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Coronavirus: Crashen Aktienmärkte in den Bärenmarkt?

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Die Tumulte durch das Coronavirus erreichen zu Wochenbeginn einen neuen Höhepunkt! Nach einer turbulenten Vorwoche an den Aktien- wie auch den Anleiheemärkten haben inzwischen Erstere erkannt, dass die sich ausbreitende globale Virusinfektion keine kurzfristige und rasch vorübergehende virale Bedrohung sein wird. Die großen Indizes sind durch ihre Kursverluste fast unisono in den Korrekturmodus (> 10 Prozent) gerutscht. 10 Billionen Dollar wurde weltweit an Börsengewinnen ausradiert.

Coronavirus: Die Signale der Börsen

Mit Tagesschwankungen von 3 Prozent in den letzten Tagen an der Weltleitbörse in New York ist die Verunsicherung der Investoren mit den Händen greifbar. Kommt es zum ganz großen Einbruch der Weltwirtschaft? Dazu gesellt sich ein Fear&Greed-Index von nur noch sechs Punkten, der bereits extreme Panik signalisiert. Man schwankt zwischen dem Glauben, dass es die Notenbanken und die Staaten mit ihren Hilfsprogrammen wohl richten könnten und der großen Furcht vor einem Absturz der Weltwirtschaft durch das Coronavirus, dessen Folgen in den Aktienindizes noch nicht ansatzweise reflektiert werden. Am deutlichsten erwischt es einmal mehr den deutschen Leitindex, der in seiner exportorientierten Zusammensetzung wie immer bei Schwächen der Weltwirtschaft ganz besonders sensibel reagiert. Mit seinen 16 Prozent Kursverlust ist es nicht mehr weit hin bis zu einem Bärenmarkt.

Ganz anders die Entwicklung der Aktienindizes in China: Seit Ende Januar haben der Shanghai Composite (plus 10 Prozent) oder der Shenzhen Index A (plus 18 Prozent) – bis zum Wochenende – deutlich zugelegt, analog zu den rückläufigen Infektionszahlen (offizielle Angaben), die mit nur noch knapp 19.000 aktuellen Erkrankungen nach Abzug von Verstorbenen und Gesundeten immer deutlicher nach unten gehen. Hat da jemand nachgeholfen?

Coronavirus und die Folgen: Wird es ein U oder ein L?

Gemeint ist die Phase der Erholung nach Auslaufen der unmittelbaren Effekte der Virusinfektion. Bei einer U-förmigen Erholung könnten die Börsen noch mit einem 20-prozentigen Kursverlust weg kommen. Würde es ein L, so ist mit einer Rezession in den großen Volkswirtschaften zu rechnen und die Kurabschläge müssten mindestens in die Dimensionen früherer Wirtschaftseinbrüche gelangen – also zu Kurshalbierungen. Noch ist nicht absehbar, ob es tatsächlich zu dem Worst Case-Szenario für die bullishen Anleger kommen wird. Betrachtet man die Entwicklung der chinesischen Börsen, so könnte man zu dem Eindruck gelangen, dass das Schlimmste bereits vorbei sei.

Der bisherige Wirtschaftseinbruch

Dieser ist am besten erkennbar am Tourismus und in der Luftfahrtindustrie. Der Tourismus steht für weltweit 6,6 Billionen Dollar (8 Prozent des Weltsozialprodukts), die Bremsspuren durch das Coronavirus sind deutlich erkennbar. Auch plant Europas große Fluggesellschaft Lufthansa einen Kapazitätsabbau von 50 Prozent in den nächsten Wochen.

Deutlich sind auch die Folgen für die Automobilindustrie mit Rückgängen von 80 Prozent in der chinesischen Wirtschaft und den zunehmenden Engpässen von Zulieferungen an Zwischenprodukten, weltweit in den Warnungen der Unternehmen zu vernehmen. Extrem auch die Signale aus dem Hightech-Bereich. Immer stärker haben die Aktienkurse der großen Unternehmen nachgegeben, auch der Semiconductor-Index SOXX ist schon um 15 Prozent gefallen. Dies ist nur ein Bruchteil der aktuellen wirtschaftlichen Implikationen. Man braucht kein Prophet zur sein, um zu prognostizieren, dass wegen des Coronavirus Q1 für 2020 zu den größten Revisionen seit der Finanzkrise 2008/09 führen wird.

Bei einer derartig lawinenartigen Zunahme von Absagen an Großveranstaltungen jedweder Art, der Teilstilllegung von Produktionsstätten, der Zunahme von Quarantänemaßnahmen kann man nur von einen Angebotsschock sprechen, wie wir ihn seit der Ölkrise vor fast 50 Jahren nicht mehr gesehen haben. Eine V-förmige Erholung von Wirtschaft und Börsen dürfte als Szenario bereits vom Tisch sein.

Was könnte helfen?

Das Allheilmittel einer deutlichen Zinssenkung hat sich mit der Reaktion auf die 50 Basispunkte-Zinssenkung der amerikanischen Notenbank erst einmal als unwirksam erwiesen. Dennoch ist bereits am 18. März, bei der nächsten Fed-Sitzung, mit einem nächsten großen Schritt zu rechnen. Ungeeignet, um die unmittelbaren Folgen einer Pandemie zu bekämpfen, für Kapitalsammelstellen wird ein Engagement an den Anleihemärkten aber immer mehr zu einem Verlustgeschäft. Nicht bei einem weiteren Absturz der Wirtschaft durch Kursgewinne, aber bei dauerhaftem Engagement in die Papiere bis zur Fälligkeit.

Der US-Kongress hat in der letzten Woche ein Gesetz beschlossen, damit 8,3 Milliarden Dollar im Kampf gegen das Virus eingesetzt werden können. Solche Maßnahmen werden allgemein als wirksamer betrachtet, wenn man etwas tun will, dann klappt es am ehesten mit Fiskalpolitik.

Spannend wird es am Donnerstag werden, wenn die EZB auf ihrer Sitzung zu Maßnahmen schreitet. Kommt es tatsächlich zu einer weiteren Reduzierung des Einlagezinssatzes von minus 0,5 auf minus 0,6 Prozent? Oder zu einer Verdoppelung des Anleiheaufkaufprogramms von 20 auf 40 Milliarden Euro monatlich, wie manche Volkswirte unken?

Auch hat der deutsche Staat in Gestalt von Minister Altmaier für kleinere und mittlere Unternehmen Hilfen in Aussicht gestellt.

Der Leiter des DIW, Professor Hüther, hat einen großen Cocktail an Maßnahmen vorgeschlagen, von denen einige sicherlich zur Stützung der deutschen Konjunktur umgesetzt werden könnten:

  • Stabilisierung der Unternehmensliquidität (Kredite an Unternehmen durch die KfW)
  • Stabilisierung der Finanzmarktliquidität (das Thema TLTRO durch die EZB, wichtig vor allem für den Bankensektor)
  • Steuerstundungen für Unternehmen
  • Stabilisierung der Beschäftigung durch Ausweitung der Kurzarbeit

Zwei entscheidende Barometer für die Entwicklung der Krise durchd as Coronavirus

Bei einer weltweiten Ausbreitung einer Infektion mit grippeähnlichen Symptomen zu einer Pandemie ist die wohl entscheidende Frage vor der wärmeren Jahreszeit: Wann wird Peak Corona erreicht in den maßgeblichen Staaten? Da die meisten Erkrankungen in wenigen Tagen/Wochen ausheilen, konkret: Wann wird die Anzahl an gesundeten Menschen die der Neuinfizierten übertreffen? Eine Frage, die derzeit völlig offen ist, mit Stimmen, die von der Chance einer rechtzeitigen Eindämmung sprechen und anderen, die von pandemischen Verhältnissen ausgehen. Man wird auf die täglichen Fallzahlen starren, die in westlichen Ländern doch einigermaßen zuverlässlich sein dürften.

Der zweite Aspekt ist ein börsentechnischer. Wie weit werden Panikreaktionen an den Märkten die Kurse nach unten treiben? Wenn der Bärenmarktstaus erreicht würde und es zu weiteren Abschlägen kommt (Stopploss-Orders, Margin Calls, Notverkäufe) könnte das Ganze in der fragilen Situation der Weltwirtschaft heißen: Erst die Kurseinbrüche an den Börsen lösen eine Rezession richtig aus, denn vor einer Rezession kam bisher immer der Börsencrash.

Fazit

Es scheint nicht mehr weit zu sein bis zum Eintritt in einen Bärenmarkt für die großen Indizes. Absolut betrachtet aber schon, zehn Billionen von den einst 89 Billionen Dollar an Weltmarktkapitalisierung haben sich bereits in Luft aufgelöst. Bis zu einem 20-Prozentabschlag wären es noch einmal sieben Billionen Dollar, immerhin fast das Doppelte der Wirtschaftsleistung Deutschlands.

Auf der anderen Seite ist das auch wiederum nicht allzu viel, sollte sich die Panik in den USA fortsetzen. Ein Bärenmarktterritorium ist aus meiner Sicht auch eine entscheidende Zone für die Wall Street. Sowohl die US-Administration (allen voran Finanzminister und Wall Street-Profi Mnuchin) als auch die US-Notenbank werden mit allerlei Rettungsaktionen versuchen, einen Absturz in diese Regionen und darunter zu verhindern. Kommt schon am 18. März der nächste (wirkungsschwache) Zinshammer um weitere 50 Basispunkte? Derartig große Verluste in den Indizes, wie bei Eintritt in einen Bärenmarkt, würden den bereits in großer Corona-Angst erstarrenden US-Verbraucher allein wegen des Vermögenseffekts in seinem Konsumverhalten jenseits der Alltagsgüter erheblich zurückhaltender werden lassen.

Das wäre das Letzte was die taumelnde Weltwirtschaft noch gebrauchen könnte – ein Einbruch des US-Konsums, der immerhin eine Größe von 16 Billionen Dollar repräsentiert.

Aktuelle Entwicklung:

Die dramatische Kursentwicklung an den asiatischen Börsen am heutigen Montag, insbesondere in Japan, machen das Bärenmarkt-Szenario bereits um eine ganze Stufe wahrscheinlicher.

Das Coronavirus lässt die Aktienmärkte abstürzen

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Coronakrise: Warum stehen die Aktienmärkte noch so hoch?

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Die Coronakrise errreicht einen Hochpunkt nach dem anderen – und viele reiben sich derzeit verwundert die Augen: Warum stehen die Aktienmärkte so hoch, angesichts der schlechtesten Konjunkturaussichten in den vergangenen 100 Jahren? Gerade mal 20 bis 25 Prozent im Minus und nur leicht im Bärenmarkt. Spinnen die Börsianer – oder sehen Sie etwas anderes, was man aus den gegenwärtigen Daten nicht entnehmen kann? Hierzu ein paar Argumente aus der bullishen Sicht der Märkte.

Coronakrise: Was bringt uns das zweite Halbjahr?

Aus der Sicht der Börsen geht es fast nie um die Gegenwart oder die nahe Zukunft. Aktienmärkte fragen, wie sieht es in einigen Monaten aus? Also haben wir im Spätsommer 2020 noch Millionen von Coronainfizierten in den USA und ein Vielfaches davon an Arbeitslosen im Gefolge der Coronakrise? Das scheint sich in den Kursen derzeit niederzuschlagen.

Viele könnten von einer falschen Grundprämisse ausgehen.:Was nicht beachtet wird beim Vergleich mit früheren Rezessionen, selbst mit der von 1929 ist, dass es noch nie ein Situation gab, in der die Wirtschaft staatlich verordnet in Teilbereichen so auf null heruntergefahren wurde (und auch absehbar wieder hochgefahren wird).

Nicht einmal im Zweiten Weltkrieg wurde in den USA einem Friseur, einem Bäcker, einem Hot-Dog-Verkäufer u.a. die Arbeit untersagt. Das heißt aber auch, dass die kommenden Tage des Lockdowns alles überbieten werden, was es an kurzfristigen (!) Wirtschaftsindizes wie Arbeitslosenanträge, Verbrauchervertrauen etc. je gebeben hat. Klar, vermutlich erleben wird bald,  dass es wegen der Coronakrise in den USA 25 Millionen Arbeitslose geben wird –  in einem Land mit einer Hire-and-Fire-Mentalität. Aber Covid-19 hat ein natürliches Ende. Und dann wird es kurzfristig Anstiegsdaten aus tiefem Niveau geben, wie es sonst nur in Aufbauphasen nach einen Bombenkrieg möglich ist – einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt bereits China mit seinen Einkaufsmanagerindizes.

Beispiel Deutschland

Wir haben bereits in dieser Woche R-0 erreicht (Feststellung Robert-Koch-Institut): das heißt, ein Infizierter steckt nur noch einen Menschen an. Vor drei Wochen lag dieser Wert bei 3-7 und damit noch deutlich höher. Bereits in wenigen Tagen/Wochen wird sehr wahrscheinlich die Zahl der „active cases“ sinken und dann die ersten Maßnahmen der Integration ins Arbeitsleben erfolgen. Die Epidemiologen dürfen nur nicht zu früh Entwarnung geben, sonst würde durch Leichtsinn der ganze Effekt zunichte gemacht werden und sich der Schaden der Coronakrise noch  potenzieren. Nach dem 20. April wird es in Deutschland ziemlich wahrscheinlich mit einer leichten Exitstrategie losgehen.

Coronakrise: Wird die Arbeitslosigkeit Bestand haben?

Die US-Börsen sehen nicht mehr auf den Mai, in dem die schlechtesten Arbeitslosenzahlen seit 1930 kommen werden, sondern sie blicken vermutlich auf den Sommer und später. Deshalb fallen sie auch zur Zeit nicht so stark, trotz der schlechtesten Arbeitslosenzahlen, die man sich ausmalen kann. Man erwartet bereits das Schlimmste und wenn Goldman Sachs von 25 Millionen im Mai spricht, so ist das weitgehend schon eskomptiert. Sonst müssten die Börsen schon weit über 50 Prozent ihres Wertes verloren haben. Das ist ein Grund, warum die Aktienmärkte derzeit nicht in die Tiefen fallen, die dem aktuellen Wirtschaftseinbruch durch die Coronakrise entsprächen. Der Zukunftsaspekt der Börse und als zweiter Grund das 10 Billionen-Dollar-Rettungspaket weltweit, was den Konsum vor einem totalen Kollaps bewahrt.

Was einige Investoren immer noch unterschätzen, ist die absolute Hemmungslosigkeit, Schmerzfreiheit oder Radikalität der US-Regierung, um den US-Konsum zu retten. Wenn das 4 Billionen-Dollarpaket für die Coronakrise nicht ausreicht, wird man eben noch weitere Billionen hinterherschieben: es ist ein Wahljahr und Donald Trump wird ohne Rücksicht auf Verluste alle fiskalpolitischen Mittel einsetzen.

Dass er damit die Verschuldung der USA in gefährlichste Dimensionen anheben wird, das kümmert ihn bisher noch wenig. Schließlich hat er wohl den stärksten Glauben Aller in die Einzigartigkeit der US-Wirtschaft und deren Leitwährung. Spricht er nicht schon dauernd davon, wie gestärkt Amerika aus der Coronakrise hervorgehen wird? Noch glauben ihm die Weltmärkte: der Dollar ist nach wie vor die Leitwährung und die Federal Reserve kann als eine der wenigen Notenbanken in unvorstellbarem Ausmaß Geld drucken. Dass das nicht ewig gut gehen kann und auch in einem Desaster enden könnte (muss?) – das steht auf einem anderen Blatt. Bisher sind die USA eine der wenigen Länder, die noch niemals einen Staatsbankrott erleben mussten. Deutschland hingegen schon derer sieben, in den letzten 200 Jahren. God bless America..

Noch ein Wort zu China: Warum sind dort im Januar/Februar wegen der Coronakrise die Aktienmärkte nicht in die Tiefe gestürzt, als eine Schlüsselindustrie, die Automobilbranche, mit 92 und 80 Prozent Rückgang die schlechtest denkbaren Daten geliefert hat? Weil man erwartet hat, dass sich die Wirtschaft ab April/Mai von der Coronakrise wieder erholen wird. Was gerade auch geschieht.

Das ist nämlich auch für die USA der springende Punkt: Man kann doch nicht erwarten, dass die Masse der Friseure, Bäcker, Souvenirhändler (um nur ein paar einfache Beispiele zu nennen) auch in drei oder sechs Monaten noch arbeitslos sein werden. Von einem langsamen Wiedereinstieg im Flug- und Touristikgeschäft gar nicht zu reden. Die Touristikbranche steht für acht Prozent des weltweiten BIPs. Menschen werden wieder den Friseur (und viele Dienstleister, vom Masseur bis zum Fitnessstudio) brauchen.

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ETF: Wie funktionieren sie – und sind sie auch in der Krise ungefährlich?

Sind ETFs auch in einer Krise geeignet? Über die Funktion eines ETF – und was in der Corona-Krise passierte

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ETF war das Zauberwort unter den Anlageprodukten: während Vermögensverwalter stetig Rückgänge bei den Zuflüssen an Kundengeldern verkraften mußten, traten die ETFs einen jahrelangen Siegeszug an. Wird das so bleiben? Ist ein ETF für jedermann geeignet? Und ist es vor allem auch ein „Krisen-sicheres“ Instrument? Hier ein kurzer Überblick über die relevanten Fakten!

Was ist ein ETF?

Der Begriff ETF stammt aus dem englischen und bedeutet „Exchange Traded Fund“. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um einen börsengehandelten Indexfonds der die Weiterentwicklung eines Portfolios aus Wertpapieren darstellt. ETFs sind also Fonds, die wie Aktien über die Börse gehandelt werden. Ein ETF kann unterschiedlichste Arten eines Index abbilden, z.B. einen bestehenden Index wie den DAX, aber auch eine Zusammenstellung einer Branche.

Die Anteile daran werden dann an der Börse gehandelt, genauso wie die Aktien eines einzelnen Unternehmens. Für die meisten Investoren ist es schwierig alle Aktien aus einem Index zu kaufen oder zu verkaufen, zudem würde es einen hohen Kapitaleinsatz erfordern. Es ist daher für viele Investoren viel einfacher und günstiger, einen ETF zu handeln, der eine definierte Auswahl an Aktien oder Anleihen enthält.

Der Kurs bestimmt sich wie bei einer Aktie durch den Markt, also durch Angebot und Nachfrage. Weil ein ETF nichts anderes als ein Paket aus Wertpapieren ist, entspricht der Kurs in der Regel dem Gesamtwert der zugrundeliegenden Aktien. Der wohl bekannteste ETF ist der MSCI World, es handelt sich um einen internationalen Aktienindex bestehend aus über 1600 Unternehmen weltweit. Eine große Anzahl an Anlegern nutzen diese Anlageform auch als Sparplan, es werden z.B. monatliche Sparbeträge eingezahlt, um über einen längeren Zeitraum durch den Zinseszins zu profitieren.

Wie entsteht ein ETF?

ETF-Anteile werden durch autorisierte Marktteilnehmer, auch Market Maker genannt, kreiert. Diese arbeiten mit bekannten Anbietern wie z.B. der DWS (Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen) zusammen, die Fondsparte der Deutschen Bank. Professionelle Finanzinstitutionen wickeln die Ausgabe und Rückgabe von ETF-Anteilen gemeinsam im Hintergrund ab. Das Ergebnis ist eine einfache und reibungslose Investmentform. Genau das macht es für Anleger auch so leicht, ein ETF wie eine Aktie an der Börse zu handeln.

ETF: Welche Unterschiede gibt es?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von ETFs: Zunächst gibt es die physisch replizierenden Fonds. Wie das Wort physisch schon aussagt, handelt es sich hierbei um eine 100-prozentige Nachbildung eines Aktienindex wie z.B. dem DAX oder Dow Jones. Diese bestehen konstant aus 30 Unternehmen, dadurch kann eine sogenannte Vollreplikation angewendet werden. Jedes Unternehmen im DAX hat eine bestimmte Gewichtung, die von der Marktkapitalisierung abhängig ist. In einem physischen ETF-Index werden die Aktien gemäß ihrer Gewichtung gekauft. Das ist für Indizes möglich, die sich nur aus einer übersichtlichen Zahl liquider Aktien zusammensetzen. Ist der Index allerdings sehr groß – wie der MSCI World mit mehr als 1.600 verschiedenen Unternehmen – dann werden nur bestimmte Unternehmensanteile gekauft. Man spricht hierbei von der Teilreplikation.

Bei der synthetisch replizierenden Methode werden nicht die physischen Werte eines Index zugrunde gelegt, sondern es erfolgt eine Nachbildung über Derivate, zu Ihnen zählen Optionen, Termingeschäfte und Tauschgeschäfte (englisch: “Swaps”). Dabei schließt der Fonds einen Vertrag mit einem Swap-Partner ab, wie Finanzinstitute und Investmentbanken, die sich dazu verpflichten, im Tausch gegen eine Gebühr die Indexrendite zu „liefern“. Ein synthetisches ETF ist in erster Linie dafür geeignet, kostengünstig in Nischenmärkte oder Anlageklassen wie Rohstoffe zu investieren, die sonst für die meisten Investoren nur schwer zugänglich sind.

Was ist das Ziel und für wen eignen sich?

Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der entsprechende Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Auf diese Weise können Sie einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Sie folgen einfach der Mehrheit. Die Zusammensetzung eines ETF-Index wird mehrmals jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Sie müssen sich also um nichts kümmern und können sich getrost zurücklehnen und sich im Erfolgsfall über ihre stetige Rendite freuen. Diese Anlageform eignet sich nicht nur für Profis, sondern insbesondere auch für Privatanleger, die ihr Portfolio nicht aktiv managen möchten und ihr Risiko über eine breite Auswahl an Aktien oder Anleihen streuen wollen.

Kritik an ETF

Im Wesentlichen gibt es zwei Kritikpunkte an ETFs: erstens führe ihr „Siegszug“ zu einer Monopolisierung der Märkte: Aktien wie Apple würden immer Markt-schwerer und daher in unzähligen ETFs immer stärker gewichtet. Dazu komme, dass immer mehr Indizes geschaffen werden (es gibt inzwischen mehr Indizes als Aktien), damit dann auf einen neu geschaffenen Index ein Index-ETF aufgelegt werden kann.

Die Folge: es gibt immer mehr ETFs, die auf eine vorhandene Liquidität der Marktteilnehmer trifft – insofern gaukelten die ETFs eine Liquidität vor, die faktisch gar nicht gegeben sei. Komme es zu crashartigen Situationen an den Märkten, könne der Siegeszug dieses Anlagevehikels  die Dynamik noch verstärken, so die Kritiker. Bei dem jüngsten heftigen Abverkauf im Gefolge der Corona-Krise kam es bislang vor allem in illiquiden Sektoren zu Problemen, etwa bei Junk Bonds – hier gab es deutliche Abweichungen zwischen dem Fondspreis und dem Preis der im Fonds enthaltenen Wertpapiere. Bei einem „großen“ ETF wie etwa dem SPY, der den Leitindex S&P 500 abbildet, kam es dagegen nicht zu derartigen Problemen.

Wie gut ist ein ETF auch in schwierigen Marktlagen geeignet?

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Finanznews

Aktienmärkte: Katastrophen-Zahlen – warum (noch) kein Abverkauf? Marktgeflüster (Video)

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Heute absolut katastrophale Arbeitsmarktdaten aus den USA und regelrechte Abstürze auch bei europäischen Konjunkturdaten – warum aber halten sich die Aktienmärkte angesichts solcher Horro-Meldungen noch recht passabel? Ist das alles wirklich schon eingepreist? Blicken die Aktienmärkte schon „hinter die Kurve“ und erwarten eine Besserung der Lage? Das Gegenteil ist der Fall: erst bei den anstehenden Daten, die den März volll erfassen, wird die ganze Dimension der Coronavirus-Krise sichtbar werden. So liegen die ersten Prognosen für die US-Arbeitsmarktdaten bei 20 Millionen (!) verlorenen Jobs. Aber neben der Erholung beim Ölpreis gibt es einen Grund, warum sich der Abverkauf de Aktienmärkte (noch) in Grenzen hält..

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