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Dax: Erster Warnschuß..

Warum die Risiken jetzt deutlich zunehmen..

Der Dax hat gestern einen ersten Warnschuß erhalten und sackte in einer schnellen Bewegung auf die 12400er-Marke ab, konnte sich dann aber mit Hilfe der Wall Street wieder stabilisieren. Dort jedoch Euphorie: neue Allzeithochs bei Apple, Amazon erstmals über 2000 Dollar – es schien wieder ein Tag der Tech-Euphorie zu werden gestern, aber dann kamen die ersten Passagen des Trump-Interviews mit Bloomberg in die Öffentlichkeit – und die Partystimmung war schlagartig vorbei.

Trump will – das sollte eigentlich alles andere als eine Überrraschung sein, scheint die Märkte aber doch irgendwie zu überrraschen – an den Zöllen gegen China festhalten, schon in der nächsten Woche dürften dann Zölle gegen chinesische Waren im Volumen von weiteren 200 Milliarden erhoben werden – bislang beträgt das Zoll-Volumen 50 Milliarden Dollar, kommen dann noch 200 Milliarden hinzu, werden damit dann ziemlich genau die Hälfte aller chinesische Importe bezollt.

Damit ist das Thema Handelskrieg wieder da, das mit der Vereinbarung zwischen den USA und Mexiko zunächst in den Hintergrund geraten war. Jetzt sollte besser heute die Vereinbarung zwischen den USA und Kanada klappen, die an der Wall Street längst eingepreist ist – und hier geht es um wirklich viel Handelsvolumen. Sollte der Deal nicht zustande kommen, so Trump heute Nacht bei einer Wahlkampfveranstaltung, dann würde auch Kanada bezollt – und Kanada ist nach China größter Handelspartner der USA.

Neu im Fokus durch die Aussagen Trumps ist jetzt auch wieder die EU, die Trump als „fast genau so schlimm wie China, nur kleiner“ tituliert hatte in dem Interview. Das Angebot der EU mit der wechselseitigen Abschaffung der Zölle auf Autos reiche nicht, so Trump, weil die Europäer eben lieber europäische Autos kauften – all das spricht Bände, der Trump-Juncker-Deal ist schwer in Gefahr. Soeben hat übrigens Juncker auf Trump reagiert und gesagt: wir haben einen Waffenstillstand mit den USA geschlossen, und Waffenstillstände gerieten eben manchmal in Gefahr, sollte die USA Zölle erheben, werde das auch die EU tun. Bei solchen Tönen ist jetzt wieder das Thema Zölle auf Autos aus der EU direkt auf dem Tisch – es ist nur die Frage, wann der Dax das als Faktor wahrnimmt und einpreist!

Der gestrige Handelstag zeigt, dass die Lage nun fragiler wird für den Dax – der Aufwärtsimpuls ist zunächst einmal gestoppt, nur mit Mühe konnte der deutsche Leitindex einen Abwärtsimpuls zum stoppen bringen:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

Jetzt muß, um die Abwärtsgefahren zu beseitigen, ein neues Verlaufshoch kommen, muß der Dax also über die vorgestern angetestete 12600er-Marke steigen – dann liegt das nächste Ziel bei 12680/12700. Andererseits ist zu achten auf das gestrige Tagestief bei 12400 Punkten – geht es da durch, wären wir schnell wieder bei der wichtigen 12290er-Unterstützung..



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11 Kommentare

  1. Die Börsen steigen, weil die Gewinne steigen und die Konjunktur läuft. Wer heute short geht oder an der Seitenlinie bleibt, weil heute Trump gegen China um sich schlägt, wird morgen Geld verlieren, weil Trump morgen den wunderbarsten Deal mit China verkündet. Das wissen die Profis und deshalb machen sie Gewinne. Die Dummen sind, wie immer, die Kleinanleger, die alles glauben.
    Kritisch wirds, wenn die Konjunktur einbricht und/oder die Südstaaten aus dem Ruder laufen.
    Das Trumpgepoltere, wie auch die Migration, sind Scheingefechte und Ablenkungsmanöver.

    1. @Columbo, interessanter Aspekt! Aber ich wette – erneut – dagegen: die Zölle werden kommen, es wird kein Deal mit China geben, weil es Trump hier um ein übergeordnetes Ziel geht, und dieses Ziel lautet: verhindere den Aufstieg Chinas zur Macht auf Augenhöhe mit den USA! Wer fast 100 Jahre der Boss im Ring ist (wie eben die USA), tut sich sehr schwer damit, einen anderen Boss neben sich zu akzeptieren..
      Daher mein Angebot einer nächsten Wette, nach unserer ersten Wette bist du ja eine Weinflasche short :)
      Liebe Grüsse nach Südtirol!

      1. @Markus, ich wette erst wieder, wenn wir meine „Short-Flasche“ zusammen ausgetrunken haben.
        Melde dich, wenn du Richtung Südtirol unterwegs bist.
        Liebe Grüße

        1. @Columbo, mache ich! Aber wäre doch besser, zwei Flaschen..

          1. ?ich überlege…

          2. na komm schon @Columbo, gibt dir einen Ruck! Es ist ja nicht so schlimm, eine Flasche Wein zu verwetten – ich wäre auch bereit, den Wetteinsatz deutlich zu erhöhen :)

          3. Hi Markus, reicht dir jetzt das Zocken an den Börsen nicht mehr? :)

          4. @Michael, genau so ist es – das ist gewissermaßen „intellektuelles Zocken“ – und die Wette lautet: wer hat die bessere Urteilskraft!
            Liebe Grüsse!

  2. nachdem ich ihrer Buchenpfehlung gefolgt bin distined for war kann ich ihren Gedanken folgen und denke das die Auseinandersetzung unausweichlich sein wird mit oder ohne Trump. Es ist scheinbar eine Art Gesetzmäßigkeit darin vorhanden.

  3. Deal oder Nodeal, es ist ein Nullsummenspiel, was der eine gewinnt verliert ein anderer.Die beste aller Börsenzeiten wird auch diesmal irgendwann aufhören.Die Bedingungen der letzten Jahre mit fallenden Zinsen, QE, Aktinrückkäufen, Steuersenkungen u.fallendem $ sind nicht mehr zu toppen.Der letzte Crash ging von der US Immoverschuldung aus.Der nächste könnte von den Unternehmen der Schwellenländer ausgehen,deren Verschuldung von 5Bio auf 19 Bio $ gestiegen ist. Wenn die Schulden wegen fallender Währung noch um 20- 30% steigen werden die Billigkredite auf einen Schlag teuer.
    Die wunderbaren Firmengewinne die Columbo andeutet würden bei normalen Schuldzinsen schmelzen wie Schnee an der Sonne.
    Der Aspekt des Schwellenländerproblems ist die Meinung eines Gurus ,der den 87 Crash voraussagte.

  4. Glaube nicht, dass Trump schnell einen China Deal bekommen wird. Die Endfertigungen der zumeist einfachen Produkte kann man recht schnell in die Billig Nachbarländer von China verlegen. Bei manchen Komplexeren Produkten gibt es bereits Fertigungslinien außerhalb Chinas, mit denen der US Markt beliefert werden kann. Ohne Konkurrenzdruck der China Fertigungsstandorte werden sicher die Preise steigen. Umso mehr verlagert wird, umso schwächer werden Trumps Chancen auf seinen Deal.

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