Devisen

Das volle Boot bei Gold, der Dollar erlebt ein Comeback – und die Wetten auf die Vola

FMW-Redaktion

Wer wissen will, wie die Marktteilehmer positioniert sind, erhält durch die wöchentlich (jeweils Freitag Abend) veröffentlichten CFTC-Daten einen guten Hinweis. Die Daten erscheinen stets mit leichter zeitlicher Verzögerung, die aktuellsten Daten stammen vom Stichpunkt 15.August, sind also bereits ein paar Tage „alt“. Die CFTC-Daten berücksichtigen nur den Futures.Markt, faktisch also nur einen Teilbereich des Marktes, sind aber dennoch eine gute Indikation dafür, wie der Gesamtmarkt positioniert ist.

Bekanntlich hat Gold von den Turbulenzen um die Trump-Administration profitieren können und war dabei knapp über die 1300er-Marke gestiegen, bevor es dann wieder leicht abwärts ging nach dem Rücktritt von Steve Bannon. Dabei handelt es sich im Gewinnmitnahmen, denn der Markt war zu diesem Zeitpunkt laut CFTC-Daten extrem long positioniert: 196.000 Long-Kontrakte standen nur 16.000 Short-Kontrakte gegenüber, also ein Verhältnis long zu short von mehr als 12:1! Das ist die höchste Netto-Longquote seit Oktober 2016, seit fünf Wochen in Folge wurden Long-Positionen ausgebaut, besonders in der Woche der aktuellen Daten mit einem Anstieg von 30% der Long-Kontrakte.

Das deutet darauf hin, dass das gelbe Metall wohl erst einmal Schwierigkeiten haben wird, nachhaltig über die 1300er-Marke zu steigen, eben weil alle schon long im Markt sind und somit potentielle weitere Käufer rar seien dürften. Bei Silber dagegen ist der Markt deutlich weniger bullisch positioniert, hier beträgt das Long-Short-Verhältnis nur knapp über 2:1.

Im Öl (WTI) dominiert bei den Investoren nach wie vor der Optimismus. Hier stehen 357.000 Kontrakte auf der Long-Seite, 83.000 Kontrakte auf der Short-Seite, womit sich ein für den Ölmarkt nicht unübliches Long-Short-Verhältnis von gut 4:1 ergibt.

Ein recht gutes Timing hatten die Trader am Devisenmarkt: erstmals seit 13 Wochen wurden Dollar-Short-Positionen wieder abgebaut. Ausschlaggebend dafür war die Reduzierung von Long-Positionen im Euro sowie beim kanadischen Dollar. Beim Euro stehen dabei trotz des Abbaus bullischer Wetten auf die Gemeinschaftswährung nach wie vor 190.000 Long-Kontrakte nur 111.00 Short-Kontrakten gegenüber. Besonders short ist der Markt im Yen zum Dollar, hier beträgt das Verhältnis von Dollar-Long-Positionen zum Yen fast 3:1.

Während die Aktienindex-Futures überwiegend ein ausgewogenes Bild zeigen (mit Ausnahme des Mini-Dow-Futures, bei dem mehr als fünfmal so viele Long-Kontrakte bestehen wie auf der Short-Seite), ist derzeit besonders interessant die Positionierung im VIX-Future, also dem Future auf die Volatilität beim S&P500. Seit Monaten ist der Markt short auf die Vola positioniert – was in der Regel keine gute Idee ist, wenn der S&P500 fällt, so wie etwa letzten Freitag. Zwar wurden hier VIX-Shorts rechtzeitig vor dem Abverkauf am letzten Freitag abgebaut, dennoch beträgt das Long-Short-Verhältnis nach wie vor fast 1:2. Das bedeutet: zieht die Vola weiter an, werden viele ihr VIX-Shorts eindecken müssen!



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