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China pumpt wieder

Die Finanzierungskosten für chinesische Unternehmen mit AAA-Rating fallen seit dem 31.März so stark wie noch nie in einem Quartal, seit Bloomberg diese Daten erfasst – also seit 2007. Demnach sanken die Renditen für Anleihen mit dreijähriger Laufzeit für chinesische Unternehmen mit einem AAA-Rating um 0,60% auf nun 1,26%. Ursache für die fallenden Finanzierungskosten sind Interventionen der chinesischen Notenbank, die in der letzten Woche so viel Liquidität in den Geldkreislauf pumpte, wie seit Januar 2014 nicht mehr – insgesamt 120 Milliarden Yuan.

Die von der Notenbank verabreichten Geldspritzen konterkarieren die neue, auf Stabilität statt Expansion ausgerichtete Wirtschaftspolitik der neuen Regierung – sind aber offenkundig erforderlich, um die systemischen Risiken, die sich aus der massiven Abkühlung am Immobilienmarkt zeigen, in den Griff zu kriegen. In Chinas Wirtschaft zählen die Immobilienfirmen zu den am stärksten kreditgehebelten Unternehmen, daher sind sinkende Finanzierungskosten für die Branche von essentieller Bedeutung.

Chinas Regierung steht dabei vor einer schwierigen Gradwanderung: sinkende Finanzierungskosten reduzieren das Pleiterisiko von Unternehmen und unterminieren das Geschäftsmodell der Schattenbanken. Andererseits sorgt das billige Geld für einen weiteren Anstieg des Verschuldungsgrades der chinesischen Unternehmen, die derzeit in Höhe von 150% des BIP Chinas verschuldet sind – so viel wie in keinem anderen Land der Welt.



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