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Dax-Stimmung: fröhlich, aber noch nicht euphorisch..

Kein schlechtes Timing hatten die deutschen Investoren: sie hatten sich vor und während des Dax-Anstiegs verstärkt auf die Long-Seite begeben..

FMW-Redaktion

Kein schlechtes Timing hatten die deutschen Investoren: sie hatten sich vor und während des Dax-Anstiegs verstärkt auf die Long-Seite begeben, und sind damit nicht wirklich schlecht gefahren. Dabei ist die Stimmung der Investoren durchweg als optimistisch zu bezeichnen, ohne dass man bereits rauschhafte Gefühle entwicklen würde, wie die neueste Umfrage der Deutschen Börse zeigt. Demnach liegt das Lager der Bullen wieder vorne, sowohl bei Institutionellen als auch bei den Privaten mit 48% (Profis) und 45% (Private).

Dabei haben vor allem die Profis ihre Skepsis abgelegt, das Bärenlager verlor deutliche 11% auf nun 31%. Bei den Privaten fällt der Rückgang mit 4% weniger deutlich aus, sie sind noch etwas zurückhaltender als die Profis, was die Größe des Bärenlagers von immerhin 40% belegt. Neutral sind bei den Profis 21% (unverändert), bei den Privaten 15% (-4%).

Dazu die Kernaussagen der Analyse von Joachim Goldberg:

„Per Saldo bleibt festzustellen, dass sich seit unserer vergangenen Erhebung für Aktienkäufer kaum günstigere Gelegenheiten für einen Einstieg ergeben haben. Allerdings zeugt die jüngste Kursentwicklung nicht nur von einer sogenannten Shortsqueeze, in deren Rahmen einige Akteure ihre bearishen Engagements mit Verlust glattstellen mussten. Vielmehr war ein Teil dieser Absicherungen zuvor profitabel gewesen und konnte wahrscheinlich sogar geräuschlos zu Anfang des Aufwärtsimpulses glattgestellt werden. Überhaupt gehen wir nicht davon aus, dass der komplette DAX-Anstieg allein auf das Konto heimischer Investoren geht. Vielmehr dürfte im Rahmen dieser Bewegung auch ausländisches Kapital den Weg hierher gefunden haben. Dafür spricht auch die relativ große Überraschung mancher Händler, die mit den angekündigten Maßnahmen der Bank von England immerhin ein stichhaltiges Argument für ihre neue bullishe Einstellung gefunden haben.

Auch wenn sich der Optimismus der institutionellen Investoren auf dem höchsten Stand seit dem 6. Juli befindet, kann man derzeit immer noch nicht von Anzeichen für eine Euphorie sprechen. Der Verlauf der Aufwärtsbewegung des DAX spricht eher für einen erzwungenen Optimismus, der, gemessen an der Stimmung der vergangenen sechs Monate, eher als „leicht positiv“ denn als „ausgeprägt“ bezeichnet werden kann. Zumal noch nicht einmal die Hälfte der befragten Investoren bullish eingestellt ist. Damit bleiben die Vorzeichen für den DAX günstig, da größere Rücksetzer des Börsenbarometers zu weiteren Käufen führen dürften.“

Weniger optimistisch sind dagegen die amerikanischen Privatinvestoren gemäß der neuesten AAII-Umfrage – trotz oder gerade weil die US-Indizes wie der S&P500 von einem Allzeithoch zum nächsten steigt. Hier liegt das Lager der Neutralen nach wie vor deutlich vorne mit 42% (-1,5% zur Vorwoche), während die Bullen 1,5% zulegen können auf 31,3%. Das Lager der Bären bleibt unverändert bei 26,8%.



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1 Kommentar

  1. Hallo,

    ja, das ist doch auch – ehrlich gesagt – realistisch. Wieso sollten die Amis für Ihren eigenen Aktien-Markt optimistisch sein ? The Sky is the limit ?

    Und was bleibt den Big-Boys denn noch übrig, noch mehr Geld in die Anleihenmärkte-reinschießen ? Irgendwann platzt der Luftballon… Na, dann dürfte es für die Big-Boys lustig werden…

    Gut: Silber und Gold wird gerne gekauft, und was noch in Krisenzeiten ? Der Yen ? Der USD ? Sind wir das wirklich, in einer Krise ?

    VG

    Marko

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