Europa

Auftragseingang im Bauhauptgewerbe – Spiegelbild der beginnenden Krise?

Heute wurden vom Statistischen Bundesamt Daten für den Auftragseingang im Bauhauptgewerbe für den Monat Juli veröffentlicht. Dazu lassen wir an dieser Stelle erst einmal die Statistiker zu Wort kommen. Auszugsweise im Wortlaut aus der Veröffentlichung:

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2019 saison- und kalenderbereinigt unverändert zum Juni 2019. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich sank das reale Volumen der saison- und kalenderbereinigten Auftragseingänge von Mai bis Juli 2019 gegenüber Februar bis April 2019 um 4,1 %. Dieser Rückgang ist auf das sehr hohe Auftragseingangsniveau, bedingt durch die besonders gute Entwicklung der vorausgegangenen Berichtsmonate, zurückzuführen. Im Vorjahresvergleich war der kalenderbereinigte reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juli 2019 um 2,4 % höher als im Juli 2018.

Also: Ganz aktuell gibt es Stagnation. Im Dreimonatsvergleich ein Rückgang, und im Vorjahresvergleich noch ein Plus. Was soll man davon halten? Der Jahresvergleich ist nach unserer Meinung immer am Wichtigsten, weil so langfristige sinnvolle Vergleiche dargestellt werden können, ob ein Markt wirklich wächst oder rückläufig ist. Aber stellen wir nochmal einen Gesamtkontext her. Aktuell haben wir hier die Auftragseingänge.

Während auch die Immobilienpreise immer noch weiter boomen (gestrige Daten), ist der Einkaufsmanagerindex für das Baugewerbe deutlich negativ. Auch eine Umfrage des DWI in der Branche aus dieser Woche zeigt, dass der Abschwung in der Immobilienbranche längst begonnen hat. Und auch die Zahl der neu genehmigten Wohnungen zeigt seit Monaten gen Süden.

Tja, der Statistiker würde jetzt wohl sagen: Diese ganz frische Zahl, der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe, wirkt aktuell bremsend auf den Absturz? Das Gesamtbild jedenfalls scheint eher einen Abschwung darzustellen.



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