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Coronavirus: Treiber für die Börsenkurse trotz Wirtschaftsdelle?

Kriegen oder haben wir bereits die Katastrophenrally, einen Anstieg der Börsenkurse in einem desaströsen Umfeld, in dem eine wirtschaftliche Schadensmeldung die nächste jagd?

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Gewiss, es klingt mehr als seltsam, wenn man in der Phase des Stillstands der zweitgrößten Volkswirtschaft aufgrund des Coronavirus von einer boomenden Börse spricht. Aber wir leben derzeit in einer reichlich verzerrten Welt, in der sich Realwirtschaft und Aktienkurse entkoppelt haben. Und die Verursacher dieses Zustandes könnten diese Anomalie noch weiter auf die Spitze treiben, eben wegen der großen wirtschaftlichen Auswirkung des Coronavirus Covid-19.

Notenbanken außer Rand und Band

Eine Darstellung der Sorgen der Händler an der Wall Street durch den Sender CNBC zeigte es deutlich: Man ist eigentlich nicht allzu besorgt, wegen der Auswirkungen der grassierenden Lungenkrankheit. Wenn man diese kurzfristig in der Griff bekommt, gibt es eine große Aufholjagd in den nächsten Quartalen. Ja, und wenn es länger dauert, dann hat man die Federal Reserve.

Hannes Zipfel hat es in seiner Analyse am gestrigen Tag auch begründet: Die Anleihemärkte senden ein Signal, dass es bald zu einer Zinssenkung durch die US-Notenbank kommen wird. Und nicht erst ab dem Sommer, wie es durch die Fed Funds Futures vor Kurzem noch signalisiert wurde. Eine Abflachung der Zinskurve und damit eine Erosion im Bankgeschäft, die stärker werdende Invertierung der Zinskurve und eine deutliche Beeinträchtigung des US-Wachstums zwingen die Fed zu Maßnahmen. Deshalb kam auch Hannes Zipfel zu dem Fazit, dass die US-Notenbank schon in nächster Zeit nicht umhin kommt, gebündelte Kredit- und Hypothekenpapiere zu kaufen und die Bilanz ein weiteres Mal zu erweitern.

Die maßgeblichen US-Zinsen (10-jährige US-Staatsanleihe) liegen bei 1,55 Prozent und werden bereits bei der nächsten (und nicht letzen) Senkung schon deutlich unter der Inflationsrate liegen. Und international? Vor einigen Wochen lagen bereits 25 Prozent aller Staatsanleihen der Staaten (von ca. 70 Billionen Dollar!) im negativen Bereich. Dies könnte sich infolge der Krisensituation durch das Coronavirus noch deutlich steigern, denn schließlich werden viele Staaten noch einmal an der Zinsschraube drehen – wie bereits China und Thailand. Und wo landet die neu geschaffene Liquidität? Ein Teil vielleicht beim Gold, aber nicht die große Masse, schließlich ist der Goldmarkt für das große Kapital zu klein. Also doch wieder im Aktienmarkt?

Coronavirus: Wie werden die Märkte reagieren?

Natürlich wird es immer wieder zu Einbrüchen kommen, infolge von sich häufenden Gewinnwarnungen von Firmen aus allen Branchen, aber auch aus vielen Volkswirtschaften der Welt. Aber wenn es nicht zum großen Wirtschaftseinbruch kommt, den Donald Trump mit seinem eigentlich unwilligen Gehilfen (Powell) mit allen fiskalpolitischen und sonstigen Stimuli im Wahljahr verhindern will, werden die Marktteilnehmer vermutlich immer wieder in die Aktienmärkte zurückkehren.

Nach der nächsten Fed-Zinssenkung gibt es auch in den USA keine positive Rendite (nach Inflation) an den Anleihemärkten mehr. Auch global ist der Anlagenotstand ubiquitär, erkennbar an den 10-jährigen Anleihen in Griechenland, die im 0,90-Prozentbereich stehen, nach noch 1,4 Prozent vor Monatsfrist. Man kann gut damit argumentieren, dass Gelddrucken in einer Produktionskrise keinen Anschub im Warenhandel liefern kann, aber das neu geschaffene Kapital sucht eben nach Anlagemöglichkeit. Bei einem Verwahrentgelt (Strafzinsen) Geld zu parken, ist wohl eher keine Strategie.

Damit hinkt auch ein Vergleich mit einer klassischen Konditionierung à la Pawlow, es dürfte eher an den technischen Rahmenbedingungen liegen, als an den Instinkten der Anleger. Es ist doch auch jedem Börsianer klar, dass es einen Einbruch in der Wirtschaft geben muss, wenn hunderte Millionen Arbeitnehmer und zugleich Konsumenten wegen des Coronavirus wochenlang in ihren Wohnungen festgehalten werden. Es schockt immer das Unerwartete, das nicht Vorhersehbare.

Fazit

Kriegen wir oder haben wir bereits die Katastrophenrally, einen Anstieg der Börsenkurse in einem desaströsen Umfeld, in dem eine wirtschaftliche Schadensmeldung die nächste jagd?

Ich muss es noch einmal betonen. Die Aktienmärkte interessiert doch immer nur kurzzeitig, was sich in der Gegenwart abspielt, da kann es tausend Berichte über katastrophale Daten geben. Wenn es Aussicht auf Besserung gibt in mittlerer Zukunft, so wird dies in den Börsenkursen eingepreist. Das ist die zentrale, aber auch unsichere Prämisse. So war es jedes Mal bei den letzten vier Rezessionen, an die ich mich erinnern kann. Bereits viele Monate bevor noch irgend etwas von einer wirtschaftlichen Besserung zu sehen war, hatte der Aktienmarkt schon nach oben gedreht. Im heutigen Umfeld ist die Situation noch viel komplizierter, denn wo sollen die nach Rendite heischenden Billionen an Kapital angelegt werden?

So wäre es nicht verwunderlich, wenn man den Highflyer Apple schon in den nächsten Tagen wieder auf alte Höhen bringen würde – trotz der Gewinnwarnung vorgestern.

Der gestrige Tag brachte zwar einen Rückschlag, der angesichts der Meldungslage über Apple, der IT-Branche generell und den Automobilsektor aber eigentlich nur im Rahmen einer eher normalen Tagesschwankung blieb.

Um nicht missverstanden zu werden: Es gibt keinen unendlichen Aufschwung an den Börsen. Irgendwann wird das „Potenzial“ der Zentralbanken an die Grenzen stoßen und Inflation und Rezession ihren schmerzlichen Tribut fordern. Aber derzeit scheint sich eine Entwicklung Bahn zu brechen, die ohne historisches Vorbild ist – trotz oder gerade wegen des Coronavirus..

Die Wall Street lässt sich vom Coronavirus nicht die Laune verderben

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Sven

    19. Februar 2020 09:14 at 09:14

    So sieht es aus. Das Unnormale ist die neue Normalität. DasGanze wird uns noch einen langen Aufschwung an den Börsen bescheren. Wenn das erst mal ankommt bei allen, das in diesem Umfeld nichts, aber auch gar nichts die Märkte erschüttern kann, dann werden alle aufspringen und die Kurse pushen. Ich möchte noch gar nicht daran denken wohin. Ich sage nur, der Nasdaq war in der Dot.com Euphorie 50 Prozent vom 200 Tage Durchschnitt weg. Jetzt sind es gerade mal lächerliche 29 Prozent.

  2. Avatar

    Sven

    19. Februar 2020 09:16 at 09:16

    Sorry, lächerliche 20 Prozent. Also noch günstiger.

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    Columbo

    19. Februar 2020 10:04 at 10:04

    Überzeugende Analyse! Für den Markt ist das Corona-Virus ist ein schwarzer Schwan, aber eben nur ein kleiner. Am Goldpreis sieht man Angst, aber auch nur eine kleine, sonst wäre der schon bei 2000 Dollar.
    Kein Weltsystemcrash, vorläufig, Gott sei Dank.

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    Roberto

    19. Februar 2020 10:32 at 10:32

    Der einzige der recht behalten wird ist wohl SVEN. Denn es geht ja nicht darum ob es gesund ist oder nicht was an den Märkten passiert. Es geht lediglich darum die überschüssige Liquidität die die Märkte überflutet anzulegen. Da ist es egal ob Apple eine bad news rausbringt. Das scheint für die Märkte nur ein kleiner Ausrutscher zu sein, der wieder ein wenig mehr Platz für die Liquidität gemacht hat.
    Zwei Dinge sind Todsicher: erstens wird diese Aktienparty irgendwann mal zu ende gehen. und zwietens werden wir allerdings irgendwann mal sterben.
    Also was machen wir aus der Erkenntnis ???
    Ein kleiner Tip von mir: SVEN solltet ihr nicht auslachen :-)

    • Avatar

      leftutti

      19. Februar 2020 12:38 at 12:38

      @Roberto, keiner lacht über Sven, doch viele dürften sich genervt und verwundert fragen, weshalb er seit Monaten 10 Mal pro Tag ein und dieselbe Erkenntnis mit uns allen teilt.

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    Lausi

    19. Februar 2020 11:12 at 11:12

    Die entscheidende Frage ist, wie sich das mit dem Virus weiterentwickeln wird, und das kann im Moment noch keiner voraussehen. Beide Varianten, katastrophal oder nur temporärer Einbruch, scheinen fast gleichberechtigt nebeneinander zu stehen.

    Ich denke, dass das Virus unterschätzt wird, und der ganze Rattenschwanz, der mit diesem massiven Produktionsausfall einhergeht, der Wirtschaft, und damit auch den Börsen, noch mächtig zu schaffen machen wird.

    Und kann die Fed durch Gelddrucken immer einen Rückgang an der Börse verhindern? Könnte eine Wertvernichtung an den Finanzmärkten nicht vielleicht trotzdem stattfinden – trotz hoher Liquidität? Oder ist das eine ewig wabernde Geldwolke, die nur die Wahl zwischen Aktien oder Anleihen hat, und niemals verschwinden/liquidiert werden kann/darf?

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    Pessi-Mist

    19. Februar 2020 13:45 at 13:45

    @Lausi, die Party wird von den Zombifirmen ( BBB ) Anleihen beendet werden u.auch von kleineren Zulieferfirmen, die von den grossen Abnehmern mit Preisdrückerei schon bis jetzt Nichts verdient haben.
    Stillstand von 2 bis 3 Monaten werden die nicht verkraften. Oder würden sie einer Firma die bis jetzt Verluste macht u.jetzt stillsteht Kredit für 3% geben? Es wird Konkurse u.Entlassungen geben u.die Grossen werden leiden weil all die Kleinen als Glied der Lieferkette die Produktion beeinträchtigen.
    Wenn ein Türschloss eines Autos fehlt, steht die Produktion still.Wenn Transportwege gestört sind funktioniert „ JUST IN TIME PRODUKTION „ nicht mehr. Gemäss den Kommentaren von dekadenten Analysten u.Schönrednern könnte man annehmen , das solche Leute noch nie eine Fabrik von innen gesehen haben u.meinen Lieferketten sei etwas was man am Hals trägt.

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      sabine

      20. Februar 2020 11:00 at 11:00

      a) Die Zulieferer sind gar nicht so klein, denn die beliefern ja mehrere Autofirmen. Dazu hilft das Baukastensystem bei VW auch diesen. Nur Marktnischen wie Individuallackierung (außen Autofarbe), spezielle Ledersitze usw. wird von kleinen Firmen übernommen.
      b) Kredite werden gerade nachgeworfen. Da fällt der Politik sicher wieder ein Befehl an die Banken ein. Das System muß ja noch bis Tag x halten. Und den kennen nur die globalen Oberfritzen. Wenn sie ihn denn schon festgelegt haben.
      c) Problem ist auch, wie tödlich der Virus ist. Wenn auf einem Kreuzschiff 2 sterben, ist das wieder so eine Lachnummer. Sie waren schon alt, hatten Asthma blablabla.
      Wenn aber in China die Verbrennungsöfen heiß laufen, der Krankenhausdirektor angesteckt ist und sterben würde, dann wär der Virus nicht nur grippeähnlich, schnell verbreitend aber normale Sterblichkeit wie bei den Grippefällen.
      Andererseits sind die 20.000 Sterbefälle von Influenza auch nur eine Lüge und rein geschäftsfördernd.
      https://www.aerzteblatt.de/archiv/170864/Influenza-Woher-kommt-die-Zahl-der-Todesfaelle
      Kein Wunder, daß die Leser auf Alternativmedien aus sind. Man wird im großen Stil belogen. Relotius, Silberstein usw. Wo ist in einem der Millionen Käseblätter eine Richtigstellung? Nicht mal in der Bild. (Das Letzte war ironisch!)
      https://www.profil.at/oesterreich/wahrheit-kurz-spoe-8342070

      Man müßte mal für den Automarkt so etwas erfinden. Z.B. die neue Dieselnorm reinigt die Luft, da bei genügend Motortemperatur weniger Stickstoff das Auto verläßt, als es vorne einatmet. Also, zur Klimarettung müssen wir mehr fahren. Na, wär doch was?
      (Daß die Herstellung der Autos die Umwelt sehr stark belastet, und das spätere Fahren nur noch sehr geringfügig, egal. Rechnet keiner nach! Todsicher! Und die Normjournalisten schon gar nicht.)

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    Thetapeut

    19. Februar 2020 13:51 at 13:51

    Ein Bravo dem LEFTUTTI, da braucht es wieder den weisen Mann ,der ausspricht was hundert Andere schon lange denken.Markos gleiche Platte müssen wir wenigstens nur einmal pro Woche anhören.

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      Carsten

      19. Februar 2020 19:06 at 19:06

      @Thetapeut, leider hat der Forums-Klekih-petra aber ausgeblendet, dass die hundert Anderen, die sich über Sven wundern (wohl eher ärgern und ihn deshalb mit Spottnamen a la „Fahnenstangen-Sven“ belegen), schon seit viel längerer Zeit in Endlosschleife die Platte vom Börsencrash, der innerhalb der nächsten 90 – 180 Minuten kommen MUSS, abspielen und das Tag für Tag. Da wundert man sich natürlich über andere, die das Gegenteil behaupten und versucht sie dann lieber mal, der Lächerlichkeit preiszugeben.
      Auf der Rückseite der Platte ist übrigens das Lied vom Coronavirus zu hören, was garantiert bis kommenden Dienstag 80% der Weltbevölkerung dahinraffen wird.

      • Avatar

        leftutti

        20. Februar 2020 00:17 at 00:17

        @Carsten, als Forums-Mübarek haben Sie ausgeblendet, dass persönliche Beleidigungen, auch auf Karl-May-Ebene, in diesem Forum unangebracht sind. Wenn Sie Probleme mit mir haben, teilen Sie mir diese bitte persönlich mit, und nicht feige und hintenrum über drei Umwege.

        • Avatar

          Carsten

          20. Februar 2020 07:46 at 07:46

          Sagt der, der sich gegenüber @Roberto (nach eigener Anschauung also „feige und hintenrum“) abfällig über @Sven äußert.
          Sie teilen hier gerne aus, das Einstecken ist aber nicht so Ihre Sache.
          Wenigstens scheinen Sie mir ja in der Sache zuzustimmen. Das freut mich!

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    Macwoiferl

    19. Februar 2020 15:04 at 15:04

    Gerade die Meldung,dass China seine Airlines mit Subventionen stützen wird.
    Freies Unternehmertum, das war mal, ebenso der freie Markt.
    Aber bemerkenswert @Wolfgang Müller:
    Vor Wochen noch schrieben Sie mir zurück auf meine Kommentare: nein, nein, die Börse preise grundlegend Unternehmenszahlen ein, da werde nichts „manipuliert“, da spiele die FED nur eine vorübergehende Rolle.
    Und nun lese ich, aus Ihrer Feder: „Aber wir leben derzeit in einer reichlich verzerrten Welt, in der sich Realwirtschaft und Aktienkurse entkoppelt haben“.
    Vom Baum der Erkenntnis naschen, das hilft manchmal.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      19. Februar 2020 16:00 at 16:00

      @MacWoiferl. Entschuldigen Sie, dass ich meine Meinung durch die immer aggressiveren Notenbanken und dem nicht vorhersehbaren Coronavirus modifiziert habe. (Habe auch keine Glaskugel). Bei den meisten Aktien wird auch nicht von außen manipuliert (außer solche Fälle wie Boeing). Die Fed manipuliert den Anleihemarkt und das strahlt auf den Aktienmarkt aus. Sie sollten aber richtig zitieren: Ich habe nach 30 Jahren Erfahrung geschrieben, dass die Börsen zumeist richtig antizipieren, aber nicht immer (vielleicht zu 70 Prozent, pi mal Daumen). Zudem beleuchte ich immer beide Seiten. An der Börse ist es auch immer schön, wenn man nach Monaten überprüft, was jemand vorausgesagt hat. Da wird man richtig schön fündig. Wieso soll eigentlich freies Unternehmertum vorbei sein? Glauben Sie, dass Gewinne nicht mehr belohnt werden?
      Viele Grüße

  9. Avatar

    Macwoiferl

    19. Februar 2020 21:31 at 21:31

    Zum freien Unternehmertum gehört auch Scheitern.
    Das wird schon seit 2008 nicht mehr zugelassen (too big to fail)
    VW, Tesla, Wirecard, massive Leerverkäufe oder Short Squeezes sind keine Manipulationen?
    Aktienrückkäufe auf Steuerzahlers Kosten?
    Wir haben hier ein desaströses, altes, angehübschtes Thermalbad im Ort.
    Die Aktie kostete bis vor 4 Jahren ca. 20 €/Stk.
    Dann ließ sich der Betreiber den Kreditrahmen erweitern und kaufte sich selbst hoch auf 420 €/Stück.
    Was wiederum die Kreditmöglichkeiten erweiterte – das Unternehmen ist ja nun mehr wert! :-)
    Lesen Sie mal die Stücke des Marcus Fugmann, da steht glasklar: Börse=Casino.
    Schwindel, Betrug, Trickserei, Manipulation, soweit das Auge reicht. In MY honest opinion.
    Da gehört meines Erachtens schon viel Gutglaube an die Schöpferkraft des Menschen dazu, hier noch Kostolany heranziehen zu wollen.
    Ich schätze Ihre Beiträge, als Gegenpart zum eher börsen„realistischen“ Markus Fugmann sehr.
    In diesem Falle aber scheint mir die Erkenntnis der „immer aggressiveren Notenbanken“ etwas sehr verspätet zu kommen.
    Das war Gegenstand meines Hinweises.
    Trotzdem vielen Dank für Ihre fundierte Fachkenntnis!

    • Avatar

      Michael

      19. Februar 2020 23:53 at 23:53

      @Macwoiferl, wer aufmerksam die Kommentare hier verfolgt, hat längst zur Kenntnis genommen, dass Kommunismus und Planwirtschaft in Europa Einzug gehalten haben, während in China die freie Marktwirtschaft tobt. Derweil in Amerika sich als modernes Gegenmodell die geplante Autokratie etabliert, während in Britannien die kreativ-chaotische Emanzipation Einzug hält.

      Freies Unternehmertum und Scheitern bei Unfähigkeit. Das wussten und wissen die bösen Grünen weltweit schon ganz plötzlich seit Gründung der AfD zu verhindern. Dafür wurde der Klimawandel von ihnen erfunden und geschaffen. Oder sind es am Ende doch die Börsen? Oder die Zentralbanken? Oder sind Börsen und Zentralbanken schlussendlich die globalen Deep-State-Grünen?

      Ich finde es stark und bewundernswert, dass Wolfgang M. seine Ansichten an das derzeitige Börsentheater ebenso anpasst, wie er gleichzeitig die diametrale Fundamentalsituation im Auge behält. Auch für meinen Geschmack hatte er in letzter Zeit die Antizipationsfähigkeit der Märkte etwas überschätzt. Weil er, wie fast alle analytisch und komplex denkenden Menschen seine Schlüsse aus langen und belastbaren Erfahrungen gezogen hat. Persönlich bewundere ich seine Fähigkeit zur Selbstreflektion, seine Fähigkeit, Fehler einzugestehen, seine Persönlichkeitsreife.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      20. Februar 2020 07:15 at 07:15

      @MacWoiferl. Danke. Jetzt bewahrheitet sich vielleicht einmal mehr der Spruch: Es legt in der Natur der Marktwirtschaft, dass es in periodischen Abständen zum Ausbruch des Wahnsinns kommt.
      Grüße

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Finanznews

Dax: Der Korrekturcharakter der Rally – Ziel bei 10673 Punkten

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Wie erwartet konnte sich der Dax nicht wesentlich stärker in Szene setzen. Die Performance der vergangenen Woche unterstreicht eindeutig den Korrekturcharakter der seit Mitte März laufenden Rallye. Dennoch konnte die Entwicklung der letzten Tage diesem kleinen Trend keinen Abbruch bescheren, wie sie es dem Chart ablesen können. Positives ist dennoch zu konstatieren, denn der Handel hat wieder ein normales Niveau angenommen, sind die Bewegungen im Tagesverlauf so langsam aber sicher wieder nachvollziehbar geworden.

Ausblick für den Dax:

Die seit Mitte März in Ausbildung befindliche Welle (A) bildet sich beim Dax fünfteilig (1-2-3-4-5) aus. Aktuell steht diesbezüglich Welle (4) auf der Agenda, in deren Verlauf der deutsche Leitindex bis zur 0.38-Linie (9.469 Punkte) gefallen ist. Wesentlich tiefer wird die kleine Talfahrt auch nicht verlaufen, denn mit diesem Retracement hat (4) ihr idealtypisches Ziel angelaufen; bereits sehr leicht unterschritten. In dieser kleinen Stückelung (Tageschart) sollten leichte Verletzungen von allgemeingültigen Regelungen, wie der Bruch der 0.38-Linie, in Kauf genommen werden.

Der wahrscheinliche weitere Verlauf beim Dax

Im weiteren Verlauf von (A) wird die auf (4) folgende (5) den Dax wieder steigen lassen. Als Ziel von (A) dient das große 0.50Retracement bei 10.673 Punkten. Dieser Widerstand wird sich sehr stark in Szene setzen und dadurch ein unvermitteltes Überschreiten zu verhindern wissen. Die sich anschließende Korrektur (B) übt wieder etwas Druck auf den Index aus. Wie der Chart es zeigt, erwarte ich lediglich ein moderates Abschlagspotenzial.

Fazit:

Die Aufwärtsbewegung beim Dax bildet die erste Unterwelle (A) einer aufwärtsgerichteten Korrektur aus. Aufgrund des weit fortgeschrittenen Zustandes rate ich gegenwärtig von einer Positionierung in den Dax ab. Zur Absicherung Ihrer Positionen sollten sie auf das kleine 0.38 Retracement bei 9.469 Punkten zurückgreifen.

Der Dax in einer Aufwärtskorrektur

Foto: Deutsche Börse AG

 

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Gold/Silber

Goldpreis steigt deutlich – Überraschung bei stark steigendem Dax

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Gold Barren Beispielfoto

Der Goldpreis steigt heute deutlich. Und das bei gleichzeitig deutlich steigenden Aktienkursen! Der Dax zum Beispiel notierte am Freitag um Niveaus von 9.500 Punkten herum. Aktuell sehen wir Kurse von knapp über 10.000 Punkten. Der Dow 30 hat mit aktuell 22.112 Punkten gegenüber Freitag Abend mehr als 1.100 Punkte zugelegt. Was ist da los?

Goldpreis aktuell mit Stärke

Der Goldpreis notiert jetzt bei 1.646 Dollar. Das ist gegenüber Freitag Nachmittag ein Plus von gut 30 Dollar. Dax, Dow und Co steigen heute, weil sich vor allem in Südeuropa die Lage rund um das Coronavirus zumindest etwas zu entspannen scheint (hier mehr Details). Also hat der Aktienmarkt Hoffnung auf die Wende, die man (wie an der Börse üblich) schon mal versucht umgehend vorwegzunehmen. Erholung der Wirtschaft in sechs Monaten, vielleicht? Zack, dann können wir Dax und Dow ja heute schon mal steigen lassen? So einfach kann die Börse sein.

Das Edelmetall fungiert normalerweise als Krisenwährung, als Sicherer Hafen. Herrscht Unsicherheit, flieht man unter anderem in Gold. Und umgekehrt gilt das selbe. Geht man also nach dieser plumpen Idee von Risk On und Risk Off, dann müsste der Goldpreis heute eher fallen, oder zumindest nicht steigen. Also sehen wir heute eine eigene Stärke im Gold? Wichtige Schweizer Golfraffinerien haben die Produktion wieder aufgenommen, was die Angebotsklemme bei Gold etwas entspannen dürfte. Daher könnte es erst einmal weniger Aufwärtsdrang für den physischen Goldpreis geben?

Kein Drang mehr zu Zwangsverkäufen bei Gold?

Gestern hatten wir die Marke von 1.700 Dollar im Goldpreis besprochen, die charttechnisch wichtig ist. Derzeit scheint der Markt nach und nach in diese Richtung zu laufen, nachdem man die letzten Tage eher einen müden Seitwärtstrend beobachten konnte. Aktuell ist bei den steigenden Kursen kein Drang von institutionellen Anlegern mehr vorhanden Zwangsverkäufe im Gold vorzunehmen, weil man im Crash schnell Cash benötigt. Dies zusammen mit dem ausgedehnten Umfeld an Nullzinsen und weltweiten Gelddruck-Orgien der Notenbanken dürfte generell den Drang hin zum Gold verstärken. Wo keine störenden Faktoren mehr da sind, bricht nun der grundlegende Drang zum Gold wieder durch? Der Goldpreis könnte als ultimativer Schutz vor Inflation nun immer interessanter werden für Anleger, die die Gelddruckerei betrachten, und daran glauben, dass die Verbraucherpreise in den nächsten Monaten extrem stark zunehmen werden. Geldentwertung ohne mich, ich habe Gold gekauft – so die einfache Denkweise?

Der US-Dollar (ablesbar im US-Dollar Index) zeigt sich übers Wochenende unverändert. Er bietet also keinen Impuls für den Goldpreis in US-Dollar. Morgen um 16 Uhr deutscher Zeit wird es interessant. Dann werden in den USA die JOLTS-Daten veröffentlicht, oder um es klarer auszudrücken, die Zahl der offenen Stellen. Auch hier dürfte man die Coronakrise in den USA ablesen können, was die Aktienindizes und den Goldpreis bewegen könnte. Im Chart sehen wir in blau den Goldpreis-Verlauf seit dem 4. Februar, im Vergleich zum Dow 30 auf CFD-Basis. Gold konnte sich in der Krise wesentlich besser halten, und tendiert aktuell zumindest weiter aufwärts.

Goldpreis vs Dow 30 im Kursverlauf seit Anfang Februar

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart an der Wall Street

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Markus Koch bespricht im folgenden LIVE-Video den bevorstehenden Handelsstart in New York. Es geht vor allem um die Hoffnungsschimmer, die man derzeit aus Südeuropa hört in Sachen Coronavirus.

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