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Plötztlich geht alles ganz schnell China öffnet Grenzen: Ausreise von Chinesen „grundsätzlich“ möglich

China Ausreise

Das Weihnachtsgeschenk für alle China-Reisenden kam etwas verspätet, aber es kam – und war deutlich grösser, als erwartet. Wahrscheinlich hatte der Weihnachtsmann noch Schwierigkeiten bei der Einreise. Entweder sein Impfstatus war nicht in Ordnung, oder seine Testergebnisse kamen verspätet. China öffnet sich wieder – trotz extrem hoher Corona-Infektionen in den letzten Tagen.

China: Gerüchte über 0+3 Quarantäne

Die Gerüchte der letzten Tage besagten, dass ab dem 3. Januar bei der Einreise nur noch eine Quarantäne von 0+3 Tagen, also nur noch 3 Tage in Heimquarantäne nötig sein sollten. In China ankommende Reisende berichteten schon seit einer Woche vermehrt, dass sie direkt nach Hause oder ins Hotel weiterreisen durften, ohne weitere Tests oder Quarantäne.

Hong Kong und Macao bereiteten sich auf Öffnung Mitte Januar vor

Nach den Reisen der jeweiligen Chief Exekutives von Hong Kong, John Lee, und Macau, Ho lat-sen, nach Peking sprach John Lee von einer „geordneten Öffnung“ zu Mitte Januar. In der letzten Woche wurde das tägliche Kontingent für tägliche Grenzübertritte zwischen Hong Kong von zuvor 1,000 auf nun 3.500 Menschen heraufgesetzt. Ho lat-sen verkündete nach seiner Rückkehr, dass der Fernverkehr zwischen Hong Kong und Macau am 30. Dezember nach drei Jahren wieder aufgenommen werden sollen.

Diese Öffnung geschieht in einer Zeit, da Macau unter einer massiven Corona-Welle leidet. Am 23. Dezember wurden bei einer Gesamtbevölkerung von 650,000 115,000 Neuinfektionen gezählt.

Ab 8. Januar fallen fast alle Einreisebeschränkungen

Am späten Montagabend wurde von der National Health Commission (NHC) verkündet, dass praktische alle bisherigen Einreisebeschränkungen wegfallen. Möglich wird dies, weil Covid einen neuen Namen bekommt und aus der „neuartigen Coronavirus-Lungenentzündung“ eine „neuartige Coronavirus-Infektion“ wird und damit die Gefährlichkeit der Krankheit auf eine Stufe mit Pest, Cholera und ähnlichen Krankheiten herabgestuft wird.

Damit entfallen die bisherig notwendigen Testnachweise vor der Einreise, die Quarantänepflichten, sowie die Tests bei der Einreise. Ebenso werden die Beschränkungen für die Auslastung der Flugzeuge aufgehoben und die bisherigen Slot-Strafen. Bisher wurden den Fluglinien Landerechte für eine bestimmte Zeit entzogen, falls sich Covid-Infizierte an Bord befinden. Vor Antritt der Reise muss nur noch ein PCR-Test absolviert werden und während des Fluges Masken getragen werden.

Wie schnell werden neue Slots vergeben und können die Fluglinien reagieren?

Limitierender Faktor bei den China-Reisen sind die wenigen Flugrouten, die bisher von und nach China angeboten werden. Noch liegt das Angebot bei 7% des Pre-Pandemie-Levels. Flogen von Frankfurt früher jeden Tag mindestens drei Direktverbindungen nach Shanghai, sind es im Moment nur zwei pro Woche. Flüge nach China (One Way, Economy) kosten derzeit zwischen €2,000 und €3,500. Forderungen eines Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU, der einen Stopp aller Flüge aus China durchsetzen wollte, sind also purer Populismus.

Um den Bedarf an Flügen zu decken, wäre es notwendig, dass die Fluglinien ihr Angebot schnell aufstocken können und das wiederum bedingt, dass China neue Slots vergibt.

Ausreise chinesischen Bürgers wieder „grundsätzlich“ möglich

Ebenfalls hieß es in der Mitteilung der NHC, dass die Ausreise chinesischen Bürgers wieder „grundsätzlich“ möglich sei. In den letzten drei Jahren gaben die chinesischen Behörden Reisepässe nur in absoluten Ausnahmen heraus. Zudem ist es generell relativ schwierig, einen Reisepass in China zu beantragen. Der Reisepass muss dort beantragt werden, wo der Antragsteller sein „Hukou“ hat, also wo er polizeilich gemeldet ist.

Zusätzlich zum Visum für das besuchende Land benötigen Chinesen zusätzlich ein Ausreisevisum. Auch wenn man ein Visum zur Ausreise aus der Volkrepublik hatte, berichteten Reisenden immer wieder, dass ihnen die Ausreise verweigert wurde. In manchen Fällen wurden sie noch aus den Flugzeugen geholt. Reisende berichteten zudem, dass Visa bzw. Reisepässe noch am Flughafen unbrauchbar gemacht wurden. Wieso dies geschah, wurde nie geklärt.

In den Stunden nach der Bekanntgabe verzeichneten die chinesischen Reiseplattformen ein siebenfach höheres Aufkommen an Suchanfragen an internationalen Flügen und Hotels.

Damit fällt im nächsten Jahr auch der nächste Baustein der chinesischen Politik: Das de-facto Reiseverbot für chinesische Staatsangehörige.



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