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Coronakrise: Kommt Las Vegas wieder zurück ins Spiel?

Hannes Zipfel

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Las Vegas Strip - dank Coronakrise sind die Geschäfte eingebrochen

Die Coronakrise hat Las Vegas besonders hart getroffen. Die Stadt lebt vom Tourismus, von Kongressen, Messen und natürlich dem Glücksspiel. All das war seit Mitte März nicht mehr möglich. Ab 4. Juni sollen die Kasinos unter strengen Auflagen wieder öffnen. Der wirtschaftliche Schaden ist bereits jetzt immens.

Die Coronakrise verwandelte Las Vegas in eine Geisterstadt

Es ist Mitte März und die Temperaturen in der Mojave-Wüste sind um diese Jahreszeit mit 23 Grad Celsius tagsüber schon recht angenehm. Auf dem „Strip“, einem Abschnitt des Las Vegas Boulevard, leuchten die Reklametafeln. Normalerweise tummeln sich unzählige Touristen, Glücksritter und Geschäftsleute sowie Massen von Autos zwischen Caesars Palace und der im Maßstab 1:2 nachgebauten Kopie des Eiffel-Turms des Paris Las Vegas Hotels. Doch in den letzten Tagen des März 2020 wirkt die rastlose Stadt wie verlassen. Die beiden Flughäfen McCarren International und North Las Vegas sind verwaist. Das ist das erste Mal seit dem Attentat auf John F. Kennedy im Jahr 1963, dass die Kasino-Hotels auf dem gesamten Las Vegas Strip geschlossen sind. Selbst das verheerende Attentat im Jahr 2017 führte nur zu einer teilweisen Schließung. Die Coronakrise lässt einen ganzen Bundesstaat, der stark vom Tourismus und der Glücksspielbranche abhängig ist, in den wirtschaftlichen Abgrund schauen.

Der wirtschaftliche Schaden ist immens

Seit dem Shutdown der Kasinoindustrie am 17. März sind im US-Bundesstaat Nevada 276.300 Gaming- und Tourismusjobs verloren gegangen. Jeder dritte Arbeitsplatz in dem Wüstenstaat ist von der Tourismus- und Glücksspielindustrie abhängig. Durch den Shutdown sind die Einnahmen von Kasinos, Restaurants, Bars, Clubs, Hotels, Autoverleihern, Kongressveranstaltern, etc. nahezu komplett weggefallen. Ursprünglich sollte die Entertainment-Hauptstadt der Welt nur für einen Monat ihre Geschäfte schließen. Nun dauert der Shutdown bereits seit zweieinhalb Monaten an. Noch ist völlig unklar, wie viele Mitarbeiter nach der Coronakrise noch gebraucht werden. Kasinos und Betreiber von Shows, Messen, Theatern und Logistikunternehmen werden nicht mit dem gleichen Personalbestand wiedereröffnen. Die Auslastung wird weit unter dem Niveau von vor der Coronakrise liegen. Zum einen, weil die Massenarbeitslosigkeit den Amerikanern die Lust am Spielen verleiden dürfte, zum anderen sind Abstands- und Hygieneregeln für eine auf Massentourismus ausgelegte Stadt wie Las Vegas ein signifikantes Geschäftshindernis.

Die gesamte Wirtschaft Nevadas ist stark vom Tourismus und der Glücksspielbranche abhängig. Allein in die beiden Städte Reno und Las Vegas kommen jedes Jahr bis zu 57 Millionen Touristen, um an den Spieltischen und Spielautomat der Kasinos Platz zu nehmen. Von dem Umsatzeinbruch der Unternehmen sind auch die Steuereinnahmen für den Bundesstaat betroffen. Der wirtschaftliche Gesamtschaden wird auf ca. 40 Milliarden US-Dollar bis zum März nächsten Jahres geschätzt, sofern sich die Umsätze bis dahin wieder vollständig erholt haben. Im Jahr 2019 brachte allein das Glücksspiel dem US-Bundesstaat 12 Milliarden US-Dollar ein, von denen laut CDC Gaming Reports mehr als die Hälfte vom Las Vegas Strip stammten.

Hoffnung keimt auf in Sin City

Genau zehn Wochen nach der Schließung aller Kasinos bereitet sich die Glücksspielbranche in Nevada und vor allem in Las Vegas auf die Wiedereröffnung nach der Coronakrise vor. Sofern die Covid-19-Fälle über das Memorial-Day-Wochenende nicht wieder ansteigen, können die Kasino-Hotels am 4. Juni unter strengen Auflagen wiedereröffnet werden, sagte Nevadas Gouverneur Steve Sisolak am vergangenen Freitag. Sisolak wird am heutigen Dienstag eine Pressekonferenz abhalten, um das Datum 4. Juni zu bestätigen, wenn die Gesundheitsbehörden und das Nevada Gaming Control Board ihre Zustimmung erteilen. Zwar sind die gemeldeten Fälle leicht angestiegen, was aber eher darauf zurückzuführen sein dürfte, dass die Zahl der Corona-Tests stark ausgeweitet wurde. Am 30. April wurden 1.165 Personen in Nevada getestet und 121 Covid-19-Fälle gemeldet. Bis zum Memorial-Day-Wochenende stieg die Zahl der Tests auf knapp 3.000 pro Tag an, bei zuletzt 123 Covid-19-Fällen an einem Tag. Eine Wiedereröffnung scheint also sehr wahrscheinlich.

Das Kasino-Geschäft in Nevada wird sich stark verändern

Dennoch wird es ein sehr langsamer Prozess der Normalisierung. Kasinobetreiber mit mehreren Standorten haben bereits angekündigt, zunächst nur Teile bestimmter Resorts wieder zu eröffnen, während andere Kasinos noch komplett geschlossen bleiben, bis die Einschränkungen soweit abgebaut wurden, dass sich die Wiederaufnahme des Spielbetriebs unter betriebswirtschaftlichen Aspekten wieder lohnt. Ihre Tore kurzfristig wieder öffnen wollen unter anderem MGM Resorts, das New York-New York Hotel & Casino mit der berühmten Achterbahn sowie das legendäre Bellagio. Elf weitere Kasinokomplexe auf dem Las Vegas Strip bleiben weiterhin geschlossen – einige wohl für immer.

Laut CDC Gaming Reports werden voraussichtlich nur rund 41 Prozent der gesamten Hotelzimmerkapazität am Las Vegas Strip ab 4. Juni angeboten. Nach der Wiedereröffnung wird sich das Kasino-Erlebnis in Las Vegas und im Großraum Nevada zudem stark verändern: Desinfektionsspritzer statt Begrüßungscocktails, Abstandsregeln, Grenzwerte für Mitarbeiter und Besucher und jeder zweite Einarmige Bandit wird ohne Kundschaft bleiben. Vorbei sind vorerst auch die Zeiten voll besetzter Spieltische. Kasinos müssen die Anzahl der Spieler begrenzen, die Poker, Roulette oder Würfeln spielen: drei Spieler pro Blackjack-Tisch, sechs Spieler pro Würfel-Tisch, vier Spieler pro Roulette-Tisch und nur vier Spieler pro Poker-Tisch. Gruppen oder Zuschauer sind an den Tischen vorerst nicht mehr gestattet.

Die Croupiers werden in Zukunft nicht nur Geld gegen Jetons tauschen, Karten ausgeben und die Kugel rollen lassen, sondern auch für die Einhaltung der Hygieneregeln sorgen und die Gäste desinfizieren. Alle Spielutensilien müssen nach jeder Benutzung gereinigt werden, wenn ein neuer Spieler mit ihnen in Kontakt kommt. Das gilt für Karten, Chips, Schienen, Stühle, Würfel, Kartenschuhe, Mischmaschinen, Roulette-Räder, etc. Der Geruch von Desinfektionsmitteln wird damit als Folge der Coronakrise vorerst fester Bestandteil des neuen Kasinoerlebnisses in Las Vegas werden.

Fazit und Ausblick

Die starke Ausrichtung auf den Massentourismus, Messen, Shows, Glücksspiel und Restaurants belastet die Metropole Las Vegas in der Coronakrise besonders stark. Arbeitsplätze gehen verloren, Geschäfte schließen für immer ihre Türen und die Immobilienpreise beginnen zu fallen, ebenso wie die Steuereinnahmen des Bundesstaates Nevada. Die wahrscheinliche Wiedereröffnung des Glücksspielbetriebs ab nächster Woche lässt zwar Hoffnung aufkeimen, aber die neuen Sicherheitsregeln machen das Geschäft für viele Dienstleister unlukrativ. Ein ganzer Bundesstaat muss hoffen, dass es keine zweite Corona-Welle gibt und die Abstands- und Hygiene-Maßnahmen so bald wie möglich weiter gelockert werden. Ansonsten droht Wüstenstädten wie Las Vegas das Schicksal einer Goldgräberstadt ohne ausbeutbare Mine.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Boldi Witz

    26. Mai 2020 19:20 at 19:20

    Las Vegas braucht es nicht mehr, die Leute zocken jetzt anscheinend alle an der Wallstreet.
    Die werden überrascht sein ,im Casino wusste jeder ,dass man auch verlieren kann. An der Wallstreet gehts immer nur aufwärts. ! !

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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