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Apple: es kommt, wie es kommen muß..

FMW-Redaktion

Apple ist seit gestern bekanntlich nicht mehr das wertvollste Unternehmen nach Marktkapitalisierung – Alphabet (Google) zog gestern an Apple vorbei, nachdem die Apple-Aktie an die 90 Dollar gefallen ist (nach einem Bericht eines japanischen Logistikers, der mit einem regelrechten Einbruch der iPhone-Transporte im zweiten Halbjahr rechnet):

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Zwar hat Apple in den letzten drei Monaten des Jahren 2015 mehr umgesetzt als Alphabet im gesamten Jahr – aber was im Tech-Bereich zählt, ist die Wachstumsperspektive – und bei Apple sind sowohl der Umsatz mit der Cash-Cow iPhone als auch der Gesamtumsatz rückläufig. So fiel der Umsatz von Apple im 2.Quartal um 13%, der von Alphabet stieg um 17%.

Wir hatten schon vor langer Zeit auf die schlechten Perspektiven von Apple hingewiesen – wenig Innovation, Schwierigkeiten im zwitwichtigsten Markt China etc. Was aber macht ein Unternehmen, dem wenig einfällt – sichtbar in der Apple Watch – und das tendentiell stagniert? Man kauft andere Unternehmen und versucht damit ein Wachstum zu generieren, zu dem man selbst nicht mehr fähig ist.

Und so kommt es, wie es kommen muß: Apple investiert eine Milliarde Dollar in Didi, einen chinesischen Konkurrenten von Uber. Man wolle, so Apple, dem Unternehmen dabei helfen, eine ride-sharing platform aufzubauen, die die mehr als elf Millionen Fahrten von Didi abwickeln könne. Didi ist nach wie vor defizitär, hat aber die Schwelle der Profitablität in doppelt so vielen Städten Chinas erreicht wie der Konkrrent Uber.

Didi gibt es erst seit einem Jahr, das Unternehmen hieß zuvor Xiaoju Kuaizhi und ist eng mit den beiden China-Giganten Alibaba und Tencent verbunden. Das Unternehmen hat 14 Millionen (!) lizensierte Fahrer in 400 chinesischen Städten, ist also deutlich größer als Uber im Reich der Mitte (Uber ist nur in 100 Städten vertreten). Uber wiederum ist das nach Marktkapitalisierung wertvollste Start-Up-Unternehmen der Welt.

Didi aber könnte auch international ein ernster Konkurrent von Uber werden: das Unternehmen ist Partnerschaften eingegangen, um Uber unter anderem in den USA Marktanteile streitig zu machen (durch eine Kooperation mit dem US-Unternehmen Lyft Inc.). Daher könnte diese Investition von Apple durchaus Sinn machen.

Apples Zukunft aber wird nun vor allem davon abhängen, was für ein glückliches Händchen man beweist bei den erwartbaren weiteren Zukäufen. Apple-CEO sagt über Didi so ziemlich all das, was Apple selbst nicht mehr ist:

“We are extremely impressed by the business they’ve built and their excellent leadership team, and we look forward to supporting them as they grow.”

Eines sollte man nicht vergessen: Apple hat zwar gigantisch viel Cash, aber dieses ist überwiegend in langfristigen Investments gebunden oder im Ausland geparkt (daher nicht rückholbar in die USA, ohne Steuern zu bezahlen). Zudem hat Apple bereits 53 Milliarden Schulden über langlaufende Anleihen ausgegeben, Tendenz weiter steigend. Insofern ist die Schicksalsfrage von Apple vielleicht weniger das iPhone, sondern eben die Frage, ob die Führung von Apple mangels Innovationskraft sich in Unternehmen einkauft, die kreativ sind – und wachsen..



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