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EZB-Zinsentscheidung und US-BIP-Zahlen Dax: Ausbruch gelungen – Auf zu neuen Rekorden?

Dax: Ausbruch gelungen - Auf zu neuen Rekorden?

Es hat etwas gedauert, aber letztendlich hat der Dax die Steilvorlage der US-Börsen genutzt und ist über wichtige Marken nach oben ausgebrochen. Angetrieben wurde der deutsche Leitindex am Mittwoch auch vom Dax-Schwergewicht SAP (+7,6%), das gute Quartalszahlen vorlegte und den Ausblick erhöhte. Der Dax beendete den Tag schließlich mit einem satten Zugewinn von 262 Punkten (1,58 %) bei 16.889 Zählern. Im Tageshoch sprang der Index bis auf 16.921 Punkte, womit das Rekordhoch bei 17.003 Punkten wieder in Reichweite rückt. Mit der Zinsentscheidung der EZB und den BIP-Zahlen aus den USA stehen heute zwei wichtige Events auf der Agenda, die für eine erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten sorgen können.

Unter dem Einfluss starker Quartalszahlen hat der Dax wieder Fahrt aufgenommen, nachdem er tagelang nicht von der Rekordjagd an den US-Börsen profitieren konnte. Der Index durchbrach dabei wichtige Widerstände im Bereich von 16.750/800 Punkten, die ihn zuvor mehrfach ausbremsten. Mit dem Schlusskurs oberhalb von 16.840 Punkten hat er zudem ein bullisches Signal geliefert. Im heutigen Handel geht es nun darum, den gestrigen Ausbruch zu bestätigen. Vorbörslich notiert der Dax jedoch tiefer, da schwache Tesla-Zahlen die Aktienmärkte nachbörslich belasteten.

Makrodaten und EZB-Zinsentscheid

Der heutige Tag ist vollgepackt mit wichtigen Makrodaten und der EZB-Zinsentscheidung. Los geht es um 10:00 Uhr mit dem ifo-Geschäftsklimaindex. Analysten erwarten für den wichtigsten Frühindikator eine leichte Aufhellung im Januar auf 86,7 nach 86,4. Am Nachmittag folgt dann eine Reihe an Daten aus den USA. Um 14:30 Uhr erscheinen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Auftragseingänge langlebiger Güter sowie die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt. Vor allem die BIP-Zahlen könnten Schwung in die Märkte bringen. Die Konsensschätzungen für das vierte Quartal liegen bei 2 %, nachdem das Wachstum im dritten Quartal noch 4,9 % betragen hat. Zudem erscheinen um 16:00 Uhr die Verkäufe neuer Häuser (Dez).

Die Dax-Händler dürften ihr Augenmerk besonders auf den EZB-Zinsentscheid um 14:15 Uhr und die anschließende Pressekonferenz von Lagarde um 14:45 Uhr legen. Es ist ziemlich sicher, dass die EZB die Zinsen unverändert lässt, daher liegt der Fokus auf den Aussagen von EZB-Präsidentin Lagarde. Versucht sie die überzogenen Markterwartungen auf baldige Zinssenkungen zu dämpfen oder treibt sie diese mit dovishen Äußerungen sogar noch an?

Auch die Berichtssaison hält heute einige Daten bereit. Es legen unter anderem der Chiphersteller Intel und der Zahlungsdienstleister Visa ihre Quartalszahlen vor. Zuletzt waren es vor allem die Tech-Werte, die der Rally an den Aktienmärkten Beine gemacht haben.

Dax: Anstieg an die Oberkante der Range

Long: Der Dax handelt vorbörslich tiefer und könnte mit einem Abwärts-Gap (16.889) starten. Der Bereich um 16.839 dürfte jedoch als Unterstützung dienen, vor der aus es wieder nach oben gehen kann. Ein Anstieg über 16.866 könnte den Index in Richtung 16.889 und 16.921 bringen. Oberhalb des gestrigen Tageshochs ergeben sich weitere Anlaufpunkte bei 16.952 und 16.972. An dieser Stelle ist jedoch mit Rücksetzern zu rechnen. Bullisch: Steigt der Dax auch über 16.972, dann dürften wir schon heute ein neues Allzeithoch sehen.

Short: Fällt der Dax unter die Unterstützung bei 16.839, müssen Rücksetzer bis 16.790 und 16.750 eingeplant werden. Doch oberhalb von 16.750 ist die präferierte Richtung: long. Bei einem Rutsch unter 16.750 sind Abgaben bis 16.700 und 16.678 wahrscheinlich.

Dax-Chart von TradingView

Dax Unterstützungen (US)

16.839 – vorher WS

16.790 – Horizontale

16.760 – Tagestief 24.01.

16.685 – Horizontale

16.627 – Gap 23.01.

16.607 – Tagestief 22.01.

16.600 – vorher WS

16.555 – Gap 19.01.

Dax Widerstände (WS):

16.866 – Horizontale

16.921 – Tageshoch 24.01.

16.952 – Horizontale

16.972 – 127,2% Extension

17.003 – Allzeithoch

17.142 – 161,8% Extension

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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1 Kommentar

  1. wenn lagarde heute auch so überraschend umkippt wie powell im dezember wird für mich immer wahrscheinlicher, dass wir dauerhaft mit hoher inflation durch insuffiziente zinspolitik leben werden müssen. das belastet natürlich insb. die arbeitende mittelschicht, die mit der ohnedies schon transferabhängigen unterschicht der schleichenden verarmung ausgesetzt wird, um die schuldenlast der staaten weg-zu-inflationieren bzw. halbwegs tragfähig zu halten.
    nur diejenigen, die genügend einkommen haben um einen signifikanten anteil davon in potentiell inflationskompensierende assets (wp, immos, em) zu investieren, werden ihr realeinkommen bzw. kaufkraft leidlich erhalten können aber auch nur, sofern sie auf die „richtigen“ assets setzen. also auch hier keine garantie nicht auch in abstiegsgefahr zu sein.

    lesenswert, hier u.a. pkt 4 (verteilungseffekte) und die zusammenfassung:
    https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/2022/IW-Report_2022-Inflation.pdf

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