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DAX daily: War der gestrige Kurseinbruch erst der Beginn der Korrektur?

Im gestrigen Handel haben die neuen Corona-Unsicherheiten zu einem Kurseinbruch im Dax geführt. Dabei stürzte der Kurs zeitweise mehr als 4% ab. Ausschlaggebend für den Rutsch war die Meldung über die Virus-Mutation in Großbritannien. Infolgedessen geriet die zuvor ignorierte Corona-Pandemie bei den Investoren wieder in den Vordergrund. Mögliche Folgen wären zum Beispiel längere und verschärfte Lockdown-Maßnahmen in ganz Europa. Das würde wiederum der erhofften Wirtschaftserholung einen Schlag verpassen.

Zudem schlossen mehrere Länder wie auch Frankreich die Grenze nach Großbritannien, was zu chaotischen Szenen an den Grenzübergängen und Flughäfen geführt hat. Das war wie ein Vorgeschmack auf das drohende Scheitern der Brexit-Verhandlungen. Am Sonntag ist nämlich die „angeblich“ allerletzte Frist für einen Handelsvertrag verstrichen. Die Abstimmung über den Austritt liegt bereits 1642 Tage zurück, dennoch konnte man sich bis heute nicht auf einen Deal einigen. All die Ereignisse haben dazu geführt, dass der Dax mit einem Verlust von 384 Punkte (-2,82%) bei 13.246 den Handel beendet hat.

Corona-Mutation als Trigger für die Korrektur

Als Anleger muss man sich allerdings fragen, ob die Korrektur überraschend kam? Ich denke nein, vieles sprach im Vorfeld dafür – die überkauften Aktienmärkte, das euphorische Sentiment, zahlreiche technische Indikatoren sowie ein einseitiges Put-Call-Ratio. Einzig ein Trigger für eine Korrektur fehlte, dieser kam folglich durch die Mutationsmeldung am Wochenende. Dass die Korrektur so ausgeprägt und rasant verläuft, kam dann doch etwas überraschend. Das liegt aber auch daran, dass unterschiedliche Ereignisse zusammen liefen. Zum einen ist die Stimmung an den Aktienmärkten extrem euphorisch, weshalb das Groß der Anleger ohne Absicherung auf der Longseite positioniert sind. Außerdem war am Freitag der große Verfall. In der Folgewoche kommt es häufig zu erhöhter Volatilität, da zuvor eine Marktbereinigung stattgefunden hat.

Zwei Punkte müssen Anleger trotz guter Saisonalität und Jahresendrally-Hoffnung beachten. Erstens hat sich mit dem Hoch am Freitag bei 13.774 ein mögliches Doppeltop im Jahreschart gebildet. Zweitens entstehen nach großen Verfallstagen durchaus auch Trendwechsel. Für die Dax-Bullen ist entscheidend, dass der Dax nicht unter die runde 13.000er Marke fällt. Ansonsten könnte sich die Korrektur zunächst bis in den Bereich bei 12.500 ausweiten.

News und fundamentale Daten

Bevor die Börsen in die Weihnachtspause gehen, stehen heute nochmal ein paar interessante Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Zuerst wurde vor wenigen Minuten das GfK-Konsumklima veröffentlicht. Das Verbrauchervertrauen gilt als Frühindikator und beschreibt das Vertrauen der Bürger in die konjunkturelle Entwicklung. Der Indikator ist zum dritten Mal in Folge gefallen und weist einen Wert von -7,3 aus (Prognose -8,8), zuvor waren es -6,8.

Außerdem erscheint um 14:30 Uhr das endgültige US-Bruttoinlandprodukt für das dritte Quartal. Nachdem dramatischen zweiten Quartal mit einem Rückgang von 31,4%, wird für das abgelaufene Quartal ein Wachstum von 33,1% prognostiziert. Sollte es jedoch eine Überraschung bei den endgültigen Zahlen geben, dann könnte das nochmal für Bewegung in den US-Indizes und dem Dax sorgen. Schließlich folgen um 16:00 Uhr noch die US-Verkäufe bestehender Häuser.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nach einer Konsolidierung des gestrigen Kurseinbruchs könnte sich die Korrektur fortsetzen. Ein möglicher Rücklaufbereich befindet sich zwischen dem 38er und 61er Retracement. Nachbörslich konnte sich der Dax bereits bis in den Bereich erholen und ist dabei an der 13.400er Marke abgeprallt. Die Erholung könnte sich  aber noch bis an die 13.500 ausweiten. Erst ein nachhaltiger Anstieg darüber würde das Chartbild wieder aufhellen. Oberhalb davon befindet sich erst bei 13.600/620 eine Widerstandszone.

Scheitert der Dax jedoch zwischen 13.326 und 13.500 oder läuft direkt nach der Eröffnung abwärts, dann dürfte sich die Korrektur weiter ausdehen. Eine erste Unterstützung befindet sich bei 13.145. Unterhalb von 13.145 könnte zunächst das gestrige Tief bei 13.060 getestet werden. Fällt der Dax danach auch noch unter die 13.000er Marke, liegen die nächsten Ziele bei 12.930 und 12.870.

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Dax daily: Ausblick 22.12. - H1-Chart - Erholung oder Korrekturfortsetzung?

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.656 – Pivot Punkt R1

13.352 – Pivot Punkt

13.066 – Pivot Punkt S1

Dax Unterstützungen (US):

13.235 – vorbörsliches Tief

13.145 – Punkt 2 Bodenbildung

13.060 – Tagestief 21.12.

13.009 – Unterkante Range

12.930 – Tief vom 13.11.

12.890 – 423,6% Extensioin

12.870 – Tief vom 10.11.

Dax Widerstände (WS):

13.326 – 38,2% Retracement

13.397 – Nachthoch

13.430 – mehrfacher WS

13.497 – 61,8% Retracement

13.620 – 161,8% Extension (13.060)

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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