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Chinesen wollen Kuka: Hört da der „Spaß“ für die Bundesregierung auf?

FMW-Redaktion

Sigmar Gabriel kriegt wohl allmählich ein wenig Angst vor lauter Käufen deutscher Mittelständler durch chinesische Unternehmen. Ganz aktuell steht die Übernahme des Technologieführers Kuka auf der Agenda, der im Bereich Roboter ganz weit vorne ist – sozusagen einer der deutschen Vorreiter in der Hochtechnologie! Kuka verkündete vor zwei Wochen auf seiner eigenen Homepage ein Statement von Midea, was zeigt wie sehr man die Chinesen mit offenen Armen willkommen heißen würde:

„Midea beabsichtigt, KUKA bei ihrem Wachstum zu unterstützen, insbesondere als führender deutscher Anbieter von Industrie 4.0-Lösungen sowie bei der weiteren Marktdurchdringung in China. Des Weiteren sichert Midea insbesondere den Erhalt des Hauptsitzes der Gesellschaft in Augsburg, der derzeitigen Belegschaftsstärke in Deutschland und den ausländischen Standorten, der Marke „KUKA“ sowie die weitere Notierung der Aktien der KUKA in Deutschland. Zudem würde Midea den Verbleib des bestehenden Managements ebenso wie den Verbleib der beiden großen deutschen Aktionäre in der Gesellschaft begrüßen.“

Seit dem jüngst bekannt gewordenen Angebot der chinesischen Firma Midea Kuka kaufen zu wollen, passiert folgendes: Nach außen gibt sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel gelassen. Man müsse aufpassen kein China-Bashing zu betreiben – denn am Ende sei es eine Entscheidung der Kuka-Eigentümer, ob sie ihre Anteile verkauften oder eben nicht, so Gabriel. Er freue sich zwar, falls es auch ein alternatives Angebot aus Europa gäbe, damit die Eigentümer die Wahl hätten, aber es sei halt Sache der Eigentümer. Hinter den Kulissen sieht es da wohl anders aus. Laut SZ telefonieren Gabriel´s Staatssekretäre gerade fieberhaft deutsche und europäische Industriekonzerne ab, ob sie nicht Interesse hätten Kuka zu kaufen. Siemens und ABB sollen schon abgewunken haben.

Im Raum steht wohl als Variante ein Kauf durch ein europäisches Unternehmen, ein Kauf + Finanzinvestor aus den Golfstaaten, oder die Formierung eines europäischen Roboter-Konsotriums… uns graust es schon – denn wie oft gelingt das schon mit den sogenannten „europäische Champions?“ (Airbus mal ausgenommen). Deutsche Politiker mag u.a. die Angst umtreiben, dass im Fall Kuka interne Daten deutscher Unternehmen letztlich auf den Schreibtischen chinesischer Behörden oder Geheimdienste landen könnten, da Hersteller wie Kuka zukünftig wohl aufgrund der digitalen Vernetzung auf solche Daten zugreifen können. Aber an dieser Stelle nochmal zum grundsätzlichen Hauptvorwurf aus Deutschland Richtung China:

So schreibt das Auswärtige Amt mit Stand März 2016 zum Thema China ganz offiziell, dass das Land zwar in den letzten Jahren sehr erfolgreich ausländische Direktinvestitionen angezogen habe – dennoch müsse China aber Transparenz und Investitionssicherheit erhöhen. Dies sei wichtig um den gerade für deutsche Mittelständler den Investitionsstandort China attraktiver zu machen. Denn die würden laut Auswärtigem Amt Vertragsfreiheit und gleiche Marktzugangsbedingungen erwarten wie inländische Unternehmen, wozu auch die öffentlichen Aufträge des chinesischen Staates gehörten. Laut dem Amt sei ausländischen Unternehmen der Zugang zu vielen interessanten Tätigkeitsfeldern in China bislang verwehrt. Durch einen festen Katalog der kommunistischen Regierung sei für jedes Marktsegment vorgeschrieben, ob und in welcher Form ausländische Unternehmen in China investieren dürfen.

Daraus kann man also schlussfolgern, dass die deutsche Regierung selbst offiziell sagt, dass deutsche Unternehmen derzeit eben keinen „richtigen“ freien Marktzugang in China haben – es ist regelrecht eingeschränkt – die Chinesen lassen gerade so viel aus dem Ausland zu, wie gerade genehm ist. Andersrum können sie hier nach Lust und Laune agieren. Das dürfte wohl (was wir für nachvollziehbar halten) der Hauptgrund sein, warum man hierzulande mit immer mehr Bauchschmerzen die Käufe deutscher Unternehmen durch chinesische Investoren ansieht. Hinzu kommt, dass unter den Käufern deutscher Unternehmen auch öfters chinesische Staatskonzerne und eben nicht nur private Unternehmen sind. Und da kann einem schon etwas unwohl werden – auch weiß man hierzulande ja nicht, in wie fern Technologietransfers in China vom Staat gesteuert werden. Denn wie wir alle wissen, ist China eine kommunistische zentral gesteuerte Diktatur ohne freie Presse und ohne jegliche Transparenz der Behörden.

Von daher, so meinen wir, sollte man die Euphorie vieler deutscher Kommentatoren und Ökonomen etwas bremsen. Denn auch jetzt im Fall Kuka hört man von vieler Seiten „das ist doch nicht schlimm“ und „Chinesen willkommen“. BDI Präsident Grillo sagte jüngst wenn die Chinesen hier etwas kaufen wollten, sei das ein gutes Zeichen – das zeige, dass wir (hier in Deutschland) gut unterwegs seien. Der Willkommenskultur für chinesisches Geld würden wir auch zustimmen, wenn für deutsche Unternehmen richtige (!) Chancengleichheit in China herrschen würde, und wenn sich der chinesische Staat aus Übernahmen in Deutschland auch richtig (!) heraushalten würde!

Ach ja, unser aller Kult-EU-Kommissar Günther Oettinger sagte hierzu umgekehrt sei so eine Übernahme in China gar nicht möglich. Ja, so ist es – das finden wir einfach unfair – warum beschränkt die EU nicht Käufe aus China genau so – und zwar solange bis die Chinesen uns Europäern freien Marktzugang bei sich gewähren? Das wäre nur fair! Aber die Tatsache, dass sich in dieser Sache nichts tut zeigt, dass Europa anscheinend dringender auf chinesisches Geld angewiesen ist als umgekehrt!



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2 Kommentare

  1. Seien wir doch mal ehrlich: Die ganzen Übernahmen der letzten Wochen und Monaten durch chinesische Investoren haben als einziges Ziel nur den Technologietransfer so das man letztendlich mit eigenen Nachahmerprodukten den Markt überschwemmen kann.

    Des Weiteren ist auch die Aussage des Herrn Digitalkommissars richtig. Soweit mir bekannt dürfen ausländische Investoren nur 49 % in China erwerben, und das auch nur wenn sie ein Joint-Venture mit einem heimischen Unternehmen eingehen. Warum also sollte sich Midea Kuka langfristig ans Bein binden ? Macht keinen Sinn! Interessant ist nur die Technologie, der Rest interessiert niemanden.

  2. Warum …weil die EU idiotisch Handpuppen der USAsind .

    Und nur deutsche deppen verkaufen jetzt ihre Anteile an einem zukunftsunternehmen mit Ansage und weit unter wert .

    Nicht mit anzusehen !

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