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Börsengänge: Warum das Geschäft trotz Krise boomt

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New Yorker Börse als Zentrum für Börsengänge in den USA

Normalerweise werden Börsengänge in Krisenzeiten vermieden. Schließlich wollen Unternehmen oder zumindest die Altinvestoren möglichst viel Geld einnehmen, was in Krisen unwahrscheinlich ist. Doch die aktuelle Krise unterscheidet sich von vorhergehenden: Die Aktienkurse erreichen Allzeithochs trotz Rekord-Konjunktureinbrüchen. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen die Chance wittern, noch schnell Geld mit Börsengängen einzusammeln. Diese Unternehmen gehen in den kommenden Tagen an die Börse.

Ein Börsengang hat in der Regel zwei mögliche Gründe:

1)
Die Wagniskapitalgeber wollen aussteigen und bringen das Unternehmen an die Börse, um sich von ihren Anteilen zu trennen. Dem Unternehmen selbst fließt dabei kein neues Kapital zu, um weiteres Wachstum zu finanzieren.

2)
Das Unternehmen braucht Kapital für weiteres Wachstum, das die bisherigen Wagniskapitalgeber in der Höhe entweder nicht aufbringen können oder wollen. Es werden also zusätzliche Aktien ausgegeben, dem Unternehmen fließt neues Geld zu und die bisherigen Anteilseigner bleiben dabei, haben künftig aber einen kleineren Anteil am Unternehmen.

Der erste Fall kann, muss aber kein schlechtes Vorzeichen für einen Börsengang sein. Es gibt auch Aktien, die trotzdem nach dem Börsengang weitere Kursgewinne zeigten. Doch im Allgemeinen sollte es für Zeichner oder Käufer der neuen Aktien ein Warnzeichen sein, wenn Altaktionäre aussteigen wollen und dem Unternehmen durch den Börsengang kein frisches Kapital zufließt. Die erste Frage wäre, warum die Wagniskapitalgeber aussteigen wollen und warum deren Ausstiegskurs ein guter Einstiegskurs für neue Aktionäre sein soll. Und die zweite Frage wäre, wie das Unternehmen weiteres Wachstum finanzieren will, wenn durch den Börsengang ein neues Eigenkapital generiert wird.

Ein Börsengang ist kein Garant für Kursanstiege

Kleinanleger spielen bei Börsengängen in den allermeisten Fällen eine untergeordnete Rolle. Selbst wenn Broker das Zeichnen der Aktien anbieten sollten, so wird doch der Löwenanteil über institutionelle Anleger abwickelt, die gleich etliche Prozent am neuen Unternehmen übernehmen wollen. Wer die Aktien nicht beim Börsengang zeichnen konnte, wird bei vielen Börsengängen verblüfft feststellen, dass der Kurs der Erstnotiz signifikant vom Zeichnungskurs abweicht. Eine Aktie, die für 30 US-Dollar beim Börsengang angeboten wurde, kann am ersten Handelstag schon mit 50 US-Dollar starten.

Genauso gut kann aber auch das Gegenteil passieren. Eine Aktie sackt gleich am ersten Handelstag ab und beendet den Tag unterhalb des Zeichnungskurses. Das wird in der Regel als verpatzter Börsengang angesehen. Ob eine Aktie nach dem IPO, wie der Börsengang im Englischen genannt wird, absackt oder als Kursrakete endet, ist vorher unklar. Eine am oberen Ende der Preisspanne verkaufte Aktie kann am ersten Tag noch etliche Dutzend Prozent steigen, während eine Aktie absackt, für die in der Zeichnungsphase mehr Nachfrage als Angebot bestand.

Chinas Unternehmen streben Börsengänge in den USA an

Viele chinesische Unternehmen streben derzeit an die Börsen, gern auch in den USA, wo mehr Kapital verfügbar ist als auf dem chinesischen Heimatmarkt. Während internationale Anleger chinesische Unternehmen durchaus goutieren, zeigten sich einige Unternehmen umgekehrt weniger konziliant gegenüber ihren Anleger. Etliche Börsenskandale erschütterten das Vertrauen in die chinesischen Emporkömmlinge. Und so kommt es, dass von den 14 in diesem Jahr in den USA an die Börse gegangenen chinesischen Unternehmen nur fünf Kursgewinne für die Aktionäre erarbeiten konnten.

Eines der Unternehmen, das in den kommenden Tagen an die Börse gehen will, ist Ebang International. Das chinesische Unternehmen entwickelt Computer-Chips, die auf das Minen von Bitcoin zugeschnitten sind. Klingt interessant. Zu bedenken ist jedoch, dass der Konkurrent Canaan bereits im November an die Börse ging und sich deren Aktienkurs seitdem in einem stetigen Abwärtstrend befindet. Von der Erstnotiz von fast 9 US-Dollar sind inzwischen nur mehr 1,90 US-Dollar übrig. Kein gutes Vorzeichen für einen zweiten Börsengang in der gleichen Branche. Interessant klingt auch Genetron Holdings, die an Krebserkennungsmethoden mit Hilfe molekularem Tumorprofilings arbeiten. Dabei wird mittels DNA-Sequenzierung der Krebstumor genauer bestimmt, auf dass daraufhin individuellere Behandlungsansätze verfolgt werden können.

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Aktien

Stefan Riße zum Commerzbank-Desaster – warum die IT entscheidend ist

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Commerzbank Tower in Frankfurt

Sie erinnern sich noch? Im April letzten Jahres scheiterte die Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank, letztlich am Management der Deutschbanker. Gott sei Dank, möchte man sagen? Denn ja, in der Bankenszene ist es kein Geheimnis, wie komplex und veraltet die IT-Systeme von Banken und Sparkassen heute oft noch sind. Und auch von den beiden größten deutschen Banken gibt es in der Szene Gruselgeschichten, wie es in Sachen IT zugeht. Alleine die Größe der Institute und der Umfang der Geschäfte lässt erahnen, wie komplett die IT-Strukturen sind. Gerade erst hatte die Deutsche Bank die Postbank ablauftechnisch integriert.

Man stelle sich nun vor, die Deutsche Bank hätte als Seniorpartner nun auch noch die IT-Systeme der Commerzbank aufsaugen müssen, oder noch schlimmer: Es wäre zu einer Art Kombination beider IT-Systeme gekommen, oder es hätte einen kompletten Neubau gegeben? Milliarden-Investitionen und diverse Probleme auf Jahre hinaus wären programmiert gewesen. Aber Gott sei Dank, die Fusion scheiterte. Die Commerzbank kämpft nun weiter alleine. Und geht man nach dem Aktienkurs, der brutal im Keller hängt, kämpft sie ziemlich erfolglos. Deswegen muss aktuell auch der farblose CoBa-Chef Martin Zielke seinen Hut nehmen.

Im folgenden Video besprechen Manuel Koch und Stefan Riße das Thema Commerzbank als Schwerpunkt rund um die Bankenbranche. Das Thema IT sei entscheidend. Bei der Commerzbank wäre es laut Stefan Riße vielleicht sogar sinnvoller gewesen, die nun integrierte comdirect nicht einzubauen, sondern eher die ganze Commerzbank um die comdirect herum umzubauen. Denn laut Riße sei die comdirect im Commerzbank-Konzern derzeit die einzig gesunde Komponente. Die Ausführungen zu dem Thema sind recht interessant. Aber auch die weiteren Ausführungen zur Bankenbranche sind beachtenswert. Es ist laut Stefan Riße unklar, ob Deutsche Bank und Commerzbank überhaupt in der Lage sind ein neues profitables Geschäftsmodell zu finden. Von daher sieht er deren Aktien kritisch.

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Aktien

Digitalisierung: Das Ende des Papierrezeptes naht – Werbung

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Lieber Börsianer,

es ist so weit! Das europäische Gesundheitswesen steht an der Schwelle zur Digitalisierung. In den kommenden Jahren wird sich die Art und Weise, wie Patienten, Ärzte, Apotheken und Krankenkassen miteinander kommunizieren, völlig ändern.

Eine wesentliche Zutat der digitalen Revolution wird dabei absehbar das sog. E-Rezept oder elektronische Rezept sein, das derzeit in Deutschland bereits in verschiedenen Pilotprojekten erprobt wird. Das Ende des herkömmlichen Papierrezeptes ist nur noch eine Frage der Zeit. Wie wird das E-Rezept funktionieren?

Ihr Arzt erzeugt mittels seiner Software das E-Rezept. Die Verschreibung wird dabei verschlüsselt auf einem Server abgelegt. Gleichzeitig schickt Ihnen der Server einen Zugangscode, entweder per E-Mail oder bei Bedarf auf Ihr Smartphone. Als Patient leiten Sie diesen Code per Knopfdruck aus der Smartphone-App an die Apotheke Ihrer Wahl weiter.

Die Apotheke wiederum teilt Ihnen postwendend auf digitalem Weg mit, ob das Präparat vorrätig ist und sofort abgeholt werden kann. Alternativ können Sie sich das Präparat natürlich auch über eine Online-Apotheke per Post zuschicken lassen. Im Hintergrund leitet der Server die Verschreibung automatisch an Ihre Krankenkasse weiter, damit dort die Erstattung erfolgt.

Alle diese Vorgänge finden weitgehend automatisiert statt und entlasten alle am Vorgang beteiligten Parteien.

eHealth: Der Markt wird völlig neue geordnet – Wer profitiert?

Das E-Rezept entfaltet seine Vorzüge bei Bagatellerkrankungen wie etwa Schnupfen. Hier suchen Sie künftig nicht mehr zwingend die Arztpraxis auf, sondern konsultieren Ihren Arzt im Rahmen der Videosprechstunde. Am Ende generiert der Behandler das E-Rezept und schickt es Ihnen nach wenigen Sekunden digital zu. Solche Behandlungen nehmen derzeit inklusive Anfahrt und Wartezeit viel Zeit in Anspruch. In den Zeiten der Digitalisierung wird das Verfahren binnen weniger Minuten abgewickelt.

Die Situation des Chronikers: Bekanntlich wird diese Patientengruppe nicht in dem Sinn behandelt. Im Vordergrund steht das sog. Wiederholungsrezept, also die immer gleiche Verordnung. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass digitale und automatisierte Verfahren genau hier ihre vollen Stärken entfalten. Dabei liefert Ihnen Ihre…..

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Tesla: Die wahnsinnige Rally – nur wegen Short-Squeeze?

Über die wahrscheinliche Ursache für absurde Bewertungsniveaus – und dabei sogar typisch für die Aktienmärkte insgesamt..

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Die Rally bei Tesla scheint keine Grenzen zu kennen – gestern notierte die Aktie über der Marke von 1400 Dollar. Inzwischen ist Tesla nicht nur der wertvollste Autobauer der Welt – und das mit einem Absatz von weniger als 400.000 Fahrzeugen (dagegen kommen Volkswagen und Toyota jeweils auf mehr als 10 Millionen abgesetzte Fahrzeuge).  Sondern Tesla ist inzwischen sogar mehr viel wert wie die Autobauer General Motors, FiatChrysler, Honda, BMW, Nissan Hyundai, Mercedes und Ford zusammen:

Tesla - mehr wert als viele andere Autobauer zusammen

Ist das überhaupt noch nachvollziehbar – schließlich erreichte die Aktie von Tesla erst im Dezember 2019 ein Allzeithoch bei 400 Dollar: was hat sich seit Dezember so grundlegend geändert? Die Coronakrise trifft auch Tesla hart – auch wenn der Konzern für das 2.Quartal den Absatz von 90.000 Fahrzeugen meldete. Aber Elon Musk ist berüchtigt für kreative Bilanzierungsmethoden.

Eines der zentralen Ziele von Musk dürfte sein, dass die Aktie in den S&P 500 aufgenommen wird, wofür man jedoch vier Quartale hintereinander GAAP-Gewinne ausweisen muß. Sehr wahrscheinlich, dass Musk dann mittels seiner Bilanzierungstricks es schaffen wird, das 2.Quartal mit einem Gewinn zu beenden (Musk hatte die Tesla-Mitarbeiter kurz vor Ende des Quartals zu ausserordentlichen Anstrengungen aufgerufen).

Vielleicht antizipieren die Investoren einen bilanztechnisch kreativ manipulierten Gewinn und damit die Aufnahme in den Leitindex S&P 500 – Schätzungen gehen davon aus, dass dann institutionelle Investoren 25 Millionen Aktien von Tesla kaufen (vorwiegend über ETFs, die den S&P 500 abbilden etc.).

Tesla auf Allzeithoch – Shortsqueeze bei Leerverkäufern?

Oder ist das alles doch ein gigantischer Short-Squeeze, wie Jens Raabe meint? Um zu ermitteln, ob der Anstieg der Aktie von Tesla wirklich ein Short-Squeeze ist oder nicht, müssen wir uns das Short Interest ansehen – also das Volumen an leerverkauften Tesla-Aktien. Bis Ende Juni notierte die Tesla-Aktie unter der 1000 Dollar-Marke, kurz vor der Meldung von Tesla am 02.Juli über den Absatz von 90.000 Fahrzeugen im 2.Quartal steig die Aktie deutlich an. Nun sehen wir uns einmal an, wie es um das Short Interest wirklich steht:

Das Short Interest bei Tesla

(Grafik: https://fintel.io/ss/us/tsla)

Man sieht also klar, dass erst mit dem Anstieg der Aktie die Zahl der leerverkaufetn Aktien deutlich gestiegen ist – von 1,876 Millionen am 23.Juni auf knapp sechs Millionen am 07.07.2020. Das zeigt also klar, dass Shortseller mit dem Anstieg der Tesla-Aktie ihre Short-Positionen deutlich ausgebaut haben – das ist das glatte Gegenteil eines Short-Suqeeze, bei dem Leerverkäufer aufgrund der “Schmerzen” bei der Short-Position ihre leerverkauften Aktien eindecken, also als Käufer auftreten.

Es handelt sich also eben nicht um einen Shortsqueeze bei der Aktie von Tesla, sondern um pure Euphorie. Diese Euphorie wiederum trifft auf einen Marktmechanismus, der gerade bei Tesla wirkt, weil es relativ wenige Tesla-Aktien gibt. Ein vielfaches Volumen wird dagegen am Optionsmarkt bewegt – Dirk Schuhmanns hatte den hier wirkenden Mechansimus in einem Artikel mit dem Titel “Tesla: Erneut eine mögliche Kursmanipulation mit Optionen?” auf den Punkt gebracht:

“Doch wenn der Aktienkurs steigt und sich dem Ausübungspreis der gekauften Optionen nähert, müssen die Market Maker als Verkäufer der Optionen immer mehr Aktien nachkaufen, um ihr steigendes Risiko zu kompensieren.”

Fazit: Die mögliche Aufnahme in den S&P 500 ist der wahrscheinliche Kurstreiber

Elon Musk hat ein massives Interesse (als Großaktionär), dass Tesla in den S&P 500 aufgenommen wird. Dazu braucht er einen Gewinn im 2.Quartal 2020. Also werden die Zahlen so gut wie möglich aufgehübscht – und so entsteht eine Dynamik über Optionen und Euphorie, die diesen Kursanstieg erklärt. Leerverkäufer, die Positionen eindecken müssen, sind jedoch nicht die Ursache: sie wetten erst jetzt verstärkt auf das Entweichen von Luft aus der Blase namens Tesla. Insofern geht auch der PR-Coup von Elon Musk, “Short-Shorts” zu verkaufen um die Shortseller zu verhöhnen, an der Realität vorbei..

Elon Musk hat gute Laune - und will, dass die Aktie von Tesla in den S&P 500 aufsteigt

Elon Musk. Foto: JD Lasica CC BY 2.0

 

 

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