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Apple und der Schneeball-Effekt durch ETFs

Wie ETFs und Analysten zur Monopolisierung des Aktienmarkts beitragen

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Apple war bis vor kurzem das wertvollste Unternehmen der Welt – und wurde dann kürzlich durch den Börsengang von Aramco von diesem Platz verdrängt. Apple hat nun eine Marktkapitalisierung von knapp 1,4 Billionen Dollar – zusammen mit Microsoft ist das mehr als der gesamte deutsche Aktienmarkt!

Seit Ende 2018, als der Aktienkurs von Apple knapp unter 160 Dollar lag, hat sich der Aktienkurs des Unternehmens verdoppelt – und das, obwohl der Umsatz des Konzerns in diesem Zeitraum sogar leicht zurück gegangen sind! Die Investoren glauben offenbar, dass dem Unternehmen die Umstellung vom Hardware-Produzenten (iPhones) zum Dienstleistungsunternehmen gelingen wird – so wie Microsoft es geschafft hat, von einer Software-Firma zu einem Cloud-Dienstleister zu werden.

Einer der zentralen Treiber des Aktienkurses von Apple aber düften vor allem ETFs gewesen sein: die Aktie ist in ETFs, die den globalen Aktienmarkt abbilden (aber gleichwohl stark vom US-Aktienmarkt dominiert sind mit 63% Gewichtung) so hoch gewichtet wie kein anderes Unternehmen – wer also in weltweite Aktien investiert mit einem ETF, der kauft damit faktisch auch Apple und andere US-Konzerne (neun von zehn Unternehmen, die am stärksten im MSI World  gewichtet sind, sind US-Konzerne). Im Leitindex S&P 500 haben wiederum Apple, Microsoft, Google, Amazon und Facebook inzwischen eine Gewichtung von 19% – damit haben fünf Unternehmen so viel Gewichtung in diesem Index wie noch nie:

Es ist wie ein Schneeball-Effekt: die Marktkapitaliserung der großen US-Konzerne steigt durch Käufe von ETFs, wodurch die Gewichtung von Apple und Co innerhalb dieser ETFs noch weiter steigt – wodurch jemand, der diese ETFs kauft wiederum dazu beiträgt, dass die Marktkapitaliserung noch weiter steigt. Durch diese Konzentration von Kapital auf immer weniger ganz große Unternehmen entsteht aber faktisch ein Klumpenrisiko für Investoren: man stelle sich einmal vor, die US-Politik würde ernst machen mit der Aufbrechung von Monopol-Strukturen, wie vor allem von den US-Demokraten gefordert. Sollte etwa eine Elisabeth Warren neue US-Präsidentin werden, könnte es daher ein böses Erwachen geben..

Als wäre dieser Schneeball-Effekt nicht schon groß genug, erhöhen nun auch viele Analyse-Häuser ihre Kursziele für Apple und Co: man reagiert damit wiederum auf den steigenden Aktienkurs der großen US-Tech-Konzerne und sorgt mit der Kaufempfehlung wiederum dafür, dass die Aktien eben dieser Tech-Konzerne noch weiter steigen. So hat heute etwa Morgan Stanley das Kursziel von Apple von 296 Dollar auf nun 368 Dollar angehoben – wohl schlicht, weil die Aktie von Apple inzwischen höher notiert mit 315 Dollar als das zuvor ausgegebene Kursziel von 296 Dollar.

Was aber wird passieren? Es ist wie bei allen Schneball-Systemen: sie werden immer größer, bis sie irgendwann (und für viele dann überraschend) plötzlich kollabieren. Aber diesmal ist ja sicher alles anders – oder wie ein Kommentator bei finanzmarktwelt.de mit Blick auf den US-Aktienmarkt (frei von Ironie) formulierte: “diese Fahnenstange hat endlich Substanz”.

Ganz sicher..

Apple und vier andere US-Tech-Konzerne dominieren die Aktienmärkte immer stärker

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    FinancialDad

    17. Januar 2020 17:51 at 17:51

    Sie müssen im Bereich Schneeball und ETF noch einmal Nachhilfe nehmen.
    Ein ETF kann in diesem Maße nicht verstärken da er den Markt nacharmt. Solche Effekte können nur auftreten wenn eine Aktie in einen Index Übersicht eintritt oder verlässt.

    Daher finde ich diesen Artikel leider schlecht

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      Markus Fugmann

      17. Januar 2020 18:14 at 18:14

      @Financial Dad, Sie verkennen die Tatsache der immer rasanteren Indexierung von ETFs! Es gibt inzwischen mehr Indizes als Aktien, sodass eben immer mehr (künstliche) Indizes erzeugt werden, weil man darauf dann ETFs auflegen kann!

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Jetzt knallt´s! Trump gegen Twitter&Co – Folgen für die Aktienmärkte?

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Der Kampf zwischen Donald Trump und Twitter erreicht eine neue Dimension – wie reagiert der US-Präsident auf die neuerliche Markierung seines Tweets? Und welche Folgen hat das für die Aktienmärkte?

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Geldanlage: Dieser Mix bringt seit 120 Jahren die besten Renditen!

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Geldanlage mit mehr oder weniger Risiko? Der Mix macht´s

Wenn sich eine Schweizer Bank mit Professoren aus London und Cambridge zusammentut, um langfristige Rendite-Entwicklungen verschiedener Anlageklassen über 120 Jahre zu untersuchen, dann sollten Anleger das Ergebnis genau studieren. Denn was 120 Jahre lang gute Renditen abwarf, ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch die richtige Wahl für Ihre Geldanlage. Schauen wir uns also an, was die Credit Suisse herausfand.

Wenig überraschend lautet das Ergebnis, dass Aktien global gesehen vor Anleihen und vor Geldmarktpapieren liegen. Um die Inflation bereinigt, warfen Aktien seit dem Jahr 1900 jährlich eine Rendite von 5,2% ab. Anleihen, in die Versicherungen und Pensionsfonds besonders große Anteile des Anlagevermögens investieren, kamen hingegen nur auf 2%. Die vor allem zum kurzfristigen Parken von Cash-Reserven genutzten Geldmarktpapiere, in dem Fall Schatzwechsel, brachten es als ein Instrument der Geldanlage hingegen nur auf 0,8%.

In Japan liegen Aktien mit Anleihen seit 50 Jahren fast gleichauf bei der Geldanlage

Nun könnten sich alle Aktionäre beruhigt zurücklehnen und darauf hoffen, dass sie mit ihrer Geldanlage in 50 Jahren reich sein werden. Doch so einfach ist es nicht. Denken wir nur an folgendes Szenario: Aktien crashen und laufen dann für Jahrzehnte seitwärts. Dass das kein Szenario aus dem Märchenbuch oder von weitgehend unbekannten Märkten in irgendwelchen Schwellenländern ist, zeigt Japan. Dort ist genau das passiert.

Die Einzelauswertung für Japan zeigt, dass Aktien als Geldanlage über 120 Jahre gesehen dann immer noch eine üppige Rendite abwerfen. Doch 120 Jahre werden nur die wenigsten Anleger alt. Auf Sicht von 50 Jahren liegen in Japan bereits die Anleihen vorn, wenn auch knapp mit 3,8% zu 3,6% Rendite. Auf Sicht von 20 Jahren ist die mit Anleihen erzielte Rendite in Japan jedoch den Aktien meilenweit voraus. Während Aktienbesitzer nur eine Realrendite von 1,5% erzielen konnten, spielten Anleihen 3,7% pro Jahr ein. Geldmarktpapiere sind im Japan-Szenario in allen Zeithorizonten Kapitalvernichter gewesen. In 120 Jahren verloren Geldmarkt-Anleger 1,8% Realrendite pro Jahr. In 20 Jahren immerhin noch 0,1%. Nur auf Sicht von 50 Jahren konnte eine Mini-Rendite von 0,2% eingefahren werden.

Weltweit brachten Anleihen in 20 Jahren kaum noch Mehr-Rendite

OK, nun mag Japan ein besonderer Fall sein, oder nicht? Nein, weltweit haben Anleihen bei der Geldanlage Aktien in den vergangenen 20 Jahren geschlagen. Global gesehen konnten Anleger seit dem Jahr 2000 mit Anleihen 4,8% verdienen, mit Aktien jedoch nur 3,1%. Auch auf Sicht von 50 Jahren ist der Rendite-Vorsprung von Aktien nicht mehr so üppig, wie man glauben könnte. 5,5% für Aktien vs. 4,8% für Anleihen dürften den einen oder anderen Anleger zum Nachdenken bringen. Lohnt sich das höhere Risiko von Aktien wirklich, wenn auf Sicht von 50 Jahren nur ein Renditevorsprung von 0,7 Prozentpunkten pro Jahr dabei herausspringt?

Von allen untersuchten Märkten schaffte es nur einer, auch in den vergangenen 20 Jahren mit Aktien eine deutliche Mehr-Rendite gegenüber Anleihen zu erzielen: China. 9,6% Real-Rendite mit Aktien stehen nur 3,1% Real-Rendite mit Anleihen gegenüber. Doch Chinas Markt gleicht inzwischen weitgehend dem Japans, Westeuropas oder dem der USA: Die Unternehmen zeigen nur noch mageres Gewinnwachstum, die Wirtschaft wächst kaum noch, doch die Schulden steigen unaufhörlich. Das hat auch Folgen für die Geldanlage!

Geldanlage-Strategie für China: Anleihen kaufen!

Auch bei den Zinsen geht China bereits den westlichen und japanischen Weg. Der Leitzins sank von 5,1% im Mai 2015 auf 3,85% im Mai 2020 und erwartet wird eine weitere Absenkung auf 3,7% bis zum Quartalsende. Sinkende Zinsen bedeuten gleichzeitig auch steigende Preise für bereits früher herausgegebene Anleihen. Je länger die Restlaufzeit der Anleihen ist und je stärker die Zinsen sinken, umso größere Kurszuwächse kann ein Anleger mit diesen Papieren erzielen.

Eine aussichtsreiche Anlage-Strategie kann also darin bestehen, jetzt auf chinesische Anleihen zu setzen und sinkende Zinsen sowie damit einhergehend steigende Anleihe-Preise zu erwarten! Insgesamt erwarten die Studien-Autoren weltweit sinkende Real-Renditen in allen Anlage-Klassen. Je niedriger die Realzinsen sind, also die gezahlten Zinsen abzüglich Inflation, umso geringer würden auch die Real-Renditen der verschiedenen Anlageklassen ausfallen. Die Bäume wachsen bei der Geldanlage inzwischen nicht mehr in den Himmel. Zu erwarten sind künftig wohl eher bodennahe Sträucher.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – “Warten auf Trump”

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ja, wie zutreffend ist die Headline zu seinem aktuellen Video! Der ganze Markt wartet aktuell auf die Trump-PK zu den erwarteten Reaktionen auf Chinas Sicherheitsgesetz.

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