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Anlagestrategie – das Cantillon-Portfolio

Cantillon erkannte, dass bei einer Erhöhung der Giralgeldmenge diejenigen am meisten von der Kreditgeld-Inflation profitieren, die am dichtesten an der Geldquelle positioniert sind

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Ungewöhnliche Zeiten bedürfen einer ungewöhnlichen Anlagestrategie. Der irische Ökonom und Banker Richard Cantillon hat diesbezüglich durch seine wissenschaftliche Arbeit im 18. Jahrhundert Erkenntnisse zutage gefördert, die nahezu perfekt auf das heutige Investmentumfeld anwendbar sind.

 

Pionier auf seinem Gebiet

Cantillon war ein Pionier bei der Erforschung des Geldkreislaufs und beschäftigte sich intensiv mit der Geldumlaufgeschwindigkeit (the velocity of circulation of money). Seine diesbezüglichen Erkenntnisse waren die Grundlage der Theorie des Bankwesens und beeinflussten große Ökonomen wie den Begründer der Nationalökonomie Adam Smith sowie den österreichischen Kapitalismusforscher Joseph Schumpeter.

Seine Erkenntnisse machen den bereits 1680 in Ballyheigue, Irland geborenen Cantillon ganze 285 Jahre nach seinem Tod zu einem Superstar der Investmentszene. Geldmengenausweitung und Erhöhung der Geldumlaufgeschwindigkeit via Kreditgeldschöpfung sind aktuell die bedeutendsten Themen unter Zentralbankern, vor allem in Europa.

Speziell die zukünftige EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich schon des Öfteren zu Maßnahmen geäußert, deren Ziel es ist, eine Deflationsspirale durch eine künstliche, man könnte auch sagen erzwungene, Geldumlaufbeschleunigung durch eine Flut an billigem Kredit und Schwundgeld zu bekämpfen. Ich hatte dieses Thema bereits ganz kurz in meinem Artikel zu Negativzinsen und Schwundgeld angerissen.

 

Der Cantillon-Effekt bei der Anlagestrategie

Stark vereinfacht kam Cantillon im Zuge seiner Überlegungen und Forschungen zu dem Bewusstsein, dass bei einer Erhöhung der Giralgeldmenge durch Kreditvergabe von Banken (auch Zentralbanken) die Wirtschaftssubjekte am meisten von der Kreditgeld-Inflation profitieren, die wirtschaftlich am dichtesten an der Geldquelle positioniert sind. Wohingegen diejenigen, die als letzte oder garn nicht in den Genuss des neu geschaffenen Kreditgeldes kommen, zwar die Nachteile der gestiegenen Preise spüren (z. B. Mieten), ihre Kaufkraft aber mangels Einkommenssteigerungen nicht erhöhen können und so zu Verlierern der Geldschöpfung werden.

Verlierer sind dementsprechend heutzutage abhängig Beschäftigte niederer Qualifikation ohne Preissetzungsmacht am Arbeitsmarkt und Transferleistungsempfänger des Staates.

Gewinner sind hingegen die Halter von geldmengensensitiven Vermögenswerten und Unternehmen, die sich reichlich und günstig refinanzieren können.

 

Die Anlagestrategie

Bei den großen Tech-Giganten in den USA (den FAANGs) haben wir bereits gesehen, wie das Spiel funktioniert: Durch aberwitzig niedrige Zinsen unterhalb der Dividendenrenditen hat man große Teile der ausstehenden Aktien auch auf Kredit zurückgekauft und dabei sogar noch Geld gespart (Differenz zwischen Dividenden- und Zinszahlungen). Die Manager dieser Unternehmen, deren Boni an die Aktienkursentwicklung und den Gewinn pro Aktie gekoppelt sind, haben davon enorm profitiert. Ebenso wie die Aktionäre, da die Aktienanzahl verknappt wurde, während die Geldmenge expandierte.

Da dieser Effekt bei den FAANGs mittlerweile seinen Grenznutzen überschritten hat, wenden sich die Investoren nun anderen Sektoren zu, z. B. den Minenaktien. Zu den Profiteuren des Cantillon-Effekts gehören neben Direktinvestments in Produktivkapital (Unternehmensdirektbeteiligungen) auch Immobilien. Darüber hinaus treibt die aktuelle Geldpolitik die Preise für knappe Ressourcen, wie z. B. Edelmetalle, massiv nach oben.

Basierend auf den Erkenntnissen Cantillons könnte ein dementsprechendes Portefeuille also heute so aussehen (Beispiel-Allokation – keine Anlageempfehlung):

Das Cantillon-Portfolio ist geradeu im aktuellen Umfeld eine gute Anlagestrategie

Fazit

Würde Cantillon heute noch leben, er wäre einer der meistgebuchten Vortragsredner und höchstbezahlten Vermögensverwalter. Natürlich konnte er vor 250 Jahren noch nicht ahnen, welch gigantisches Geldexperiment diesen Planeten heimsuchen würde und welch extreme Bedeutung der velocity of circulation of money für die Aufrechterhaltung des Weltwirtschaftssystems zukommen würde – aber er hätte sich als Wissenschaftler in seinen Theorien voll und ganz bestätigt gefühlt.

Als Anleger kann man sich sehr gut an seinen Erkenntnissen orientieren und Orientierung ist genau das, was vielen Privatanlegern aber auch vielen Profis in Anbetracht des historisch einmaligen, weltweiten Geldexperiments aktuell noch fehlt.

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Rüdiger Born über Wall Street & Dax: Und los geht’s!

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Die Aktienmärkte sind nun schon seit Wochen stark und der Traum von neuen Allzeithochs scheint mehr und mehr realistisch. Doch dem Markt steht etwas im Wege, was viele Marktteilnehmer nicht beachten. Kann dieses Hindernis so einfach überwunden werden? Worum es sich dabei handelt und wie man als Händler damit umgehen kann, zeige ich im folgenden Video. Mehr zu meiner Person finden Sie hier. Schauen Sie gerne hier vorbei für den “Trade to go” oder hier für Born-4-Trading.

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BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, S&P 500, Gold- & Ölpreis

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Die Börse geht weiter den Weg des größten Schmerzes. Die gehasste Aufwärtsbewegung wurde in der letzten Handelswoche fortgesetzt. Je weiter die Börse läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass gerade unerfahrene Anleger in Panik verfallen. Die Angst etwas zu verpassen wird immer größer. An der Börse sind Angst und Gier ganz natürliche und menschliche Erscheinungen. Doch genau vor diesen Emotionen müssen wir uns in Acht nehmen. In meinen Augen ist der Zug für langfristige Investitionen abgefahren. Jetzt ist die Zeit gekommen um im kurzfristigen Bereich, mit Sicht auf die nächsten Wochen zu agieren.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer haben Ihre Chance genutzt!

In der letzten Woche standen die Zeichen auf „Trendfortsetzung“. Die Käufer haben Ihre Chance genutzt und den Dax zum Wochenstart weiter nach oben getrieben. Dabei wurde der kurzfristige Widerstand zwischen 11.250 und 11.300 Punkten überwunden. Am Donnerstag hat der Dax Futures sein vorläufiges Hoch bei 11.824 Punkten erreicht. Der zuletzt angesprochene Widerstand bei 11.600 Punkten wurde in der letzten Woche gekreuzt und hat damit an Wirkung verloren.

Für die nächste Woche erwarte ich bis Donnerstag eine Seitwärtsbewegung. Die kurzfristig markanteste Unterstützung liegt im Bereich 11.400 bis 11.450 Punkte. Kurse in dem Bereich können für kurzfristige Long-Positionen interessant werden. Kurzfristige Widerstände, und damit Kursziele, liegen bei 11.800 und der runden 12.000er Marke. Besonders interessant wird dann das Kursniveau zwischen 12.200 und 12.280 Punkten. Dort erwarte ich im ersten Anlauf eine handelbare Abwärtsbewegung. Diese wird für mögliche Short- oder Absicherungspositionen spannend. Einen Anstieg auf das hohe Niveau erwarte ich frühestens für Donnerstagnachmittag oder Freitag. Denn am Donnerstag gibt es mit der EZB-Sitzung das erste Kursbewegende Event der Woche.

Börse Ausblick - Dax Chart

S&P 500 – das charttechnische Sprungbrett!

An der Börse funktionieren die einfachen Dinge am besten. Dazu gehört das Phänomen der wechselnden Polarität zwischen Unterstützung und Widerstand. Wird also eine charttechnische Hürde überwunden, wird diese beim nächsten Anlauf zur Unterstützung. Genauso ist es im S&P 500 gekommen. Das in der letzten Woche angesprochene Range-Hoch im Bereich 2.960 bis 2.984 Punkte wurde am vergangenen Dienstag überschritten. Gleich am Mittwoch wurde dieser ehemalige Widerstand dann wieder von oben angelaufen und als Unterstützung bestätigt. Die nächste technische Hürde wartet bereits zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Besonders der Bereich 3.115 – 3.135 Punkte wird spannend, denn dort befindet sich ein markantes Verlaufshoch von Anfang März. Insgesamt ist der Aufwärtstrend seit Ende März intakt. Doch je länger ein Trend läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bricht.

Chart des S&P 500

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Käufer geben nicht auf!

Die Käufer haben auch in der letzten Woche den Goldpreis nicht im Stich gelassen. Börsenkurse verlaufen zu ungefähr 80 Prozent der Zeit seitwärts. Genau daran hält sich seit Anfang April der Goldpreis. Die Range zwischen 1.670 und 1.800 USD hat bestand. Am Mittwoch wurde die „Make or Break“ Unterstützung zwischen 1.670 und 1.690 USD erneut getestet und hat die Käufer zum Tanz gebeten. Diese haben sich nicht bitten lassen und sind zurück in die Mitte des Parketts geschwebt. Das nächste Ziel liegt wieder im Bereich 1.780 bis 1.800 USD. Und auch für eine Seitwärtsbewegung gilt: „Je länger der Trend läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bricht“. Ein Ausbruch aus dieser Seitwärtsbewegung dürfte wieder für neuen Schwung in die eine oder andere Richtung sorgen.

Gold Chart

Der Ölpreis – Hopp oder Top?

Au Backe, jetzt wird es interessant! Der Ölpreis Widerstand 35,80 – 36,40 USD war für mich ein Short-Niveau im ersten Anlauf. Diese charttechnisch markanten Punkte eignen sich besonders dann für eine Gegenbewegung, wenn diese „erschöpft“ angelaufen werden. Das ist zum Beispiel nach einem größeren Anstieg der Fall. Im Ölpreis stellt sich die Situation nun etwas anders dar. Denn vor der markanten Hürde ist es zu einer Seitwärtsbewegung gekommen. Eine Seitwärtsbewegung vor einem Widerstand vergleiche ich gerne mit einer Verschnaufpause. Die Käufer haben Luftgeholt und stürmen mit neuer Kraft dem Widerstand entgegen. Die Käufer sind aktuell wahrscheinlich nicht erschöpft. Aus diesem Grund stelle ich mich an die Seitenlinie und warte auf kurzfristige Signale.

Börse aktuell - Ölpreis Chart

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Allgemein

Aktuell: Trump mit Aussagen zu China – Märkte reagieren

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Donald Trump hat sich heute richtig lange Zeit gelassen. Vor wenigen Minuten hat er nun endlich verkündet, wie die US-Regierung auf das neue chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong reagieren will. Pustekuchen, so kann man es ausdrücken! Trump spricht von einem Land und einem System. Er werde Maßnahmen ergreifen, um die Sonderbehandlung (den Sonderstatus) für Hongkong abzuschaffen. Also für Hongkong-Exporte Richtung USA nun die selben Zölle wie für Importe aus Festland-China?

Die “Phase 1” des Handelsdeals zwischen China und den USA bleibt wohl bestehen, denn kein Wort hat Trump über einen Ausstieg aus diesem Deal verloren. Auch sonst keine Sanktionen oder neue Zölle gegen China. Der große Knall ist ausgeblieben. Der WTI-Ölpreis reagiert mit einem Anstieg von mehr als 1 Dollar auf 35,20 Dollar. Der Goldpreis verliert 4 Dollar auf 1.730 Dollar. Deutlich reagiert der Aktienmarkt. Der Dow 30 auf CFD-Basis legt 250 Punkte zu. Auch Markus Koch meldet sich aktuell zu Wort zu den Aussagen von Donald Trump. Hier sein ganz aktuelles Video.

Donald Trump
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