Europa

Brexit-Sonderinfo: So dramatisch ist der Außenhandel mit Großbritannien bereits eingebrochen

Dass der Handel zwischen Deutschland und Großbritannien spürbar einbrechen würde im Zuge des Brexit, ist kein Geheimnis. Aber wie stark der Einbruch seit dem Referendum der Briten vor drei Jahren schon jetzt zu spüren ist, das zeigt eine aktuelle Sonder-Information des Statistischen Bundesamtes. Die Rückgänge sind dramatisch! Auch die Gesamtbedeutung von UK als Außenhandelspartner für Deutschland sinkt spürbar.

Laut den Statistikern lag Großbritannien im Zeitraum Januar bis Juli 2019 mit einem Außenhandelsumsatz (Exporte und Importe) von 68,5 Milliarden Euro auf Rang 7 der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Damit hat das Vereinigte Königreich gegenüber dem Vorjahr 2018 einen weiteren Platz in der Rangfolge der wichtigsten Handelspartner verloren. Im Jahr 2015 – dem Jahr vor dem Brexit-Referendum – erreichte das Vereinigte Königreich noch Rang 5. Und so stark sinken die Exporte. Zitat von den Statistikern:

Insbesondere die deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich sinken seit dem Referendum im Jahr 2016 kontinuierlich. Vor dem Referendum stiegen die deutschen Exporte von 2010 bis 2015 kontinuierlich an und erreichten im Jahr 2015 ihren Höchststand von 89 Milliarden Euro. Bereits im Jahr 2016 gingen die deutschen Exporte um 3,5 % auf 85,9 Milliarden Euro zurück. In den Jahren 2017 und 2018 sanken die Exporte weiter um 0,6 % und 4,0 % gegenüber dem Vorjahr. 2018 wurden nur noch Waren im Wert von 82,0 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich exportiert.

Der größte Verlierer des Brexit ist die Autoindustrie

Nicht nur die deutsche, aber noch viel mehr ist die britische Autoindustrie der größte Verlierer des Brexit. Das zeigen seit geraumer Zeit die Daten des britischen Automobilverbandes (hier die letzte Meldung). Das Statistische Bundesamt beleuchtet die Autoindustrie daher auch im Detail. Die Rückgänge sind dramatisch. Zitat:

Im Jahr 2018 wurden Kraftwagen und Kraftwagenteile im Wert von 22,5 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich exportiert. Gegenüber dem Jahr 2015 war das ein Rückgang von 22,7 %. Und auch die deutschen Importe von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen gingen stark zurück: von 2015 auf 2018 um 13,4 %. Im Jahr 2015 wurden noch Kraftwagen und Kraftwagenteile im Wert von 6 Milliarden Euro aus dem Vereinigte Königreich importiert, während im Jahr 2018 der Wert der Importe nur noch 5,2 Milliarden Euro betrug.

Auch die aktuellsten Ergebnisse des Statistischen Bundesamts bestätigen den rückläufigen Trend: Von Januar bis Juli 2019 gingen die Exporte von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,7 % und die Importe dieser Güter um 9,1 % zurück. Von Januar bis Juli 2019 wurden Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile im Wert von 13,0 Milliarden Euro exportiert und im Wert von 2,8 Milliarden Euro importiert.

Brexit - weniger Außenhandel - Containerschiffe als Symbol



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8 Kommentare

  1. Pingback: Aktuelle Meldungen vom 14.10.2019 | das-bewegt-die-welt.de

  2. Nicht wegen Brexit, sondern wegen der künstlichen Verhinderungen durch Deep State Handler. Würden die Briten zum ersten Termin ausgetreten,würde alles ganz normal mit billateralen Verträgen weiter laufen. Niemand braucht die EU zu irgendetwas.

    1. Ah richtig, der ominöse, böse Deep State… da gibt es doch tatsächlich Personen und Institutionen, die die Regierung daran hindern, diktatorisch zu regieren.

      1. Nein, nicht diktatorisch, das Gegenteil ist richtig. Das Referendum lautete raus aus der EU. Diese freie Entscheidung wird frech mißachtet und eben diktatorisch verzögert und möglicherweise ganz verhindert, weil es den sozialistischen, nicht gewählten EU Kommissaren nicht zur Agenda passt. Dt. Naziregime, UdSSR und jetzt „EU“ = Sozialisten @work.

        1. Echt jetzt? Hat jemand aus der EU den Briten verboten, am 29. März 2019 auszutreten?

          1. Noch nie hat ein Herrscher große Teile seines Reiches freiwillig freigelassen.

  3. Alles, was unser Außenhandelsdefizit verringert, sehe ich positiv.

    1. @Bert T., was unser Außenhandelsdefizit verringert? Haben wir denn ein Defizit? Oder sind Sie Brite? Dann ergibt die Aussage Sinn, die Entwicklungen am FOREX-Markt wären der Exportbilanz jedoch nicht unbedingt förderlich.

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