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Bundesbehörden: Digitalisierung ein Nullsummenspiel für den Arbeitsmarkt

Na, sind das nicht mal gute Nachrichten? Und der geneigte Beobachter dachte schon durch die Digitalisierung und Automatisierung würden Millionen Arbeitsplätze vernichtet werden, ohne auch nur annähernd gleich viele...

FMW-Redaktion

Na, sind das nicht mal gute Nachrichten? Und der geneigte Beobachter dachte schon durch die Digitalisierung und Automatisierung würden Millionen Arbeitsplätze vernichtet werden, ohne auch nur annähernd gleich viele neue Jobs zu schaffen. Aber nein, es gibt heute wirklich gute Nachrichten!

Die Bundesbehörden „Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (IAB) sowie das „Bundesinstitut für Berufsbildung“ (BIBB) haben heute eine Studie veröffentlicht, wie sich die Digitalisierung („Industrie 4.0“) bis zum Jahr 2035 auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirken wird. Dabei kommt man zu den Schluss, dass es de facto ein Nullsummenspiel geben soll.

Zwar sollen vor allem in der Industrie insgesamt 1,5 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen. Aber gleichzeitig sollen genau so viele Jobs neu entstehen, und zwar vorwiegend bei Dienstleistungen. Also werden Zitat „unterm Strich keine größeren Beschäftigungsverluste auftreten“. Puhhhh, Glück gehabt, möchte man da sagen. Und wir Kleingeistigen dachten schon, dass es zu echten Problemen durch die Digitalisierung kommen wird…

Vor allem verwundert ein Detail der Headline-Info der Studie. In Nordrhein-Westfalen werden laut der Studie in absoluten Zahlen betrachtet am meisten Arbeitsplätze ab- und aufgebaut. Die Forscher erwarten hier rund 290.000 verlorene, aber auch rund 290.000 neu entstandene Arbeitsplätze. Bisher war das Bundesland nicht gerade dafür bekannt Jobverluste in der Industrie anderweitig in vollem Umfang zu kompensieren. Und es liegen wichtige Dienstleistungsstandorte in Deutschland außerhalb des Bundeslandes. Aber gut. Das Kurz-Fazit der Studie lautet Zitat:

„Eine zunehmende Digitalisierung wird jedenfalls mit einer deutlichen Umgestaltung der Arbeitswelt einhergehen, und in diesem Prozess werden Bildung und Weiterbildung der Beschäftigten eine zentrale Rolle übernehmen“, betonen die Forscher.

Das heißt: Ein Heer von derzeit in der Industrie beschäftigten Geringqualifizierten sollte sich schleunigst fortbilden, denn die einfachsten Jobs in Fabriken werden zuerst durch die Industrie 4.0-Revolution ersetzt. Diese Erkenntnis ist aber nichts Neues. Wir sind nicht so wirklich davon überzeugt, dass Digitalisierung und Automatisierung wirklich im selben Umfang neue Jobs schaffen, wie vorher dadurch verloren gehen.  Schließlich sollen sie ja Effizienz, mehr Produktion und geringere (Personal) Kosten mit sich bringen.

In der folgenden Grafik kann man laut Meinung der Studienverfasser (hier die ganze Studie einsehen) erkennen, in welchen Branchen Jobs wegfallen (blau), und wo neue Jobs hinzukommen (grün).

Digitalisierung
Zum Vergrößern bitte die Grafik anklicken.



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