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Alles falsch gemacht oder warum der Markt in Turbulenzen geriet – Achtung bei Öl und Gold!

Wer verstehen will, warum es am vergangenen Freitag zu heftigen Reaktionen an den Märkten kam, muß sich nur die Positionierungen am Future-Markt ansehen...

FMW-Redaktion

Wer verstehen will, warum es am vergangenen Freitag zu heftigen Reaktionen an den Märkten kam, muß sich nur die Positionierungen am Future-Markt ansehen. Da zeigt sich: im Vorfeld der Rede Yellens und des Interviews von Stanley Fischer haben die Investoren ihre Dollar-Positionierung deutlich reduziert – und gleichzeitig ihre Öl-Long-Positionen massiv heraufgefahren (abgeschwächt auch bei Gold).

Blicken wir zunächst einmal auf den Rohstoff-Bereich. Und hier ist die Netto-Long-Positionierung beim WTI-Öl massiv gestiegen: es wurden 18.000 neue Long-Kontrakte eröffnet auf nun 341.000 Kontrakte, während gleichzeitig 66.000 Short-Kontrakte abgebaut wurden (insgesamt nur noch knapp 97.000 Short-Kontrakte derzeit offen). Damit steigt die Netto-Long-Quote beim WTI auf 244.000 Kontrakte – so viel wie noch nie! Das bisherige Hoch stammt aus Anfang August mit 220.000 Netto-Long-Kontrakten. Damit hat sich die Netto-Long-Quote in nur drei Wochen verdreifacht!

Auslöser des starken Abbaus der Short-Positionen sind sicher die Aussagen einzelner OPEC-Mitglieder, das jedoch Substanz-freies Gerede sein dürften, simple Verbalintervention. Nun haben sich die Reihen der Bären beim Öl sehr stark gelichtet, während gleichzeitig der Dollar nach den Aussagen Fischers am Freitag auf dem Vormarsch ist, und ein oil-freeze nicht eben wahrscheinlicher wird beim Treffen Ende September in Algier. Das macht WTI-Öl sehr anfällig!

Das gilt abgeschwächt auch für Gold. Hier wurden 6600 Long-Kontrakte hinzugefügt, während gleichzeitig gut 4600 Short-Kontrakte abgebaut wurden. Damit beträgt das Verhältnis oLng zu Short knapp 290.000 zu knapp 25.000 – also ein Netto-Long-Überhang von knapp 265.000 Kontrakten. Das ist fast ein Verhältnis von 12:1. Auch hier gilt: der Dollar dürfte nicht eben schwächer werden demnächst, und das macht auch Gold sehr anfällig! Beim Silber hingegen hat sich die Long-Positionierung etwas reduziert, das Verhältnis Long zu Short beträgt jetzt etwas weniger als 5:1.

Überhaupt der Dollar: hier wurden mehr als ein Drittel der Netto-Longpositionen vor den Aussagen von Yellen und Fischer aufgelöst. Beim Euro zum Dollar hat sich die Short-Quote um 17% reduziert. Auffällig ist zudem, dass der kanadische Dollar gekauft wurde – wohl in Erwartung eines steigenden Ölpreises. Das könnte sich als Irrtum heraustellen..

All das zeigt: die Märkte sind auf Dollar-Stärke nicht vorbereitet. Kommt etwa Öl wieder stärker unter Druck und wertet der Dollar weiter auf, könnte es auch für die Aktienmärkte recht ungemütlich werden!



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4 Kommentare

  1. frühzeitige Analysen der Future-Märkte sollten hier mehr Gewicht haben!

    1. @Schoeller, die Daten werden erst immer am späten Freitag-Abend veröffentlicht .. wenn das bei uns dann am Montag vormittag kommt, ist das doch eigentlich ok, oder?

      1. Ja, vollkommen in Ordnung, wenn es Montags kommt. Schoeller meint glaube ich aber, dass ihr mehr über die Futures berichten solltet :)

  2. Da könnt ihr Futures beobachten soviel ihr wollt.
    Solange ihr ignoriert, dass es (geheime) Aufgabe der FED ist, ständige Konfusionen an den Märkten aufrechtzuerhalten, hilft auch das Analysieren nichts – es sei denn rein zufällig.

    Die (nicht öffentlich rechtliche) FED ist nicht dazu da, um dem Gemeinwohl zu dienen.
    Die Mitglieder, die sich alle paar Tage widersprüchlich zu Wort melden, sind Marionetten von obskuren Größen ganz weit oben, so hoch kann ich den Hals gar nicht recken.
    Und denen nützt die Verunsicherung und die Kursausschläge.

    Einziger Ausweg: die Wirtschaftslage verfolgen, selber denken. Schlüsse ziehen und nur dann noch handeln, wenn nicht gerade ein neues FED-BlaBla-Schwein durchs Dorf getrieben wird.

    Wobei es allerdings auch noch andere Termine gibt, vor oder nach denen man sich tunlichst nicht mit hartgesottenen BörsenProfis anlegen sollte.

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