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Asien

China – die Wirtschaft ist zweigeteilt

Wolfgang Müller

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am

Es ist schon ein ungewöhnlicher Vorgang, dass eine Organisation wie die Europäische Wirtschaftskammer eine Botschaft an China sendet, mit der Aufforderung zu Reformen in der Wirtschaft. Die aufgeblähte Staatswirtschaft verursache immer größere Probleme, während es der Privatwirtschaft vergleichbar gut erginge. Natürlich waren die Zeilen der Interessenvertretung in diplomatischem Stil verfasst, aber daraus wurde mehr als deutlich, wie man sich in Europa um die chinesische Wirtschaft sorgt, schließlich ist China als Wachstumsmotor der Welt für den alten Kontinent von ganz großer Bedeutung.

 

Die unterschiedlichen Wachstumsbereiche in China

Es ist der Staatssektor, also die Firmen, die unter staatlicher Kontrolle stehen, die in den letzten Jahren eine Verschuldungsorgie sondergleichen hingelegt haben. Dabei stellt die Europäische Wirtschaftskammer fest:

  • Die Zahl der Staatsunternehmen ist in der letzten Dekade auf 167.000 angestiegen und macht in etwa 52 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Dabei habe sich die Verschuldung in zehn Jahren vervierfacht.
    Die Rendite sei aber in dieser Zeit von 6,7 auf 2,6 Prozent gefallen.
  • Im Nordosten des Landes, wo die staatlichen Betriebe vorherrschten, stehe man vor einer Rezession. Mit einem völlig aufgeblähten Staatssektor, der mittlerweile das ganze Land herunterzöge.
  • Im Süden, wo Privatunternehmen dominieren, floriere die Wirtschaft.
    Die Handelskammer spricht von der Angst des Staates durch Privatisierung die Kontrolle zu verlieren, die Betriebe würden staatlich gehätschelt und nach Aussage des Kammerpräsidenten Wuttke gingen 80 Prozent aller Kredite an Staatsbetriebe.
  • Insgesamt verliert das Wachstum in China, wie allgemein berichtet, stark an Fahrt- von einst über 10 Prozent auf derzeit 6,2 Prozent, wie der IWF schätzt. Wahrscheinlich sind es jedoch nur um die drei Prozent.

Nach der Finanzkrise 2009 hat China der Welt mit einem schuldenfinanzierten Konjunkturprogramm aus der Krise geholfen. Die Folge war ein gigantischer Wirtschaftsboom, von dem insbesondere Europa und noch mehr Deutschland profitiert hat. Man denke nur daran, dass VW nicht weniger als vier seiner zehn Millionen produzierten Fahrzeuge im Reich der Mitte verkauft hat.

Tempi Passati, aber dennoch bleibt Chinas Wirtschaft für den Exportweltmeister das Maß aller Dinge. Man könnte sagen: Wenn China hustet, bekommt Deutschland eine Grippe.

 

Fazit

Die oben genannten Zahlen und Entwicklungen machen wieder einmal deutlich dass eigentlich beide Seiten, sowohl die USA also auch China, nicht an einem fortgesetzten Handelskrieg gelegen sein kann. Es steht für beide Seiten sehr viel auf dem Spiel und es wurde ja auch schon x-mal betont, dass ein Handelsstreit nur Verlierer hervorbringen kann.

Damit stellt sich wieder einmal die Frage, für wen eine Einigung, zumindest temporärer Art, wichtiger ist: Für ein wirtschaftlich taumelndes China oder eine mehr und mehr betroffene USA, deren Präsident sich keinen Wirtschafts – und Börseneinbruch leisten kann, ohne seine Wahlchancen zu zertrümmern? Innenpolitische Schwierigkeiten hat er ohnehin derzeit genug.

 

In China ist die Wirtschaft zweigeteilt

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    25. September 2019 13:43 at 13:43

    Natürlich wollen beide Seiten einen Deal. Natürlich ist keiner Seite an einem fortgesetzten Handelsstreit gelegen und natürlich gibt es dabei nur Verlierer. Das wissen doch alle längst. Aber niemand schreibt darüber, wie so ein Deal aussehen könnte, damit er von beiden Seiten akzeptiert werden kann. Das ist doch das Problem.

    Wenn sich eine Macht für einen Krieg entscheidet, weiß sie, dass er mit vielen und üblen Nachteilen verbunden sein wird. Wenn sie ihn trotzdem eingeht, dann deshalb, weil ihr die langfristigen Nachteile ohne den Krieg noch übler erscheinen.

  2. Avatar

    franko33

    25. September 2019 16:31 at 16:31

    Es geht wie meist immer darum: Wer ist der Stärkere – Kann ich meine Macht erhalten /
    Kann ich meine Macht erhöhen ?
    Alles auf Kosten der Weltgemeinschaft,sowohl wirtschaftlich als auch bezogen auf unsere Umwelt.

    Wer in diese Welt geboren wird kann schier daran verzweifeln,dass wir uns in den letzten
    5000 Jahren immer noch in Kriege verzetteln und uns nicht weiter geistig entwickeln.
    Leider ist ein voller Magen immer noch das Wichtigste und doch für viele weit entfernt.
    Muß mich sogar für diese Worte entschuldigen,denn ich lebe ja in dieser Weltengemeinschaft – statt dessen haben wir Generationen,die sich wirklich im Moment
    nicht gerade aneinander annähern,statt zusammen etwas zu verbessern

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Asien

Bruttoinlandsprodukt: China ist gewachsen, Deutschland und Europa hinken hinterher

Redaktion

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Shanghai ist die weltweit bekannteste Metropole in China

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist im Gesamtjahr 2020 um 5 Prozent gesunken (wir berichteten). Dieses Ergebnis war besser als gedacht. Für die Eurozone liegen die Erwartungen bei -7,5 Prozent. Und China? Wohl dank der schnellen und extrem harten Lockdown-Maßnahmen (Millionen Menschen wurden quasi zuhause eingesperrt) kam das Land schnell aus der Coronakrise heraus, und Wirtschaft und Handel waren relativ gering beeinträchtigt.

Ganz aktuell liegen staatliche Aussagen aus China vor, wonach das Bruttoinlandsprodukt in 2020 im Jahresvergleich um 2,3 Prozent gestiegen ist! Während der Westen kräftige Rückgang der Wirtschaftsleistung verzeichnet, legt China als einziges bedeutendes Land also einen Zuwachs bei der Wirtschaftsleistung hin. Im 4. Quartal 2020 lag das BIP-Wachstum in China im Jahresvergleich sogar bei 6,5 Prozent! Im Chart sehen wir im Verlauf der letzten zehn Jahre in blau die prozentuale BIP-Wachstumsrate für China, und in schwarz die für Deutschland.

Die Industrie in Deutschland kommt zwar ziemlich gut durch die Coronakrise. Aber wir alle sehen es. Die Dienstleistungsbranche leidet massiv unter den monatelangen chaotischen Maßnahmen, dem zweiten Lockdown, und ständig geänderten Regeln. Ist für so einen Krisenfall eine Diktatur wie China besser aufgestellt, weil man Lockdown-Maßnahmen dramatisch restriktiver umsetzen kann als in Europa oder Nordamerika? Danach konnten sich Wirtschaft und Konsum sehr schnell wieder erholen, anders als hierzulande.


source: tradingeconomics.com

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Asien

Sentix: Konjunkturhoffnung steigt auf Allzeithoch – Impfstoff..

Markus Fugmann

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Die Erwartungen an eine massive Konjunkturerholung nicht nur in Deutschland steigen auf neue Allzeithochs – das zeigt der sentix Konjunkturindex!

Dazu schreibt Sentix:

„Das Corona-Krisenjahr 2020 endet mit einem Paukenschlag, der für die Weltwirtschaft gleich mehrere Ausrufezeichen setzt. Uns liegen in den Dezember-Ergebnissen reihenweise Allzeithochs (!) in den Erwartungskomponenten verschiedener Weltwirtschaftsregionen vor. Die Hoffnung auf einen baldigen Einsatz von Impfstoffen schürt die Fantasie, dass die Wirtschaft in 2021 sich deutlicher als bisher vom Konsens erwartet erholen kann.

  • Die Erwartungskomponenten der sentix Konjunkturindizes gehen reihenweise durch die Decke: Wir messen in fünf verschiedenen Weltregionen ein Allzeithoch (!) in den Konjunkturerwartungen.
  • Asien ex Japan, USA, Japan, Osteuropa, sowie Deutschland legen in den 6-Monatswerten um rund 10 Punkte zu. Die Lagewerte verbessern sich ebenfalls, jedoch mit geringerem Tempo.
  • Der überraschend starke Anstieg fußt auf der Hoffnung, dass schon bald über einen Einsatz von Impfstoffen die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen ist. Dies setzt boomartige Wachstumskräfte frei. Der sentix Global Aggregate Gesamtindex legt um 6,1 Punkte zu und klettert damit auf den höchsten Wert seit Mai 2019.“

Sentix zeigt: Hoffnungen auf Konjunkturerholung immens, Lage meist mau

Für Deutschland steigen die Erwartungen im Dezember auf einen Wert von 34,3 (November war 22,0) – auffallend aber ist, dass sich die Einschätzung der aktuellen Lage kaum verändert hat mit -17,3 (Vormonat war -17,5). Faktisch also viel Hoffnung bei gleichzeitig bislang wenig eingetrtener Realität..

Für die USA und Asien steigen die von Sentix erfaßten Erwartungen ebenfalls auf neue Allzeithochs: für Asien von 30,8 im Vormonat auf nun 40,0, in den USA von 21,3 auf 32,3. Während in Asien auch die Einschätzung der aktuellen Lage steigt von 16,0 auf 19,8, fällt die Einschätzung der aktuellen Lage im Dezember im Vergleich zum Vormonat November sogar von -10,5 im November auf nun -11,8.

Diesen immensen Optimismus spiegeln auch die Aktienmärkte wider, die etwa in den USA breitflächig auf neue Allzeithochs gestiegen sind. Global gesehen bringen die Aktienmärkte nun eine Marktkapitalisierung von 100 Billionen Dollar auf die Waage – so viel wie noch nie. In Relation zum globalen BIP sind die Aktienmärkte nun mit 115% bewertet – nur auf dem Hochpunkt der Dotcom-Blase lag die Bewertung noch höher.

Da muß also alles gut gehen, die Beste aller Welten wird eingepreist. Was aber, wenn die immensen Erwartungen sich nicht erfüllen? Die in der Coronakrise massiv aufgehäufte Verschuldung von Staaten und Unternehmen macht zukünftiges Wachstum schwieriger, weil immer mehr Geld in die Bedienung von Schulden fließen muß. Und die von vielen Staaten aufgelegten Stimulus-Maßnahmen verlagern zukünftigen Konsum in die Gegenwart (siehe dazu hier mehr). Um das hohe Konsum-Niveau beibehalten zu können, bedarf es dann wiederum weiterer Stimuli und noch höherer Verschuldung – ein Teufelskreis, der letztlich kaschiert, dass die Schulden seit den 1980er-Jahren schneller wachsen als die Wirtschaft..

Das Sentix Sentiment zeigt, dass die Erwartungen für die Konjunktur auf neue Allzeithochs steigen

 

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Asien

China mit beeindruckenden Konjunkturdaten – asiatische Märkte beflügelt

Claudio Kummerfeld

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Die Kulisse von Shanghai als Vorzeigemetropole in China

In China glänzen die Konjunkturdaten. Ein beeindruckendes Wachstum wird da hingelegt – natürlich immer unter dem Vorbehalt, dass man den Zahlen auch wirklich trauen kann. Die Industrieproduktion in China wächst laut heute früh veröffentlichten Daten im Oktober im Jahresvergleich um 6,9 Prozent bei Erwartungen von 6,5 Prozent. Damit kann die Wachstumsrate aus dem Vormonat gehalten werden. Im Year-to-date-Vergleich, also Januar-Oktober 2020 im Vergleich zu Januar-Oktober 2019, ist die Industrieproduktion um 1,8 Prozent gewachsen. Also legt China trotz Coronakrise insgesamt schon in 2020 ein Wachstum hin!

Der Chart zeigt das Wachstum im Jahresvergleich – ein Balken steht für einen Monat. Beeindruckend höhere prozentuale Werte im Vergleich zum Vorjahr! Die Einzelhandelsumsätze sind in China im Oktober im Jahresvergleich um 4,3 Prozent gestiegen, bei Erwartungen von +4,9 Prozent. Aber die Daten zeigen, dass die Lücke aus der Coronakrise in China längst überwunden wurde. Man hatte noch vor Europa und den USA einen extrem harten und kurzen Lockdown, und konnte danach schnell wieder die Volkswirtschaft hochfahren.


source: tradingeconomics.com

Japan meldet heute früh ebenfalls erfreuliche Konjunkturdaten. Im dritten Quartal gab es im Quartalsvergleich ein Wachstum bei der Wirtschaftsleistung (BIP) von 5 Prozent. Vier Quartale vorher gab es kein Wachstum. Schon kurz vor der Coronakrise hatte eine Mehrwertsteueranhebung in Japan die Wirtschaft geschwächt. Aber das jetzige Wachstum sorgt für Optimismus. Der japanische Leitindex Nikkei 225 legt heute ein Plus von 521 Punkten oder 2,05 Prozent hin. Der Shanghai Composite steigt um 37 Punkte oder 1,1 Prozent. Gute Vorzeichen für den Wochenstart in Europa.


source: tradingeconomics.com

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