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Chinas Yuan-Intervention + BOJ-Gerüchte stabilisieren Asien vor US-Zinsentscheidung

FMW-Redaktion

Die gestrige kräftige staatliche Intervention Chinas im Offshore Yuan, der in Hong Kong frei gehandelt wird, wirkt auch heute, denn nach dem Absturz von USDCNH von 6,47 auf 6,39 kann sich das Währungspaar auch jetzt auf diesem Niveau halten (Absturz US-Dollar = Aufwertung des Yuan). Der Offshore Yuan erholt sich damit zum ersten Mal kräftig seit der Abwertung am 10. August, die zu heftigen Turbulenzen führte. Eine langfristige Intervention im Yuan sei nicht das Ziel, hört man aus dem Umfeld der chinesischen Notenbank (PBOC). Also jetzt nochmal deftig „kurzfristig“? Am Wochenende werden in China Industrieproduktionsdaten vermeldet – auch da scheint es gut zu sein vorher nochmal für Ruhe zu sorgen.

Offshore Yuan

Die gestrige Kaufaktion im Yuan ist ein erneutes Signal der Führung in Peking für Stabilität. Die braucht man vor der vermutlich anstehenden Zinsanhebung nächste Woche in den USA. (16./17.09.) Im Augenblick gibt es einen Gleichstand der Analysten. Gut die Hälfte glaubt an eine Zinsanhebung, die andere erst an eine im Dezember. Selten zuvor gab es so viel Unsicherheit. Normalerweise gibt die Fed vor Zinsschritten klare Signale, damit der Markt den Zinsschritt vorher schon mal in Ruhe einpreisen kann. Aber in den letzten Tagen äußerten sich immer wieder einzelne Fed-Mitglieder, mal so, mal so.

Angeblich hat die japanische Notenbank (BOJ) vor für ca. 900 Milliarden Yen weitere japanische Staatsanleihen aufzukaufen, also das alte „Linke Tasche Rechte Tasche“-Spiel, was man offiziell als Quantitative Easing bezeichnet. Nach den jüngsten Rezessionstendenzen im letzten Quartal geht beim Notenbankchef die Angst vor einem Rückfall in die Deflation um, denn im Augenblick dümpelt man an der Null-Linie herum. Also noch mal ein wenig nachpumpen. Der umstrittene Nobelpreisträger Paul Krugman, eigentlich bekannt als Verfechter von unbegrenztem Schuldenmachen, sagte am Mittwoch auf einer Konferenz in Tokyo, das Risiko steige, dass die „ABENOMICS“, also die Strategie des japanischen Regierungschefs Abe immer weiter Schulden zu machen bis die Wirtschaft anspringt, kurz davor steht zu scheitern. Aber was sollte er jetzt noch anderes machen? Sparen wie Merkel?

Auch das, zusammen mit der jüngsten PBOC-Intervention sollte in Asien für etwas mehr Ruhe sorgen. Der Markt sieht: China und Japan greifen von staatlicher Seite her ein um Aktien- und Devisenmärkte zu stützen.



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