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DAX daily: War das gestrige Kursfeuerwerk nur ein Strohfeuer?

Stefan Jäger

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Der Dax brennt am gestrigen Montag ein Kursfeuerwerk ab und startet mit deutlichen Gewinnen in die neue Handelswoche. Damit hat er bereits ein gutes Stück von den vorwöchigen Verlusten (-4,93 %) wieder gut gemacht. Die gestrige Rally hat den deutschen Leitindex folglich bis an das Tageshoch bei 12.873 Punkten geführt, das ist ein Anstieg von über 500 Punkten zum Freitagstief bei 12.342. Nachdem der Dax gestern mit einem Aufwärts-Gap in den Handel gestartet war, lag das Tagestief im frühen Handel schon bei 12.660 Punkten. Schließlich ist er mit einem kräftigen Zuschlag von 398 Punkten (+3,22 %) bei 12.870 aus dem Handel gegangen.

Mit der dynamischen Gegenreaktion auf die jüngsten Verluste hat der Dax ein mögliches Short-Szenario mit einem Test der 200-Tage-Linie (aktuell bei 12.180) erst einmal abgewendet. Allerdings ist ein solches Szenario keineswegs ganz vom Tisch. Übergeordnet bleibt die technische Lage im deutschen Leitindex weiterhin fragil. Derzeit gibt es einfach zu viele Belastungsfaktoren wie die anstehende US-Wahl, die in Europa ansteigenden Corona-Neuinfektionen sowie das ausbleibende Stimuluspaket der US-Regierung.

Zwar haben wir jetzt eine starke Aufwärtskorrektur gesehen, dennoch bleibt das große Bild im Dax angeschlagen. Aber es gibt auch charttechnische Formationen, die das große Bild weiter aufhellen, dafür wäre ein Anstieg über die Marken bei 12.900 und die runde 13.000 vonnöten. Schließt der Dax sogar noch das Gap bei 13.116, dann steht die Ampel wieder auf grün. Demgegenüber sollte der Dax nun nicht mehr unter die Unterstützung bei 12.500 zurückfallen, andernfalls wäre die laufende Erholung ernsthaft gefährdet. Hier sehen Sie nochmal den ausführlichen Wochenausblick.

News und fundamentale Daten

Trotz des starken Anstiegs kann man noch keine komplette Entwarnung geben. Nicht nur die Charttechnik und die schlechte Saisonalität, sondern auch die fundamentale Situation bleiben Risikofaktoren. Die Ängste vor neuen Restriktionen, welche die konjunkturelle Erholung schwächen würde, ist derzeit wieder ein Thema. Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen in ganz Europa ist das auch nicht verwunderlich. Nichtsdestotrotz ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass es nochmal zu flächendeckenden Lockdowns kommt, diese würden eher partiell durchgeführt.

Bevor wir morgen eine Fülle an Konjunkturdaten sehen, steht heute einzig das Verbrauchervertrauen im Blickpunkt, das als Schlüsselgröße für das Verhalten des Konsumenten und der Inflation gilt. Zuerst erscheint um 14:00 Uhr der Verbraucherpreisindex aus Deutschland, danach sehen wir um 16:00 Uhr das vom Conference Board erhobene US-Verbrauchervertrauen. Nicht zu vergessen, heute Abend findet das erste Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden statt. Dadruch können nachbörslich starke Kursschwankungen auftreten, die sich auch auf den Dax auswirken.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der Dax könnte seine gestrige Rally heute fortsetzen, vorbörslich notiert er nahe dem gestrigen Schlusskurs. Ein erstes positives Signal wäre das nachhaltige Überschreiten der 50-Tagelinie bei 12.916. Darüber liegt dann das vorbörsliche Hoch bei 12.946, ein Anstieg darüber würde den Dax wieder zur 13.000er Marke führen. Dort befindet sich auch der Pivot Punkt R1 bei 13.001. Der Bereich an der 13.000er Marke ist ein Brett, zudem liegt bei 13.032 auch noch das wichtige 61,8 % Retracement der gesamten Abwärtsbewegung vom September-Hoch (13.460 bis 12.341). An dieser Stelle könnte die Erholung erstmal ins Stocken geraten. Wenn der Dax den Bereich überwindet, dann ergeben sich allerdings weitere Ziele bei 13.116 (Gap 18.09.) und 13.118 (PP R2). Der Gap-Close würde das große Chart-Bild deutlich aufhellen. Weitere Widerstände folgen dann bei 13.175 und 13.211.

Auf der anderen Seite wäre es nicht verwunderlich, wenn der Dax nach dem 600 Punkte Anstieg innerhalb von zwei Tagen eine kleine Pause einlegt. Ein Trend baut sich bekanntlich über Rücksetzer auf, den haben wir seit der Bodenbildung bei 12.341 aber noch nicht gesehen. Die ersten Unterstützungen liegen am gestrigen Tageshoch bei 12.870 und bei 12.830. Fällt der Dax darunter, dann geht es zum Unterstützungsbereich zwischen 12.800 und 12.780. Dort könnte er Halt finden und wieder die Aufwärtsbewegung aufnehmen. Unterschreitet der Leitindex jedoch den Bereich, dann folgt die nächste Unterstützung an der 12.700. Diese Marke war vorher ein mehrfacher Widerstand und fungiert jetzt als Unterstützung. Unterschreitet der Dax diese Marke, dann ergeben sich weitere Ziele bei 12.663 (PP S1) und 12.622.

DAX daily - Tagesausblick 29.09. - H1-Chart

Dax Unterstützungen (US):

12.870 – Gap 28.09.

12.830 – Tageshoch 23.09.

12.800 – WS aus dem Tageschart

12.781 – Pivot Punkt

12.700 – vorher mehrfacher WS (H1)

12.663 – Pivot Punkt S1

12.622 – Tageshoch 25.09.

12.565 – Stundenchart

12.505 – Tagestief 21.09.

12.469 – Gap 25.09.

Dax Widerstände (WS):

12.900 – 50 % Retracement (Hoch 13.460)

12.916 – 50-Tagelinie (SMA)

12.946 – vorbörsliches Hoch

13.001 – Pivot Punkt R1

13.032 – 61,8 % Retracement (Hoch 13.460)

13.116 – Gap 18.09.

13.118 – Pivot Punkt R2

13.175 – 76,4 % Erholung (Tief 12.253)

13.211 – ex Doppeltop

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Der Glaube stirbt zuletzt – aber er stirbt! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte heute wieder einmal mit einem starken Start – aber dann bröckelten die Gewinne wieder ab. Nach wie vor dreht sich alles um den Stimulus in den USA – nach erneut optimistischen Aussagen waren es dann Aussagen von Goldman Sachs, die die Euphorie bremsten. Dann wieder optimistische Aussagen von Nacy Pelosi – es ist derzeit ein Hin- und Her für die Aktienmärkte ohne klare Richtung, je nach Nachrichtenlage. Dennoch: eine Einigung wird vor der Wahl extrem schwierig, aber der Glaube stirbt bekanntlich zuletzt. Der Fokus richtet sich nun auf die morgige Debatte zwischen Trump und Biden. Der Dax dagegen bleibt weiter auffallend schwach..

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Indizes

Dax: Die Korrektur dürfte sich ausweiten – Schwergewichte schwächeln

Redaktion

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Der Dax handelt inzwischen deutlich unter der 13.000er-Marke – auch heute wieder ist der deutsche Leitindex unter Druck. Auffallend sei, so die Commerz-Bänkerin Petra von Kerssenbrock, dass die ehemals schwachen deutschen Auto-Werte stärker geworden seien, während das Schwergewicht SAP (wie der Tech-Sektor als vermeintlicher Coorna-Gewinner insgesamt) unter Druck stehe. Daher erwartet von Kerssenbrock sowohl zeitlich als auch „räumlich“ eine Ausdehnung der Konsolodierung beim Dax.

Und wie sieht es bei den US-Indizes aus? Dazu ein Blick auf den S&P 500 und den Technologie-Index Nasdaq:

Der Dax ist derzeit schwächer als die US-Indizes

Foto: Deutsche Börse AG

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Aktien

Aktienmärkte: Buy and Hold – nach wie vor im Vorteil?

Das Thema ist so alt wie die Aktienmärkte selbst: sollten man Aktien kaufen und liegen lassen – oder viel aktiver kaufen oder verkaufen? Ein Blick in die Geschichte

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Das Thema ist so alt wie die Aktienmärkte selbst: Man wählt einen Korb aussichtsreicher Aktien aus und handelt diese aktiv, indem man sie bei Unterschreiten von Limits verkauft, um bei den immer wieder auftretenden Korrekturen nicht dabei zu sein. Das Problem ist, dass zwar die Zahl der Korrekturen der Aktienmärkte zugenommen hat – aber eben auch die raschen, gegenläufigen Bewegungen, was ein grundsätzliches Problem darstellt. Man ist vielleicht rechtzeitig ausgestiegen, aber nicht mehr rechtzeitig zurückgekehrt. Der Corona-Crash lässt grüßen. Hierzu ein paar Fakten.

Aktienmärkte: Der langfristige Anlagestil

Buy and hold, als Strategie, dies wurde jahrzehntelang von Warren Buffett zelebriert, der seine Aktien im Schnitt 11 Jahre gehalten hat. Und vom unvergessenen André Kostolany – zumindest gilt dieses Adjektiv für die etwas ältere Anlegergeneration, schließlich ist der aus Ungarn stammende Spekulant bereits im Jahre 1993 verstorben. Aktien kaufen, Schlaftabletten nehmen und dann reich werden, über diesen Spruch schmunzelt man noch heute.

Aber kann man im Zeitalter des fast gebührenfreien Daytradings und der ständig verfügbaren Information da noch mit den Märkten mithalten? Spontan könnte man mit einem „niemals“ antworten, aber ganz so einfach gestaltet sich die Sache nicht.

Der immerwährende Versuch des Markttimings

Es gibt heutzutage keine Wirtschafts- und Börsenpublikation, in der nicht die langen Zeitreihen (Charts) von Aktien und Indizes abgebildet sind. Mit den tiefen Einbrüchen und den ständig unterbrochenen Aufwärtstrends der Aktienmärkte. Da muss es doch möglich sein, ein paar Zusatzprozente zu ergattern. Tatsächlich wird dies auch ständig versucht: lag die Haltedauer von Aktien vor 30 Jahren noch bei circa zwei Jahren, so hat sich dies in der heutigen Welt der Onlinebroker im Schnitt mindestens geviertelt. Dies gilt weltweit.

Klar, dass damit die Ausschläge (Volatilität) der Aktienmärkte zugenommen haben.

Statistiken zeigen, dass von den 20 größten Verlusttagen seit dem Beginn des Wirtschaftswunders in Deutschland allein zehn seit der Jahrtausendwende stattgefunden haben. Der größte Einbruch der Aktienmärkte war merkwürdigerweise nicht der schwarze Montag, am 19. Oktober 1987, mit dem Kursmassaker an der Wall Street. Der 9,39 Prozent-Tagesverlust rangieren nur an vierter Stelle, Nummer eins ist der 16. Oktober 1989 mit minus 12,81 Prozent, gefolgt von einem aktuellen Coronacrash-Tag, dem 12. März 2020, mit minus 12,24 Prozent.

Dass diese Kurskapriolen aber auch ihr Gegenstück haben, beweist die Auflistung der besten 20 Dax-Tage seit über 60 Jahren, von denen allein zwölf seit der Dotcom-Blase geschehen sind. Fünf Tage mit Kursavancen von über 10 Prozent plus, der letzte war am 24. März mit plus 10,98 Prozent. Die Wende bei der Coronakrise, wer nur den ersten Wendetag verpasste, hat bereits einen Teil der Erholung der Aktienmärkte verpasst. Betrachtet man einen längeren Zeitraum, so wird auf dramatische Art und Weise klar, was gewisse Abstinenzen vom Markt für Performanceeinbrüche verursachen können.

Lutz Neumann, Leiter der Vermögensverwaltung der Sutor Bank in Hamburg, hat die Dax-Historie im Hinblick auf die Bedeutung des Investitionszeitraums untersucht. Erste Feststellung: In sechs von zehn Fällen an großen Kurseinbrüchen gibt es bereits innerhalb der nächsten zwei Wochen die besten Tage für die Aktienmärkte. Eine Erklärung dafür ist stets sicher auch die rasche Absicherung von Anlegern, die – von der Intensität des Abschwungs geschockt – ihr Depot mit Putspekulationen absichern. Oftmalige Folge: Eine kleine Eindeckungsrally.

Die Auswertung der Dax-Historie ergab ein ernüchterndes Bild für Timingversuche: Die durchschnittliche Rendite seit der Gründung vor 33 Jahren beträgt gute sieben Prozent, gleichbedeutend mit einer Verdoppelung des Index, jeweils in weniger als 10 Jahren. Wer die besten zehn Tage versäumte, reduzierte seine Performance auf 4,32 Prozent, bei 20 Tagen auf 2,21 Prozent und ab 30 Tagen hätte er sich bereits ein renditeloses Indexdepot einfangen.
Jetzt könnte man einwenden, dass man nicht in den Index zu investieren brauche, bei Einzelaktien könnte man doch viele Krücken außen vor lassen.

Auch hier hat ein Fondsmanager, Sven Lehmann, vom Vermögensverwalter HQ Trust, nachgerechnet. Und zwar gleich beim derzeit sehr beliebten MSCI World:

Innerhalb von 30 Jahren schlugen ein Drittel der 1200 Aktien in ihrer Performance den Index, zwei Drittel blieben hinter der Benchmark zurück. Allerdings benötigten einige dieser Siegeraktien oft viele Jahre, um sich von zwischenzeitlichen Einbrüchen zu erholen. Das Paradebeispiel ist für mich die Kursentwicklung von Amazon, dem Highflyer der Aktienmärkte schlechthin: Im Jahr 1997 mit einem Tief von 1,32 Euro bis zum Jahr 2000 auf sagenhafte 85,50 Euro gestiegen, um dann in der Dotcom-Krise um über 90 Prozent auf 6,40 Euro abzustürzen. Was dann folgte war das Kursspektakel schlechthin, ein Anstieg auf 2979 Euro in der Spitze oder eine Performance von über 43.000 Prozent. Allerdings wiederum mit mehr als einer Kurshalbierung während der Finanzkrise.

Es ist nicht nur schwer, die richtigen Aktien herauszufiltern, auch diese entsprechend lange zu halten, ist eine weitere Hürde für unser von Gier und Angst geflutetes Gehirnarreal.

Viele kleine Korrekturen seit der Finanzkrise

Aktienmärkte und das Timing-Problem

War nicht so einfach, seit der Finanzkrise mit Short-Spekulationen auf ide Aktienmärkte Geld zu verdienen. Nicht einmal in der Coronakrise, bei dem schnellen Einbruch und der sehr schnellen Gegenreaktion. Gerade im April während des Lockdowns kamen die ganz schlimmen Prophezeiungen.

Fazit

Es klingt immer wieder verlockend, wenn die Vertreter der aktiven Fondsbranche behaupten, dass man in Krisenzeiten nur die richtigen Aktien im Depot haben müsse, um diese Phasen zu überstehen. Nur gibt es dabei ein großes Problem: Auf diese Weisheit sind schon Tausende andere Anleger auch gestoßen, dementsprechend teuer sind diese Titel zumeist und natürlich gibt es auch die Schwierigkeit genau diese Titel zu identifizieren. Warum liegen die großen Indizes (MSCI World, S&P 500) in ihrer Performance auf längere Sicht weit vor den Produkten der Finanzindustrie?

Weil diese neben den zahlreichen Underperformern auch immer die Gewinner der jeweiligen Periode im Depot haben. Und was das Timing betrifft, also das rechtzeitige Aus- und Wiedereinsteigen iin die Aktienmärkte, darüber gibt es schon seit Jahrzehnten viele Untersuchungen – besonders aussagekräftig die des legendären Fondsmanagers von Fidelity, David Lynch: „Anleger haben mit der Vorbereitung auf oder dem Antizipieren von Marktkorrekturen viel mehr Geld verloren als in den Marktkorrekturen selbst.”

Dieses klappt nicht, weil man in schöner Regelmäßigkeit die Tage auslässt, in denen es völlig überraschend und ganz dramatisch nach oben geht.

Istv buy and hold die richtige Strategie für die Aktienmärkte?

 

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