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Altersarmut nur eine gefĂŒhlte Einbildung? Dann lesen Sie mal diese Zahl

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Die Altersarmut, das ist doch nur ein MĂ€rchen von Populisten, um dem schlecht informierten BĂŒrger Angst zu machen, nicht wahr? UnterstĂŒtzen tun diese Sichtweise aktuelle Presseartikel bei Welt und SZ, die nahe legen, dass es um die Renten gar nicht so schlecht bestellt ist. Und vor allem zeigen sie auf, dass die Politik just in diesen Monaten daran arbeitet das Rentenniveau zu stabilisieren, und dafĂŒr zu sorgen, dass es ein Mindestrentenniveau geben wird. Also ist doch alles gut, stimmtÂŽs? Also ist die Altersarmut nur eine gefĂŒhlte Einbildung verursacht durch Angstmacherei?

Offenbar doch nicht. Denn wie laut „HAZ“ das Bundesarbeitsministerium auf Anfrage den Linken mitgeteilt hat, liegt aktuell fast jede zweite Altersrente (48%) in Deutschland bei weniger als 800 Euro pro Monat. Und das ist die Zahl nach SozialversicherungsbeitrĂ€gen, aber noch vor dem Abzug von Steuern! Wir möchten erwĂ€hnen, dass es eigentlich eine Lachnummer beziehungsweise ein Skandal ist, dass Renten noch versteuert werden mĂŒssen, wo doch das einst erwirtschaftete Einkommen eh schon versteuert wurde. Aber egal. Diese Zahl von weniger als 800 Euro betrifft 8,6 Millionen Menschen und bezieht sich auf den Stand von Ende 2016. Neuere Daten gab es noch nicht.

Das Bundesarbeitsministerium legt Wert darauf, dass in dieser Zahl von weniger als 800 Euro Zusatzeinnahmen nicht berĂŒcksichtigt seien. Ach so. Der NiedrigstlohnempfĂ€nger wird es also geschafft haben nebenbei noch Immobilien, Goldbarren und HĂ€user anzuschaffen fĂŒr das Alter? Wir meinen: Da muss man sich mal ĂŒberlegen, wie die Situation in 10 oder 20 Jahren aussieht, wenn die Lage schon heute so dramatisch ist! Die Altersarmut rollt nicht nur mit voller Wucht an, sie ist schon lĂ€ngst vorhanden!

Die Politik bemĂŒht sich derzeit wie gesagt um eine Mindestrente. Das ist zunĂ€chst einmal natĂŒrlich löblich. Denn Geld herbeizaubern kann man nicht, es sei denn man ist die EZB. Laut Bundesarbeitsminister Heil will man erreichen, dass wer mindestens 35 Beitragsjahre oder Zeiten der Pflege und Kindererziehung erreicht hat, und dennoch auf Grundsicherung im Alter angewiesen ist, eine Aufstockung seiner Rente um 10% erhalten soll.

Wie gesagt: Das klingt besser als nichts, wĂ€re aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Altersarmut bleibt Altersarmut, auch wenn noch ein paar KrĂŒmel an Euros oben drauf kommen werden. Man bastelt also offenbar ein Konstrukt, damit zukĂŒnftige Rentner gerade so leicht ĂŒber dem Hartz 4-Satz liegen werden. Dann kann die Politik nĂ€mlich zukĂŒnftig sagen: Schaut her, ihr Rentner erhaltet doch mehr Geld als Hartz 4-EmpfĂ€nger. Was wĂ€re die Lösung? Bevor man eine Lösung sucht, sollte man der Bevölkerung erstmal klar machen, dass es massive Altersarmut fĂŒr breite Bevölkerungsschichten geben wird. Erst wenn diese Erkenntnis vorhanden ist, kann man mal langsam anfangen grundsĂ€tzlich ĂŒber Änderungen nachzudenken. Andere Rentensysteme gibt es ja (Skandinavien, Österreich etc).

Altersarmut
Foto: Candida Performa – It’s all about love (CC BY 2.0)

11 Kommentare

11 Comments

  1. Gixxer

    12. Juli 2018 16:01 at 16:01

    Vielen Dank fĂŒr diesen Beitrag. Es scheint sogar schlimmer zu sein als ich die ganze Zeit gedacht habe.

  2. Blacky

    12. Juli 2018 17:20 at 17:20

    Es gibt noch ein anderes Rentensysyem, in Italien, dort betraegt die Durchschnittsrente 2.400,- Euro.
    Also es geht doch!!!

    • Columbo

      12. Juli 2018 18:01 at 18:01

      @Blacky
      Da wĂŒrden die Italiener aber jubeln, stimmt aber leider nicht.
      Die Durchnittsrente in Italien betrÀgt 1039 Euro im Monat.

  3. oscar

    12. Juli 2018 22:13 at 22:13

    NUn denn, deshalb machen sich doch hereingelenkt und hergebetene millionen FachkrĂ€fte auf den Weg, um unsere Renten noch sicherer als die Norbet BlĂŒhmsche zu machen …jau, dafĂŒr nimmts dann krĂ€ftig aus der Rentenkasse als Versicherungsfremde Leistung, das, was der devote Michel gern als Steuer vorsorglich spendet, und legts gestohlen mal schnell in fremde HĂ€nde. Klar nur vorĂŒbergehend. Das kommt zwanzigfach zurĂŒck. Polit Ehrenwort ! Mal keinen rechten populismus hier ja! War eigentlich mal Volksvermögen. Aber ein Volk solls ja nicht mehr geben. öhm warum? ah ja…, naja hauptsache gut sein.. Was sagen ehrliche Ökonomen z.b. Prof. Dr. Sinn…465,000,- € kostet ein Bereicherer im Lauf des Lebens den deutschen Staat..Ă€hm das ist ĂŒbrigens der Steuerzahler. Niemand anderes. Usw und sofort.

  4. Thomas Mitters

    14. Juli 2018 14:30 at 14:30

    Leider ist die Politik zum grossen Teil von PensionsempfÀngern durchsetzt. Denen ist das egal. Ein normaler Lehrer Besoldungsgruppe A14 erhÀlt 4000 Euro Pension. Da gibt es keine Gefahr der Altersarmut.

  5. Stefan Gunkel

    27. Juli 2018 01:05 at 01:05

    Ja wirklich beeindruckend wie die Beamtenpensionen tot geschwiegen werden. 73% vom Besoldungsniveau. Der Angestellte und Arbeiter soll sich mit seinen 45% mal nicht so haben. Und die Zweiklassenmedizin sei ja auch nur ein MĂ€rchen… Ganz offen gesagt, ich fĂŒrchte das wird Republik in naher Zukunft durch Unruhen zerreißen, denn die kritische Masse der Betroffenen steigt von Tag zu Tat an.

    • Beamter

      27. Juli 2018 13:37 at 13:37

      Sehr geehrter Kommentator,

      Ihre Art der Darstellung was Beamtenpensionen betrifft ist meiner Ansicht nach eine billige Art des Sozialneides, dessen SchĂŒrung tatsĂ€chlich, wie Sie es ausfĂŒhren, geeignet ist, eines Tages Unruhen zu provozieren. Vielleicht sollten Sie sich mal zuerst mit der Materie vertraut machen. Die Masse der Beamten bezieht GehĂ€lter, die deutlich unter denen von Arbeitern und Angestellten liegen, zumindest im Westteil der Republik, politische Beamte und die verhĂ€ltniswenigen Beamten der oberen Gehaltsstufen ausgenommen, und dies bei kaum vorhandenen Arbeitnehmerrechten (z.B. Arbeitskampf). DarĂŒberhinaus bleiben Beamte auch ĂŒber die Zeit ihrer Pensionierung hinaus ihrem Dienstherr verpflichtet, was sogar soweit gehen kann, dass sie wieder in den Dienst berufen werden können (was im Zuge der FlĂŒchtlingswelle z.B. auch praktiziert wurde und im Krisenfall praktiziert werden wird). Im Falle eines finanziellen Staatskrise werden Beamte diejenigen sein, denen man zuerst die GehĂ€lter kĂŒrzt, die aber trotzdem ihrer Pflicht nachkommen mĂŒssen. Das Beamtenwesen hat sich ĂŒber die Jahrzehnte bewĂ€hrt, ist es doch daseinzige, worauf sich der Staat in kleinen und großen Krisen verlassen kann. Diese „Leibeigenschaft“😉😉 wird durch eine beachtliche Pension im Alter alimentiert, und das zurecht, wie ich finde.

      Falls sie jetzt argumentieren, die Beamten hÀtten sich das ja selbst ausgesucht, halte ich dagegen, dass Sie, geehrter Kommentator, wie jeder andere auch nach seiner BefÀhigung ja hÀtten Beamter werden können.

      Ich stelle hier ausdrĂŒcklich nicht in Abrede, dass hinsichtlich der Höhe der Rentenabsicherung und ĂŒberhaupt der „sozialen“ Systeme der Bundesrepublik einiges im argen liegt, was schnellstmöglich korregiert gehört.
      Die Beamten, und ĂŒbrigens auch andere Bevölkerungsgruppen, zu SĂŒndenböcken fĂŒr Altersarmut der Arbeiter und Angestellten machen zu wollen, ist aber StammtischgeschwĂ€tz.

      • numbcold

        26. August 2018 17:09 at 17:09

        Leistungsbezogen vergĂŒtet, mĂŒsste man die GehĂ€lter von Beamten um mindestens 25-30% kĂŒrzen – vor allem in den oberen Gehaltsklassen.

        Ein Abzug von mindestens dieser GrĂ¶ĂŸenordnung mĂŒsste auch an den Pensionen vorgenommen werden, aus demselben Grund.

        Wenn man die Leistung von Beamten nach einer „Jammerquote“ berechnen wĂŒrde, wĂŒrden Sie allerdings noch deutlich besser wegkommen als heutzutage.

        Übrigens: Welche BefĂ€higung? Jene in ineffizientem Denken, Planen und Handeln?

        Ausnahmen bestĂ€tigen die Regel! Aber: Warum sich anstrengen, wenn es doch gar nicht nötig ist. Dienst nach Vorschrift reicht völlig. Und wenn das auch zu viel ist reißt man eben ein paar Blaue. Who the f..k cares?

      • Michael

        27. August 2018 22:52 at 22:52

        @Beamter, Die Masse der Beamten bezieht GehĂ€lter, die deutlich unter denen von Arbeitern und Angestellten liegen, zumindest im Westteil der Republik, politische Beamte und die verhĂ€ltniswenigen Beamten der oberen Gehaltsstufen ausgenommen…
        Woher beziehen Sie denn diese Weisheit? Und welche Gehaltsstufen vergleichen Sie mit was bei den Arbeitern und Angestellten? Mit den „offiziellen“ Traum-Tariflöhnen bei unseren paar DAX-Konzernen oder mit der massenhaften RealitĂ€t am Rande der Mindestlöhne?

        DarĂŒberhinaus bleiben Beamte auch ĂŒber die Zeit ihrer Pensionierung hinaus ihrem Dienstherr verpflichtet, was sogar soweit gehen kann, dass sie wieder in den Dienst berufen werden können…
        Das klingt nach Reservist und potenziell statistisch denkbaren Szenarien zu Zeiten, die jedoch noch nie seit etwa 70 Jahren ĂŒber einen ansatzweise nennenswerten Zeitraum praktiziert wurden. Und schon gar nicht bei einer irgendwie nennenswerten Anzahl von Beamten…

        Das Beamtenwesen hat sich ĂŒber die Jahrzehnte bewĂ€hrt, ist es doch daseinzige, worauf sich der Staat in kleinen und großen Krisen verlassen kann.
        FĂŒr wen hat es sich bewĂ€hrt? Der Staat (= Beamtenwesen + Politiker + mĂ€chtige Lobby – andere BĂŒrger) kann sich natĂŒrlich darauf verlassen, die „normalen“ Menschen leiden stĂ€ndig darunter, im Großen wie im Kleinen, ob Krise oder nicht. Eine Krise, in der sich das Beamtenwesen als brauchbar etablieren konnte, gab es seit dem 2. Weltkrieg noch nicht.

        Ihr gesamter Kommentar ist ein theoretisches Manifest, das seit etwa 70 Jahren keiner empirischen Validation unterzogen worden musste und wurde.

  6. Unfriedens– Forscher

    27. Juli 2018 07:43 at 07:43

    Das Auseinanderdriften der Schere wird zu sozialen Spannungen u.Unruhen fĂŒhren.Die Gutmenschen, die Vielen etwas geben u.Vielen viel wegnehmen was sie erarbeitet haben ,werden die Schuldigen sein.
    Der letzte Schub soeben in den USA mit den Steuersenkungen.GemĂ€ss eines Berichts geht der grösste Teil nicht in Investitionen u.ArbeitsplĂ€tze ,sondern kommt in Form von AktienrĂŒckkĂ€ufen u.Dividenden direkt den oberen 10– 15% zugute. Zudem drĂŒcken dort vor allem die grossen Superstar Firmen die Löne der Mittel u.Unterschicht.
    Einer hat es gesagt, dank der Angst vor dem Atomkrieg wird es eher keinen Weltkrieg mehr geben, aber es wird BĂŒrgerkriege geben. Wenn die Politk u. die dominierenden Grossfirmen nicht bald reagieren ,
    wird es ungemĂŒtlich.

    • Finanza

      28. August 2018 10:37 at 10:37

      Bis dorthin dĂŒrfte es aber noch eine Weile sein, zum GlĂŒck fĂŒr dieses Problem gibt es andere PrioritĂ€ten, die einen Konflikt auslösen können oder dies ja auch schon machen. Ich sehe das Potenzial ja auch durchaus gegeben und schließe mich da der Meinung an, das Problem hat aber nicht die höchste PrioritĂ€t zurzeit. Sollte das erste Problem gelöst sein oder verschwinden dann ist durchaus dieses Problem an der Reihe. Mal schauen wie lange es dauert.

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Bundesbank: Schuldenquote sinkt erstmals seit 16 Jahren unter 60%, Hochkonjunktur in Deutschland geht weiter

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Es gibt zwei Maastricht-Kriterien, an denen man sich eigentlich in der EU halten wollte. Fast niemand hielt sich aber wirklich strikt daran. Staaten sollen sich pro Jahr nicht mit mehr als 3% in Relation zum BIP neu verschulden, und Staaten dĂŒrfen in Relation zum BIP nicht mehr als 60% Schulden haben. Die Neuverschuldung in Deutschland ist schon lange unter der 3%, und hierzulande baut man sogar Schulden ab. Das zweite Kriterium wird man wohl im laufenden Jahr wieder erfĂŒllen.

Zuletzt war dies 2002 der Fall, dass man weniger als 60% Schuldenquote hatte. NatĂŒrlich wird dieses Ziel wieder erreicht, weil keine neuen Schulden hinzukommen. Wichtiger scheint aber noch zu sein, dass durch die jahrelang brummende Wirtschaft das Bruttoinlandsprodukt stetig weiter wĂ€chst, und somit die BezugsgrĂ¶ĂŸe fĂŒr die prozentuale Berechnung der Schuldenlast immer grĂ¶ĂŸer wird. In Windeseile schrumpft die deutsche Schuldenquote, die 2010 mit 81% ihren höchsten Stand erreicht hatte. Mitte des Jahres 2018 war man bei 61,5%, und vielleicht ist man jetzt gerade dabei die „magische“ Schwelle von 60% zu unterschreiten. Zitat Bundesbank aus ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht:

Die deutschen Staatshaushalte profitieren weiterhin von sehr guten Rahmenbedingungen. Im laufenden Jahr zeichnet sich ein deutlich steigender gesamtstaatlicher Überschuss ab (2017: +1,0% des Bruttoinlandsprodukts (BIP)). Auch strukturell, also ohne konjunkturelle und temporĂ€re EinflĂŒsse gerechnet, dĂŒrfte sich die Haushaltslage nochmals verbessern. Die Schuldenquote bleibt auf ihrem AbwĂ€rtspfad und könnte bereits im laufenden Jahr unter 60% sinken. Bis zur Mitte des Jahres fiel sie auf 61,5%, nach 63,9% Ende 2017. Die Einnahmen aus Steuern und SozialbeitrĂ€gen steigen dabei im laufenden Jahr weiter dynamisch. Auf der Ausgabenseite entfĂ€llt gegenĂŒber 2017 die RĂŒckerstattung der Kernbrennstoffsteue) Außerdem entlasten die sinkende Arbeitslosigkeit und fallende Zinsaufwendungen. Diese positiven Faktoren sind gewichtiger als deutliche ZuwĂ€chse in anderen Ausgabenbereichen.

Hochkonjunktur geht weiter

Die Bundesbank ist aktuell der Auffassung, dass die jĂŒngste Konjunkturdelle durch Soderfaktoren in der Automobilindustrie verursacht wurden, die nur temporĂ€rer Natur waren. Die Hochkonjunktur wĂŒrde daher weiter laufen. Zitat Bundesbank:

Die deutsche Wirtschaftsleistung hat sich im Sommer 2018 leicht verringert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenĂŒber dem zweiten Quartal um 0,2 Prozent. Grund dafĂŒr sei vor allem ein starker temporĂ€rer Sondereffekt in der Automobilbranche gewesen, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Bei der EinfĂŒhrung eines EU-weiten Emissionstestverfahrens gab es erhebliche Probleme, die zu umfangreichen ProduktionsausfĂ€llen gefĂŒhrt hĂ€tten. „Ungeachtet dieser vorĂŒbergehenden SondereinflĂŒsse dauert die Hochkonjunktur in Deutschland an“, schreiben die Expertinnen und Experten.

Durch den krĂ€ftigen ProduktionsrĂŒckgang in der Kfz-Branche habe das verarbeitende Gewerbe entscheidend zu der schwachen Wirtschaftsleistung im Sommervierteljahr beigetragen, so die Bundesbank-Fachleute. Die Industrieproduktion verbuchte saisonbereinigt einen RĂŒckgang um 1Âœ Prozent. Nach Bundesbank-Berechnungen könnte dies das BIP-Wachstum im dritten Vierteljahr schĂ€tzungsweise um 0,4 Prozentpunkte gedrĂŒckt haben. Negative Auswirkungen auf andere Branchen ĂŒber Produktionsverflechtungen wurden dabei außer Acht gelassen. Die Produktion im Baugewerbe expandierte langsamer als im FrĂŒhjahr, wuchs mit Âœ Prozent aber immer noch spĂŒrbar. Auch bei den Dienstleistungen ging es wohl leicht aufwĂ€rts.

Ausblick fĂŒr Inflation und BIP

Die Bundesbank ist der Ansicht, dass die Inflation im Rahmen bleibt, und dass die Wirtschaftsleistung wieder anzieht. Zitat:

FĂŒr die kommenden Monate geht die Bundesbank davon aus, dass die Inflationsrate schwĂ€cher ausfallen wird, weil die Preise fĂŒr Energie und Nahrungsmittel weniger stark steigen werden. Nach der Delle im dritten Vierteljahr sehen die Fachleute der Bundesbank die deutsche Wirtschaft zum Jahresende wieder auf Expansionskurs. So rechnen sie bei der Kfz-Produktion sowie beim Export von Kraftfahrzeugen mit einer Normalisierung. „Ferner dĂŒrfte der private Verbrauch seine Rolle als wichtige konjunkturelle Triebkraft wiedererlangen“, schreibt die Bundesbank.

Bundesbank Zentrale in Frankfurt
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Wolfgang Pehlemann Wiesbaden Germany CC BY-SA 3.0 de

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Gunnar Heinsohn: „China ĂŒberholt alle – und Europa schaut zu“ – Lesetipp

Gunnar Heinsohn ĂŒber die zukĂŒnftigen Perspektiven fĂŒr Deutschland und Ostasien..

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Gunnar Heinsohn zĂ€hlt zu den kreativsten Denkern in Deutschland. Die thematische Bandbreite seiner Publikationen ist fast unĂŒberschaubar: ob eine ErklĂ€rung des Holocaust („Warum Auschwitz“); der starke Anstieg der Bevölkerung Europas an der Wende der Neuzeit durch die kirchliche Diffamierung von „KrĂ€uterfrauen“, jenen Experten fĂŒr Geburtenkontrolle, die als „Hexen“ tituliert und ausradiert wurden („Die Vernichtung der weisen Frauen“); oder eine demografische ErklĂ€rung fĂŒr weltweite Konfliktherde („Söhne und Weltmacht“) bis hin zu ökonomischen Themen („Eigentum, Zins und Geld“; zusammen mit Otto Steiger). Man könnte die Reihe noch lange fortsetzen..

Heinsohn ist ein Querdenker – und hebt sich damit vom Mainstream ab. In einem Artikel fĂŒr die „NZZ“ zeigt Heinsohn das Problem westlicher LĂ€nder auf: Bildung. Ostasien gehöre daher die Zukunft:

„Die Schere zwischen kompetenten und inkompetenten Menschen klafft weltweit immer weiter auseinander. In Ostasien werden die LĂ€nder insgesamt wettbewerbsfĂ€higer. Im Westen hingegen teilen sich die Staaten zunehmend in Kompetenzfestungen und EinwanderungslĂ€nder – mit nachhaltigen Folgen.“

Und Heinsohn ĂŒber die zukĂŒnftigen Perspektiven fĂŒr Deutschland und Ostasien:

„Angesichts des deutschen Bildungsfiaskos kann niemand die Ostasiaten davon ĂŒberzeugen, dass Niveauabsenkung ihre KonkurrenzfĂ€higkeit verbessert. Alle zusammen nehmen jĂ€hrlich nicht einmal 100 Asylbewerber auf. Weil sie spĂŒren, dass tendenziell Unbeschulbare keinen brauchbaren Ersatz fĂŒr ihre Rentner liefern, setzen sie auf Roboter und stehen mit ĂŒber 60 Prozent der installierten Kunstmenschen an der Weltspitze.“


Lesen Sie bitte den hoch interessanten Artikel von Heinsohn in der NZZ vollstÀndig hier!


Gunnar Heinsohn
Von Freud – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29218949

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„Wenn Italien sich nicht dem Euro anpasst, dann passt sich der Euro eben Italien an“

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In der Eurozone befinden wir uns derzeit in einer Banknotenunion, und nicht in einer WĂ€hrungsunion. Und es sei nicht die Frage ob, sondern wann der Euro zerfallen wird. Das behauptet Prof. Dr. Thomas Mayer vom Vermögensverwalter Flossbach von Storch in einem aktuellen Vortrag. Sein Thema heißt Italien. BIP und Industrieproduktion in Italien sind nachweislich seit der Finanzkrise rĂŒcklĂ€ufig. Das Land könnte eine neue ParallelwĂ€hrung als großes Erpressungspotenzial gegen die Euro-Partner in Aussicht stellen. Die Euro-Partner wĂŒrden dazu getrieben werden Italien zu finanzieren, damit der Euro nicht untergeht. Italien habe derzeit schlicht keine Möglichkeit der WĂ€hrungsabwertung, um hierĂŒber seine WettbewerbsfĂ€higkeit fĂŒr die Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Es werde also zwangslĂ€ufig etwas in Italien passieren. Professor Mayer bietet auch hochinteressante LösungsansĂ€tze fĂŒr die Eurozone, wobei die EZB eine entscheidende Rolle spielt. Bitte den Vortrag schauen ab Minute 2:20.

Italien EU
© European Union, 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

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