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Bargeld abschaffen? Was sind die Folgen? Diese gute Doku lässt ein Problem aus

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Derzeit ist das Thema „Bargeld abschaffen“ nicht auf der Tagesordnung. Ein Thema für ängstliche Wutbürger, die sich vor allem fürchten? So lautet vermutlich die unausgesprochene Leitlinie der Politik. Leute, Leute, hört doch endlich auf mit eurer Angst, wir schaffen euer Bargeld schon nicht ab… klingt das in Schweden derzeit genauso? Leute, keine Angst, wir schaffen das Bargeld schon nicht ab?

In Schweden wird das Bargeld derzeit in Rekordtempo abgeschafft, und zwar über den „kalten Entzug“ von Bargeld, wie wir es nennen möchten. Wenn Bargeld einzahlen oder auszahlen extrem teuer wird, wenn Banken gar kein Bargeld mehr annehmen, wenn Einzelhändler selbst für kleinste Zahlungen kein Bargeld mehr annehmen… tja, wie will man dann als Bürger noch auf seine Bargeld-Zahlung bestehen?

Eine Dokumentation der ARD mit dem Titel „Welt ohne Geld“ zeigt sehr gut auf, welche Risiken mit der schleichenden Abschaffung von Bargeld verbunden sind. Staatliche Kontrolle, Verkauf der Nutzerdaten, und eine unterbewusste Anpassung des Bürgers an allgemein erwünschte Verhaltensrichtlinien – denn wer weiß, dass er komplett gläsern ist, hat Angst aufzufallen, und passt sich an. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern findet unterbewusst statt.

Aber die Doku spricht auch Probleme an wie Hackerangriffe oder Bankenpleiten. Wenn Banken pleite gehen, und das Kontoguthaben der Bürger weg ist, was dann? Wie will man als Bürger dann Lebensmittel kaufen, womit? Wenn Bankensysteme kollabieren, nützen auch Einlagensicherungssysteme nichts, denn die Beträge sind viel zu groß, die erstattet werden müssten. Also ist und bleibt Bargeld eine echte Sicherheit, die einem niemand wegnehmen kann.

Eine große Gefahr bei der Bargeld-Abschaffung wurde nicht angesprochen

Eine große Gefahr wurde in der Doku aber nicht angesprochen. Wir haben in den letzten Jahren der Nullzinspolitik schon mehrfach darauf hingewiesen. Aktuell zahlen Banken -0,4% Strafzinsen, wenn sie ihre überschüssigen Guthaben bei der EZB parken. Diesen Verlust reichen die Banken in Deutschland nur bei Großkunden mit Millionen-Guthaben an die Endkunden weiter – noch. Denn man wolle ja den braven Kleinsparer nicht Geld abziehen, wenn er Geld anlegt, so der Tenor der Finanzbranche.

Was, wenn es kein Bargeld mehr gibt? Dann sind die Menschen dem Bankensystem de facto ausgeliefert. Was die Banken vorschreiben, müssen die Kunden akzeptieren. Leiten die Banken dann einen Negativzins der Zentralbank an alle Kunden weiter, muss auch der brave deutsche Michel mit seinem kleinen Sparkonto Verluste hinnehmen, obwohl er doch Zinsen kassieren will. Genau das Gegenteil passiert aber, und er/sie kann sich dagegen nicht wehren.

Das kann er heute, weil er im Notfall sein Sparkonto auflösen und das Geld abheben kann. Zuhause unter die Matratze, und die Negativzinsen haben keine Chance. So ist die Lage heute. Aber wären die Banken immer noch so kundenfreundlich, wenn sie wüssten, dass die Kunden mit ihren Guthaben nicht weglaufen können? Wohl kaum. Die Doku ist sehenswert, und zeigt neben Schweden zum Beispiel auch, was derzeit in China passiert. Klicken Sie bitte hier, um die ganze Doku sehen zu können.

Bargeld Museum Bundesbank
Geldmuseum der Bundesbank. Foto: © Uwe Nölke / Deutsche Bundesbank

8 Kommentare

8 Comments

  1. Kritisch

    1. August 2018 11:43 at 11:43

    Ich habe schon jahrelang keine Guthaben auf Konten diverser Kreditinstitute und bezahle praktisch immer in bar. Kreditkarten sind bei mir Pre-paid und nur für Notfälle (bin aber seit jahren nie in den USA, wo du ja ohne „Plastik“ praktisch lebensunfähig bist). Ein wenig Bargeld, in verschiedenen Währungen und Gold in rechtskonformer Form, so sieht meine Antwort auf die in den letzten Jahren sich zuspitzende Finanzkrise aus. Wesentlich ist mir auch eine gewisse Notfallsicherung in Form von Grundbesitz (lastenfrei),ein Dach über dem Kopf (lastenfrei) mit Feststoff-Heizung (umschaltbar von Erdgas). Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch aber nicht so naiv als dass ich dem Bankensystem oder den Volksvertretern auch nur in geringster Form über den Weg traue. Deren einziges Interesse liegt daran sich selbst die Taschen zu füllen und möglichst ein Höchstmaß an Macht zu gewinnen.Vielleicht ein bisschen „grazy“, es lässt mich aber ruhig schlafen.

    • Lehmann

      1. August 2018 12:38 at 12:38

      Das ist nicht crazy – das ist gesunder Menschenverstand.
      Mache ich genauso – habe gerade meinen alten Feststoffbrennofen renovieren lassen.

  2. Uwe E. Mertens

    1. August 2018 11:53 at 11:53

    „Wir befinden im gegenwärtigen westlichen Demokratiegebilde in einem universellen Betrugssystem mit der Tendenz zum perfekten Verbrechen mit Selbst- und Mitläuferqualität.
    Kämpfen wir noch mit dem Geschäftsbankenbereich in Zins- u. Zinseszins und deren geschickte Manipulationsfähigkeiten über deren gehütetes Bankgeheimnis. Einer scheinheiligen Geldschöpfungsberechtigung aus dem Nichts massenhaft unendlich viel Luftgeld erschaffen zu können und über Kredit mit Verzinsungen weiter zu verteilen.
    Dieser Bereich der realen Wirtschaftsfinanzierung über Luftgeldschöpfung im Geschäftsbankenbereicht liegt angeblich gegenwärtig nur etwa 5 % Anteil an der aktuellen Summe des Weltgeldes …oder?.
    Richtig tobt der Bär im Investmentbereich, mittlerweile soll dieser Bereich schon 95 % der Summe des erfassten Weltgeldes ausmachen…oder?
    Wo soll das noch hinführen … ins grauenhafte Endzeitchaos?
    Wir sterben jeden Tag intensiver, hinterhältiger und werden in der Masse gezielt willenloser.

    Raus aus der Sache der manipulierten Massenverblödung, rein ins natürliche menschliche Denkvermögen…..Blödsinn ist in er Regel von Menschen gemacht und Menschen können
    Ihn auch beenden, wenn sie es wollen, aber…..
    In der aktuellen Scheinwelt gibt es kaum Wahrheiten, oft herrschen mehr pseudowissenschaftliche Regeln, als tatsächlich begründete Realität.
    Es spielen Geschäftemacher, Irre und Kriminelle einen unglaublichen Quatsch mittels eines wissenschaftlichen Anscheins.
    Es wird immer stärker sichtbar, eine anständige Glaubwürdigkeit ist gegenwärtig vorab schon völlig ruiniert….. Was tun?
    Wer geht voran, wem können alle folgen? Ist ein bewaffneter Aufstand sinnvoll?

    Wir können das System der friedlichen Revolution von 1989, jetzt als Gesamtleistung
    neu, zunächst beispielgebend als gesamtdeutscher Aktion durchführen…oder?

    Die aktuellen westlichen Regierungen wollen keine zur konstruktiven Kritik befähigten Menschen, die in der Lage sind frei zu denken, sachkundig und gebildet auf Herausforderungen oder zukunftsfähige Wegsuchen zu reagieren. Wozu? Die Parteilichen laufen wegen ihre Scheuklappen extrem schnell gerade aus und meinen göttliche Aufgaben aus fremdartige Machtinteressen im vorauseilenden Gehorsamtrieb gegenüber unerkannt scheinbar unsichtbaren Machtsüchtiger erfüllen zu müssen.
    So, ist die gegenwärtige parlamentarische westliche Regierungsform mit demokratischem Antlitz, ist nichts anderes, als eine Fortsetzung von arroganter hinterhältiger Diktatur mit irrigen Mitteln.
    Letztlich geht es immer um reale Macht, im Politischen Gezänk wird dies geschickt getarnt, dass eine kleine Minderheit über falsches Geld die Welt immer noch regiert.
    Wem diese Erkenntnis zu abstrakt erscheint, gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den hilflosen Mitläufern, Anpassern und unmotivierten Jasagern mit Ballastfunktion, die freie menschlich natürliche Entwicklung erschweren sollen …oder?
    Oder man ist eiskalt berechnend, für sich selbst ein überdurchschnittliches Stück aus dem Kuchen herausschneiden zu können.
    Die Anständigen und Fleißigen werden immer mehr ausgepresst.

    Pfui Teufel !

    • globalvoterorg

      6. August 2018 13:14 at 13:14

      Pfui Gesellschaft. Der „Teufel“ sitz im pyramidalen MachtSystem, zwar, an der obersten Spitze, aber, WIR, selbst sind die Akteure und Opfer, zugleich. Ohne, unsere Unterwürfigkeit und Gehirnwäsche würde die Dominanz nicht brillieren!
      Genial ist das System: Teile und Herrsche! Funktioniert seit Jahrhunderten. Jede Diktatur ist von Mitläufern (political correctness) getragen. Die Deutschen sollten, eigentlich, aus Hitlers und Honnekers Zeiten gelernt haben. Sollten das Regime Merkel erkennen. NIE WIEDER, wurde nach 1945 „gejault“! Trotzdem, sind wir wieder mitten drin in unserem Hang zum Größennwahn und dem Bazillus der Selbstüberschätzung. „Wir sind was Besseres“ Die Griechen können ohne uns nix und die anderen schon garnicht. AD war garnicht sooo schlimm. Fehlt nur noch ein „revival“ der DDR! HUCH, haben wir schon!?
      Was die Leute nicht verstanden, daß sie den Untergang verdienten. Vergangenheitsform, weil die rote Linie schon überschritten wurde, Dekadenz ist ein „zähes“ Luder, aber eines Tages ist „Schluß mit lustig“. So war es immer und so wird es bleiben.
      Das gilt auch für das SchuldgeldSystem. Eine kriminelle, unmenschliche Machtkrake, sonst nichts!!! Da keiner zuhört und mitdenkt, seit 1913, fällt dem „Köter“ (Oder auch Gojim/ Kuffar/ Muggel, je nach Sekte und Tageslaune) nicht auf, daß er einen tödlichen Fehler begeht, im wahrsten Sinne der Tragödie: NUR, er muß sich fürs Geld abrackern! Die anderen drucken es sich, für lau!
      Die Abschaffung des Bargeldes, liebe Untertanen, ist wie vom Regen in die Traufe. Vom analogen, zum virtuellen Machtsystem. Capice!? Nein!? 6, setzen!

  3. Gixxer

    1. August 2018 14:32 at 14:32

    „Eine große Gefahr wurde in der Doku aber nicht angesprochen. Wir haben in den letzten Jahren der Nullzinspolitik schon mehrfach darauf hingewiesen. Aktuell zahlen Banken -0,4% Strafzinsen, wenn sie ihre überschüssigen Guthaben bei der EZB parken. Diesen Verlust reichen die Banken in Deutschland nur bei Großkunden mit Millionen-Guthaben an die Endkunden weiter – noch. Denn man wolle ja den braven Kleinsparer nicht Geld abziehen, wenn er Geld anlegt, so der Tenor der Finanzbranche.

    Was, wenn es kein Bargeld mehr gibt? Dann sind die Menschen dem Bankensystem de facto ausgeliefert. Was die Banken vorschreiben, müssen die Kunden akzeptieren. Leiten die Banken dann einen Negativzins der Zentralbank an alle Kunden weiter, muss auch der brave deutsche Michel mit seinem kleinen Sparkonto Verluste hinnehmen, obwohl er doch Zinsen kassieren will. Genau das Gegenteil passiert aber, und er/sie kann sich dagegen nicht wehren.“

    Meines Erachtens wird diese Problematik absichtlich nicht angesprochen, denn früher oder später wird man die anderen Bedenken ausgeräumt haben und dann kann man sagen: „Was wollt ihr denn, es ist doch jetzt kein Problem mehr, wenn Bargeld abgeschafft wird.“ Die breite Masse wird es dann akzeptieren, da sie das o.g. Problem, da es nie angesprochen wurde nicht auf dem Schirm haben und wenn es dann erst mal weg ist, das Bargeld ist es zu spät.

    Ich zahle daher auch (fast) ausschließlich mit Bargeld und das bleibt auch so!

  4. Steven

    1. August 2018 14:52 at 14:52

    Note: in Schweden drehen sich die Uhren Grade Rückwärts.

    Regelungen werden aufgeweicht.
    Die Meinung dreht sich

  5. Bargeld

    6. August 2018 01:58 at 01:58

  6. Data Case

    8. August 2018 15:35 at 15:35

    Ist es eigentlich noch nicht jedem klar, dass wir alle schon gläsern sind? Egal, ob wir nun Bargeld oder Plastik benutzen?

    Die Zukunftsutopien sind keine mehr!

    Das Internet ist Fluch und Segen zugleich.

    Alleine ein Handy zu besitzen ist schon der Zugang.

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Aktuell: China-Delegation bricht Reise in USA vorzeitig ab, Märkte unter Druck

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Soeben hat das The Montana Farm Bureau mitgeteilt, dass die Reise einer chinesischen Delegation in den Mittleren Westen vorzeitig abgebrochen wurde – diese Reise galt als Voraussetzung für den Kauf von US-Landwirtschaftsprodukten durch die Chinesen als Zeichen des guten Willens bzw. als Vorbereitung eines Interim-Deals (zu den Hintergründen dazu siehe den Artikel „China – Trump „ahnungslos“, Interim-Deal möglich“).

Trump hatte noch vor wenigen Minuten gesagt, dass man mit China große Fortschritte mache – die Märkte jedenfalls sehen die vorzeitige Abreise der chinesischen Delegation als schlechtes Zeichen.

Hintergrund könnte sein, dass Trump zuvor bei einer Pressekonferenz einen solchen Interims-Deal abgelehnt hatte mit den Worten: „I am not looking for a partial deal. I am looking for a complete deal“.

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US-Wirtschaft: Das 8 Billionen Dollar Geheimnis

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Die immer wieder betonte relative Stärke der US-Wirtschaft in einer Welt des Abschwungs ist keine besondere Leistung, wenn man sich vergegenwärtigt, mit welcher Dosis Schuldensteroiden diese Stärke erkauft wurde. Doch wie nachhaltig ist dieses Wachstumsmodell, das uns immer wieder als Vorbild verkauft wird?

USA Statue of Liberty
Foto: pixabay / Ronile

US-Wirtschaft – die Relationen stimmen nicht mehr

Nach Schätzungen der Fed soll die US-Wirtschaft in diesem Jahr real, also nach Abzug der Inflation, um 2,4 Prozent wachsen. Nicht schlecht in einem Umfeld des globalen Abschwungs. Aber bei genauem Hinschauen wir klar, woher das Wachstum kommt und wie teuer es erkauft wird.

Die Gesamtverschuldung der USA, also die öffentliche plus die private Verschuldung, hat in diesem Jahr die Schallmauer von 70 Billionen Dollar durchbrochen. Aktuell sind es bereits 74,3 Billionen US-Dollar. Das entspricht einer Neuverschuldung von knapp 8 Billionen US-Dollar auf Jahresbasis, davon allein 3,5 Billionen US-Dollar resultierend aus Zinszahlungen. Die Gesamtverschuldung der US-Bundesregierung beträgt aktuell 22,5 Billionen US-Dollar, ein Plus von 1,1 Billionen US-Dollar im laufenden Fiskaljahr.

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Auf der anderen Seite wird die US-Wirtschaft, wenn die optimistischen Prognosen der Fed zutreffen, in diesem Jahr ohne Inflationsbereinigung um 4 Prozent oder 820 Milliarden US-Dollar wachsen, ausgehend von 20,5 Billionen US-Dollar BIP in 2018. Setzt man das Schuldenwachstum (hier der Gesamtschuldenstand) zum Wirtschaftswachstum ins Verhältnis, dann kommt man auf ein Verhältnis von 10:1 (8 Billionen zu 820 Mrd. US$). Selbst wenn man den fiskalischen Stimulus, also die staatliche Neuverschuldung, isoliert betrachtet, liegt dieser in US-Dollar 25 Prozent über dem nicht inflationsbereinigten Wachstum der gesamten US-Wirtschaft.

Dieses Missverhältnis zwischen Schulden- und BIP-Wachstum wird durch das ökonomische Defizit ausgedrückt, dass in diesem Jahr einen neuen Rekordstand erreichen wird (Schaubild endet Ultimo 2014).

US-Wirtschaft - Ökonomisches Defizit

Ohne Steroide geht es nicht mehr

Eines der größten Probleme dieser Schuldenkaskade sind die Kreditkosten. Der Anteil der Neuverschuldung, der ausschließlich für den Schuldendienst aufgewendet werden muss, steigt im Zeitverlauf exponentiell an. Die US-Regierung muss aktuell 600 Mrd. Dollar jährlicher Zinsen schultern.

US-Regierung Zinskosten

Der Zinseszinseffekt gilt eben auch für die Schuldnerseite. Schon aus diesem Grund werden die Gesamtverbindlichkeiten exponentiell weiter steigen. Im Gegenzug müssen die Zinsen auf null und tiefer fallen, sofern man diese Art des gedopten Wirtschaftsmodells noch einige Zeit am Leben erhalten möchte.

Fazit

Wie würde das Wachstum der US-Ökonomie wohl aussehen, hätte es keine Billionen schwere schuldenfinanzierte Steuersause gegeben? Die USA befänden sich wie Deutschland bereits in der Rezession. Doch nach der Party kommt der Kater: Die Wachstumsdynamik schwächt sich im Jahr Zwei nach der „größten Steuerreform aller Zeiten“, so Donald Trump, in den USA schon wieder ab. Was bleibt, sind die Schulden und die Zinsen darauf, deren Anteil am US-Staatshaushalt durch die Decke schießt. Tja, wenn Wachstum so einfach wäre, dann hätte die Menschheit seit Christi-Geburt einfach nur neue Schulden produziert – zu null Zinsen versteht sich und finanziert durch Alchemisten. Genau dieses Wunder wollen uns die modernen Alchemisten der Zentralbanken weismachen. Doch wie heißt es so schön: Aus der Vergangenheit lernen heißt Zukunft gewinnen. Man sollte sich in seiner ganz privaten Anlagestrategie darauf einstellen, dass auch das aktuelle ungedeckte Schuldgeldsystem untergeht und mit ihm das amerikanische Wirtschaftswunder nebst der Welt-Leid-Währung US-Dollar.

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Fed druckt wieder Geld

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Getrieben von den Ereignissen musste die Fed in dieser Woche bereits dreimal Notfallliquidität in den Dollar-Geldmarkt pumpen. Die bescheidene Summe von 203 Mrd. US-Dollar floss dabei bislang an US-Banken, die im Gegenzug US-Staatsanleihen bei der Notenbank abluden.

Fed – so kann man sich irren

Wie schnell die Realität die Bürokraten im Elfenbeinturm der Fed einholen würde, hätten sich die Zentralbanker wohl selbst nicht träumen lassen. Man hat das Gefühl, dass die Damen und Herren „Währungshüter“ in Sachen QE zum Jagen getragen werden wollen. Wir haben ja schon verstanden, warum Geldpolitiker nicht die Wahrheit sagen dürfen, aber sie sollten die Wahrheit wenigstens nicht ignorieren. Das immer wieder vorgetragene Mantra von Fed-Chef Jerome Powell, der US-Wirtschaft gehe es gut und Risiken seien nur auf äußere Einflüsse zurückzuführen und es sich bei den letzten beiden Zinssenkungen lediglich um Versicherungsschritte handelte und im Übrigen keine Zinssenkungs-Serie anstehe, wirken immer grotesker. Ab wann ist eine Serie eigentlich eine Serie? Aber das nur am Rande.

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Ja, die Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft ist noch okay – aber zu welchem Preis? Allein das Budgetdefizit der Bundesregierung wird für das Fiskaljahr 2018/19 mit aktuell ca. 1,1 Bio. US-Dollar erwartet. Das sind 240 Mrd. US-Dollar mehr als ursprünglich angesetzt. Im nächsten Fiskaljahr, das am 1. Oktober beginnt, sollen es gemäß Schätzungen des Congressional Budget Office 1,2 Bio. US-Dollar Defizit sein.

Aktuell liegt das Haushaltsdefizit der USA bei 4,7 Prozent des BIP, bei einer erwarteten annualisierten Wachstumsrate von aktuell lediglich 1,9 Prozent des BIP. Für einen Aufschwung ist dieses Verhältnis von Schuldendynamik zu Wachstum sehr schlecht und zeigt die Abhängigkeit der US-Konjunktur von rasanter Neuverschuldung. Generell zeigt das Verhältnis zwischen Gesamtschuldenwachstum und Wirtschaftswachstum in den USA eine erstaunliche Entwicklung: Mittlerweile werden für 1 US-Dollar Wirtschaftswachstum fast 10 US-Dollar Schuldenwachstum benötigt. Doch dazu in einem separaten Artikel in Kürze mehr.

Seitdem das regelmäßige Kasperletheater um das Anheben des Schuldenlimits (sog. Debt Ceiling) legislativ beerdigt wurde, stellt sich die aktuelle Schuldenexplosion der Bundesregierung in Washington folgendermaßen dar:

Fed QE - US-Schulden

Eine erstaunliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass Präsident Trump im Wahlkampf die Reduzierung der Staatsverschuldung bis zum Jahr 2024 auf null versprach.

Schaut man sich die Explosion der Staatsverschuldung und die damit einhergehende Schwemme von Staatsanleihen an, dann sollte dieser Faktor ganz oben auf der Beobachtungsliste der Fed stehen. Doch diese zeigt sich völlig überrascht von dem Phänomen. Schon mehrfach bestritt Jerome Powell, dass die US-Staatsverschuldung irgendeinen Einfluss auf die Geldpolitik der Zentralbank habe.

QE erzwungen

Doch in dieser Woche hat die Realität die Notenbanker eingeholt. Wegen akuter Liquiditätsengpässe musste die Fed am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag in drei Tranchen insgesamt 203 Mrd. US-Dollar an Liquidität über außerordentliche Offenmarktgeschäfte in das Bankensystem pumpen. Im Gegenzug wurden von den Banken US-Staatsanleihen als Sicherheiten bei er Fed hinterlegt. Interessant ist, dass offenbar der Erwerb genau dieser Staatsanleihen durch die Banken mit zur Dollarknappheit beitrug. Eine Rekordemission des US-Finanzministeriums an Schuldpapieren in dieser Woche war neben Sonderfaktoren ein wesentlicher Auslöser der Liquiditätskrise. Der Staat hatte über seine Schuldenaufnahme so viel Geld aus dem Finanzsektor abgesaugt, dass dieser ohne das Anwerfen der digitalen Notenpresse der Fed schlicht kollabiert wäre. Damit wurde de facto ein QE on demand erzwungen. Nur so konnte ein Dominoeffekt mit der Ansteckung anderer Märkte gerade noch verhindert werden.

Das Schweigen der Fed

Auf der jüngsten Pressekonferenz im Anschluss an die Offenmarktausschusssitzung der Fed am Mittwoch erwähnte Jerome Powell die Operation am offenen Herzen des US-Finanzsystems mit keiner Silbe und dass, obwohl die Fed am gleichen Tag weitere 75 Mrd. US-Dollar in den Markt pumpen musste. Am Donnerstag reichte dann selbst diese Summe nicht aus, da die Banken zusätzlich 84 Mrd. US-Dollar benötigten. Das Schweigen der Fed zu diesem Thema zeigt die Dramatik der Situation. Doch die Liquiditäts-Kuh ist nicht vom Eis: Bis zum Ende des Jahres werden allein von der US-Bundesregierung Anleihen im Volumen von über 600 Mrd. US-Dollar emittiert. US-Finanzexperten rechnen daher damit, dass spätestens im November dieses Jahres das QE on demand von einem regulären QE abgelöst wird. Alles andere wäre unverantwortlich, denn bei der jüngsten „special open market operation“ wäre der Patient fast wegen eines technischen Versagens der Notenbank-IT verstorben.

Fazit und Ausblick

Die Fed kann die Realität leugnen, wie sie will, aber am Ende muss auch sie sich dem Diktat der überbordenden Schuldenlast nebst Neuverschuldung beugen. Schlussendlich wird sie erneut zum Gläubiger der letzten Instanz mutieren, da nur sie die benötigten Mittel bereitstellen kann – via digitaler Notenpresse. Natürlich kann sie einen Teil dieses schmutzigen Geschäftes auslagern, z. B. an die Bank of Japan, die im Rahmen ihres QE-Programms seit Oktober letzten Jahres wieder massiv US-Treasuries kauft. Das amerikanische Bankensystem allein ist mit der Flut an neuen Schuldpapieren der Trump-Administration überfordert, wie die jüngsten Ereignisse verdeutlichen. Weiter sinkende Zinsen und Gelddruckprogramme á la Japan sind auch in den USA daher keine Frage von zyklischem Wachstum, Beschäftigungsentwicklung, Teuerungsraten oder äußeren ökonomischen Einflüssen, sondern hauptsächlich notwendig zur essenziellen Aufrechterhaltung der Schuldentragfähigkeit in den USA. Es bleibt dabei: It´s the debt, stupid!

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