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Apple: Verheerende Signale an die Märkte!

Wie Apple indirekt zugibt, im Niedergang zu sein!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Bombe

Bekanntlich meldet gestern Apple seine Zahlen – und die Aktie gab nach, weil sowohl die Verkäufe der iPhones als auch die Prognose für das Weihnachtsgeschäft im vierten Quartal unter der Erwartung lag. Aber das eigentlich verheerende Signal von Apple gab es dann im conference call, also den Aussagen, die das Unternehmen nach Vorlage der Zahlen gegenüber Analysten machte! Das war fast eine „Bombe“..

Denn Apple will nun nicht mehr die Verkaufszahlen für sein Top-Produkt, das iPhone, nennen. Warum nicht? Dazu Apple-CEO Tim Cook mit einem fast lachhaften Vergleich:

“This is a little bit like if you go to the market and you push your cart up to the cashier and she says or he says ‘how many units do you have in there?’”

Fast noch schräger die Begründung von Apple-CFO Luca Maestri – entscheidend sei doch das Gesamtergebnis und dass die Konsumenten glücklich seien:

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Das ist in etwa so, als würde man sagen: ihr braucht euch das Fußball-Spiel doch gar nicht ansehen, es reicht, wenn ihr dann das Ergebnis hört! Nunja, aber wir wüßten dann doch sehr gerne, wie das Spiel so gelaufen ist und ob das Ergebnis glücklich oder unglücklich war, wie die Form der Mannschaft ist etc.

 

Nur noch schöne Botschaften – die unschönen sollen in Zukunft verschwiegen werden

Eines scheint klar: Apple rechnet damit, dass die Verkäufe der iPhones zurück gehen – und will versuchen, diese rückläufigen Verkäufe durch Preissteigerungen zu kaschieren. Daher wird Apple auch nicht mehr die „unit shipments“ melden, die im 3.Quartal stagnierten. Vor allem aber geht dann eine entscheidende Kennziffer für die Märkte verloren: nämlich der durchschnittliche Verkaufspreis pro verkauftem iPhone! Wenn man nicht weiß, wieviele iPhones verkauft wurden, kennt man eben auch nicht den Durchschnittspreis!

All das erinnert an Oracle: das Unternehmen beschloß einst, keine Umsatzahlen mehr zu melden für sein einst boomendes Cloud-Geschäft – als eben diese Umsätze begannen zurück zu gehen. Nun verweist Apple auf die Wettbewerber und sagt: auch die Konkurrenz veröffentliche doch ihre verkauften Stückzahlen nicht. Das stimmt. Gleichwohl ist das ein immenser Verlust an Transparenz, wenn man Informationen vorenthält, die man in guten Zeiten nicht vorenthalten hat! Das ist als kaufte man als Kunde eine Packung Kinderschokolade, in der immer acht Riegel waren – vom Hersteller dann aber gesagt bekommt, dass es ab jetzt aber sein könne, dass vielleicht doch weniger Riegel in der Packung sind..

Was sind denn bitte „Lieferschwierigkeiten“?

Das zweite verherrende Signal an die Märkte ist die Aussage von Tim Cook über mögliche „Lieferschwierigkeiten“ – Cook führte das nicht genauer aus. Das aber könnte bedeuten, dass die Chinesen sich quer stellen und Materialien wie Seltene Erden etc. nicht mehr in ausreichendem Umfang zur Verfügung stellen. Und wenn dem so sein sollte, dann macht der zukünftige Verzicht auf die Nennung der verkauften Apple-Einheiten plötzlich noch viel mehr Sinn. By the way: Apple konnte zwar sein China-Geschäft steigern, aber das mit dem langsamsten Wachstums-Tempo seit Jahren..

Die Märkte „riechen“ die Schwäche – die Begründungen von Apple für diesen Schritt sind fadenscheinig und nicht überzeugend. Apple will uns in Zukunft nur noch die schönen Botschaften geben, die weniger schönen aber verstecken. Das ist ein Indikator für den nahenden Abstieg – und daher ein fatales Signal an die Märkte!

 


Wirkt angefaßt: Tim Cook
By Mike Deerkoski – Flickr user Mike Deerkoski., CC BY 2.0, https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=48770962

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Rbird

    2. November 2018 13:26 at 13:26

    :-) ein kleines Luxus Problem also

    Apple verdient unzählige LKW voll super viel Geld …kein anderes Unternehmen schafft es seine Wertschöpfung etc so gut zu führen. Die Neuen Zahlen werden auch zukünftig, alles an Marge herzaubern was andere Unternehmen in ähnlichen Bereichen NIE fertigbringen. Da ist es auch ok ist wenn man sich nicht immer in die Karten schauen lassen will. was wo wieviel kostete im Detail, sprich Marge etc hat. Das Neue Lineup und deren wasserdichtes Software Update etc. Umgebung lässt eigentlich alle anderen weiterhin nur blass aussehen.
    Von daher werden auch die neuen Detail-Zahlen zu deren Gewinnen die Mitbesitzer der Apple Aktien nicht verärgern.

    Aber es bleibt halt so ..entweder man mag Apple und deren Aktie oder man steht an der Seitenlinie und sieht neidisch zu, wie es eben doch rund läuft jähr für Jahr :-)

    • Avatar

      Columbo

      2. November 2018 13:54 at 13:54

      Ich mag Apple, nicht die Aktie, aber das Telefon. Ich mochte auch Nokia, nicht die Aktie, aber das Telefon. Gottseidank?

  2. Avatar

    Altbär

    2. November 2018 14:51 at 14:51

    @ Rbird, Es ist keine Frage, Apple hat viel Geld u. Ist eine gute Firma.Ich glaube Columbo hat schon eine Andeutung gemacht. NOKIA WAR AUCH EINMAL FAST UNANTASTBAR.
    Wenn man immer grösser wird ,wird es schwierig , die Gewinne zu steigern u.die Anleger verlangen das.
    GE war auch einmal Klassenbester. Der grösste Vermögensverwalter der Welt ( UBS ) musste vom Staat gerettet werden, alle grossen Reiche sind auch an der Grösse kaputt gegangen. Auch für Apple gibt es keine Garantie, ich glaube Apple macht nach guten Zahlen grade minus 5%.

  3. Avatar

    Altbär

    4. November 2018 07:28 at 07:28

    @Rbird,ich bin den Apple -Fans überhaupt nicht neidisch, aber ich habe mir mal den Chart angeschaut,
    RIESIGER ANSTIEG ,Parabolartig, hatte 2015 einen Taucher von ca. 120 auf unter 80. ( ca.30%)
    Jetzt bei fast 200 u.Handelskrieg wäre doch eine Korrektur wahrscheinlicher als noch immer höhere Kurse.
    Optimistisch zu sein ist eine schöne Tugend u.verlängert das Leben.Aber bei der heutigen Casinobörse bin ich Leber Realist.
    Gott lässt die Optimisten länger leben, damit sie die Börsenverluste wieder aufholen können.

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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