Folgen Sie uns

Indizes

DAX daily: Schnappt das Gummiband zurück zur 13.000er Marke?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Der Dax konnte im gestrigen Handel den Anstieg des Vortages auf hohem Niveau konsolidieren. Dabei hat er sich die meiste Zeit in einer Range von 13.200 bis 13.300 bewegt. Zum Ende des Kassamarktes fiel er jedoch unter die Range und hat sein Tagestief bei 13.161 markiert. Zum einen konnte die EZB dem deutschen Leitindex keinen Impuls geben, man kann sogar sagen, dass sie die Rally ausgebremst hat. Die Pressekonferenz war eher eine Ernüchterung für die Anleger, als eine positive Überraschung. Zum anderen verliert die Erholung an der Wall Street bereits an Schwung. Die überschwängliche Stimmungslage wie zuvor, in der jeder Dip sofort wieder hoch gekauft wurde, scheint indes verflogen zu sein. Der Blick auf die US-Charts zeigt deutlich, dass die Aufwärtsbewegungen wackelig sind, während die Impulse auf der Abwärtsseite stattfinden.

Der Dax ist gestern mehrfach am Widerstand bei 13.300 gescheitert und hat dabei sein Tageshoch an der 13.308 erzielt. Schließlich ist er mit einem Abschlag von 28 Punkten bei 13.208 aus dem Handel gegangen. Am heutigen Handelstag ist es für die Bullen entscheidend die 13.200 Marke zu erobern und zu halten, ansonsten schnappt das Gummiband wieder zur „magischen“ 13.000er Marke zurück.

News und fundamentale Daten

Die Europäische Zentralbank hat am gestrigen Donnerstag keine Überraschungen geliefert. Im Großen und Ganzen war es ein Non-Event, das die Mindesterwartungen der Anleger erfüllt hat. Sowohl der Leitzins (0,0 %) als auch der Banken-Einlagenzins (-0,5 %) bleiben wie erwartet unverändert. Zudem setzt die EZB die Anleihenkäufe aus dem PEPP-Programm im Gesamtrahmen von 1,35 Billionen Euro fort. Mehr Infos zu der EZB-Entscheidung finden sie hier und zu den Aussagen von der EZB-Präsidentin hier. Zu dem Euro Wechselkurs hat Sie während der Pressekonferenz nicht groß Stellung genommen, was den Eurokurs wiederum angetrieben und über die 1.19er Marke befördert hat. Ein dauerhaft starker Euro könnte die deutschen Exporte belasten. Das kann sich demzufolge auch negativ auf den Dax auswirken.

Auch heute sehen wir wieder interessante Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA. Vor wenigen Minuten wurde der Verbraucherpreisindex (Aug) veröffentlicht. Dieser ist mit -0,1 % wie erwartet ausgefallen (vorherig -0,5 %). Um 10:00 spricht zudem der Bundesbank Präsident Weidmann. Später erscheint um 14:30 Uhr noch der US-Verbraucherpreisindex (Aug). Schließlich erhalten wir einen Einblick in den US-Haushaltssaldo um 20:00 Auch diesmal rechnet man mit einem dicken Defizit im US-Haushalt, letztmalig gab es einen kleinen Übersschuss im Oktober 2019.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Für die Bullen gilt es heute die 13.200er Marke zu halten und gegebenenfalls die 13.300 zu überwinden. Andererseits könnten die Bären die Oberhand gewinnen und den Dax in Richtung der magnetischen 13.000er Marke drücken. Noch sieht es für die Dax-Bullen ganz gut aus. Während des asiatischen Handels hat der Dax das 38,2 % Retracement abgearbeitet und ist wieder in die Aufwärtsbewegung übergegangen. Vorbörslich notiert er an der 13.200er Marke. Um weiter anzusteigen muss er den Widerstand bei 13.221 herausnehmen. Danach folgt noch der Pivot Punkt R1 bei 13.251, bevor es zum gestrigen Tageshoch bei 13.308 geht. Der Bereich zwischen 13.300 bis 13.320 ist ein starker Widerstand. An dieser Stelle könnte der Dax erneut scheitern. Ein Durchbruch wäre jedoch ein bullisches Signal. Darüber ergeben sich weitere Ziele bei 13.355 (200 % Ext.) und dem Pivot Punkt R2 bei 13.387. Danach folgt dann noch das September-Hoch bei 13.460.

Oder ist der Anstieg schon wieder vorbei? Schafft es der Dax indessen nicht die 13.200 zu halten, dann könnte es auch wieder abwärts gehen. Schwache US-Futures könnten dabei den Druck auf den Dax erhöhen. Eine erste Unterstützung liegt am heutigen Pivot Punkt bei 13.173. Darunter folgt das gestrige Tagestief bei 13.161 und das Doppeltop vom 08.09. bei 13.158. Dreht der Dax dort nicht nach oben ab, dann könnte sich die Abwärtsbewegung in Richtung des nachbörslichen Tiefs bei 13.095 beschleunigen. Dafür muss er aber erst noch durch die 13.127 fallen. Findet der Dax auch dort keinen Halt, dann nimmt die Anziehungskraft der 13.000er weiter zu. Vorher liegen noch zwei Unterstützungen bei 13.053 und 13.037. Am wichtigen 61,8 % Retracement der letzten Aufwärtsbewegung bei 12.986 fällt dann die nächste Richtungsentscheidung.

Dax daily: Ausblick 11.09. - M30-Chart - Anstieg schon vorbei?

Dax Unterstützungen (US):

13.173 – Pivot Punkt

13.158 – Doppeltop 08.09.

13.127 – Punkt 2 vom Top (13.460)

13.095 – nachbörsliches Tief

13.053 – Stundenchart

13.037 – Pivot Punkt S1

12.986 – 61,8 % Retracement

12.900 – Punkt 2 Bodenbildung

Dax Widerstände (WS):

13.221 – mehrfacher WS + US

13.251 – Pivot Punkt R1

13.308 – Tageshoch 10.09.

13.355 – 200 % Extension (Nachttief 09.09.)

13.387 – Pivot Punkt R2

13.460 – September-Hoch

13.498 – 261,8 % Extension

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktien: Generation Z und die Spekulation! Marktgeflüster (Video)

Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht wieder Schlagzeilen und pusht auch heute wieder bestimme Aktien nach oben. Das böse Ende aber wird kommen..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht auch heute wieder Schlagzeilen und pusht wieder Aktien wie Gamestop oder Beyond Meat nach oben. Diese Generation Z wird nicht nur den Klimawandel ausbaden müssen, sondern ahnt auch, dass sie seit langer Zeit die erste Generation sein wird, für die der Kuchen nicht größer, sondern vermutlich kleiner sein wird. Und diese Generation Z wähnt sich nun durch die Fed und andere Notenbanken in einem Casino, in dem man ohne Risiko zocken könne – weil Aktien angeblich immer steigen. Aber an der Börse hat die Mehrheit schon immer verloren, und das wird diesmal nicht anders sein..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Wall Street: Kommen jetzt Regulierungen durch die Biden-Regierung?

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Was passiert mit den Monopolen der großen Tech-Firmen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, wie eine demokratische Regierung den großen Techfirmen mit ihren monopolartigen Stellungen zu Leibe rücken wird. Schon die Bildung der Regierung wird Hinweise darauf geben, viele designierte Minister haben bereits in der Regierung unter Barack Obama politische Posten bekleidet.

Die Wall Street und der Abbau der Regulierungen

Die Ära Trump war für die Wall Street geprägt von Deregulierungen, insbesondere im Finanzsektor, was natürlich den oberen Einkommensklassen zugute kam – trotz seiner Beteuerungen dem Establishment auf den Leib rücken zu wollen. Joe Biden hat bereits im Wahlkampf davon gesprochen, gegen die wachsende Ungleichheit im Lande vorgehen zu wollen, was zwangsläufig auf einen Machtkampf mit der Wall Street hinauslaufen würde. Jetzt hat er aber mit der neuen Finanzministerin Janet Yellen, der einstigen Notenbankchefin, eine Entscheidung gefällt, die eher Kontinuität als Radikalität in Finanzfragen erwarten lässt. Sie unterstützt natürlich das Corona-Hilfspaket von 1,9 Billionen Dollar, zu dem die Ministerin vor dem Senat betonte, dass diese Verschuldung mehr nutze, als dass sie schade. Ihre Zielstellung seien mehr und besser bezahlte Jobs und höherer Wohlstand für mehr Amerikaner.

Die letzten Personalentscheidungen deuten aber daraufhin, dass man die Wall Street doch in Teilbereichen stärker regulieren wolle.

Chef der Börsenaufsichtsbehörde SEC soll Gary Gensler werden, ein Mann, der schon von 2009 bis 2014, also unter der Präsidentschaft von Barrack Obama, die Aufsicht über die Derivate CFTC innehatte. Er hatte damals die Untersuchungen bei den Manipulationen des Zinssatzes Libor geleitet und die Finanzreform umgesetzt. Er gilt als harter Hund in der Szene, aber wie könnte es auch anders sein – er hatte zuvor schon 20 Jahre bei Goldman Sachs gearbeitet.

Die Aufgaben der SEC dürften gewaltig sein, im Stadium der derzeitigen Spekulationsauswüchse. Zum Beispiel bei den Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPAC genannt. Firmen, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammeln, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht feststehenden Unternehmens zu investieren. Ein kaum regulierter Bereich, bei dem es wieder auf Kosten der Kleinanleger gehen könnte. Bereits in den ersten drei Wochen wurden im Bereich der SPACS schon wieder 56 solcher Mantelfirmen an die Börse gebracht und 16 Milliarden Dollar an Geldern eingesammelt. Nach 300 Firmen im Jahr 2020.

Was Gensler auch besonders auszeichnet, sind seine Kenntnisse im Bereich der Kryptowährungen – einem Thema, über welches er auch an seiner Universität gelehrt hat. Er hat sich zur Szene schon sehr kritisch geäußert und wird sich ganz besonders mit Fintech-Unternehmen und Kryptowährungen befassen.

Unterstützt wird Gensler von Rohit Chopra, der Chef der Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte (CFPB) werden soll, die nach der Finanzkrise gegründet wurde.

Der Mann hatte sich bereits in in seiner Zeit bei einer anderen Behörde gegen die Macht der großen Tech-Konzerne ausgesprochen. Er stimmte für die Klage der Behörde gegen Facebooks ungesetzliche Monopolisierung, der sich auch eine Gruppe von Generalstaatsanwälten angeschlossen. Unter Trump war der Einfluss der Verbraucherschutzbehörde deutlich zurückgefahren worden.

Chef der Bankenaufsicht (OCC) soll Michael Barr werden, ein Mann der auch schon im Finanzministerium zu Obamas Zeiten gearbeitet hatte und nun auf 1200 Banken ein Auge werfen soll.

Die Personalauswahl Bidens zeigt in jedem Fall, dass dem Schutz der Verbraucher zulasten der großen Firmen mehr Bedeutung zukommen wird – und das könnte ein Problem für die Wall Street werden.

Fazit

Wieder einmal stellt sich bei einer neuen Regierung die Frage, wie viel von den Programmpunkten aus dem Wahlkampf im politischen Kampf und vor allem gegen das mächtige Kapital der Wall Street in den USA umgesetzt werden kann. Wer glaubt, dass es jetzt zu einer größeren Umverteilung von Wall Street zu Main Street kommen würde, dürfte ein bisschen blauäugig sein. Bidens Mannschaft besteht aus vielen älteren Semestern, die schon unter Barrack Obama im Einsatz waren.

Außerdem spielen die Wall Street und die Kapitalmärkte in den USA eine viel dominantere Rolle als in allen anderen Industriestaaten der Welt. Es dürfte kaum Gouverneure, Senatoren und Politiker in führenden Positionen geben, die nicht auf einem großen Aktienpaket sitzen. Den Ast ansägen, auf dem man selbst sitzt? Das beste Beispiel ist doch die ehrwürdige Sprecherin der Demokraten, die bereits 80-jährige Nancy Pelosi. Wenn die Grande Dame der US-Demokraten sogar eine halbe Million Dollar für Optionen auf die Tesla-Aktie gesetzt hat, erst vor Kurzem und bereits in der Gewissheit in Regierungsverantwortung zu stehen, was werden wohl die anderen Abgeordneten in ihrem Vermögensdepots haben? Bestimmt kein gefülltes Girokonto, wie unser Finanzminister.

Ergo: Regulierungen an der Wall Street werden kommen, aber wohl immer noch mit Schonung des Aktien-Wunderlandes USA.

Wird die Biden-Regierung die Wall Street bald stärker regulieren?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage