpflicht und Aufenthaltsprotokoll. Es ist wie die Arbeit unter Hochsicherheit. Die Empfehlung lautet, so weit das möglich ist, in Homeoffice zu bleiben, dessen IT sich stabilisiert hat. Vor zwei Monaten hatte da noch keiner einen Plan.

  4. Avatar

    Mnyoa

    23. Mai 2020 15:33 at 15:33

    Das Corona Virus scheint rassistisch zu sein. Impfstoff… jetzt erst recht!

    • Avatar

      erst.nachdenken

      24. Mai 2020 19:08 at 19:08

      …und für dich zuerst! (Dann werden noch diejenigen getroffen, die verfehlt wurden.)

  5. Avatar

    erst.nachdenken

    24. Mai 2020 17:53 at 17:53

    Zu statistischen Zahlen in dieser Sache: Italien hat den Krebs besiegt. Die haben keinerlei Krebstote mehr. Da muss erst ein Virus angeschi**en kommen, damit jemand etwas in Rekordgeschwindigkeit gegen Krebs findet – wir sollten die mal fragen, wie die das gemacht haben. Die könnten der ganzen Welt helfen. Wahnsinn.

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Jason Furman über die Krise und wie sie Trump die Wiederwahl ermöglicht

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Jason Furman, ein Top-Ökonom und ehemaliges Mitglied der Obama-Regierung und jetzt Professor in Harvard, sprach Anfang April über die aktuelle Krise und über die Auswirkungen auf die kommende Präsidentschaftswahl: Furman geht davon aus, dass die Krise Trump die Chance bieten könnte, mit den explosivsten monatlichen Beschäftigungszahlen und dem explosivsten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts aller Zeiten zu prahlen. Die USA befand sich zu diesem Zeitpunkt am Beginn des desaströsen wirtschaftlichen Absturzes ungekannten Ausmaßes. Die Wirtschaft war gerade erst stillgelegt worden, die Arbeitslosigkeit schnellte in die Höhe und einige Ökonomen und Experten sagten eine Ära voraus, die schlimmer sei als die Große Depression. Das wirtschaftliche Desaster schien die Chancen von Präsident Donald Trump auf eine Wiederwahl wahrscheinlich zunichte zu machen.

Seine Rede begann der ehemalige hochrangige Wirtschaftsberater Obamas mit den folgenden Worten: “Wir stehen kurz davor, die besten Wirtschaftsdaten zu sehen, die wir in der Geschichte dieses Landes je gesehen haben”. Viele verblüffte und verwirrte Gesichter haben ihn über die zugeschalteten Online-Konferenz angeschaut.

Furman’s Argumente für eine Wirtschaftserholung und die Trump Wahl

Ein Argument ist, dass der wirtschaftliche Zusammenbruch durch die Pandemie, sich stark von der Großen Depression oder der Großen Rezession unterscheidet. Da beide eine langsame und zermürbende Erholung verzeichneten. Die Corona-Krise sei im Gegensatz dazu eine Turbokrise – also eine Krise die unerwartet und schnell aufgetreten ist, aber einen genauso schnellen Wiederaufschwung vollzieht. Denn die Menschen kehren zügig wieder an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurück und die Unternehmen erhöhen ihre Tätigkeit.

Nach seiner Ansicht gibt es so viele Arbeitslose und geschlossene Unternehmen, die nach dem Lockdown rasch zurückkehren. „Es wird sprunghaft passieren und wie ein V aussehen“, so seine Einschätzung. Die Wirtschaftsberater des Weißen Hauses teilen diese Meinung und sagen bereits ein explosives drittes Quartal voraus. Auf das schwächste zweite Quartal, soll dann das stärkste Quartal der Geschichte folgen. Der Berater von Trump Larry Kudlow – der Leiter des National Economic Council im Weißen Haus – hat dazu gesagt: “Q3 könnte das beste BIP-Quartal seit den regulären Daten sein. Die zweite Hälfte des Jahres wird ein sehr großes Wachstum aufweisen, das 2021 auf 4% oder mehr ansteigen wird.“

Damit sein Szenario eintritt, setzt Furman aber voraus, dass es keine 2. Virus-Welle gibt. Sollte diese eintreten, dann hätte das schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft, ein zweiter Lockdown wäre kaum zu verkraften. Ausgenommen von der möglichen schnellen Erholung in Q3 und Q4, sieht er die langfristige Bewältigung der Lage weiterhin als große Aufgabe an. Auch in „absoluten Zahlen“ werden die November-Daten weiterhin schrecklich aussehen – aber eben relativ zu den Tiefen des April eine deutliche Erholung anzeigen.

Fazit:

Furman betont aber auch, dass ein kurzfristiger Rebound nicht bedeutet, dass Trump viele grundlegende Probleme gelöst hat. Seit Beginn der Krise sind viele Arbeitgeber bankrottgegangen. Andere haben die Pandemie zum Personalabbau genutzt. Konsum und Reisen werden wahrscheinlich niedriger bleiben. Millionen von Menschen in Branchen wie Gastgewerbe und Tourismus werden neue Arbeitsplätze in neuen Industrien finden müssen. Dieses Szenario bleibt ein großes langfristiges Problem. Doch vorher könnte Trump von der Erholung im dritten Quartal profitieren. Er kann sich als Krisenmanager darstellen und auf die „eventuelle positive“ Entwicklung der Wirtschaftsdaten verweisen. Man muss dabei aber bedenken, dass die zukünftigen Quartale mit den katastrophalen Daten aus der Coronakrise und des daraus entstandenen weltweiten Lockdowns verglichen werden. Es ist leicht, daraus positive Entwicklungen aufzuzeigen. Aber die Frage ob und wie schnell es möglich ist die vorherigen Niveaus wieder zu erreichen, bleibt weiter offen.

Hier geht es zum vollständigen Artikel.

Furman über die Krise und die Wiederwahl von Trump

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Aktuell: Trump mit Aussagen zu China – Märkte reagieren

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Donald Trump hat sich heute richtig lange Zeit gelassen. Vor wenigen Minuten hat er nun endlich verkündet, wie die US-Regierung auf das neue chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong reagieren will. Pustekuchen, so kann man es ausdrücken! Trump spricht von einem Land und einem System. Er werde Maßnahmen ergreifen, um die Sonderbehandlung (den Sonderstatus) für Hongkong abzuschaffen. Also für Hongkong-Exporte Richtung USA nun die selben Zölle wie für Importe aus Festland-China?

Die “Phase 1” des Handelsdeals zwischen China und den USA bleibt wohl bestehen, denn kein Wort hat Trump über einen Ausstieg aus diesem Deal verloren. Auch sonst keine Sanktionen oder neue Zölle gegen China. Der große Knall ist ausgeblieben. Der WTI-Ölpreis reagiert mit einem Anstieg von mehr als 1 Dollar auf 35,20 Dollar. Der Goldpreis verliert 4 Dollar auf 1.730 Dollar. Deutlich reagiert der Aktienmarkt. Der Dow 30 auf CFD-Basis legt 250 Punkte zu. Auch Markus Koch meldet sich aktuell zu Wort zu den Aussagen von Donald Trump. Hier sein ganz aktuelles Video.

Donald Trump
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EZB-Geldmenge wächst spürbar – und die Kreditvergabe? US-Sparquote explodiert!

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Die EZB hat heute ihre Daten zum Wachstum der Geldmenge für den Monat April bekanntgegeben. Dies ist derzeit ja besonders interessant aufgrund der gigantischen Gelddruck-Orgien der Notenbanken, um die Coronakrise mit Geld zuzuschmeißen. Kurz vorab: Die Geldmenge “M3” ist laut offizieller Definition der Bundesbank das “weit gefasste Geldmengenaggregat” des Eurosystems, und umfasst neben der Geldmenge M2 auch Repogeschäfte, Geldmarktfondsanteile und Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren. Die Geldmenge M3 ist ein wichtiger Indikator für die monetäre Analyse, die den geldpolitischen Entscheidungen des Eurosystems zugrunde liegt, so die Erläuterung der Bundesbank.

Die heutigen Daten der EZB zur Geldmenge M3 zeigen für die Eurozone ein Wachstum im Jahresvergleich um 8,3 Prozent auf 13,64 Billionen Euro. Die Geldmenge M1 steigt um 11,9 Prozent auf 9,51 Billionen Euro. Sie zeigt den Bargeldumlauf außerhalb des Bankensystems und täglich fällige Einlagen von Nichtbanken bei Monetären Finanzinstituten in der Eurozone. Und, kommt diese monströse Geldschwemme da an, wo sie hin soll? Im April stieg das Volumen der Kredite an Haushalte im Jahresvergleich um 3 Prozent. Kredite an Unternehmen (ohne Finanzbranche) stiegen um 6,6 Prozent. Hier sehen wir die Entwicklung der Geldmenge M3 als Chart im Verlauf der letzten 25 Jahre:


source: tradingeconomics.com

Hier das Datenblatt der EZB aus der heutigen Veröffentlichung:

Geldmenge M3 Daten der EZB von heute

Sparquote in den USA

Die Sparquote in den USA ist im April auf ein Rekordhoch explodiert! In der totalen Krise entdeckt der Amerikaner (derjenige, der überhaupt Geld übrig hat) den Europäer in sich? Nicht mehr konsumieren wie ein Wahnsinniger, sondern erstmal Geld auf die hohe Kante packen, für den Fall dass alles noch viel schlimmer kommt? Die staatlichen Statistiker der Behörde “Bureau of Economic Analysis” (BEA) haben vor wenigen Minuten bekanntgegeben, dass die Sparquote der Amerikaner (von 12,7 Prozent im März) im April auf sagenhafte 33 Prozent gestiegen ist. Das ist der höchste jemals gemessene Wert seit 1960, wo man mit der Erfassung dieses Parameters begonnen hatte. Mit der Sparquote wird angezeigt, welchen Prozentsatz des verfügbaren Einkommens die Bürger bei Seite legen.

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