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Bund und Kommunen im Steuerrausch: Mehr, mehr, mehr

Zwei heutige Meldungen veranlassen uns das Wort Steuerrausch in den Mund zu nehmen. Nicht nur auf Bundesebene, sondern auch bei den Kommunen steigen die Steuereinnahmen drastisch…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Zwei heutige Meldungen veranlassen uns das Wort Steuerrausch in den Mund zu nehmen. Nicht nur auf Bundesebene, sondern auch bei den Kommunen steigen die Steuereinnahmen drastisch. Hier zunächst ein Verweis auf die heutige Mitteilung aus dem Bundesfinanzministerium.

Für den Monat Juli verkündet man nämlich heute gegenüber Juli 2016 einen Zuwachs der Steuereinnahmen von 9,2% auf 52,8 Milliarden Euro. Im Vormonat Juni gab es auf Jahresbasis einen Rückgang von 6,5% – aber nur deswegen, weil in diesen Monat die Milliardenrückzahlung der Brennelementesteuer an die großen Energiekonzerne verbucht wurde. Steuererstattungen können halt eben die Steuereinnahmen auch mindern! Also war das im Juni nur ein negativer Einmaleffekt. Die Steuern sprudeln weiter!

Lohnsteuern legten im Juli um 4,7% zu, Umsatzsteuern sogar um 9,5%. Die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge legte um 12% zu. Auch andere Bereiche legen zu, wie zum Beispiel die indirekte Tabaksteuer. In den ersten sieben Monaten des Jahres stiegen die Steuereinnahmen im Jahresvergleich um 3,8% auf 379,2 Milliarden Euro. Da die Ausgabenseite innerhalb eines Jahres ebenfalls stark schwankt, sollte das aktuelle Defizit von zuletzt 8,4 Milliarden Euro nichts bedeuten. Die Bundesregierung strebt für das Gesamtjahr die bekannte schwarze Null an.

Wie das Statistische Bundesamt heute meldet, ergeben sich im Jahresvergleich von 2015 auf 2016 deutliche Zuwächse bei den Einnahmen von Grundsteuern und Gewerbesteuern (also auf kommunaler Ebene). Zitat:

Die Gemeinden in Deutschland haben im Jahr 2016 mit rund 63,8 Milliarden Euro die bisher höchsten Einnahmen aus den Realsteuern (Grundsteuer A beziehungsweise B und Gewerbesteuer) erzielt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist das gegenüber 2015 eine Steigerung um 4,8 Milliarden Euro beziehungsweise 8,2 %.

Die Gewerbesteuer war mit 50,1 Milliarden Euro (+ 9,5 %) maßgeblich an diesen Rekordeinnahmen beteiligt. In allen Bundesländern lag das Gewerbesteueraufkommen über dem Niveau des Vorjahres. Die höchste Zunahme bei den Flächenländern erzielte Sachsen-Anhalt mit + 27,3 % vor Mecklenburg-Vorpommern mit + 17,0 %. Bei den Stadtstaaten hatte Bremen mit + 32,0 % den höchsten Anstieg gegenüber 2015.

Die Einnahmen aus der Grundsteuer A, die bei Betrieben der Land- und Forstwirtschaft erhoben wird, betrugen 2016 insgesamt 0,4 Milliarden Euro. Dies war gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig mehr (+ 0,1 %). Über die Grundsteuer B (für Grundstücke) nahmen die Gemeinden im Jahr 2016 insgesamt 13,3 Milliarden Euro ein und damit 3,4 % mehr als 2015.

Frage unsererseits mal ganz plump und absichtlich oberflächlich: Wo bleibt das ganze Geld?


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Foto: EPP / Wikipedia (CC BY 2.0)

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    21. August 2017 17:56 at 17:56

    Wo bleibt das ganze Geld ? Im Bundeshaushalt, Unterabteilung Soziales. Da muss jetzt und in Zukunft ordentlich was ausgegeben werden !

    • Avatar

      Petkov

      22. August 2017 09:05 at 09:05

      Keine Sorge, das Problem ist gelöst: (1.500.000 nur männliche Wirtschaftsmigranten aus Arabien und Afrika * 50€ pro Person und Tag * 365 Tage) + paar zerquetschte Milliarden für Polizeiaufstockung, damit die innere Sicherheit von den goldwerten Schutzsuchenden nicht zu offensichtlich vergewaltigt wird = kein Stress mit den Einnahmeüberschüssen mehr.

  2. Avatar

    Irgendjemand

    21. August 2017 20:24 at 20:24

    Naja, nach 10 Jahren super hyper ultra Stimulation durch ganz geringfügig verringerte Zinsen haben wir ja auch wie beabsichtigt überall ganz gewaltige noch nie da gewesene Wachstumsraten (ist bekannt). Da kann sich ja auch der Staat maln ganz winzig kleines Schlückchen aus der Pulle gönnen, ne?

    • Avatar

      Leftutti

      21. August 2017 21:27 at 21:27

      Der Staat engagiert sich ja auch gewaltig für die Steuerzahler: Der Flughafen BER wird voraussichtlich in diesem Jahrhundert noch fertig, sämtliche Mehrkosten in Milliardenhöhe werden beglichen. Marode Fluggesellschaften werden vorübergehend für 150 Millionen gerettet, unter dem Deckmäntelchen, dass ein paar Urlauber zurückgeholt werden müssen.
      Im Interesse der nationalen Sicherheit werden Geheimnisverräter und Berichterstatter im Cum-Ex-Skandal sofort abgestraft, während das organisierte Verbrecherkonglomerat aus Firmen und Banken auf objektive, jahrzehntelange Untersuchungen ohne weitere Konsequenzen vertrauen kann (gut 30 Milliarden).
      Straßen, Kindergärten, Schulen, Kinder,- Erwerbs- und Altersarmut werden mit 2,- EUR pro Person und Jahr bedacht.
      Der Begriff „Bürgerentlastung“ im Zusammenhang mit dem Steuerrecht wird vor den Wahlen für minimale Kosten von 80 Millionen in „Bürgerverarschung“ umbenannt.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        21. August 2017 21:57 at 21:57

        @Leftutti, wie immer sehr treffend!

      • Avatar

        Lars

        21. August 2017 22:17 at 22:17

        Das wäre doch ein Thema und gutes Ausgangsbild für einen neuen Comic von @Michael von 3p Comics!

        • Avatar

          Michael von 3p Comics

          21. August 2017 22:51 at 22:51

          Hallo Lars, das wäre es natürlich. Der Rasende Rollstuhl war auch ursprünglich eigentlich mein bevorzugtes Thema :)
          Ich hatte ursprünglich Bedenken wegen seiner Behinderung, bis mir klar wurde, dass er selbst keinerlei Bedenken gegenüber irgendwelcher Befindlichkeiten hat. Ich war also weit über die Political Correctness seiner Behinderung hinweg, weil ich jedermann als gleichberechtigt empfinde, mit allen Rechten und Pflichten. Wenn ich jemanden aufs Korn nehme, dann wegen seiner Taten, und sonst nichts.
          Aber Fugis Verschwinden war zu dem Zeitpunkt besser…
          Vielleicht gibt es mal einen 3p-Comic zum G20-Zipfel ;)

          • Avatar

            Michael von 3p Comics

            22. August 2017 01:07 at 01:07

            Zu den G20-Zipfeln (Zipfelklatschern) meine ich eigentlich ;)

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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am

Von

Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

Markus Fugmann

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am

Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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