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Coronavirus: Treiber für die Börsenkurse trotz Wirtschaftsdelle?

Kriegen oder haben wir bereits die Katastrophenrally, einen Anstieg der Börsenkurse in einem desaströsen Umfeld, in dem eine wirtschaftliche Schadensmeldung die nächste jagd?

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Gewiss, es klingt mehr als seltsam, wenn man in der Phase des Stillstands der zweitgrößten Volkswirtschaft aufgrund des Coronavirus von einer boomenden Börse spricht. Aber wir leben derzeit in einer reichlich verzerrten Welt, in der sich Realwirtschaft und Aktienkurse entkoppelt haben. Und die Verursacher dieses Zustandes könnten diese Anomalie noch weiter auf die Spitze treiben, eben wegen der großen wirtschaftlichen Auswirkung des Coronavirus Covid-19.

Notenbanken außer Rand und Band

Eine Darstellung der Sorgen der Händler an der Wall Street durch den Sender CNBC zeigte es deutlich: Man ist eigentlich nicht allzu besorgt, wegen der Auswirkungen der grassierenden Lungenkrankheit. Wenn man diese kurzfristig in der Griff bekommt, gibt es eine große Aufholjagd in den nächsten Quartalen. Ja, und wenn es länger dauert, dann hat man die Federal Reserve.

Hannes Zipfel hat es in seiner Analyse am gestrigen Tag auch begründet: Die Anleihemärkte senden ein Signal, dass es bald zu einer Zinssenkung durch die US-Notenbank kommen wird. Und nicht erst ab dem Sommer, wie es durch die Fed Funds Futures vor Kurzem noch signalisiert wurde. Eine Abflachung der Zinskurve und damit eine Erosion im Bankgeschäft, die stärker werdende Invertierung der Zinskurve und eine deutliche Beeinträchtigung des US-Wachstums zwingen die Fed zu Maßnahmen. Deshalb kam auch Hannes Zipfel zu dem Fazit, dass die US-Notenbank schon in nächster Zeit nicht umhin kommt, gebündelte Kredit- und Hypothekenpapiere zu kaufen und die Bilanz ein weiteres Mal zu erweitern.

Die maßgeblichen US-Zinsen (10-jährige US-Staatsanleihe) liegen bei 1,55 Prozent und werden bereits bei der nächsten (und nicht letzen) Senkung schon deutlich unter der Inflationsrate liegen. Und international? Vor einigen Wochen lagen bereits 25 Prozent aller Staatsanleihen der Staaten (von ca. 70 Billionen Dollar!) im negativen Bereich. Dies könnte sich infolge der Krisensituation durch das Coronavirus noch deutlich steigern, denn schließlich werden viele Staaten noch einmal an der Zinsschraube drehen – wie bereits China und Thailand. Und wo landet die neu geschaffene Liquidität? Ein Teil vielleicht beim Gold, aber nicht die große Masse, schließlich ist der Goldmarkt für das große Kapital zu klein. Also doch wieder im Aktienmarkt?

Coronavirus: Wie werden die Märkte reagieren?

Natürlich wird es immer wieder zu Einbrüchen kommen, infolge von sich häufenden Gewinnwarnungen von Firmen aus allen Branchen, aber auch aus vielen Volkswirtschaften der Welt. Aber wenn es nicht zum großen Wirtschaftseinbruch kommt, den Donald Trump mit seinem eigentlich unwilligen Gehilfen (Powell) mit allen fiskalpolitischen und sonstigen Stimuli im Wahljahr verhindern will, werden die Marktteilnehmer vermutlich immer wieder in die Aktienmärkte zurückkehren.

Nach der nächsten Fed-Zinssenkung gibt es auch in den USA keine positive Rendite (nach Inflation) an den Anleihemärkten mehr. Auch global ist der Anlagenotstand ubiquitär, erkennbar an den 10-jährigen Anleihen in Griechenland, die im 0,90-Prozentbereich stehen, nach noch 1,4 Prozent vor Monatsfrist. Man kann gut damit argumentieren, dass Gelddrucken in einer Produktionskrise keinen Anschub im Warenhandel liefern kann, aber das neu geschaffene Kapital sucht eben nach Anlagemöglichkeit. Bei einem Verwahrentgelt (Strafzinsen) Geld zu parken, ist wohl eher keine Strategie.

Damit hinkt auch ein Vergleich mit einer klassischen Konditionierung à la Pawlow, es dürfte eher an den technischen Rahmenbedingungen liegen, als an den Instinkten der Anleger. Es ist doch auch jedem Börsianer klar, dass es einen Einbruch in der Wirtschaft geben muss, wenn hunderte Millionen Arbeitnehmer und zugleich Konsumenten wegen des Coronavirus wochenlang in ihren Wohnungen festgehalten werden. Es schockt immer das Unerwartete, das nicht Vorhersehbare.

Fazit

Kriegen wir oder haben wir bereits die Katastrophenrally, einen Anstieg der Börsenkurse in einem desaströsen Umfeld, in dem eine wirtschaftliche Schadensmeldung die nächste jagd?

Ich muss es noch einmal betonen. Die Aktienmärkte interessiert doch immer nur kurzzeitig, was sich in der Gegenwart abspielt, da kann es tausend Berichte über katastrophale Daten geben. Wenn es Aussicht auf Besserung gibt in mittlerer Zukunft, so wird dies in den Börsenkursen eingepreist. Das ist die zentrale, aber auch unsichere Prämisse. So war es jedes Mal bei den letzten vier Rezessionen, an die ich mich erinnern kann. Bereits viele Monate bevor noch irgend etwas von einer wirtschaftlichen Besserung zu sehen war, hatte der Aktienmarkt schon nach oben gedreht. Im heutigen Umfeld ist die Situation noch viel komplizierter, denn wo sollen die nach Rendite heischenden Billionen an Kapital angelegt werden?

So wäre es nicht verwunderlich, wenn man den Highflyer Apple schon in den nächsten Tagen wieder auf alte Höhen bringen würde – trotz der Gewinnwarnung vorgestern.

Der gestrige Tag brachte zwar einen Rückschlag, der angesichts der Meldungslage über Apple, der IT-Branche generell und den Automobilsektor aber eigentlich nur im Rahmen einer eher normalen Tagesschwankung blieb.

Um nicht missverstanden zu werden: Es gibt keinen unendlichen Aufschwung an den Börsen. Irgendwann wird das „Potenzial“ der Zentralbanken an die Grenzen stoßen und Inflation und Rezession ihren schmerzlichen Tribut fordern. Aber derzeit scheint sich eine Entwicklung Bahn zu brechen, die ohne historisches Vorbild ist – trotz oder gerade wegen des Coronavirus..

Die Wall Street lässt sich vom Coronavirus nicht die Laune verderben

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Sven

    19. Februar 2020 09:14 at 09:14

    So sieht es aus. Das Unnormale ist die neue Normalität. DasGanze wird uns noch einen langen Aufschwung an den Börsen bescheren. Wenn das erst mal ankommt bei allen, das in diesem Umfeld nichts, aber auch gar nichts die Märkte erschüttern kann, dann werden alle aufspringen und die Kurse pushen. Ich möchte noch gar nicht daran denken wohin. Ich sage nur, der Nasdaq war in der Dot.com Euphorie 50 Prozent vom 200 Tage Durchschnitt weg. Jetzt sind es gerade mal lächerliche 29 Prozent.

  2. Avatar

    Sven

    19. Februar 2020 09:16 at 09:16

    Sorry, lächerliche 20 Prozent. Also noch günstiger.

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    Columbo

    19. Februar 2020 10:04 at 10:04

    Überzeugende Analyse! Für den Markt ist das Corona-Virus ist ein schwarzer Schwan, aber eben nur ein kleiner. Am Goldpreis sieht man Angst, aber auch nur eine kleine, sonst wäre der schon bei 2000 Dollar.
    Kein Weltsystemcrash, vorläufig, Gott sei Dank.

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    Roberto

    19. Februar 2020 10:32 at 10:32

    Der einzige der recht behalten wird ist wohl SVEN. Denn es geht ja nicht darum ob es gesund ist oder nicht was an den Märkten passiert. Es geht lediglich darum die überschüssige Liquidität die die Märkte überflutet anzulegen. Da ist es egal ob Apple eine bad news rausbringt. Das scheint für die Märkte nur ein kleiner Ausrutscher zu sein, der wieder ein wenig mehr Platz für die Liquidität gemacht hat.
    Zwei Dinge sind Todsicher: erstens wird diese Aktienparty irgendwann mal zu ende gehen. und zwietens werden wir allerdings irgendwann mal sterben.
    Also was machen wir aus der Erkenntnis ???
    Ein kleiner Tip von mir: SVEN solltet ihr nicht auslachen :-)

    • Avatar

      leftutti

      19. Februar 2020 12:38 at 12:38

      @Roberto, keiner lacht über Sven, doch viele dürften sich genervt und verwundert fragen, weshalb er seit Monaten 10 Mal pro Tag ein und dieselbe Erkenntnis mit uns allen teilt.

  5. Avatar

    Lausi

    19. Februar 2020 11:12 at 11:12

    Die entscheidende Frage ist, wie sich das mit dem Virus weiterentwickeln wird, und das kann im Moment noch keiner voraussehen. Beide Varianten, katastrophal oder nur temporärer Einbruch, scheinen fast gleichberechtigt nebeneinander zu stehen.

    Ich denke, dass das Virus unterschätzt wird, und der ganze Rattenschwanz, der mit diesem massiven Produktionsausfall einhergeht, der Wirtschaft, und damit auch den Börsen, noch mächtig zu schaffen machen wird.

    Und kann die Fed durch Gelddrucken immer einen Rückgang an der Börse verhindern? Könnte eine Wertvernichtung an den Finanzmärkten nicht vielleicht trotzdem stattfinden – trotz hoher Liquidität? Oder ist das eine ewig wabernde Geldwolke, die nur die Wahl zwischen Aktien oder Anleihen hat, und niemals verschwinden/liquidiert werden kann/darf?

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    Pessi-Mist

    19. Februar 2020 13:45 at 13:45

    @Lausi, die Party wird von den Zombifirmen ( BBB ) Anleihen beendet werden u.auch von kleineren Zulieferfirmen, die von den grossen Abnehmern mit Preisdrückerei schon bis jetzt Nichts verdient haben.
    Stillstand von 2 bis 3 Monaten werden die nicht verkraften. Oder würden sie einer Firma die bis jetzt Verluste macht u.jetzt stillsteht Kredit für 3% geben? Es wird Konkurse u.Entlassungen geben u.die Grossen werden leiden weil all die Kleinen als Glied der Lieferkette die Produktion beeinträchtigen.
    Wenn ein Türschloss eines Autos fehlt, steht die Produktion still.Wenn Transportwege gestört sind funktioniert „ JUST IN TIME PRODUKTION „ nicht mehr. Gemäss den Kommentaren von dekadenten Analysten u.Schönrednern könnte man annehmen , das solche Leute noch nie eine Fabrik von innen gesehen haben u.meinen Lieferketten sei etwas was man am Hals trägt.

    • Avatar

      sabine

      20. Februar 2020 11:00 at 11:00

      a) Die Zulieferer sind gar nicht so klein, denn die beliefern ja mehrere Autofirmen. Dazu hilft das Baukastensystem bei VW auch diesen. Nur Marktnischen wie Individuallackierung (außen Autofarbe), spezielle Ledersitze usw. wird von kleinen Firmen übernommen.
      b) Kredite werden gerade nachgeworfen. Da fällt der Politik sicher wieder ein Befehl an die Banken ein. Das System muß ja noch bis Tag x halten. Und den kennen nur die globalen Oberfritzen. Wenn sie ihn denn schon festgelegt haben.
      c) Problem ist auch, wie tödlich der Virus ist. Wenn auf einem Kreuzschiff 2 sterben, ist das wieder so eine Lachnummer. Sie waren schon alt, hatten Asthma blablabla.
      Wenn aber in China die Verbrennungsöfen heiß laufen, der Krankenhausdirektor angesteckt ist und sterben würde, dann wär der Virus nicht nur grippeähnlich, schnell verbreitend aber normale Sterblichkeit wie bei den Grippefällen.
      Andererseits sind die 20.000 Sterbefälle von Influenza auch nur eine Lüge und rein geschäftsfördernd.
      https://www.aerzteblatt.de/archiv/170864/Influenza-Woher-kommt-die-Zahl-der-Todesfaelle
      Kein Wunder, daß die Leser auf Alternativmedien aus sind. Man wird im großen Stil belogen. Relotius, Silberstein usw. Wo ist in einem der Millionen Käseblätter eine Richtigstellung? Nicht mal in der Bild. (Das Letzte war ironisch!)
      https://www.profil.at/oesterreich/wahrheit-kurz-spoe-8342070

      Man müßte mal für den Automarkt so etwas erfinden. Z.B. die neue Dieselnorm reinigt die Luft, da bei genügend Motortemperatur weniger Stickstoff das Auto verläßt, als es vorne einatmet. Also, zur Klimarettung müssen wir mehr fahren. Na, wär doch was?
      (Daß die Herstellung der Autos die Umwelt sehr stark belastet, und das spätere Fahren nur noch sehr geringfügig, egal. Rechnet keiner nach! Todsicher! Und die Normjournalisten schon gar nicht.)

  7. Avatar

    Thetapeut

    19. Februar 2020 13:51 at 13:51

    Ein Bravo dem LEFTUTTI, da braucht es wieder den weisen Mann ,der ausspricht was hundert Andere schon lange denken.Markos gleiche Platte müssen wir wenigstens nur einmal pro Woche anhören.

    • Avatar

      Carsten

      19. Februar 2020 19:06 at 19:06

      @Thetapeut, leider hat der Forums-Klekih-petra aber ausgeblendet, dass die hundert Anderen, die sich über Sven wundern (wohl eher ärgern und ihn deshalb mit Spottnamen a la „Fahnenstangen-Sven“ belegen), schon seit viel längerer Zeit in Endlosschleife die Platte vom Börsencrash, der innerhalb der nächsten 90 – 180 Minuten kommen MUSS, abspielen und das Tag für Tag. Da wundert man sich natürlich über andere, die das Gegenteil behaupten und versucht sie dann lieber mal, der Lächerlichkeit preiszugeben.
      Auf der Rückseite der Platte ist übrigens das Lied vom Coronavirus zu hören, was garantiert bis kommenden Dienstag 80% der Weltbevölkerung dahinraffen wird.

      • Avatar

        leftutti

        20. Februar 2020 00:17 at 00:17

        @Carsten, als Forums-Mübarek haben Sie ausgeblendet, dass persönliche Beleidigungen, auch auf Karl-May-Ebene, in diesem Forum unangebracht sind. Wenn Sie Probleme mit mir haben, teilen Sie mir diese bitte persönlich mit, und nicht feige und hintenrum über drei Umwege.

        • Avatar

          Carsten

          20. Februar 2020 07:46 at 07:46

          Sagt der, der sich gegenüber @Roberto (nach eigener Anschauung also „feige und hintenrum“) abfällig über @Sven äußert.
          Sie teilen hier gerne aus, das Einstecken ist aber nicht so Ihre Sache.
          Wenigstens scheinen Sie mir ja in der Sache zuzustimmen. Das freut mich!

  8. Avatar

    Macwoiferl

    19. Februar 2020 15:04 at 15:04

    Gerade die Meldung,dass China seine Airlines mit Subventionen stützen wird.
    Freies Unternehmertum, das war mal, ebenso der freie Markt.
    Aber bemerkenswert @Wolfgang Müller:
    Vor Wochen noch schrieben Sie mir zurück auf meine Kommentare: nein, nein, die Börse preise grundlegend Unternehmenszahlen ein, da werde nichts „manipuliert“, da spiele die FED nur eine vorübergehende Rolle.
    Und nun lese ich, aus Ihrer Feder: „Aber wir leben derzeit in einer reichlich verzerrten Welt, in der sich Realwirtschaft und Aktienkurse entkoppelt haben“.
    Vom Baum der Erkenntnis naschen, das hilft manchmal.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      19. Februar 2020 16:00 at 16:00

      @MacWoiferl. Entschuldigen Sie, dass ich meine Meinung durch die immer aggressiveren Notenbanken und dem nicht vorhersehbaren Coronavirus modifiziert habe. (Habe auch keine Glaskugel). Bei den meisten Aktien wird auch nicht von außen manipuliert (außer solche Fälle wie Boeing). Die Fed manipuliert den Anleihemarkt und das strahlt auf den Aktienmarkt aus. Sie sollten aber richtig zitieren: Ich habe nach 30 Jahren Erfahrung geschrieben, dass die Börsen zumeist richtig antizipieren, aber nicht immer (vielleicht zu 70 Prozent, pi mal Daumen). Zudem beleuchte ich immer beide Seiten. An der Börse ist es auch immer schön, wenn man nach Monaten überprüft, was jemand vorausgesagt hat. Da wird man richtig schön fündig. Wieso soll eigentlich freies Unternehmertum vorbei sein? Glauben Sie, dass Gewinne nicht mehr belohnt werden?
      Viele Grüße

  9. Avatar

    Macwoiferl

    19. Februar 2020 21:31 at 21:31

    Zum freien Unternehmertum gehört auch Scheitern.
    Das wird schon seit 2008 nicht mehr zugelassen (too big to fail)
    VW, Tesla, Wirecard, massive Leerverkäufe oder Short Squeezes sind keine Manipulationen?
    Aktienrückkäufe auf Steuerzahlers Kosten?
    Wir haben hier ein desaströses, altes, angehübschtes Thermalbad im Ort.
    Die Aktie kostete bis vor 4 Jahren ca. 20 €/Stk.
    Dann ließ sich der Betreiber den Kreditrahmen erweitern und kaufte sich selbst hoch auf 420 €/Stück.
    Was wiederum die Kreditmöglichkeiten erweiterte – das Unternehmen ist ja nun mehr wert! :-)
    Lesen Sie mal die Stücke des Marcus Fugmann, da steht glasklar: Börse=Casino.
    Schwindel, Betrug, Trickserei, Manipulation, soweit das Auge reicht. In MY honest opinion.
    Da gehört meines Erachtens schon viel Gutglaube an die Schöpferkraft des Menschen dazu, hier noch Kostolany heranziehen zu wollen.
    Ich schätze Ihre Beiträge, als Gegenpart zum eher börsen„realistischen“ Markus Fugmann sehr.
    In diesem Falle aber scheint mir die Erkenntnis der „immer aggressiveren Notenbanken“ etwas sehr verspätet zu kommen.
    Das war Gegenstand meines Hinweises.
    Trotzdem vielen Dank für Ihre fundierte Fachkenntnis!

    • Avatar

      Michael

      19. Februar 2020 23:53 at 23:53

      @Macwoiferl, wer aufmerksam die Kommentare hier verfolgt, hat längst zur Kenntnis genommen, dass Kommunismus und Planwirtschaft in Europa Einzug gehalten haben, während in China die freie Marktwirtschaft tobt. Derweil in Amerika sich als modernes Gegenmodell die geplante Autokratie etabliert, während in Britannien die kreativ-chaotische Emanzipation Einzug hält.

      Freies Unternehmertum und Scheitern bei Unfähigkeit. Das wussten und wissen die bösen Grünen weltweit schon ganz plötzlich seit Gründung der AfD zu verhindern. Dafür wurde der Klimawandel von ihnen erfunden und geschaffen. Oder sind es am Ende doch die Börsen? Oder die Zentralbanken? Oder sind Börsen und Zentralbanken schlussendlich die globalen Deep-State-Grünen?

      Ich finde es stark und bewundernswert, dass Wolfgang M. seine Ansichten an das derzeitige Börsentheater ebenso anpasst, wie er gleichzeitig die diametrale Fundamentalsituation im Auge behält. Auch für meinen Geschmack hatte er in letzter Zeit die Antizipationsfähigkeit der Märkte etwas überschätzt. Weil er, wie fast alle analytisch und komplex denkenden Menschen seine Schlüsse aus langen und belastbaren Erfahrungen gezogen hat. Persönlich bewundere ich seine Fähigkeit zur Selbstreflektion, seine Fähigkeit, Fehler einzugestehen, seine Persönlichkeitsreife.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      20. Februar 2020 07:15 at 07:15

      @MacWoiferl. Danke. Jetzt bewahrheitet sich vielleicht einmal mehr der Spruch: Es legt in der Natur der Marktwirtschaft, dass es in periodischen Abständen zum Ausbruch des Wahnsinns kommt.
      Grüße

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US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

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US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

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Rüdiger Born: Gute Laune bei Dax und S&P 500 – Rücksetzer möglich?

Rüdiger Born

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Dax und S&P 500 sind derzeit gut gelaunt. Ist an den steigenden Kursen derzeit aus charttechnischer Sicht nichts auszusetzen? Oder sind Rücksetzer doch möglich? Mehr dazu im folgenden Video.

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