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Experten-Analyse „Euro mit Parität zum US-Dollar diese Woche – hohe Wahrscheinlichkeit“

Experten sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Euro gegen den US-Dollar diese Woche noch die Parität erreicht.

Euro-Geldscheine

Der Euro notiert aktuell gegenüber dem US-Dollar mit einem Kurs von 1,0059. Es fehlen also nur noch 59 Pips, bis die Gemeinschaftswährung die Parität zum US-Dollar erreicht. Dies wäre dann der tiefste Stand seit Ende 2002. Noch Anfang Juni diesen Jahres sah man einen Wechselkurs von 1,07. Im Chart sehen wir den Kursverlauf seit dem Jahr 2000. Mit dem Erreichen der großen runden Marke kann es ganz schnell gehen. Ein heutiger Kommentar der Ökonomen der ING sagt aus, dass es eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass die Euro-Dollar-Parität diese Woche noch erreicht wird. Als Gründe nennt man die Befürchtungen einer russischen Gasabschaltung, weitere hawkistischer Wetten auf die Fed, und einer schlechte Risikostimmung an den Märkten (Flucht in den „Sicheren Hafen“ US-Dollar).

Immer weiter fallender Euro – vor allem dank Dollar-Stärke?

Der US-Dollar scheint laut Aussage der ING die Woche erneut auf einer starken Basis begonnen zu haben. Die über den Konsenswerten liegenden Lohnzahlen vom letzten Freitag in den USA trugen dazu bei, dass die Märkte ihre Erwartung einer Zinserhöhung um 75 Basispunkte auf der Juli-Sitzung festigten, und sorgten für eine weitere Aufwärtsbewegung auf der gesamten USD-Swapkurve. Wie man bei der ING in letzter Zeit mehrfach betont habe, geht man nicht davon aus, dass die Aussagen der Federal Reserve den US-Dollar im Laufe des Sommers wesentlich weniger unterstützen werden (FMW: Also weiterhin Druck gegen den Euro).

Auch die anderen wichtigen Triebkräfte der Dollar-Stärke, nämlich die globale Risikoaversion und die Rezessionsängste, dürften laut Aussage der ING in nächster Zeit bestehen bleiben. Man erwartet, dass die Anleger ihre Augen nach Nachrichten über den Streit zwischen Russland und der EU über Gaslieferungen offen halten werden. Der Streit berge das Risiko den Wirtschaftsaussichten der Region einen schweren Schlag zu versetzen. Die am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen aus den USA hätten weiterhin die Annahme genährt, dass die US-Wirtschaft im Vergleich zu Europa und anderen Teilen der Welt weniger anfällig ist (FMW: Auch dies spricht gegen den Euro).

In der kommenden Woche wird das Hauptaugenmerk auf den US-Verbraucherpreisdaten für den Monat Juni liegen. Das Wirtschaftsteam der ING ist der Ansicht, dass die Gesamtinflation kaum nachlassen wird, da die Preise für Benzin, Lebensmittel und Flugtickets weiter gestiegen sind. Man geht davon aus, dass die Gesamtinflation in den USA im Juni um 8,7 Prozent gestiegen ist, während sich die Kerninflation von 6,0 auf 5,8 Prozent leicht verlangsamt haben könnte. Laut den Experten der ING lautet die allgemeine Botschaft für die Märkte, dass eine weitere aggressive Straffung durch die Fed weiterhin gerechtfertigt ist, was eine unterstützende Grundstimmung für den Dollar festigen dürfte – was den Euro weiter schwächt. Und schaut man auf die Devisenkurse, dann ist der Abwärtstrend des Euro in letzter Zeit mehr als eindeutig.

Die Euro-Parität zum US-Dollar rückt näher

Die Experten der ING glauben nicht, dass der Euro seinen jüngsten Abwärtstrend gegenüber dem US-Dollar in dieser Woche schnell umkehren wird. Die meisten Hauptfaktoren für die jüngste Schwäche des Währungspaares EURUSD seien die Risikostimmung sowie die Divergenz zwischen Fed und EZB – um nur zwei zu nennen. Sie dürften sich vorerst nicht verbessern, und die anhaltenden Bedenken über eine Verringerung der russischen Gaslieferungen in die EU dürften den Euro laut ING weiterhin eher unattraktiv machen. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sagte, Europa müsse sich auf eine vollständige Unterbrechung der russischen Gaslieferungen vorbereiten, da die Nord Stream 1-Pipeline ab heute für 10 Tage wegen geplanter Wartungsarbeiten stillgelegt wird. Man befürchte, dass Russland die Gelegenheit nutzen könnte, um seine Exporte zu stoppen oder erheblich zu reduzieren.

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Es sei viel darüber diskutiert worden, dass Euro vs US-Dollar die Parität erreicht, und angesichts der oben erwähnten anhaltenden Abwärtsrisiken sei die Wahrscheinlichkeit, dass dies bereits in dieser Woche geschieht, recht hoch. Man erwähnt, dass in dieser Woche für die Eurozone nicht viele wichtige Konjunkturdaten anstehen. Die morgige ZEW-Umfrage aus Deutschland sei am Wichtigsten. Was die Europäische Zentralbank betrifft, so werde man heute von Joachim Nagel und später in dieser Woche von einigen anderen Mitgliedern hören. Dies werden die letzten Reden sein, bevor man in die „Ruhephase“ vor der Juli-Sitzung eintritt.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar seit dem Jahr 2000



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3 Kommentare

  1. Wow, der Experte, nachdem der Euro eh nur noch fällt und heute zum USD schon bei 1,0038 war🤣😂 Immer schön im Nachhinein die Klappe aufmachen. Kein Mensch braucht diesen Charttechnik Schwachsinn.

    1. >> Kein Mensch braucht diesen Charttechnik Schwachsinn.

      Danke, ich dachte schon ich bin hier der einzige mit dieser Meinung. Noch nie in der Geschichte hat die Charttechnik einen Kursverlauf vorhergesagt.

      1. >> Noch nie in der Geschichte hat die Charttechnik einen Kursverlauf vorhergesagt.

        Und auch sonst nichts und niemand, zumindest korrekt.

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