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Dax: Helfende Hände – und die Falle für euphorische Dax-Bullen!

Wenn man sich die Eröffnung der Märkte in Europa ansieht, hat man das natürlich völlig unberechtige Gefühl, dass da „helfende Hände“ im Spiel sind! Das sieht man etwa ziemlich deutlich bei der italienischen 10-jährigen Staatsanleihe..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wenn man sich die Eröffnung der Märkte in Europa ansieht, hat man das natürlich völlig unberechtige Gefühl, dass da „helfende Hände“ im Spiel sind! Das sieht man etwa ziemlich deutlich bei der italienischen 10-jährigen Staatsanleihe, die zunächst mit herben Verlusten eröffnet, um dann wie eine Rakete nach oben zu schiessen:

btp05-12-162
(BTP, Dezember-Kontrakt)

Zufälle gibt´s! Und hier hat der Zufall einen Ort, und das ist der EZB-Tower in Frankfurt, wo man fließig auf den „Kaufen-Knopf“ gedrück hat im Rahmen des QE. Ach, unsere Märkte sind doch so frei!

Und wenn man mit allen Mitteln verhindert, dass da so etwas wie Panik entstehen kann bei italienischen Anleihen (der italienische Aktienmarkt eröffnet erst ab 09Uhr), dann strahlt das auch auf andere Märkte aus. So zum Beispiel der Dax, dessen Handelsbeginn auf X-Dax-Basis, wie es der Zufall nun einmal so will, ein ganz ähnliches Muster zeigt wie die italienische Anleihe:

dax05-12-16

Hier der Vergleich:

daxbtp
(Dax schwarz, italienische 10-jährige schwarz)

Nun sind die Dax-Bullen schon ganz euphorisch in ihren Kommentaren u.a. hier bei FMW, doch ist das etwas vorschnell. Ja die EZB unterstützt aktuell, aber sie wird zeitnah damit aufhören müssen! Was jetzt läuft, ist das Vorziehen von Käufen italienischer Anleihen, was aber faktisch bedeutet, dass man dann später weniger kaufen kann, zumal man sich dem Limit nähert, wonach maximal 33% der Anleihen in den Händen der EZB sein dürfen.

Daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir es hier im wahrsten Sinne des Wortes mit einer Eintagsfliege zu tun haben, oder vielleicht sogar nur mit einer „Halbtagsfliege“. Der Jubel nach dem Motto „11.000 wir kommen!“ ist also deutlich verfrüht!

In Asien war man gar nicht so euphorisch:

Shanghai Composite -1,20%
CSI300 -1,69%
ChiNext unverändert
Nikkei -0,80%

Man sollte nicht verkennen, dass nun ein erheblicher Unsicherheitsfaktor im Spiel ist: vieles deutet nun auf Neuwahlen in 2017 hin in Italien, und das Ergebnis des Referendums zeigt einmal mehr, dass die Anti-EU-Kräfte in Italien viel Kraft haben. Wir erleben also schon eine Art Mini-Brexit, einen Italexit mit Ansage. Das größte Opfer eine solchen Szenarios wäre Deutschland, wäre damit auch der Dax. Dessen scheinen sich die Dax-Euphoriker, die seit Wochen betreten geschwiegen hatten und nun, wenn der Dax einmal 50 Punkte steigt, gleich wieder in eine Art Größenwahn verfallen, nicht bewußt zu sein!

Liebe Bullen: gegen die 11.000 spricht schlichtweg, dass fast alle schon drin sind, vor allem die jubelnden Bullen selbst. Noch haben sie die Reißleine nicht gezogen, aber die meisten sitzen auf Verlusten. Und ihre Verluste werden größer werden!

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    back2life

    5. Dezember 2016 09:36 at 09:36

    und alles knallt nach oben EURO, DAX und US Futures außer rand und band. DJ30 Futures jetzt bei 19242. Wieder eine Woche mit neue ATHs. Alle Desaster Events zeigen sich vermehrt als Bullen Partys – Halleluja

    • Avatar

      Feldmaen

      5. Dezember 2016 09:43 at 09:43

      Das ist super für langfristige Shortpositionen! :)

      • Avatar

        Feldmaen

        5. Dezember 2016 09:45 at 09:45

        Als Einstieg versteht sich!

  2. Avatar

    Hendrik

    5. Dezember 2016 09:37 at 09:37

    Guten Morgen Herr Fugmann,

    ich halte ihre Aussagen für absolut richtig.
    Im Grunde hatten Sie sogar die heutige Kursentwicklung in einem ihrer Kommentare vom Freitag angekündigt.
    Die EZB hatte viele Wochen Zeit sich auf dieses Szenario vorzubereiten, denn es wusste doch im Grunde jeder um den Ausgang dieses Referendum.
    Der Dax wird sich jetzt nochmal austoben, dann setzt die Realität ein.

    Ich wünsche eine gute und erfolgreiche Woche !

  3. Avatar

    Gixxer

    5. Dezember 2016 10:09 at 10:09

    Alle sind schon drin?
    Also ich nicht, aber ich bin ehrlich gesagt auch kein Bulle.
    Mein Kommentar zum Videoausblick, dass jetzt die Jahresendrally kommen könnte sollte daher eher ironisch aufgefasst werden.
    Ich glaube es nicht und sollte es doch so sein, war ich eben nicht dabei.

  4. Avatar

    verinet

    5. Dezember 2016 10:21 at 10:21

    „nur weil der Dax mal um 50 Punkte steigt“….das waren jetzt mal 325 Punkte vom Tief am Freitag OK das war vielleicht ein bisschen viel auf einmal …..das einzige was den Dax jetzt stoppen kann wäre eine Konso im Dow die allerdings ein bisschen überfällig ist

  5. Avatar

    Der Katamaransegler

    5. Dezember 2016 12:17 at 12:17

    Die „Nachhaltigkeit“ des heutigen Dax-Aufstiegs ist in der Tat fraglich.
    Es war heute spannend zu sehen, wie bei sehr dünnem Orderbuch mit grossvolumigen Marketorders der Kurs stakkatomässig nach oben gepeitscht wurde.
    Zuerst haben sie einen Moment gewartet, bis die Bären sich zu Beginn eingerichtet haben und dann wurde aus allen Rohren geschossen
    Dann folgte Short Covering par excellence !
    Selbst grössere Sell Orders mit Limit (keine fakes) wurden weggefegt, wie beim „Sturm Lothar“.
    Von Übergang in (Long-)Trend ist nichts zu sehen. Im Gegenteil.
    Ersteinmal ‚balance‘
    Wer seine Chart- und Markttechnik brav gelernt hat, ist heute früh short gegangen.
    (Vielen Dank für deren selbstlose Opferung)
    Der Tellerrand der zweidimensionalen time/price Charts ist halt eng begrenzt.
    Indikatoren und alle esoterischen Exegesen sind in der Hauptsache Illusion und seien sie noch so ausgefeilt. Sie sind und bleiben eine Navigationshilfe für einen Rennwagen, der vorwärts fährt, mit einem Piloten der nach hinten blickt und aus den früheren Kurven auf die nächstkommende schliesst.
    In Trendphasen funktioniert es halbwegs.
    Wer drüber hinausblickt ins „dreidimensionale“, der bekommt gebratene Tauben, die ihm entgegenfliegen und Bären, die sich freiwillig auf den Grill legen.

    • Avatar

      Petkov

      5. Dezember 2016 14:17 at 14:17

      Mit Ihrer Sicht der Dinge werden Sie wohl zusätzlich zu den Segeln auch einen recht voluminösen Außenboardmotor am Katamaran haben… Nur für den Fall, dass der Wind of TrendChange auf sich warten lässt. Was mich aber noch mehr freut, ist, dass Sie mit Ihrem Verständnis für die Materie in diesem Forum nicht wirklich alleine auf hoher See sind. Das ist immer ein gutes Gefühl in Zeiten, wo die Ruhe vor dem Sturm kaum erträglich ist.

      Jedenfalls: Viel Erfolg weiterhin und immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel.

      Beste Grüße

      • Avatar

        Der Katamaransegler

        7. Dezember 2016 01:47 at 01:47

        Danke, Petkov.
        Sehr schön formuliert.
        Zitate, Metaphern, Verballhornungen, Doppelsinnigkeiten .. Herrlich
        Allein die Wahl Ihres Nicks zeigt Ihren augenzwinkernden Humor und zwingt mir stets ein Grinsen auf die Lippen. :-)

        Tradingtechnisch bin ich etwas zu früh pessimistisch eingestellt gewesen.
        Der Fugmann-bias ?
        Nach den historisch hohen Distributionstagen im Sommer und nach der Entwicklung der Anleihe-Märkte, nach der Erwartung eines Clinton-Sieges, sowie nach der Volumenbetrachtung war ich auf Baisse gepolt.- zu früh.
        Die amerikanische blondschopf-bullische Besoffenheit habe ich unterschätzt, und ich sehe nun eine erektil-eruptive orgiastische Party.
        Die wird getoppt mit Cocktail aus Red Bull, da wird gepoppt mit Börsen-Viagra.
        Da gibt es Peitsche für Apple und ordentlich Amphetamine für Drinbleiber. Nebelmaschinen, wummernde Bässe, eingehende Refrains.
        Party – Exzesse – bis der Arzt kommt.
        Nationalgefühl, Patriotismus, Thanksgiving, Black Friday Cheap Sheep Buying, und Santa Claus Rally, Ölpreis, Fracking-Buden ..
        „Wir sind wieder wer ! “
        1956 in Bern für die Deutschen und jetzt USA 2016 – sixty Years later:
        Das Wunder von Washington !
        Einmal mehr musste ich schmerzlich erfahren, dass der Blick auf die Politik und die Börsen überrollt wurde von der Übermacht des dumpf-emotional geschürten Patriotismus.
        Ihre Andeutungen mit „Hoher See“ lassen an den norddeutschen Spruch denken: „Vor Gericht und auf hoher See bist Du in Gottes Hand“
        Ein Trader möchte bisweilen beipflichten: An der Börse auch.

        Die Allegorie zu Klaus Meines Song mit den „Winds Of Change“ trifft ins Mark.
        Handbreit
        Offensichtlich auch Segler ?
        VG, vom donblanco

        • Avatar

          Petkov

          7. Dezember 2016 08:10 at 08:10

          Vielen Dank, Katamaransengler. (Auch) was die Börse angeht sind wir einer Meinung. Allerdings ist meine Nickwahl wenig bzw. gar nicht kreativ. Ich heiße so, der Nachname ist aber in Osteuropa recht häufig. Ich war nämlich ein ganz junger, alleinreisender (d.h. ohne Familie) Mann, der über die Balkanroute nach Deutschland gekommen ist. Zusammen mit vielen Anderen. Die Unterschiede zu heute waren, dass die Geschlechterquote ausgeglichen war, alle hatten Pässe und kein Einheimischer hat uns in Deutschland am Bahnhof empfangen, geschweige denn mit Gummibärchen beworfen. Die allermeisten von uns hatten ein 7-Tages-Visum. Um es verlängern zu dürfen, mussten wir selbstständig eine Wohnung finden, ein Konto eröffnen, eine Krankenversicherung abschließen, uns an den Unis immatrikulieren und den Weg ins Einwohnermeldeamt finden. War etwas knapp bemessen, aber machbar. Viele haben es sogar geschafft, am 8. Tag mit dem verlängerten Visum einen Studentenjob zu finden.
          Allerdings konnte sich kaum jemand die deutschen Mieten leisten und die Wartezeiten für Studentenwohnheime waren vielerorts lang. Deswegen haben wir zunächst in Gegenden gewohnt, wo man besonders deutlich die „blendenden“ Erfolge der deutschen Integrationspolitik „bewundern“ konnte. Das war kein Zuckerschlecken, aber das hat uns zu Integrationsexperten gemacht. Und heute zu den schärfsten Kritikern der merkelschen Migrantenpolitik. Für die deutsche Politik sind wir Erfolgsmodelle, aber das sind wir nicht dank, sondern trotz der gültigen Einwanderungspolitik. Die meisten von uns verdienen überdurchschnittlich gut, wir haben keine Angst um unsere Jobs, uns sind auch hohe Steuern relativ egal. Aber wir haben Angst um die Sicherheit unserer Familien, denn wir HABEN in unseren Heimatländern, aber auch hierzulande GESEHEN, was so eine Politik für Konsequenzen hat.

          Eigentlich wollte ich mich mit diesem Posting bei allen für meine bisherigen und zukünftigen Merkelattacken entschuldigen :-) Vor allem beim geduldigen Hr. Fugmann. Im Berufsalltag nennt man mich fair und friedfertig, aber ich weiß wovon ich rede und das tue ich nicht aus dem Bauch heraus, sondern aus Erfahrung.
          Beste Grüße

  6. Avatar

    Tomasz

    5. Dezember 2016 13:53 at 13:53

    Hi.ja meine morgendlichen ’11k-wir kommen‘ stecken wahrlich mal wieder fest.allerdings,als ich besagtes ziel ausrief,war der zug noch bei 550.

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