Indizes

Das Selbstvertrauen des US-Präsidenten kennt keine Grenzen – „wenn er abgewählt wird, gibt es eine Kernschmelze der Aktienmärkte“

Ist es gesundes Selbstvertrauen oder bereits Megalomanie, also Größenwahn, was Donald Trump auf einer Wahlveranstaltung letzte Woche in Florida von sich gab? Dabei verwies er einmal mehr auf einen boomenden Aktienmarkt, der seit dem Beginn seiner Präsidentschaft um 31 Prozent zugelegt hat. Dabei betrachtet er in erster Linie den Dow Jones als Leitindex, der in seiner Konstruktion die Wirtschaft schlechter abbildet als der marktbreitere S&P 500. Fast symbolisch zu seiner Industriepolitik, in der er auch alte Industriefelder wieder in die USA repatriieren will.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

 

Trumps bisherige Bilanz

Im Brustton des Stolzes auf den Vermögenszuwachs für die zahlreichen Aktionäre in den USA verkündete er sinngemäß: „Wenn ein anderer als ich 2020 übernehme, wird es einen nie dagewesenen Crash geben … und hätte nicht ich, sondern jemand anders die Wahl 2016 gewonnnen (da gibt es eigentlich nur einen Namen, seltsam, dass er seine Lieblingsfeindin nicht genannt hat), würde der amerikanische Aktienmarkt 10 000 Punkte tiefer stehen.“ Wieder ein Beweis dafür, dass er weniger auf Nasdaq oder den S&P 500 blickt in der Bewertung der Aktienhausse.

Was er natürlich verschweigt ist, dass er durch eine auch von der Wall Street mitinitiierten Steuerreform (Steven Mnuchin) eine unglaubliche Liquiditätsschwemme erzeugt hat mit nochmals gigantischen kurstreibenden Aktienrückkäufen und einem momentan großen Anstieg der Neuverschuldung des Staates. Im einer Größenordnung, die man  sonst nur von Entwicklungsländern kennt.

Aber: Die gegenwärtige Rally begann bereits unter Trumps Vorgänger Barack Obama. Dessen Präsidentschaft begann 2008, inmitten der Finanzkrise, aber eine von Fed-Chef Ben Bernanke (Helikopter-Ben) vorangetriebene ultra-lockere Geldpolitik, nebst Konjunkturpaketen, sorgten für eine rasche Erholung der Konjunktur und für die Aktienhausse.

Trumps 2-Jahresbilanz wiederum ist auch nicht außerirdisch, denn unter seinen demokratischen Vorgängern Obama und Bill Clinton war der Dow Jones zum selben Zeitpunkt ihrer Amtszeit um 55 bzw. fast 38 Prozent gestiegen. Allerdings liegt er besser als seine republikanischen Vorgänger Ronald Reagan, Georg Bush senior und junior.

Zugleich drohte der Präsident einmal mehr: „Wenn Ihr einen Crash der Aktienmärkte sehen wollt, dann startet ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump.“

 

Fazit

Wenn man verhaltenspsychologisch an die Sache herangeht, so könnte man feststellen: Donald Trump verknüpft sein politisches Schicksal mit dem Zustand der Aktienmärkte. Damit limitiert er sein Eskalationspotenzial für den Handelskrieg mit China!

Trotz allen autokratischen Auftretens Trumps (Regieren per Dekreten) sind die USA immer noch eine Demokratie. Zwar eint derzeit Regierung, Opposition und auch in weiten Strecken das amerikanische Volk ein Band gegen das in vielen Bereichen unfair agierende China (beständige Verstöße gegen Regeln der WTO im Freihandel). Dieses Band würde aber rasch zerreißen bei einem Einbruch der Aktienmärkte oder gar einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dann wäre es rasch vorbei mit der Unterstützung der Chinapolitik, auch für Donald Trump: „Am Stand des Dow Jones sollt ihr mich messen“, versprach er im Herbst 2016 vollmundig.

 



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

4 Kommentare

  1. danke hr trump.
    bin Long s&P 500 Ziel: 3000

  2. So is es. Danke Trump und den Notenbank(en). Trotz aller Verwerfungen und wider wirtschaftlichen Daten und Vernunft. Trotzdem, alles „Strong Long“.

  3. Vor allem kann der DAX auch wieder interessant werden, nach dem es ein neues QE gibt. So wie es von Draghi angekündigt wurde.

  4. Was sagt eigentlich der DAX oder S&P über den Zustand eines Landes aus?
    Das die Banken, Reichen, Spekulanten immer reicher werden?
    Gerade lief ein Bericht im TV über eine Kohle Gegend. Über 80% haben dort für Trump gestimmt. Er kam versprach Wohlstand, sozialen Aufstieg. Was ist in 3 Jahren passiert? Nichts, im Gegenteil, Trump hat noch die Gelder des Hilfsfound für die an Krebs erkrankten Kumpel gekürzt. Ein ganzes Leben geschüttet im nun das bißchen Besitz auch noch zu verlieren. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.
    Noch mal die Frage. Was sagt der DAX, S&P
    über den Zustand eines Landes aus?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage