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Jetzt sogar Brasilien – wie Russland die westlichen Sanktionen verdrängt

Indien und China ignorieren die westlichen Sanktionen und kaufen Brennstoffe in Russland ein. Und jetzt gesellt sich auch noch Brasilien dazu.

Wladimir Putin

China und Indien kaufen bereits Brennstoffe aus Russland. Damit ignoriert man die westlichen Sanktionen. Was man bei China erwarten konnte, ist in Sachen Indien eine ziemlich ärgerliche Angelegenheit für den Westen. Auch dieses Milliardenvolk mit einem gigantischen Absatzmarkt für Öl und Gas greift liebend gerne bei Angeboten aus Russland zu, zumal noch mit deftigem Rabatt. Und jetzt auch noch Brasilien! Damit wird ein weiterer Baustein hinzugefügt, wie die westlichen Sanktionen gegen Russland verdrängt oder besser gesagt ignoriert werden.

Wie aktuell von verschiedenen Seiten berichtet wird, hat Brasiliens rechtsgerichteter Präsident Jair Bolsonaro verkündet, dass sein Land kurz davor steht ein Abkommen mit Russland zu schließen. Man will zu niedrigen Preisen Diesel einkaufen – weitere Details wurden noch nicht verkündet. Selbst wenn Russland wie bei Indien auch gegenüber Brasilien Rabatte auf seine Brennstoffe einräumt – bei den seit Monaten stark gestiegenen Weltmarktpreisen macht Wladimir Putin immer noch einen guten Schritt.

Und der Westen guckt in die Röhre. Die Zeiten haben sich geändert. Diese drei riesigen Absatzmärkte beziehen also völlig unbeeindruckt von harten westlichen Sanktionen Brennstoffe aus Russland. Wo es früher bei „Sanktionsbrechern“ noch große Angst gab, dass man selbst vom Westen finanziell bestraft werden könnte, weil man als Käufer die Sanktionen nicht einhält, da scheint die Angst verflogen zu sein. So traurig und bitter es auch sein mag – aber je mehr Länder mit Rabatten dazu gebracht werden Brennstoffe aus Russland zu kaufen, desto mehr werden die Sanktionen der westlichen Staatengemeinschaft verwässert. Wenn der Sanktionierte seine Waren trotzdem los wird, sind die Sanktionen kaum etwas wert.

Vielleicht haben die harten Exportsanktionen des Westens gegenüber Russland auf längere Sicht einen Effekt. Denn wichtige Technologie aus dem Westen, die nun fehlt, dürfte wohl vielen Bereichen der russischen Wirtschaft zunehmend Probleme bereiten. Aber wie gesagt – russische Energieexporte scheinen auf dem Weltmarkt reichlich Absatzmöglichkeiten zu haben. Das Problem bekommt der Westen langsam zu spüren. Denn die russischen Liefermengen, die vor allem in Europa jetzt fehlen, lassen dort die Energiepreise drastisch ansteigen, und sorgen für immer mehr Angst in Sachen Versorgungsknappheit.



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21 Kommentare

  1. „Denn wichtige Technologie aus dem Westen, die nun fehlt, dürfte wohl vielen Bereichen der russischen Wirtschaft zunehmend Probleme bereiten.“
    Selbst wenn das so ist, so hat sich Russland davon auch früher nicht beeindrucken lassen. Die Taliban übrigens auch nicht oder Vietnam oder China oder, na ja, die Liste ist lang. Der erste der bei dem Spiel zusammenklappt ist der (noch) wohlstandsverwahrloste Westen. Die Biden Administration überlegt ja nicht von ungefähr die Zölle für chinesische Waren zu senken damit die eigenen Bürger nicht ganz so böse werden.

    Und dann stellt sich ja noch die Frage welche Technologien den wirklich „aus dem Westen“ und nicht aus Ostasien stammen.

    Tja, der Westen spielt (wie passend) an allen Fronten seiner Gesellschaften russisches Roulette. Nur nicht mit einer sondern mit sechs Kugeln in der Trommel.

  2. „So traurig und bitter es auch sein mag…“

    Was sollte daran traurig und bitter sein? Es ist gut, dass immer mehr Staaten diese wahllose Sanktionen – egal in welchem Konflikt – nicht mehr mitmachen. Sanktionen treffen i.d.R. nie die politischen Funktionäre, sondern immer die „einfachen“ Menschen. Es ist ein völlig unbrauchbares Instrument des vermeintlich Stärkeren. Wenn diesbezüglich eine Änderung auf der Welt eintritt, ist das ein Fortschritt. Zumal es für einige völkerrechtswidrige Kriege nie Sanktionen gab, für andere schon – wenn hier die Doppelstandards endlich wegfallen, und einheitliche, dem Völkerrecht entsprechende und für alle Akteure gleichermaßen geltende Normen und Standards die Grundlage für supranationales Handeln werden, ist das ein Gewinn für die Welt.

  3. Das macht doch nichts, der Michel glaubt weiter an den Endsieg und zahlt daher lieber den hohen Preis für den Strom aus dem teuren und umweltfeindlichen Frackinggas.
    So kommt wenigstens beides zusammen, umweldfeindlich und teuer, und ach noch sehr schlecht für den Industriestandort Deutschland.
    Aber das Gas ist jedenfalls von den „Guten“, da spielt der Preis und die Umwelt doch keine Rolle mehr. Der Schlächter aus Katar kann ja auch erst später liefern. Habeck hat es wenigstens versucht und sich auch artig tief verbeugt, wo doch selbst die Fusballweltmeisterschaft in Katar beukotiert werden sollte.
    Welche Kröte wollen die Grünen denn noch fressen?
    Wäre die Kröte N2 vorübergehend denn dabei nicht glaubhafter gewesen, wenn die Grünen sich wirklich um Deutschland (und ganz besonders um die Bevölkerung) sorgen würden?

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  4. Na ja, es wird von Tag zu Tag deutlicher, dass es um einen Handelskrieg zwischen der G7 und den BRICS+Staaten handelt. Zusätzlich sind die G7 auch nicht „uniform“, wie die „faire“ Verteilung von Flüssiggas zeigt.

    Es wird immer deutlicher, dass die Welt uns nicht mehr versteht. Warum soll uns z.B. Japan Flüssiggas (das ja auch knapp ist) liefern, wenn wir gleichzeitig unsere AKWs zurückbauen und Japan welche aufbaut.

    Tag für Tag schaffen wir es, immer tiefer in einen für uns tieferen Schlamassel zu geraten. Wir müssen die AKW-Politik schnell ändern. Ganz einfach, die AKW-Ländern werden uns nicht helfen, oder nur für exorbiant hohe Strompreise.

    Auch sollten wir uns ehrlich machen, ob wir wirklich noch soviel Technologien haben, die nicht ersatzbar ist. Weltmarkführer heißt ja nicht automatisch, dass nur wir liefern können. Dies kann sich lediglich auf die Spitzenleistung beziehen, aber braucht die Welt diese immer?

    1. Weltmarktführer in was? Wer hat diesen Ausdruck, bezogen auf Deutschland eigentlich in die weithin unwissende Welt eigentlich verbreitet?
      ….Österreich ist ja auch selbsternannter Weltmarktführer….in der Erzeugung von Glock-Pistolen.

    2. @Markus Fugmann

      Könntest du bitte diesen Kommentar löschen? Erstens ist er sinnlos und nur Werbung für eine dubiose Website, aber vor allem wirft der ewig lange Link die Übersicht bei den Leserkommentaren völlig durcheinander!

      1. @Michael, ist gelöscht..

  5. Was heißt hier „Jetzt sogar Brasilien“? Wenn nicht Rechtsnationalist, Klimaverbrecher und Regenwaldkiller Bolso, wer dann?

    1. …egal ob rechts oder blond, das mit der Abholzung des Regenwaldes (war anscheinend noch nie so schlimm wie jetzt gerade) ist nicht so toll.

      1. Die deutschen können ja nicht mal einen Waldbrand löschen, Brandenburg, und wenn es dann im Amazonasgebiet brennt, ist der Bolsonaro schuld……weil die Presse meldet, ihn beim zündeln gesehen zu haben

      2. Während wir hier im letzten Jahr noch Jahrhunderte alte Buchenwälder abgeholzt und nach China verscherbelt haben zeigen wir mit dem Finger auf andere.
        Dazu werden 10% unserer Weizenernte in Biosprit umgewandelt und Futtermittel aus Brasilien importiert und empören uns, das die dafür den Regenwald abholzen.

      3. Die Abholzungen fuer Windmuehlen-Spargel in Deutschland sind auch nicht „so toll“.
        Aber das geht die Brasilianer nichts an!
        Daher sollten sich weltweit verlachte (Energie-) Polit-„Khmers“, aus Deutschland,
        um den Dreck vor ihrer eigenen Tuer kuemmern, anstatt weltweit duenne Bretter, und Brunnen zu bohren.

    2. Immer mal langsam mit den Pferden…Brasil hat 100% Strom aus Wasserkraft, Autos Flex (Benzin-Ethanol) und auch Gas ist weit verbreitet. Ausserdem gibt es keine Heizungen…wer für den Klimasalat verantwortlich ist sind Länder wie Deutschland…vor 25 Jahren gab es kaum Autos in Brasil…und schlimmer als die Deutsche Regierung geht es bestimmt nimmer

  6. Wenn ich die Kommentare hier lese, sind 100 % der Deutschen Putin-Verehrer. Nicht nur 59 % wie vorhin im Video erwähnt.

    Ich hoffe euer Traum geht irgendwann in Erfüllung unter der Knute von Wladimir dienen zu dürfen!

    1. Liebe(r) S.Peters,

      Es ist wahrlich sehr hart eines Tages aus der ÖR-Berichtserstattungswelt aufzuwachen und feststellen, dass die Welt doch anders tickt und das Leben einen gnadenlos an der Seite stehen lässt.
      Informieren Sie sich anderweitig.
      Sie werden feststellen, dass das vorgegebene Schwarzweiß nicht immer der Wahrheit entspricht. Und Putin ist nur eine Facette der wirklichen Welt…

      1. @Peter Pan
        Das ist ein wirklicher Tiefschlag mich des übermäßigen Konsums der öffentlich-rechtlichen zu bezichtigen.
        Sind die ör-Medien nicht auf der Seite von Scholz, so tun als ob DE auf der Seite der Freiheit wäre, aber wie Merkel auf der Seite Putins kämpfen?
        Nö, da ist mir ein dementer Biden doch noch lieber als ein Massenmörder der eine Stadt nach der anderen zerstört. Bist du dir sicher das er an der Grenze stoppt? Bist du dir sicher, das die Polen, Esten, Letten etc. euch deutsche Putin-Verehrer raushauen?
        Darauf wetten würde ich nicht! Was bringt euch dann das billige Gas, wenn ihr in Höhlen wohnt?

  7. Der Mann entwickelt sich auch zum Schwätzer.
    1kg TNT und es fließt zumindest kein Gas mehr durch die Ukraine. Gas an dem Putin viel Geld verdient.
    Och, wie—– die Ukraine will lieber die Transitgebühren kassieren(!?)
    Und finanziert gleichzeitig Putin(!?)

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    ntv mobil: Selenskyj bestellt kanadischen Botschafter ein

    https://www.n-tv.de/23457515

  8. Pingback: Meldungen vom 12. Juli 2022 | das-bewegt-die-welt.de

  9. Brasilien, Indien und China sollte man direkt auf die Liste der Sanktionen setzen. Leider geht das aber nicht weil unsere Industrie den größten Teil ihrer Produktion und Zulieferer in diesen Ländern hat. Deutschland ist ja wegen der Lohnkosten zu teuer, aber jammern können die Industrie Bonzen immer gut besonders wenn es um Steuererleichterungen geht. Holt die Industrie zurück nach Deutschland, dann sinkt die Abhängigkeit von Despoten und die Qualität der Produkte steigt wieder.

    1. Die Industrie wandert ab, weil die Energie in Deutschland zu teuer ist, und wegen der CO2 Auflagen.
      Mercedes lässt jetzt z. B. Motoren und Getriebe in China bauen. Dort wird bei der Produktion aber etwa 3 x so viel CO2 erzeugt.
      Da China aber Entwicklungsland ist, und von Deutschland noch hunderte von Millionen an Entwicklungshilfe jährlich bekommt, kann dort ohne CO2 Begrenzung produziert werden.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

      1. Da hast du absolut Recht.

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