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Bundesregierung mit konkreten Aussagen zum Ausmaß der Rezession

Die Bundesregierung macht aktuell konkrete Angaben, wie stark die Rezession im Zuge der Coronakrise ausfallen und wie danach die Erholung verlaufen soll. Hier die wichtigste Headline-Aussage von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im Wortlaut:

Die Corona-Pandemie stürzt die Weltwirtschaft und mit ihr die deutsche Volkswirtschaft in eine Rezession. Die Bundesregierung rechnet für das Jahr 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 6,3 % (preisbereinigt). Für das Jahr 2021 wird im Zuge des Aufholprozesses ein Zuwachs in Höhe von 5,2 % erwartet.

Wir beschränken uns an dieser Stelle auf die nach unserer Meinung wichtigsten Detailaussagen des Ministeriums. Zitat:

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie stürzen die Weltwirtschaft in eine schwere Rezession, deren Ausmaß die Finanzkrise 2008/09 übersteigt. In Anlehnung an die Prognosen internationaler Organisationen (IWF, OECD) er-warten wir im Jahresdurchschnitt 2020 einen Rückgang der Weltwirtschafts-leistung in Höhe von 2,8 % und eine Erholung im Jahr 2021 um 5,7 %.

Es sind Rückgänge bei nahezu allen Verwendungskomponenten des Bruttoinlandsprodukts zu erwarten. Aufgrund der negativen Entwicklung der Absatzmärkte gehen die deutschen Exporte im Jahr 2020 um 11,6 % zurück (2021: +7,6 %).

Die geringere Binnennachfrage und der geringere Bedarf an Vorleistungsgütern aus dem Ausland machen sich bei den Importen bemerkbar. Nicht zuletzt aufgrund der umfangreichen Maßnahmen zur Stützung von Einkommen und Nachfrage gehen die Importe nicht so stark zurück wie die Exporte (-8,2 % im Jahr 2020 und +6,5 % im Jahr 2021).

Die Nachfrage nach Bauinvestitionen wird einerseits aufgrund des weiter bestehenden Niedrigzinsumfelds und darüber hinaus durch erhöhte Liquidität angetrieben, leidet jedoch gleichzeitig auch unter sinkenden Einkommen. Zusätzlich schlagen auch im Bau Shutdown-Maßnahmen (Grenzschließung) und die erhöhte Unsicherheit durch. Wir rechnen daher mit einer leichten Einschränkung der Bauinvestitionen im laufenden Jahr (-1,0 %) und einer verhaltenen Ausweitung in 2021 (+1,1 %).

Nachfragestützend wirken im Prognosezeitraum weiterhin die staatlichen Konsumausgaben (2020: +3,7 %, 2021: +1,3 %). Auch die Ausgaben für staatliche Investitionen nehmen im Prognosezeitraum weiterhin kräftig zu (2020: +3,9 %, 2021: 2,3 %).

Der Arbeitsmarkt gerät stark unter Druck. Im laufenden Jahr dürfte die Erwerbstätigkeit um 370 Tausend Personen zurückgehen. Besonders betroffen sind das Gastgewerbe, der Handel sowie die Unternehmensdienstleistungen, zu denen auch die Arbeitnehmerüberlassung gehört. Die Kurzarbeit wird im März und April in noch nie dagewesenem Ausmaß ansteigen und viele Entlassungen verhindern. Die Arbeitslosigkeit dürfte im Jahresdurchschnitt auf 5,8 % steigen.

Erwartung der Rezession und anschließender Erholung im Detail



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1 Kommentar

  1. Ist doch gut, Fakten zu schaffen. Daran können sich die Märkte orientieren und der DAX an der Wall of Worries weiter nach oben laufen. Technisch sieht es jetzt wieder sauberer aus in den Indizes, und da jetzt Bad News wahrscheinlich wieder als Good News gelten, dürfte es einen schönen neuen Aufwärtstrend geben.

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