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Aktien

Anlagestrategie – negative Korrelationen sind gut fürs Depot

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Das Ziel einer guten Anlagestrategie ist ein möglichst schwankungsarmer Wertzuwachs. Dabei soll netto, also nach Transaktionskosten und Steuern, auch noch etwas übrig bleiben, jenseits der Inflationsrate. Mit festverzinslichen Wertpapieren allein ist dies in der Negativzins-Ära nicht mehr möglich. Kombiniert man jedoch die Risiken und Erträge verschiedener Anlagen, erhält man einen renditestarken Mix, deren Schwankungen sich ausbalancieren.

Anlagestrategie – Gegensätze ziehen sich an

Bei der Geldanlage ist es zielführend, die eignen Emotionen so weit wie möglich auszublenden. Das Ziel jedes Anlegers ist schließlich ein profitables Portfolio, mit dessen Schwankungen man noch friedlich schlafen kann. Nun bilden im aktuellen Umfeld aber gerade zwei Anlagen ein perfektes Pärchen, die bei der jeweiligen Anhängerschaft gegensätzliche Emotionen auslösen: Aktien und Gold. Dabei gilt in der Anlagestrategie stets sowohl als auch und niemals entweder oder.

Die weitverbreitete Polarisierung zwischen den beiden Anlageformen ist sachlich nicht gerechtfertigt. Aktienbullen argumentieren oft über die Sinn- und Wertlosigkeit von Gold. Fragen Sie doch mal Ihre Frau oder Freundin, was Sie dazu sagt? Über die Hälfte der Goldnachfrage stammt aus der Schmuckindustrie. Solange es Frauen gibt, wird Gold seinen Wert also nicht verlieren. Gegensätzlich argumentieren viele Goldbullen: Aktien seien keine echten Sachwerte, weil sie schließlich mit dem Wirtschaftssystem untergingen, zu hohe Schulden hätten und die meisten Aktiengesellschaften sowieso nicht länger als 30 Jahre existierten.

Abgesehen von der Pauschalisierung solcher Aussagen geht es doch vielmehr um die Unvorhersehbarkeit der Zukunft. Die Zukunft kennen weder Aktien- noch Gold-Bullen. Schon Perikles von Athen (500-429 v. Chr.) wusste: „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein“. Mit der Kombination aus Aktien und Gold ist ihre Anlagestrategie für mehr mögliche Zukunftsszenarien gewappnet, als jeweils nur einzeln. Darüber hinaus sinkt die Schwankung ihres Depotwerts deutlich.

Der folgende Chart zeigt exemplarisch die Kursverläufe von DAX (orange) und Gold in EUR (blau) von Sep.´13 bis Sep.´19:

Anlagestrategie - Dax vs Gold

Im betrachteten Zeitraum haben sich keine Renditeunterschiede ergeben, obgleich bei dem hier gezeigten DAX-Performance Index auch die Dividenden der Aktien mit einfließen. Aber das soll nicht die Kernaussage des Charts sein.

Interessant ist vielmehr, dass die Volatilität eines aus beiden Assets bestehenden Portfolios deutlich geringer ist, als jedes Asset für sich betrachtet. Dax und Gold schwanken sehr stark um einen Mittelwert und gleichen sich doch in Summe aus, allerdings mit am Ende deutlich gestiegenen Kursen. So erhält der Anleger dank der Paarung beider Vermögenswerte eine attraktive Rendite bei signifikant weniger Volatilität.

Zwei sinnvolle Portfoliobausteine

Der Grund für diesen Glättungseffekt bei vergleichbarer Rendite liegt in den unterschiedlichen Kurseinflüssen. Gold reagiert sehr stark auf das Zinsniveau, da es selbst keinerlei Ausschüttungen bietet. Auch die ökonomische und finanzielle Stabilität spielen eine große Rolle, weshalb Gold den Nimbus des „Sicheren Hafen“ hat. Gold kann auch Rezession und Krise. Aber auch die Schmucknachfrage spielt wie erwähnt eine große Rolle.

Für Aktien sind niedrige Zinsen und eine prosperierende Wirtschaft ebenfalls sehr willkommen, da sie die Gewinne und Dividenden pro Anteilsschein erhöhen. Auch die Verknappung des Streubesitzes durch Aktienrückkäufe ist ein klares Plus für Aktien. Außerdem stellen sie klassisches Produktivkapital dar, mit dem man an der Wertschöpfung des Wirtschaftskreislaufs partizipieren kann. Gold hingegen ist ein unproduktiver Rohstoff, allerdings ein Unverzichtbarer.

In der Kombination decken die Beiden also viele, zum Teil auch gegensätzliche Risiken und Chancen ab. Durch ihre negative Korrelation in bestimmten Marktphasen, z. B. bei externen Schocks wie Terroranschlägen aber auch bei politischen und ökonomischen Krisen, sind sie perfekt zur Diversifikation und Optimierung einer modernen Anlagestrategie geeignet.

Fazit

Lösen Sie sich von dogmatischem Denken und sachlich unbegründeten Emotionen. Nutzen Sie die Vorteile beider Vermögenswerte: Aktien und Gold. Der Rendite in Ihrem Depot ist es schließlich egal, wie sie zustande kommt. Die Kombination aus Gold und Aktien verringert die Schwankungen in Ihrer Anlagestrategie deutlich und hilft so, Ihre Lebensqualität durch weniger Stress zu verbessern.

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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