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Brexit-News – oder wie ein Land beschloß, ein Emerging Markets-Land zu werden..

Theresa May macht einen Rückzieher vom Rückzieher – und was sonst noch so los ist auf der wundersamen Insel der Briten..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es gibt heute wieder einmal wilde Bewegungen im britischen Pfund: erst heute Nacht der steile Anstieg im Pfund-Dollar, nachdem Theresa May beschlossen hatte, das Vorgehen beim Brexit im Parlament beraten zu lassen. Aber dann, vor wenigen Minuten, eine Art „halber Rückzieher“: eine Specherin von Theresa May ließ verkünden, dass der Artikel 50 des Lissabonner Vertrages nicht zur Abstimmung stehen werde im Parlament. Das Pfund daraufhin wieder mit einem Rücksetzer:

gbpusd12-10-16

May ist offenkundig zwischen den Fronten zwischen den Befürwortern eines harten Brexit und den Befürwortern eines Agreements mit der EU – es tobt ein harter Machtkapf, den die Premierminsterin, ursprünglich ja keine Befürworterin des Brexit, nun moderiern muß.

Vor wenigen Minuen dann noch Aussagen des Bank of Ebgland-Mitglieds Cuncliffe:

– der Trend des Pfunds weise nach unten (ach!), die Voraussagen der Bank of England, die die Notenbak im Vorfeld des Brexits getroggen hatte, seien richtig – auch wenn die neuesten Daten etwas besser ausgefallen seien als befürchtet (BoE-Chef Carney war für die pessimsitischen Prognosen von den Breit-Befürwortern hart kritisiert worden)

– sollten die Banken in London den EU-Paß verlieren, entstünde ein Schaden von 20 Milliarden Pfund

– sollten die Londoner Banken den EU-Paß verlieren, werde es nicht nur einen Alternativstandort in der EU geben

Die Bank of England, so hat man den Eindruck, steht eher auf Seiten der Befürworter eines „weichen“ Brexit..

Das britische Pfund bewegt sich derzeit wie eine Emerging Markets-Währung – kein Zufall:

Für britische Banken wird es absehbar schwerer, am Geldmarkt Kredite zu bekommen:

Und die Brexit-befürwortende Boulevard-Presse macht Stimmung gegen die Gegner des Brexit:

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Boreas

    12. Oktober 2016 12:46 at 12:46

    Ihr „Trader“ mit Eurer HFT-Brille seht bereits nach 24 Stunden den Horizont. Die längerfristige Vergangenheit ignoriert Ihr. Nur zur Erinnerung, besonders für die Jüngeren: Thatcher hat das UK deindustrialisiert und dafür den Banken-Wasserkopf CoL begünstigt. Seitdem war das Pfund erheblich überbewertet, zu Lasten der wertschaffenden exportabhängigen Industrie. Nun wird das Rad zurückgedreht (wenn Th. May den Erpressungsversuchen der Finanzmärkte/Bankenwelt widersteht) . Das Pfund findet seinen eigentlichen Wert – zu Lasten der CoL, die Industrie freut sich. Die Dauerkrise der EU wird früher oder später auch den Euro zu Fall bringen. Preisfrage: Geht es dann der City besser mit oder ohne Brexit?

  2. Avatar

    Marko

    12. Oktober 2016 12:52 at 12:52

    Hallo,

    richtig, da sagen aber manche Super-Top-Banker, man will seinem Arbeitgeber mit Klagen drohen, man möchte doch nicht so gerne aus London „raus“… die Banken planen den Brexit natürlich schon, Mitte nächsten Jahres könnte es losgehen mit dem „Abgang“ aus London.

    Aber dann nach Frankfurt ? Oh nööö, das geht ja schon mal gar nicht… Das Kulturangebot/Nightlife (sehr wichtig für den Super-Top-Banker), könne man ja nun mal gar nicht London vergleichen und dieses „Kuhkaff“, also bitte?

    Paris würde (vielleicht) sogar gehen, die Super-Top-Banker machen schon Pläne, eventuell von Mo-Fr mit dem Zug zu pendeln ? ;)

    Der FTSE 100 ging nach dem Brexit ab wie eine Rakete so um die 13-14 %, kein Wunder bei der Abwertung des GPB, während die lokalen UK Firman um die 10 % gefallen sind.

    VG

    Marko

  3. Avatar

    gerd

    12. Oktober 2016 13:03 at 13:03

    „– sollten die Banken in London den EU-Paß verlieren, entstünde ein Schaden von 20 Milliarden Pfund“

    He, wie wenig ist das denn?!!

    Das gibt Deutschland, wenn man w i r k l i c h alles zusammenzählt, ja jedes Vierteljahr aus für Frau Merkels Gäste.

    Die Engländer schaffen das.
    Aber locker. Wir sollen was ganz anderes schaffen müssen. schaffen.

  4. Avatar

    Marko

    12. Oktober 2016 14:14 at 14:14

    Na ja gerd,

    der Schaden bei einem harten Brexit ist nicht absehbar (es ist ja nicht mal bis heute absehbar, ob es dazu überhaupt kommt).
    Eines ist sicher, „Peanuts a la Deutsche Bank“ werden es nicht sein, und das ist die 20 Mrd-GPB Schönrednerei-Schätzung mit Sicherheit. Bei einem harten Brexit wird der Schaden eher in Richtung 1000 Mrd GPB gehen, und das ist noch konservativ.

    VG

    Marko

    Von den langfristen Schäden, gerade für UK, gar nicht mal zu reden, die kommen noch als „Bonbon“ obendrauf…

    • Avatar

      sabine

      12. Oktober 2016 22:38 at 22:38

      Woher wissen Sie das? Wie selbstverständlich schlecht soll es den Engländern denn gehen? ist die Sch…-EU der Nabel der Welt? Verdient und liegt nur da das große Geld? Hahaha. Wir sind ärmer als je, haben die niedrigsten Lohnsteigerungen. Den Norwegern und Schweizern geht es wesentlich besser. Sind die eigentlich deppert, daß sie nicht in die goldene, alleserlösende und beglückende EU wollen? Wirklich komisch.
      Dieses als „selbstverständlich“ daherkommende Geschwätz („Extra EU nulla salus“) ist nur Psycho-Trick für uns Gefangene. Wir dürfen nicht aus der EU raus. Keiner darf mehr abstimmen, oder dann so lange, bis er dafür ist, wie in Irland. In England wollte man ja auch öfters abstimmen lassen, bis das Ergebnis „stimmt“. Dazu hat man ja eine Stimmenkampagne aus dem Parlament gefälscht, so grausam gefälscht, daß kurz später schon in den großen englischen (!) Zeitungen stand und das Parlament zurückruderte! „Mehr als 3 Mill. hätten bereits eine Petition für den Verbleib in der EU unterschrieben, freut sich der „Speigel am So“. Es wurden eine nicht unerhebliche Menge an Stimmen von sogenannten Bot-Computerprogrammen abgegeben. 10.000’de Stimmen seien aus dem Vatikan, der nur 451 Einwohner hat, xxx… aus Nordkorea. (Wieviel Briten wohnen dort? Tausende?) Ebenfalls wurden Stimmabgaben von Kuba über Algerien bis Moldawien getätigt.“ Leider hat niemand (!!!) aus der Lügenpresse oder -regierung bis heute nachgeprüft, wer die Verbrecher waren, die eine Regierungsentscheidung auf kriminellem Weg erzwingen wollten. Ginge es um Nazis(=KukuxClan) oder Araber, wären sofort alle Geheimdienste eingeschaltet worden. Aber so war es für einen guten Zweck und alle staatl. Stellen drücken ein Auge zu.

      Die EU-Bonzen beherrschen ja nicht mal das Alphabet.
      http://ec.europa.eu/taxation_customs/business/calculation-customs-duties/rules-origin/introduction/list-noneu-countries_de

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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