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Dax: Arbeitsverweigerung im Niemandsland – und spannende Zeiten!

Wenn man auf die letzten drei Habndels-Tage zurück blickt, kann man zum Dax eigentlich nur sagen: das ist Arbeitsverweigerung! Dabei sind die Zeiten doch eigentlich alles andere als langweilig!

FMW-Redaktion

Wenn man auf die letzten Tage zurück blickt, kann man zum Dax eigentlich nur sagen: das ist Arbeitsverweigerung! Seit dem massiven Schub am Montag aufgrund der Frankreich-Euphorie bewegt sich der Index kaum mehr vom Fleck, wir handeln in einer minimalen Handelsrange von 60 bis 70 Punkten:

Was soll man dazu sagen? Als hätte der Dax seine Kraft am Montag verbraucht, scheint er nun fast zu faul zu sein für jede weitere Bewegung. Auch die starken Zahlen von Amazon und Alphabet können den Index scheinbar nicht aus seiner Lethargie wecken, es plätschert zunächst einmal weiter vor sich hin.

Dabei sind die Zeiten doch eigentlich spannend: in den USA droht der government shutdown, wenn nicht heute noch eine Einigung zwischen Republikanern und Demokraten erzielt wird – die Märkte nehmen das noch auf die leichte Schulter, aber es dürfte durchaus Folgewirkungen haben, wenn es ein US-Präsident, der als Messias angetreten war und in beiden Kammern die Mehrheit hat, nicht schafft, das zu verhindern. Sollte das passieren, ist entscheidend die Frage: wie lange wird es dauern? Und als Faustregel kann hier gelten: je länger, desto schlechter für die Märkte!

Daher dürften auch die US-Märkte heute nervöser werden im Tagesverlauf – es sei denn, es geschieht ein Wunder und es gibt doch noch eine Einigung. Heute im Fokus vor allem das US-BIP (1.30Uhr), das bei +1,2% erwartet wird, aber es gibt reichlich Raum für negative Überraschungen nach unten. Sollten es denn +1,2% werden, dann wäre das dennoch eine der schlechtesten Werte der letzten Jahre, dazu zuletzt sehr schwache „harte“ US-Konjunkturdaten, während die „weichen“ Stimmungs-Daten auch langsam schlechter werden. So oder so: der ökonomische Trend in den USA zeigt schon seit einiger Zeit nach unten, und wenn Trump die hochgesteckten Hoffnungen nicht erfüllt – und so ziemlich alles spricht dafür, dass das nicht passiert – droht bald reichlich Ungemach.

Zurück zum Dax, zurück zum Heute: der Hochpunkt der US-Berichtssaison ist mit den gestrigen Zahlen nun bereits überschritten, wodurch dann eben andere Faktoren wieder in den Vordergrund gelangen wie Geopolitik (Trump warnte in einem Interview vor einem militärischen Konflikt mit Nordkorea), die US-Innenpolitik (erneutes Scheitern des Ersetzens von Obamacare noch in dieser Woche, wie es eigentlich vorgesehen war) etc.

Charttechschnisch interessant beim Dax ist der Bereich 12200/10 (untere Begrenzung des Aufwärtstrend seit Februar) sowie die untere Gap-Kante vom Montag im Bereich 12250 Punkten, dazu das alte Allzeithoch bei 12390/400. Auf der Oberseite die 12500 als Widerstand, dann die 12600 als obere Begrenzung des Aufwärtstrends. Ansonsten viel Niemandsland..



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1 Kommentar

  1. naja, die Dax Reaktion ist schon nicht ganz untypisch nach so einem Gap und entspricht der Maximum Pain Variante. Wenn man einen Chart malen müsste, der Investoren, die noch reinwollen oder Shorties die maximalen Schmerzen bereiten sollte, dann würde der ungefähr so aussehen.

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