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Bargeld abschaffen? Was sind die Folgen? Diese gute Doku lässt ein Problem aus

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Derzeit ist das Thema „Bargeld abschaffen“ nicht auf der Tagesordnung. Ein Thema für ängstliche Wutbürger, die sich vor allem fürchten? So lautet vermutlich die unausgesprochene Leitlinie der Politik. Leute, Leute, hört doch endlich auf mit eurer Angst, wir schaffen euer Bargeld schon nicht ab… klingt das in Schweden derzeit genauso? Leute, keine Angst, wir schaffen das Bargeld schon nicht ab?

In Schweden wird das Bargeld derzeit in Rekordtempo abgeschafft, und zwar über den „kalten Entzug“ von Bargeld, wie wir es nennen möchten. Wenn Bargeld einzahlen oder auszahlen extrem teuer wird, wenn Banken gar kein Bargeld mehr annehmen, wenn Einzelhändler selbst für kleinste Zahlungen kein Bargeld mehr annehmen… tja, wie will man dann als Bürger noch auf seine Bargeld-Zahlung bestehen?

Eine Dokumentation der ARD mit dem Titel „Welt ohne Geld“ zeigt sehr gut auf, welche Risiken mit der schleichenden Abschaffung von Bargeld verbunden sind. Staatliche Kontrolle, Verkauf der Nutzerdaten, und eine unterbewusste Anpassung des Bürgers an allgemein erwünschte Verhaltensrichtlinien – denn wer weiß, dass er komplett gläsern ist, hat Angst aufzufallen, und passt sich an. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern findet unterbewusst statt.

Aber die Doku spricht auch Probleme an wie Hackerangriffe oder Bankenpleiten. Wenn Banken pleite gehen, und das Kontoguthaben der Bürger weg ist, was dann? Wie will man als Bürger dann Lebensmittel kaufen, womit? Wenn Bankensysteme kollabieren, nützen auch Einlagensicherungssysteme nichts, denn die Beträge sind viel zu groß, die erstattet werden müssten. Also ist und bleibt Bargeld eine echte Sicherheit, die einem niemand wegnehmen kann.

Eine große Gefahr bei der Bargeld-Abschaffung wurde nicht angesprochen

Eine große Gefahr wurde in der Doku aber nicht angesprochen. Wir haben in den letzten Jahren der Nullzinspolitik schon mehrfach darauf hingewiesen. Aktuell zahlen Banken -0,4% Strafzinsen, wenn sie ihre überschüssigen Guthaben bei der EZB parken. Diesen Verlust reichen die Banken in Deutschland nur bei Großkunden mit Millionen-Guthaben an die Endkunden weiter – noch. Denn man wolle ja den braven Kleinsparer nicht Geld abziehen, wenn er Geld anlegt, so der Tenor der Finanzbranche.

Was, wenn es kein Bargeld mehr gibt? Dann sind die Menschen dem Bankensystem de facto ausgeliefert. Was die Banken vorschreiben, müssen die Kunden akzeptieren. Leiten die Banken dann einen Negativzins der Zentralbank an alle Kunden weiter, muss auch der brave deutsche Michel mit seinem kleinen Sparkonto Verluste hinnehmen, obwohl er doch Zinsen kassieren will. Genau das Gegenteil passiert aber, und er/sie kann sich dagegen nicht wehren.

Das kann er heute, weil er im Notfall sein Sparkonto auflösen und das Geld abheben kann. Zuhause unter die Matratze, und die Negativzinsen haben keine Chance. So ist die Lage heute. Aber wären die Banken immer noch so kundenfreundlich, wenn sie wüssten, dass die Kunden mit ihren Guthaben nicht weglaufen können? Wohl kaum. Die Doku ist sehenswert, und zeigt neben Schweden zum Beispiel auch, was derzeit in China passiert. Klicken Sie bitte hier, um die ganze Doku sehen zu können.

Bargeld Museum Bundesbank
Geldmuseum der Bundesbank. Foto: © Uwe Nölke / Deutsche Bundesbank

8 Kommentare

8 Comments

  1. Kritisch

    1. August 2018 11:43 at 11:43

    Ich habe schon jahrelang keine Guthaben auf Konten diverser Kreditinstitute und bezahle praktisch immer in bar. Kreditkarten sind bei mir Pre-paid und nur für Notfälle (bin aber seit jahren nie in den USA, wo du ja ohne „Plastik“ praktisch lebensunfähig bist). Ein wenig Bargeld, in verschiedenen Währungen und Gold in rechtskonformer Form, so sieht meine Antwort auf die in den letzten Jahren sich zuspitzende Finanzkrise aus. Wesentlich ist mir auch eine gewisse Notfallsicherung in Form von Grundbesitz (lastenfrei),ein Dach über dem Kopf (lastenfrei) mit Feststoff-Heizung (umschaltbar von Erdgas). Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch aber nicht so naiv als dass ich dem Bankensystem oder den Volksvertretern auch nur in geringster Form über den Weg traue. Deren einziges Interesse liegt daran sich selbst die Taschen zu füllen und möglichst ein Höchstmaß an Macht zu gewinnen.Vielleicht ein bisschen „grazy“, es lässt mich aber ruhig schlafen.

    • Lehmann

      1. August 2018 12:38 at 12:38

      Das ist nicht crazy – das ist gesunder Menschenverstand.
      Mache ich genauso – habe gerade meinen alten Feststoffbrennofen renovieren lassen.

  2. Uwe E. Mertens

    1. August 2018 11:53 at 11:53

    „Wir befinden im gegenwärtigen westlichen Demokratiegebilde in einem universellen Betrugssystem mit der Tendenz zum perfekten Verbrechen mit Selbst- und Mitläuferqualität.
    Kämpfen wir noch mit dem Geschäftsbankenbereich in Zins- u. Zinseszins und deren geschickte Manipulationsfähigkeiten über deren gehütetes Bankgeheimnis. Einer scheinheiligen Geldschöpfungsberechtigung aus dem Nichts massenhaft unendlich viel Luftgeld erschaffen zu können und über Kredit mit Verzinsungen weiter zu verteilen.
    Dieser Bereich der realen Wirtschaftsfinanzierung über Luftgeldschöpfung im Geschäftsbankenbereicht liegt angeblich gegenwärtig nur etwa 5 % Anteil an der aktuellen Summe des Weltgeldes …oder?.
    Richtig tobt der Bär im Investmentbereich, mittlerweile soll dieser Bereich schon 95 % der Summe des erfassten Weltgeldes ausmachen…oder?
    Wo soll das noch hinführen … ins grauenhafte Endzeitchaos?
    Wir sterben jeden Tag intensiver, hinterhältiger und werden in der Masse gezielt willenloser.

    Raus aus der Sache der manipulierten Massenverblödung, rein ins natürliche menschliche Denkvermögen…..Blödsinn ist in er Regel von Menschen gemacht und Menschen können
    Ihn auch beenden, wenn sie es wollen, aber…..
    In der aktuellen Scheinwelt gibt es kaum Wahrheiten, oft herrschen mehr pseudowissenschaftliche Regeln, als tatsächlich begründete Realität.
    Es spielen Geschäftemacher, Irre und Kriminelle einen unglaublichen Quatsch mittels eines wissenschaftlichen Anscheins.
    Es wird immer stärker sichtbar, eine anständige Glaubwürdigkeit ist gegenwärtig vorab schon völlig ruiniert….. Was tun?
    Wer geht voran, wem können alle folgen? Ist ein bewaffneter Aufstand sinnvoll?

    Wir können das System der friedlichen Revolution von 1989, jetzt als Gesamtleistung
    neu, zunächst beispielgebend als gesamtdeutscher Aktion durchführen…oder?

    Die aktuellen westlichen Regierungen wollen keine zur konstruktiven Kritik befähigten Menschen, die in der Lage sind frei zu denken, sachkundig und gebildet auf Herausforderungen oder zukunftsfähige Wegsuchen zu reagieren. Wozu? Die Parteilichen laufen wegen ihre Scheuklappen extrem schnell gerade aus und meinen göttliche Aufgaben aus fremdartige Machtinteressen im vorauseilenden Gehorsamtrieb gegenüber unerkannt scheinbar unsichtbaren Machtsüchtiger erfüllen zu müssen.
    So, ist die gegenwärtige parlamentarische westliche Regierungsform mit demokratischem Antlitz, ist nichts anderes, als eine Fortsetzung von arroganter hinterhältiger Diktatur mit irrigen Mitteln.
    Letztlich geht es immer um reale Macht, im Politischen Gezänk wird dies geschickt getarnt, dass eine kleine Minderheit über falsches Geld die Welt immer noch regiert.
    Wem diese Erkenntnis zu abstrakt erscheint, gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den hilflosen Mitläufern, Anpassern und unmotivierten Jasagern mit Ballastfunktion, die freie menschlich natürliche Entwicklung erschweren sollen …oder?
    Oder man ist eiskalt berechnend, für sich selbst ein überdurchschnittliches Stück aus dem Kuchen herausschneiden zu können.
    Die Anständigen und Fleißigen werden immer mehr ausgepresst.

    Pfui Teufel !

    • globalvoterorg

      6. August 2018 13:14 at 13:14

      Pfui Gesellschaft. Der „Teufel“ sitz im pyramidalen MachtSystem, zwar, an der obersten Spitze, aber, WIR, selbst sind die Akteure und Opfer, zugleich. Ohne, unsere Unterwürfigkeit und Gehirnwäsche würde die Dominanz nicht brillieren!
      Genial ist das System: Teile und Herrsche! Funktioniert seit Jahrhunderten. Jede Diktatur ist von Mitläufern (political correctness) getragen. Die Deutschen sollten, eigentlich, aus Hitlers und Honnekers Zeiten gelernt haben. Sollten das Regime Merkel erkennen. NIE WIEDER, wurde nach 1945 „gejault“! Trotzdem, sind wir wieder mitten drin in unserem Hang zum Größennwahn und dem Bazillus der Selbstüberschätzung. „Wir sind was Besseres“ Die Griechen können ohne uns nix und die anderen schon garnicht. AD war garnicht sooo schlimm. Fehlt nur noch ein „revival“ der DDR! HUCH, haben wir schon!?
      Was die Leute nicht verstanden, daß sie den Untergang verdienten. Vergangenheitsform, weil die rote Linie schon überschritten wurde, Dekadenz ist ein „zähes“ Luder, aber eines Tages ist „Schluß mit lustig“. So war es immer und so wird es bleiben.
      Das gilt auch für das SchuldgeldSystem. Eine kriminelle, unmenschliche Machtkrake, sonst nichts!!! Da keiner zuhört und mitdenkt, seit 1913, fällt dem „Köter“ (Oder auch Gojim/ Kuffar/ Muggel, je nach Sekte und Tageslaune) nicht auf, daß er einen tödlichen Fehler begeht, im wahrsten Sinne der Tragödie: NUR, er muß sich fürs Geld abrackern! Die anderen drucken es sich, für lau!
      Die Abschaffung des Bargeldes, liebe Untertanen, ist wie vom Regen in die Traufe. Vom analogen, zum virtuellen Machtsystem. Capice!? Nein!? 6, setzen!

  3. Gixxer

    1. August 2018 14:32 at 14:32

    „Eine große Gefahr wurde in der Doku aber nicht angesprochen. Wir haben in den letzten Jahren der Nullzinspolitik schon mehrfach darauf hingewiesen. Aktuell zahlen Banken -0,4% Strafzinsen, wenn sie ihre überschüssigen Guthaben bei der EZB parken. Diesen Verlust reichen die Banken in Deutschland nur bei Großkunden mit Millionen-Guthaben an die Endkunden weiter – noch. Denn man wolle ja den braven Kleinsparer nicht Geld abziehen, wenn er Geld anlegt, so der Tenor der Finanzbranche.

    Was, wenn es kein Bargeld mehr gibt? Dann sind die Menschen dem Bankensystem de facto ausgeliefert. Was die Banken vorschreiben, müssen die Kunden akzeptieren. Leiten die Banken dann einen Negativzins der Zentralbank an alle Kunden weiter, muss auch der brave deutsche Michel mit seinem kleinen Sparkonto Verluste hinnehmen, obwohl er doch Zinsen kassieren will. Genau das Gegenteil passiert aber, und er/sie kann sich dagegen nicht wehren.“

    Meines Erachtens wird diese Problematik absichtlich nicht angesprochen, denn früher oder später wird man die anderen Bedenken ausgeräumt haben und dann kann man sagen: „Was wollt ihr denn, es ist doch jetzt kein Problem mehr, wenn Bargeld abgeschafft wird.“ Die breite Masse wird es dann akzeptieren, da sie das o.g. Problem, da es nie angesprochen wurde nicht auf dem Schirm haben und wenn es dann erst mal weg ist, das Bargeld ist es zu spät.

    Ich zahle daher auch (fast) ausschließlich mit Bargeld und das bleibt auch so!

  4. Steven

    1. August 2018 14:52 at 14:52

    Note: in Schweden drehen sich die Uhren Grade Rückwärts.

    Regelungen werden aufgeweicht.
    Die Meinung dreht sich

  5. Bargeld

    6. August 2018 01:58 at 01:58

  6. Data Case

    8. August 2018 15:35 at 15:35

    Ist es eigentlich noch nicht jedem klar, dass wir alle schon gläsern sind? Egal, ob wir nun Bargeld oder Plastik benutzen?

    Die Zukunftsutopien sind keine mehr!

    Das Internet ist Fluch und Segen zugleich.

    Alleine ein Handy zu besitzen ist schon der Zugang.

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Mietpreis-Explosion am Ende? Zwei Charts im Vergleich

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Findet die Mietpreis-Explosion in Deutschland nun ein Ende? Ist der gerade erst in Berlin eingeführte Mietendeckel die große Wende? Möglich wäre es. Das erklärte Ziel der Aktivisten in Berlin lautet: Investoren aus Berlin vertreiben! Was das bedeutet, wird erst auf den zweiten Blick klar. Zwar könnten die Mieten in der Tat eingefroren werden und auch bundesweit weniger stark steigen. Aber das Vertreiben von Investoren bedeutet zwangsläufig auch: Es werden weniger Wohnungen gebaut!

Das bedeutet für die Demonstranten letztlich: Die Mieten verharren auf dem aktuell hohen Niveau. Aber viel schlimmer für sie ist im Alltag, dass dank fehlender Investoren der Bau neuer Wohnungen nicht mehr so stark zunehmen wird. Denn welcher Investor soll auf solch einem regulierten Markt noch investieren wollen? Also wird der Kampf um jede freie Wohnung noch weiter zunehmen, und das Überreichen von Geldumschlägen an Makler und Vermieter dürfte vor allem in Berlin Alltag werden (so vermuten wir es!).

Mietpreis-Explosion und Hauspreise

Was hat die Mietpreis-Explosion mit Hauspreisen zu tun? Ganz einfach. Der Investor, der Grundstücke oder Häuser kauft, möchte Rendite erwirtschaften! Je mehr er für ein Haus oder Grundstück ausgeben muss, desto höher muss er zwangsläufig die Miete ansetzen, um eine bestimmte Rendite erwirtschaften zu können. Also korrelieren Mietpreise und Hauspreise zwangsläufig!

Vor einigen Tagen wurde der aktuellste EUROPACE Hauspreis-Index für Deutschland veröffentlicht. Stand Mai 2019 explodieren die Hauspreise weiter! Dieser Chart zeigt die Preise für Bestandshäuser, Neubauten und Eigentumswohnungen seit dem Jahr 2011. Es geht nur bergauf!

Mietpreis-Explosion - die Hauspreise steigen weiter - noch

Deutsche Wohnen

Den Giganten am deutschen Vermietermarkt, die Deutsche Wohnen, haben wir die letzten Wochen mehrfach besprochen. Die Aktie wurde vom Mietendeckel in Berlin hart getroffen, weil das Unternehmen dort stark mit vermietetem Wohnraum engagiert ist! Wohl aus Angst vor bundesweiten Nachahmer-Aktionen des Berliner Deckels erließ die Deutsche Wohnen gerade erst eine eigene Richtlinie, dass die eigenen Mieten nicht 30% des Nettoverdienstes der Mieter übersteigen sollen.

Die Gemengelage aus Enteignungsdiskussionen und Mietendeckel in Berlin hat der Aktie massiv zugesetzt. Der Zeitraum ab 2011 im folgenden Aktienchart ist der selbe Zeitraum wie beim obigen Hauspreisindex. Beide, Index und Aktie gingen jahrelang nur nach oben. Jetzt stürzt die Aktie ab um 21% in nur drei Wochen – weil absehbar ist, dass erstmal keine großen Mietsteigerungen mehr drin sind? Das könnte eine Rückkopplung auf die Hauspreise verursachen. Weil Verkäufer wissen, dass Mietobjekte unter dem Aspekt der Rendite nicht mehr gepusht werden können, heben sie die Verkaufspreise für Häuser nicht mehr weiter an. Denn Käufer sollten nicht mehr bereit sein weiter steigende Preise zu zahlen. Es könnte demnächst (nicht muss) also auch eine Ermüdung bei den Hauspreisen geben.

Wie aktuell bekannt wird, plant die Bundesregierung offenbar für bundeseigene Mietwohnungen auch einen Mietendeckel. Ohhhh, sind inzwischen zu viele Wähler weggelaufen? Muss man endlich mal irgendwas tun?

Mietpreis-Explosion zu Ende? Deutsche Wohnen Chart

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Schweizer Franken: Große Chance für Forex-Trader

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Es ist ein relativ schlecht verstecktes Eigenlob. Wir hatten in den letzten Tagen mehrmals darüber berichtet, dass der Schweizer Franken direkt an der Klippe hängt. Und zwar an der Klippe zur weiteren Aufwertung. Die entscheidende Marke im Währungspaare Euro vs Schweizer Franken (EURCHF) ist die die 1,1150. Sie wurde in den letzten vier Handelstagen deutlich unterschritten, und derzeit ist die Tendenz weiter fallend.

Schweizer Franken mit großen Aufwertungspotenzial

Aus diversen Gründen hat der Schweizer Franken momentan weiteres Aufwertungspotenzial. Da wäre zunächst die Charttechnik. Hier nochmal der (aktualisierte) Chart, den wir die letzten Tage mehrfach gezeigt hatten. Man sieht eindeutig, dass im EURCHF das Unterstützungsniveau von 1,1150 unterschritten wurde (aktuell 1,1089). Nach unten ist optisch viel Luft. Also kann der Schweizer Franken nur bei dieser oberflächlichen charttechnischen Betrachtung noch kräftig aufwerten.

Euro vs Schweizer Franken seit 2016

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Zinsen und Krisen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tut wirklich sehr viel um eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken zu verhindern. Nur es will ihr einfach nicht gelingen. Denn die Sogwirkung des soliden Fränkli wirkt immer weiter. Ist weltweit Krise angesagt, fliehen sicherheitsbewusste Anleger in Gold und Fränkli. Die Konjunktursorgen und die Ängste um den Iran-Konflikt tun ihr Übriges! Das einzige, was momentan den Franken entlasten könnte, wären Aussagen der SNB für eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Aber danach sieht es nicht aus. Im Gegenteil.

Laut Schweizer Medien äußern sich der Schweizerische Finanzminister Ueli Maurer und UBS-Chef Sergio Ermotti jüngst sogar kritisch zu den Negativzinsen und Interventionen der SNB. Und die Amerikaner sind ja gerade dabei ab Ende Juli ihre Zinsen zu senken (höchst wahrscheinlich). Und auch die EZB wird den Euro wohl weiter schwächen. Denn Mario Draghi ließ jüngst durchblicken, dass man die Geldpolitik lockern könnte über neue Käufe von Staatsanleihen. Somit ist die Tendenz von Euro und US-Dollar gegen den Schweizer Franken weiter schwach, was den Franken somit automatisch stärkt.

Eine Garantie für einen steigenden Fränkli ist das natürlich nicht! Der Chart spricht aber dafür, und auch die sonstigen von uns genannten Themen. Aber man weiß ja nie! Es ist eine Chance für Forex-Trader, die auf einen steigenden Schweizer Franken setzten wollen (EURCHF Short). Betonen müssen wir natürlich bei so einem Hinweis auf eine große Chance ausdrücklich: Die Glaskugel haben auch wir nicht. Ob EURCHF jetzt schnell nach unten durchsackt (Aufwertung des Schweizer Franken), wissen wir auch nicht. Also, bilden Sie sich bitte ihr eigene Meinung.

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SNB versucht Schweizer Franken zu schwächen - mit wenig Erfolg
Direktorium der SNB. Thomas Jordan in der Mitte. Foto: SNB/P. von Ah

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Iran: Wie lange noch bis zum Krieg? Exklusiv-Interview mit einem Nahost-Experten

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Seit Anfang Mai haben die USA ihre Militärpräsenz in der Golfregion massiv ausgebaut, mit der Begründung akuter Bedrohung durch den Iran und pro-Iranische Milizen. Am 13.6 wurden die Öltanker “Kokuka Courageous“ und “Front Altair‘ im Golf von Oman vor den Küsten der Vereinigten Arabischen Emirate und dem Iran angegriffen und sind in Brand geraten! Die USA lieferten, aus ihrer Sicht, klare Beweise, dass der Iran dafür verantwortlich sei.

Iran Kriegsgefahr?

Iran schoß US-Drohne ab

Am 20.06.2019 schoss der Iran eine US Drohne ab (hier Fotos der Trümmerteile). Die USA behaupten das sich diese Drohne im internationalen Luftraum befand. Der Iran bestreitet dies: „Da sie unsere Warnungen ignorierten, mussten wir die Drohne abschießen“, sagte man in einer ersten Reaktion. Die Reaktion der USA folgte nur wenige Stunden später, in der Nacht zum Freitag den 21.6, mit dem Befehl zum Luftangriff auf den Iran von Donald Trump. Bevor aber dieser Luftangriff ausgeführt wurde, stoppte ihn Donald Trump. Die Begründung die er für seine Meinungsänderung gab veröffentlichte er, wie gewohnt, über Twitter.

Er, Donald Trump, habe sich, nachdem er für einen Kriegsangriff grünes Licht gab, informiert wie viele Leute eigentlich dabei umkommen würden. Daraufhin teilte man ihm dann mit, dass es ca 150 Menschen schon sein könnten. Vielleicht hat man hier auch eine oder zwei Nullen vergessen? Moment: Der Präsident einer Atommacht gibt grünes Licht zu einem Krieg und fragt hinterher erst, wie viele Menschen dabei sterben könnten? What the Fuck!?

Diese Frage hat sich in den Medien noch niemand gestellt, aber ich finde sie sehr wichtig.
Egal gegen wen man Krieg führt, es trifft immer mehr unschuldige Kinder, Frauen und Männer, als vermeidlich schuldige Politiker/Terroristen!

Pompeo auf Werbetour

Aktuell startet der US Außenminister Pompeo eine Werbetour für eine weltweite Koalition gegen den Iran! Diese Idee erinnert sehr stark an damalige Vorgehensweise vor dem Irak-Krieg. Hier wollte man eine “Koalition der Willigen“ zusammentrommeln. Mit damals von der USA eindeutig überbrachten Beweisen, die einen Krieg zwingend rechtfertigten. Später, nach dem Krieg, entpuppten sich diese Beweise als falsch! Im Laufe des Irak-Kriegs starben zig tausend Kinder und Frauen! Damals gab es eine europäische Opposition. Diese kritisierte vor allem:

-fehlende völkerrechtliche Legitimation,
-fehlende Nachweise für eine Bedrohung durch den Irak,
-nicht ausgeschöpfte Kontrollen der UN-Waffeninspekteure,
-mögliche Kriegsfolgen wie die Stärkung des islamischen Fundamentalismus und so auch des Terrorismus,
-Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens,
-Schwächung der Erfolgsaussichten im Krieg in Afghanistan, künftige Präventivkriege von atomar bewaffneten Staaten wie Nordkorea,
-hohe finanzielle Folgekosten der Besetzung und des Wiederaufbaus.

Am 15. Februar 2003 demonstrierten weltweit ca. neun Millionen Menschen in der größten Friedensdemonstration der Geschichte, die u. a. über das Europäische Sozialforum initiiert und koordiniert wurde. Vielleicht wiederholt sich auch hier die Geschichte wieder.

Was sagt der Nahost-Experte?

Am 24.6. stelle ich dem Nahost Fachmann Michael Tockuss, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Iranischen Handelskammer e.V. Hamburg, einige Fragen.

Herr Tockuss, wie schätzen Sie aus ihrer Sicht momentan die politische und die Stimmung des Volkes im Iran ein?

Im Iran steigt auch in der normalen Bevölkerung die Sorge vor einem Krieg mit den USA. Diese Sorge geht auch stark in Befürchtungen über, dass die allgemeinen Lebenshaltungskosten und insbesondere die Preise für Lebensmittel weiter ansteigen. Die Stimmung verändert sich aber auch politisch. Es gab zu Anfang der Präsidentschaft von Donald Trump bei liberalen Iranern durchaus die Hoffnung auf Veränderungen im Iran. Mittlerweile ist diese Stimmungslage umgeschlagen, und die Befürchtungen gelten nun der Kriegsgefahr, die ja zweifelsohne sehr akut ist.

Wie hat sich bis dato und vor allem in den letzten Wochen die wirtschaftliche Lage (Inflation etc) im Iran entwickelt?

Die Inflationsrate des Iran liegt aktuell bei ca. 40%. Diese Zahl bedeutet für die durchschnittliche iranische Familie erhebliche Einschnitte in ihr tägliches Leben. Die Menschen konzentrieren sich durch den Tag zu kommen, Restaurantbesuche gehen deutlich zurück. Und wo vorhanden, werden Rücklagen angegriffen um mit den alltäglichen Preiserhöhungen Schritt zu halten. Aber auch in den Außenbeziehungen sind die Auswirkungen der US-Sanktionen deutlich zu erkennen. Die deutschen Exporte nach Iran haben sich im ersten Quartal des Jahres 2019 halbiert. Deutschland liefert aktuell noch Waren und Dienstleistungen für rund 100 Millionen Euro pro Monat in den Iran. Somit ist die Krise auch bei deutschen Unternehmen im Iran-Geschäft deutlich zu spüren.

Trauen Sie dem Iran zu, dass sie die Tanker angriffen und aktuell eine Drohne im internationalen Luftraum über der Straße von Hormus abschossen ?

Wie alle anderen bewege auch ich mich hier im Bereich der Spekulation. Man muss die beiden Vorfälle sicher auseinander halten. Die Drohne wurde definitiv von iranischen Sicherheitskräften abgeschossen, und dies wird von iranischen Vertretern ja auch gar nicht geleugnet. Der Unterschied in der Betrachtung liegt lediglich darin, ob sich die Drohne in internationalem Luftraum befand oder in den Luftraum des Iran eingedrungen ist. Definitiv lügt hier eine Seite. Interessant ist die Tatsache, dass der Abschuss, nach allem was ich höre, nicht durch Luftabwehrsysteme erfolgte, die der Iran von Russland gekauft hat, sondern durch Systeme, die der Iran selbst entwickelt hat. Das lässt auf eine qualitative Entwicklung auf Seiten des Iranischen Militärs schließen, die sicher viele nicht für möglich gehalten haben.

Im Falle der beschädigten Tankers hilft ein genauer Blick auf die Abläufe und die einfache Frage: „Wem nützt das ?“ Bei den Abläufen fällt der Dissens auf, nachdem die USA behaupten, die Tanker seien mit Haftminen beschädigt worden. Die Besatzungsmitglieder sprachen von „fliegenden Objekten“ mit denen sie angegriffen wurden. Nur eine Version kann richtig sein. Bei den Bildern, die als angeblicher Beweis durch die USA vorgelegt wurden und die eine Gruppe von Revolutionsgardisten zeigen sollen, die eine nicht explodierte Haftmine entfernen sollen, erstaunt schon die große Anzahl an Menschen, die in dem iranischen Schnellboot gezeigt werden. Ist es wirklich realistisch, dass ein iranischer Kommandeur für so eine sensible Aufgabe rund ein Dutzend Soldaten in Uniform einsetzt ? Man sagt ja: „Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst“, und ich kenne fast keinen Beobachter, der bei diesen Bildern nicht sofort an die „Beweise“ der USA über Massenvernichtungswaffen im Irak gedacht hat. Wichtiger ist für mich die Frage: Wem dient es ? Dies kann klar beantwortet werden. Es dient definitiv nicht dem Iran, der keinerlei Interesse an einer kriegerischen Auseinandersetzung mit den USA haben kann, da dies sowohl seine politische wie wirtschaftliche Lage nur weiter verschärfen würde.

Wie ist die Rolle der Europäer und Deutschlands in dem Konflikt ?

Die Europäer sind wirtschaftlich ein Riese und politisch höchstens eine mittlere Größe. Diese Ansicht gibt es seit Jahren und sie wird regelmäßig in politischen Diskussionen beklagt. Im Fall des Iran-Konflikts hat sich Europa auch wirtschaftlich als unfähig erwiesen, seine Verpflichtungen aus dem Atomabkommen zu erfüllen. Der Iran hat sich an das Abkommen gehalten, aber die Europäer waren nicht einen Tag in der Lage ihren Teil des „Deals“ zu erfüllen (FMW: Man sehe dazu Aussagen der EU vom 9. Mai). Von Anfang an fehlte es an Möglichkeiten Iran-Geschäfte über europäische Banken abzuwickeln. Es fehlte die Bereitschaft Großunternehmen dauerhaft zu einem Engagement im Iran zu bewegen. Aus Deutschland kamen warme Worte aus der Politik, die unterschiedlichen Wirtschaftsminister der Länder und des Bundes entdeckten Teheran als Ziel von Wirtschaftsdelegationen und sendeten schöne Bilder an die heimischen Medien. Aber einen ernsthaften Versuch, dem Iran wirtschaftlich entgegenzukommen gab es aus Europa nicht. Die Europäer und deutsche Politiker haben über Jahrzehnte große politische und diplomatische Bemühungen unternommen das Atomabkommen möglich zu machen. Aber es gab nicht einen Bruchteil solcher Bemühungen es praktisch zu retten. Verstehen Sie mich hier bitte nicht falsch. Ich rede nicht von besorgten politischen Statements, von Beratungen in europäischen Gremien. Ich rede von ernsthaften, praktischen Bemühungen dem Iran wirtschaftlich zu helfen. Hier haben wir als Deutsche, aber auch als Europäer versagt.

Was passiert, aus ihrer Sicht, wenn die USA den IRAN angreifen ?

Nun, die Gefahr besteht akut, dass es zu einem Flächenbrand im Nahen Osten kommt. Schon jetzt liegen klare Äußerungen regionaler Vertreter vor, dass sowohl die arabischen Staaten am Persischen Golf, wie auch der Libanon und die Palästinenser sicherlich in einen solchen Konflikt involviert werden. Wir müssen uns auch klar machen, dass dieser Konflikt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Europa liegt und auch deutliche Auswirkungen auf die Menschen hier haben kann. Wirtschaftlich wäre ein stark ansteigender Ölpreis etwas, was wir auch hier spüren würden. Aber wo es Krieg gibt, gibt es auch Flüchtlinge, die ihre Länder verlassen und Zuflucht in Europa suchen.

Was passiert kurzfristig nach einem Angriff der USA, und was sind die langfristigen Folgen ?

Der Iran wird einen US-Angriff sicherlich nicht tatenlos hinnehmen und ebenfalls militärisch reagieren. Was konkret passieren wird, kann auch ich Ihnen nicht sagen. Aber man darf in diesem Konflikt nicht vergessen, dass die Revolution, die im Iran 1979 stattfand, im Kern darin begründet war, dass die Menschen im Iran ausländischen Druck, Interventionen in ihre politischen Entscheidungen und eine Fremdbestimmung des Landes beenden wollten. Es gibt zwar seit Jahren heftigste innenpolitische Auseinandersetzungen im Iran, aber auch heute werden Sie noch viele Menschen im Iran finden, die ihre politischen Differenzen hinten anstellen, wenn es um die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit des Landes geht. Dieser wirtschaftliche und militärische Druck führt also nicht dazu, dass es im Iran eine politische Differenzierung gibt, sondern eher zu einem „Zusammenstehen“ gegen den äußeren Feind. Langfristig hat das Beispiel des Iran verheerende Folgen für viele anderen Konflikte weltweit. Denn die Botschaft der Trump-Administration ist eindeutig. Politische und diplomatische Bemühungen, Internationale Abkommen verlieren jede Bedeutung, wenn sich die einzige verbliebene Supermacht nicht mehr daran hält. Der Atomkonflikt mit dem Iran wurde durch ein internationales Abkommen entschärft. Der Iran hat sich an dieses Abkommen gehalten, und die Internationale Atomenergiebehörde in Wien hat dies in 14 Kontrollen im Iran bestätigt. Aber mit einem Federstrich haben sich die USA einseitig aus dem Abkommen verabschiedet. Warum sollte der Iran sich nun auf neue Verhandlungen mit den USA einlassen ? Hier liegt der große langfristige Schaden, den die USA angerichtet haben, und der neben dem Iran auch auf viele anderen Konfliktregionen ausstrahlt. Die Botschaft ist so klar wie zynisch. Auf Abkommen mit den Amerikanern kann man sich nicht verlassen.

Könnte es sein, dass der Iran bei einem Angriff der USA Israel mit Raketen angreift ?

Schon Ihre Frage zeigt, welche dramatische Auswirkungen ein militärischer Angriff auf den Iran haben könnte. Ich glaube nicht an eine solche direkte Auseinandersetzung, aber es besteht natürlich die große Gefahr, dass andere Länder in diesen Konflikt gezogen werden. Weder die Amerikaner noch die Iraner sind in der aktuellen Krise ja allein. Die Unterstützung der Monarchien am Persischen Golf und Israels ist den Amerikanern sicher, und genauso hat der Iran Verbündete im Libanon, Syrien, Irak und bei den Palästinensern. Diese unübersichtliche Konfliktlage macht die Situation ja so gefährlich. In einem solchen Pulverfass kann jede scheinbar räumlich begrenzte militärische Aktion zu einem Flächenbrand führen.

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