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Zombiefirmen – Pleitewelle startet mit Thomas Cook

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Stehen wir am Beginn einer Pleitewelle von Zombiefirmen? In der Nacht von Sonntag auf Montag hat der britische Tourismus-Konzern mitgeteilt, dass man Insolvenz anmelden werde, nachdem die britische Regierung nicht bereit war, weitere 200 Millionen Pfund in das Unternehmen zu investieren. Dabei zog sich das Siechtum von Thomas Cook schon seit Jahren hin – kaum vorhandene Margen trugen maßgeblich dazu bei, aber auch vom Management verschlafene Megatrends, die die Branche inzwischen stark verändert haben (so zum Beispiel Airbnb).

Dass Thomas Cook so lange überleben konnte, dürfte der fast schon globalen Niedrig- bzw. Nullzinspolitik geschuldet sein, die die Kapitalkosten für die Unternehmen so drastisch reduziert hat. Dennoch gibt es einen hohen Anteil an Firmen, die etwa Markus Krall als „Zombiefirmen“ bezeichnet: also Firmen, die nicht einmal in der Lage sind, die derzeitig so minimalen Kapitalkosten mit ihrem Geschäftsmodell zu verdienen – so wie Thomas Cook. Der Anteil von solchen „Zombies“ unter den Firmen liegt laut OECD in den 14 wichtigsten Industrieländern schon über der Marke von 10%.

Diese Zombiefirmen sind für Volkswirtschaften sehr schädlich, weil sie faktisch unproduktiv sind, aber gleichzeitig Ressourcen an Geld un Menschen binden, die in anderen Firmen viel produktiver arbeiten könnten. Die Existenz der Zombiefirmen unterbindet damit die „kreative Zerstörung“ im Sinne Schumpeters – verhindert also eine Art Selbstreinigungsprozess der kapitalistischen Wirtschaft, indem schlechte Firmen aus dem System „ausgemendelt“ werden.

Marc Friedrich sieht in folgendem Video die Pleite von Thomas Cook als Auftakt einer Pleitwelle von Zombiefirmen – und malt darüber hinaus ein düsteres Bild der deutschen Wirtschaft: nun zeige sich, dass auch das Gelddrucken der Notenbanken nicht mehr reiche, um die Rezession und die Pleite von vielen solcher Zombiefrimen zu verhindern. Friedrich sieht nun das „Endspiel“ herauf ziehen, ja gar einen gewaltigen Crash auf uns zukommen.

Hat er damit Recht? Eines scheint klar: bislang war es der Glaube an die vermeintlich unbegrenzte Macht der Notenbanken, die das System des „höher, schneller, weiter“ immer weiter fortgetragen hat, obwohl wir einerseits demografisch schrumpfen, andererseits ein stetig abnehmendes Produktivitätswachstum haben (und das trotz der digitalen Revolution!). Was passiert, wenn der Glaube an die Notenbanken verloren geht, weil immer mehr Menschen erkennen, dass die Notenbanken die Dinge nicht mehr im Griff haben – sichtbar an einer rollenden Pleitewelle?

 

Stehen wir am Beginn einer Pleitewelle von Zombiefirmen?

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    pigeon

    25. September 2019 11:14 at 11:14

    Meine Güte, was für eine Arroganz in diesem Beitrag!
    Ich stimme der Analyse ja vollkommen zu, was die Zombifizierung der Wirtschaft angeht. (Nur die Zyklik der Autoindustrie sollte man nicht überbewerten. Klar jetzt geht es abwärts, aber dann dreht es wieder. Erinnert mich alles an die Zeit 2002-2003. Die Autoindustrie ist so gesehen unser geringstes Problem.)

    Aber was ich bei all diesen Kritiken vermisse ist ein sinnvoller Vorschlag, wie man es denn hätte so besser machen können, dass nicht Abermillionen von Menschen auf der Straße gestanden hätten und nur wenige Shorties profitiert hätten. Kreative Destruktion klingt ja vernünftig, aber hat mal jemand wirklich überlegt, was das 2008 sozial bedeutet hätte ohne die Eingriffe der Regierungen und Notenbanken?

    Ich würde gerne mal ein wirkliches Gegenkonzept sehen, wo man nicht nur schwarzmalt bezüglich der negativen Folgen der Rettungspolitik, sondern man sich mal in die Haut der politisch Verantwortlichen steckt und überlegt, wie man Völker von Millionen durch so eine Krise geführt hätte, ohne eine soziale Verelendung zu bewirken. Das Problem dieses Denkens der kreativen Zerstörung ist m.E., dass der Faktor Mensch einfach ausgeblendet wird. Es wird so getan, als könnten sich die Menschen so schnell umstellen auf andere Erwerbszweige und die Zeit dazwischen locker ohne Einkommen auskommen. Das ist einfach nicht die Realität. Es funktioniert, solange die Verwerfungen sich in Grenzen halten. Aber bei dem Ausmaß der Ungleichgewichte, das wir gegenwärtig haben, führt es zum Krieg.

    Also bitte: Ich teile Ihre Kritik, aber bevor Sie damit weitermachen, sollten Sie erstmal diesen sozial wirklich gangbaren Gegenentwurf vorlegen. Alles andere ist nur eine Orgie für Bären.

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      Markus Fugmann

      25. September 2019 12:02 at 12:02

      @pigeon, das Problem ist doch, dass man Schmerzen vermeiden will, indem man die Dinge einfach weiter nach hinten schiebt – wodurch der Schmerz dann aber umso größer werden wird! Blickt man zurück auf die Große Depreission ab den späten 1920er-Jahren, so haben sich damals die Notenbanken anders verhalten. Die Folge war ein extrem schmerzhafter Crash von Märkten und Wirtschaft – aber dann eben auch nach diesem „reinigenden Gewitter“ ein kaum je gesehener Aufstieg der Wirtschaften. Mit der von den Notenbanken geförderten Zombifizierung der wirtschaft ersticken wir den Sauerstoff, den wir zum wirtschaftlichen Leben brauchen und mindern unsere Zukunftschancen. Nur wer bereit ist, Schmerzen in Kauf zu nehmen, kann den Organismus wieder heilen.

      Vielleicht wären unserer Zukunftsaussichten deutlich besser, wenn die Notenbanken nicht in der Finanzkrise schon „all-in“ gegangen wären – ja, wir hatten danach eine Scheinblüte, aber jetzt fliegen uns die damals zugeschütteten Probleme wieder um die Ohren!

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        Danny Jakob

        27. September 2019 02:40 at 02:40

        Was sie hier aber vergessen zu erwähnen, ist was unter anderem der Depression damals voraus ging und folgte. Sprich die beiden Weltkriege. Zu dem wurde als Beispiel in den USA damals der Aktienmarkt nach dem Crash 1929 stark reguliert, die Regulierung gibt es heute kaum noch was unter anderem dazu führte damit es diesen Zyklus den wir jetzt haben gibt. Ich bin ehrlich der Meinung damit der ganze Finanzsektor auf den Prüfstand muss und vielleicht sollte man auch endlich der These abschworen damit es unendlichen Wachstum geben kann, dies ist nicht möglich nur keiner will es wahr haben, da es hieße damit auch die Gewinne nicht unendlich wachsen können

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    Nico

    25. September 2019 12:10 at 12:10

    @pigeon. Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Was für eine Arroganz und was für eine Buchwerbung! Immer krasser die Werbetrommel rühren. Alle sind unfähig die Fakten zu erkennen und der Klimawandel ist ein Klacks gegen den kommenden Wirtschaftseinbruch. Ich weiß nicht, wer da Probleme mit Fakten hat. Auch wenn viele Analysen zutreffend sind, er überzeichnet ein Bild. Junge Menschen müssen bei den Videos richtig Angst bekommen, auch wenn Friedrich am Schluss entgegen seiner Aussagen immer wieder betont: Die Welt ist besser als wir glauben.

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    USLA

    25. September 2019 12:27 at 12:27

    Thomas Cook als Zombie Firma zu bezeichnen ist schon ungeheuerlich wenn man bedenkt das es die Firma ja schon über hundert Jahre gibt. Wenn nächste Woche VW pleite gehen würde, ist dann VW auch ein Zombie.
    Ich mag die die Kommentare von Friedrich und Weik nicht mehr nur Schwarzmalerei Untergangsstimmung. Kritik ist immer einfach aber wo sind die vernüftigen und sozialveräglichen Vorschläge????
    Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Was den Euro angeht totgeglaubte leben länger.

    • Avatar

      Michael

      25. September 2019 13:07 at 13:07

      Und was hat das Alter einer Firma mit der Zombiefizierung zu tun?
      2011 konnte Thomas Cook noch einmal vor der Pleite gerettet werden, die Schuldenlast sank jedoch langfristig nicht. Britischen Medien zufolge zahlte der Konzern seit 2012 rund 1,2 Milliarden Pfund nur für Zinsen auf seinen Schuldenberg, etwa ein Viertel des gesamten Geschäfts diente zuletzt nur dem Schuldendienst. „Wir müssen jedes Jahr drei Millionen Reisen verkaufen, allein bis wir die Zinslast bezahlt haben“, sagte Thomas-Cook-Chef Peter Fankenhauser kürzlich.

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      Columbo

      25. September 2019 14:35 at 14:35

      @USLA
      Klingt nach Pfeifen im Walde…

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    Hesterberg

    25. September 2019 12:55 at 12:55

    Vielleicht übertreibt Marc Friedrich sein Schreckensszenario im einen oder anderen Punkt ein wenig. In der Gesamtaussage wird er leider Recht behalten.

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    John

    25. September 2019 13:22 at 13:22

    Mit Crash Gerede verkauft man Bücher. Mit Crash Gerede generiert man Aufmerksamkeit bzw. clicks und somit Werbeeinnahmen.

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    Savestrax

    25. September 2019 18:50 at 18:50

    Eine lange Historie ist doch kein Merkmal für ein gesundes Unternehmen. Als
    Zombieunternehmen werden Firmen bezeichnet, die mit ihrem Geschäftsmodell und der eigenen Umsetzung dessen die Kapitalkosten nicht mehr erwirtschaften.
    Dies kann verschiedene Ursachen haben und ist oft ein Mix aus mehreren Faktoren. Oft ist der Anteil externer Faktoren auch größer als eigenverschuldete Fehler. Aber immer ist es auch ein Problem der unzureichenden Anpassung an sich verändernde Bedingungen. Die Schuldfrage ist hierbei an anderer Stelle zu klären.

    Es ist also keinesfalls ungeheuerlich TC als Zombie zu bezeichnen, nur weil es ein altes Unternehmen ist.

    Ich erwarte auch von Friedrich und Weik keine sozialverträglichen Vorschläge, weil es die nicht geben kann. Bereits 2008 hätte es bei einem für das System besseren Weg große Schmerzen gegeben. Nur wollte man Schmerzen unbedingt vermeiden.

    Und die Schmerzen sind auch jetzt schon da.

    Die Frage ist doch eher wie gehe ich mit solchen Informationen um. Die Kommentare hier zeigen mir nur die Konfrontation mit den Vortragenden.
    Ich nehme lieber die Informationen auf und versuche sie in meine Planungen einzubauen. Ich bin dankbar über diese „über den Tellerrand blickende“ Betrachtung und blicke daher positiv in die Zukunft, weil ich mich mit den möglichen Entwicklungen auseinandergesetzt habe und vorbereitet bin.
    Und wie Herr Krall so schön sagt: “ wenn ich nicht Recht habe, mache ich eine Flasche Schampus auf“

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    Stina

    25. September 2019 21:42 at 21:42

    Deutsche sind schon komische Menschen. Sie reden immer über Klima und Umwelt, aber tun gar nichts. Sie rasen mit Rennwagen und kleinen Panzern über ihre Autobahnen, bauen mit viel Beton und Ziegelsteinen, fliegen dreimal im Jahr in Urlaub. Sie schimpfen über ihre Grünen, schimpfen über Greta, weil die alle soviel verbieten, warten viele Stunden an Tankstellen, weil sie 3 Euro sparen können. Sie jammern immer über Wirtschaft und Geld, über Hitze und Plastikmüll und was tun sie?

    Sie steckten viele Jahre viele Milliarden an Helikoptergeld und fast geschenkten privaten Krediten in Air Berlin, Thomas Cook und andere Zombies. Hauptsache billig und so oft wie möglich. Was sagen Deutsche zu der Frage: Hat die aktuelle Klimadebatte Auswirkungen auf Ihre Urlaubspläne dieses Jahr? Die überwiegende Mehrheit – nämlich 71,1 Prozent – antwortete mit Nein.

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    MHX77

    26. September 2019 14:03 at 14:03

    Wenn ich weiß, dass sich der Gini Index der Vermögensungleichheit in Deutschland von etwa 66% in 2006 auf beinahe 80% in 2019 verschoben hat (Quelle Credit Suisse), und dazu das Attest von Krall addiere, nämlich dass Deutschland eine sozialistische Politik betreibe, dann ergibt sich in der Bilanzsumme ein großes „Schwätzer“.
    Der Wirrkopf landet in 2020 zusammen mit Otte auf dem Goldtrödelmarkt des nächsten Hambacher Festes, gleich neben dem Häkelwarenstand von Henryk M. Broder, und der Boxbude von Meuthen.
    Sollen sich meinetwegen Heerscharen von Reichsbürgern, Alternativen und sonstwie Verirrten weiter an Frau Dr. Merkel und der Klimaleugnung abarbeiten, sowie ihre Cents in dubiose Goldanlagen, Dystopieliteratur und furchtbar unrentable YT-Prollfonds investieren – ich setze dennoch (amüsiert) weiter auf seriöse börsennotierte Fonds.

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    Katja Wohmann

    17. Oktober 2019 09:52 at 09:52

    Langsam aber sicher explodiert im Internet die Menge an allwissenden Schnurrnalisten, die nichts anderes mehr tun als von vielen Nacherzählern wieder ein Variente der Nacherzählung zu generieren.
    Der Aufwand steigt für den Leser herauszufinden, was man überhaupt noch ernsthaft lesen kann, um einigermassen das Geschehen einordnen zu können. Die Beraterinflation ist zur Zeit im Übermass störend und nervig.
    Liebe Berater und Influencer, zeigt einfach in wenigen Worten die Analysen aus wirklich fundierten und vertrauenswürdigen Quellen und ihr werdet den Lohn und Dank der Leser ernten können. Für Märchen sind die Gebrüder Grimm zuständig.

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Coronavirus: Was erwartet „Big Money“ – Crash oder Erholung?

Das Coronavirus hat die Investoren auf dem falschen Fuß erwischt und den schnellsten Crash seit 1929 ausgelöst. Haben wir die Tiefs bei den Aktienindizes schon gesehen?

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Das Coronavirus hat die Investoren auf dem falschen Fuß erwischt und den schnellsten Crash seit 1929 ausgelöst. Die wohl am meisten gestellten Frage von Anlegern lautet derzeit wohl: Haben wir die Tiefs bei den Aktienindizes schon gesehen oder geht es noch viel stärker abwärts? Dies kann natürlich kein Mensch seriös beantworten, egal welcher Methode er sich auch bedient. Aber interessant ist es dennoch, was große Investoren in naher Zukunft erwarten, denn schließlich sind sie es, die mit ihren großen Anlagesummen die Märkte bewegen. Deshalb sind Umfragen und der Vermögensverwaltern interessant.

Coronavirus: Die große Skepsis , auch unter den Großen

Der Crash der Aktienindizes im schnellsten Tempo aller Zeiten hat Spuren hinterlassen, auch in der Zuversicht der Großanleger. Wie eine Befragung von Boston Consulting Group (BCG) im März bei 150 Investoren ergab – die nicht weniger als vier Billionen Dollar in ihren Portfolios halten – rechnen diese zwar mit einem Ende der wirtschaftlichen Vollbremsung bis Ende des dritten Quartals, aber nur ein Sechstel der Verwalter geht davon davon, dass es bereits dann wieder mit dem gewohnten Gewinnwachstum weitergeht. Die Hoffnung auf eine schnelle, V-förmige Erholung nach dem Coronavirus ist also verflogen. 60 Prozent der Vermögensverwalter glauben an weiter fallende Kurse bis Jahresende, ein Viertel von ihnen ist für die Periode neutral gestimmt. Und das ist das Neue an der Situation: Der Glaube an die Allmacht der Notenbanken hat durchd as Coronavirus schwer gelitten, zusammen mit den Konjunkturprogrammen der Regierung könne das laut Befragten nur für eine Verhinderung des ganz großen Crash sorgen. Was heißt das jetzt in konkreten Zahlen?

Für den S&P 500 sehen die Großinvestoren weiteres Abwärtspotenzial auf durchschnittlich 2062 Punkte, einige rechnen mit noch tieferen Kursen bis knapp 1800 Punkte. Angesichts des Schlusskurs beim Leitindex der Welt von 2541 Punkten am gestrigen Tag, wäre dies doch noch ein gewaltiger Vermögensverlust bei dem immer noch über 20 Billionen Dollar schweren Index.

Es wären natürlich keine professionellen Vermögensverwalter, wenn sie für die weitere Zukunft keinen Optimismus verspürten.

Über die Hälfte glaubt für 2021 wieder an steigende Kurse – und erst recht für das Jahr 2022. Eine neue Bescheidenheit scheint eingekehrt zu sein, wenn man sich die Prognose von 3075 Punkte für den S&P 500 in drei Jahren betrachtet, denn diese Kennzahl liegt immer noch etwa 10 Prozent unter dem Höchsstand der Börse von Mitte Februar 2020. Für das aktuelle Jahr ist man äußerst bescheiden geworden. Laut BCG fordert eine Mehrheit der Großinvestoren die Firmen innerhalb des nächsten Vierteljahres auf, ihre Geschäftsergebnisse anzupassen, ohne sich aber der Illusion hinzugeben, dass diese in diesem Jahr noch erreicht werden können.

Der Buyback-Boom ist vorbei

Die neue Bescheidenheit der Vermögensverwalter nach dem Crash erkennt man an ihrer Forderung, dass die Firmen für Liquidität sorgen und damit sogar Investitionen verschieben sollten, wenn dies für absehbare Zeit von Vorteil sei. Außerdem solle man Aktienrückkäufe zurückfahren und sogar Dividendenkürzungen hält man für akzeptabel.

Wenn das „Financial Engineering“ für den S&P 500 für die weitere Zukunft drastisch gekürzt würde, entfiele ein bedeutsamer Kurstreiber für die Märkte.

Schließlich haben diese in den Jahren 2019 (806 Milliarden Dollar) und 2018 (729 Milliarden Dollar) für einen Großteil der Indexgewinne gesorgt.

Fazit

Was soll man von dieser Umfrage halten? Sehr oft sind Ergebnisse solcher Umfragen als Kontraindikation zu sehen, zumindest bei eindeutiger oder extremer Positionierung. Aus der Märzbefragung hingegen ist große Unsicherheit, aber auch große Vorsicht zu entnehmen. Das Coronavirus und seine Folgen ist für jeden Investor – selbst für Warren Buffett, der bereits sechs oder sogar sieben Rezession erleben musste – Neuland. In den kommenden Wochen wird sich vermutlich in den Zentralen der Geldsammelstellen fast extremer Wankelmut breit machen (müssen). Auf der einen Seite werden die negativsten Konjunktur- und Unternehmensmeldungen im April auf die Manager einprasseln, die sie jemals in ihrem Leben lesen mussten. Auf der anderen Seite sehen sie die gewaltigsten Stützungsprogramme, die Regierungen und Notenbanken jemals auf den Weg gebracht haben.

Und nicht zuletzt muss man das mathematisch-medizinische Konstrukt einer bisher nicht erlebten Pandemie verdauen, welches in Kürze Meldungen der Niedergeschlagenheit, aber auch der Hoffnung produzieren wird.

„Wo Gefahr herrscht, wächst das Rettende auch“, schrieb einst der vor 250 Jahren geborene Dichter Hölderin. Auf die heutige Situation bezogen, könnte dies so etwas bedeuten wie: Irgendwann werden sich die Hoffnungssignale schlagartig so verstärken, dass das neu geschaffene und das geparkte Geld an die Märkte zurückfließt und einen Crackup-Boom nach dem Abflauen des Coronavirus auslöst. Jedoch gefolgt von starker Inflation und einem erneuten Test der Finanzmärkte mit ihrem FIAT-Money. Derzeit gibt es kaum Anhaltspunkte und frühere Beispiele, wie sich die Börsen kurzfristig entwickeln könnten. Eine Eigenschaft der Wertpapierbörsen funktioniert gerade nicht: Börsen können blitzschnell Informationen verarbeiten und deren mögliche Auswirkungen auf die Zukunft, aber keine Ereignisse. Und so ein Ereignis ist das Coronavirus.

Bei Covid-19 gibt es keine Insider, die von ihren frühen Kenntnissen (und auch Beziehungen) profitieren könnten. Vielleicht bedeutet das aktuell wenigstens ein wenig Chancengleichheit zwischen den Großen und den Kleinen..

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Die Aktienmärkte konnten auch gestern wieder zulegen – und damit die massiven Verluste seit Jahresbeginn wieder etwas eingrenzen. Aber ist das bereits die Trendwende, wie viele glauben? Danach sieht es nicht aus – vielmehr fehlen noch entscheidende Voraussetzungen, dass die Aktienmärkte wirklich eine Trendwende schaffen können. Eine davon ist, dass die von Regierungen und Notenbanken versprochenen Gelder auch wirklich schnell und effektiv ankommen – unser Finanzsystem ist darauf aber nicht ausgelegt. Weitere Voraussetzug ist eine Trendwende vor allem bei Corona-Zahlen in den USA (vor allem New York) – ist der Peak wirklich Mitte April erreicht, wie die Trump-Administration annimmt? Nach wie vor spricht auch die Positionierung der Investoren für eine Trendwende..

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Die Aktienmärkte dürften im April neue Tiefs erreichen – trotz der jüngsten Rally. Der Liquiditäts-Tsunami liegt hinter uns, der ökonomische Schmerz noch vor uns

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