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Indizes

DAX und Dow mit gegenläufiger Entwicklung. Was ist da los?

Fallen wir unter 12.800 könnten größere Adressen hier Bestände auf den Markt werfen und die Jahresendrally zunichte machen..

Markus Fugmann

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am

Eine Analyse von Andreas Mueller (alias Bernecker1977)

Schreck zum Freitag, als der DAX mit deutlichen Kursverluste unter die 13.000 und wenig später auch unter die Tiefs der vergangenen Woche fiel. Die Meldungen dazu kamen indirekt von der deutschen Politik, dem starken Euro und gegen Abend dann aus dem Kreis um Donald Trump. Erhöhte Volatilität war für Trader sehr schön, doch wurde im DAX und Dow unterschiedlich interpretiert. Sie führte vor allem an der Wall Street nicht zu einer Trendwende, während der DAX stark schwächelte. Es galt dort das Motto, wie in der Vorwoche, „Politische Börsen haben kurze Beine“ (so auch der Titel der Vorwochenanalyse) und wurde relativ schnell aufgeholt. Zu spät für den DAX, den ich hier im Wochenverlauf und Ausblick nun genauer analysieren werde.

DAX und Dow schon innerhalb der Woche konträr

Im Wochensaldo legte der Dow Jones um 2,7 Prozent zu und vollzog damit die beste Handelswoche seit Dezember 2016. Jeder Tag schloss im Plus und selbst der „Schockmoment“ am Freitag, als die Kurse bis auf 23.921 Punkte fielen, endete mit einem minimalen Minus von 0,2 Prozent. Die Bullen an der Wall Street sind aufgeschreckt worden, aber nicht vom Parkett vertrieben!

Man müsste meinen, im Fahrwasser der Wall Street entwickelten sich DAX und Dow ähnlich gut. Doch weit gefehlt. An der Rally nahm der Deutsche Aktienindex nur streckenweise und mit anschließender Ernüchterung teil. Die 13.000er-Marke stand immer wieder im Fokus und bot für Trader mehrfach eine Art Boden und Kaufimpulse zum Wochenstart:


(Alle Charts druch Anklicken vergrößern!)

Gleich am Morgen war dabei die Dynamik dabei noch am stärksten. Sie ebbte bis zum Handelsende ab. Per XETRA schloss der DAX dann punktgenau auf der 13.000 mit einem Abschlag von 0,46 Prozent. Sorgen machte noch immer die hausgemachte Politik. Denn neue positive Erkenntnisse zur nicht vollzogenen Regierungsbildung ließen auf sich warten. Ein Blick auf andere Assets lasteten zudem schwer auf dem DAX. So war am Dienstag neben dem erstarkten Euro noch der Goldpreis zu nennen, der sich an die 1.300er-Marke heranarbeitete und zwischenzeitlich auch in den USA für eine Art Bremsung sorgte.

Es reichte im DAX jedenfalls noch einmal für einen Kursgewinn von 0,46 Prozent. Mit Blick auf die Wall Street versuchte der DAX somit immer wieder, sich von der runden 13.000er-Marke zu lösen. Am Mittwoch recht deutlich mit einem GAP am Morgen, was ich wie gewohnt gerne handle (zum entsprechenden Artikel GAP-Trading):

Über 13.200 schaffte er es jedoch nicht und ging am Nachmittag zur Gegenrichtung über. Das gezeigte GAP lockte scheinbar und wurde quasi in letzter Handelsminute dann noch geschlossen:

Am Ende war es eine Nullnummer, also eine DAX-Performance des Tages von 0,00 Prozent. Der Mittwoch stellte jedoch durch diesen Richtungswechsel mit dem größten Handelsvolumen letztlich den umsatzstärksten Tag der Handelswoche dar. In dessen Schatten griffen die Bullen am Donnerstag noch einmal an, schafften aber mit 13.177 Punkten im Hoch nicht das gezeigte Niveau. Was folgte, war erneut eine Ernüchterung zum XETRA-Ende. Es schien fast so, als ob die Gewinne der Vormittage immer am Nachmittag wieder zerstört wurden.

Am Freitag änderte sich dies. Denn hier startete der Verkaufsdruck bereits am Vormittag. Mit der Unterschreitung der 13.000er-Marke kam eine Menge Druck auf, die in einer ersten Welle bis zur 12.900 reichte und im Tiefpunkt die 12.810 erreichte. Eine Erholung am Nachmittag ging noch einmal zum Ausbruchsniveau zurück:

Kurz nach 17 Uhr dann der „Schock“ – Donald Trumps früherer Sicherheitsberater Michael Flynn bekannte sich schuldig, dem FBI im Zuge der Russland-Affäre eine Lüge präsentiert zu haben. Dies erzeugte erneuten Druck zum XETRA-Ende, den man hier rechts im Chartbild noch sah. Volatiler reagierte beim direkten Vergleich zwischen DAX und Dow der Dow Jones selbst, wie hier kurz nach dem Rutsch dargestellt:

Zufälligerweise fand der Impuls genau am Vortageshoch statt, was aber auch Zufall in der Charttechnik sein kann. Die Erholung danach sah man dann im DAX nicht mehr. Dennoch hier vermerkt: Der Dow Jones holte bis auf ein Mini-Minus von 0,2 Prozent die Kursverluste auf und schloss dann, wie eingangs geschrieben, mit der besten Handelswoche seit Dezember 2016 ab.

Im direkten Vergleich von DAX und Dow Jones laufen diese Indizes somit auseinander.

DAX und Dow auch kommende Woche uneinig?

Grund für die jüngste Rally an der Wall Street ist die Steuerreform von Donald Trump. Sie stand lange in Aussicht und wurde nun endlich spezifiziert und zur politischen Umsetzung gebracht. Die dafür erforderliche Abstimmung im Senat lief am Freitagabend noch und wurde nach aktuellen Meldungen hauchdünn vollzogen. Damit kommen vor allem Unternehmen Ersparnisse im Steuerrecht zu Gute. Helfen soll es letztlich aber der Wirtschaft und damit könnte dies auch weiterhin für gute Stimmung an der Wall Street sorgen.

Es dominieren aktuell somit die Widerstände im DAX. Erst einmal der Abwärtstrend, der neu justiert wurde im Stundenchart und ab dem Allzeithoch bei 13.525 Punkten beginnt. Zudem der Bereich um 13.200 Punkte, der in dieser Woche nicht überschritten werden konnte. Beides in folgendem Chartbild rot dargestellt:

Dort sieht man auch recht gut, wie bei 12.850 und 12.920 immer mal wieder eine kleine Unterstützung eingezogen werden kann. Auf diese kam ich in den Vorwochen immer wieder zu sprechen. Bei Dynamik wie am Freitag können solche Marken natürlich überrannt werden, sind dann aber für einen Rebound sehr gute Ziele.

Im großen Chartbild, dem Tageschart, stößt der DAX mit diesen Bewegungen zudem auf die Hochs aus Mai/Juni. Um dies zu sehen, muss man schon etwas zurückscrollen bzw. eben diesen Tageschart bemühen. Mit Sicherheit ist dies aber von den größeren Adressen am Kapitalmarkt nicht unbeobachtet und sorgt dort für Nachfrage. Aus diesem Grund auch dieser Blick hier zur Orientierung:

Daraus folgt: Fallen wir unter 12.800 könnten größere Adressen hier Bestände auf den Markt werfen und die Jahresendrally zunichte machen. In diesem Falle ist die 12.550 vermutlich schnell erreicht. Auslöser könnte einmal mehr die Politik in den USA und der geschwächte Präsident Trump sein. Dort ist zwar noch alles charttechnisch intakt, wie schnell und heftig eine Reaktion auf dem hohem Niveau aber ausfallen kann, sahen wir am Freitag. Dem wird sich unser DAX nicht entziehen können.

Im Trading des DAX fokussiere ich mich auf folgende „Entscheidungsmarke“:

Denn hier sind wir immer wieder angestoßen und konnten gute Bewegungen vollziehen. Mein Idealszeanario ist somit ein Hochlaufen zur Markteröffnung bis 13.030 Punkten und dann die Entscheidung (je nach Dynamik) an dieser Stelle, ob es nur eine Korrektur war:

Oder doch noch eine Jahresendrally in Aussicht steht:

Terminlich richtet sich der Blick vor allem auf den Freitag. Denn dann wird die US-Arbeitslosenquote veröffentlicht und ist das „Shutdown Limit“ für den US-Haushalt als Schuldenobergrenze ein nicht zu ignorierender Punkt. Er dürfte sich dann auch wieder bei DAX und Dow entsprechend auswirken.

Mehr von Andreas Mueller unter http://www.trading-treff.de

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    4. Dezember 2017 17:26 at 17:26

    Irgendwie scheint die Luft raus aus den großen Indizes(Bauchgefühl). Die Steuerreform ist durch, was soll jetzt noch groß kommen?

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Finanznews

Aktienmärkte: Wichtige Botschaften! Videoausblick

Die Aktienmärkte heute aufgrund des US-Feiertags wohl eher ruhig. Aber es gibt heute dennoch sehr wichtige Botschaften für die Zukunft!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte dürften heute aufgrund des US-Feiertags Thanksgiving einen ruhigen Handelstag vor sich haben. Aber es gibt dennoch sehr wichtige Botschaften, die das größere Bild in den nächsten Tagen und Wochen prägen sollten: so dürfte die Fed Änderungen bei Anleihekäufen vornehmen (operation twist) und denkt bereits über Tapering (Reduzierung des Kaufvolumens) nach. China dagegen will bereits die Stimulus-Maßnahmen zurück fahren. Und Italien will von der EZB einen Schuldenerlass – das ist der Beginn von Forderungen, die ausufernden Schulden einfach zu streichen (aber wer hat dann den Schaden?). Kann der Dax ohne die US-Indizes heute Dynamik entwickeln? Ohne die Aktienmärkte der USA ist Europa aber wohl allein zu Haus – und langweilt sich..

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Indizes

DAX dailx: Der Dax ist heute auf sich allein gestellt

Stefan Jäger

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am

Die US-Anleger beschäftigen sich heute eher mit ihrem Truthahn als mit den Märkten, daher dürfte es im Dax eher gemächlich zugehen. Im gestrigen Handel tat sich der deutsche Leitindex erneut schwer die 13.300er Marke nachhaltig zu bezwingen. Zwar gelang es dem Index zur Börseneröffnung kurzzeitig den Widerstand zu überwinden, aber für mehr als einen Fehlausbruch hat es dann doch nicht gereicht. Auch im weiteren Handelsverlauf konnte er die Hürde bei 13.300 nicht mehr überschreiten. Schließlich ist der deutsche Leitindex unverändert zum Vortag bei 13.289 aus dem Handel gegangen.

Von den sonst so euphorischen US-Börsen erhielt der Dax auch keine Unterstützung. Nachdem der Dow Jones am Dienstag erstmals über der Rekordmarke von 30.000 Punkten geschlossen hatte, legte dieser eine Verschnaufpause ein. Wahrscheinlich haben ein paar Anleger ihre Gewinne vor dem verlängerten Wochenende eingesammelt. Am heutigen Tag ist der US-Aktienhandel geschlossen, daher ist mit geringer Volatilität zu rechnen. Schauen wir mal wie sich der Dax heute ohne die Hilfe der US-Börsen schlägt, meist enden solche Handelstage in einer gähnenden Seitwärtsbewegung. Zudem dürfte sich die derzeitige Risikofreude hierzulande aufgrund der Corona-Situation in Grenzen halten.

News und fundamentale Daten

Aufgrund des Thanksgiving Feiertags sind die US-Börsen wie Dow Jones und Nasdaq heute geschlossen, somit können keine US-Aktien gehandelt werden. Die Terminbörsen laufen allerdings auch am Feiertag weiter. Der Handel findet jedoch unter dünnstem Volumen statt, daher ist der Dax heute auf sich allein gestellt.

Bei ein paar institutionellen Anlegern hat der gestern veröffentlichte Finanzstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank gegebenenfalls zu Gewinnmitnahmen geführt. In dem Bericht wurde zwar hervorgehoben, dass die Banken heute solider als noch zur Zeit der Finanzkrise aufgestellt seien, aber man dennoch von einer Welle an Firmenpleiten und Kreditausfällen infolge der Pandemie ausgeht. In dem aktuell hohen Kursniveau ist ein derartiges Szenario sicherlich nicht eingepreist.

Datenseitig steht heute auch nicht viel auf dem Programm. Aus Deutschland wurde vor wenigen Minuten der GfK-Konsumklimaindex veröffentlicht. Dieser gilt als Frühindikator für die Verbraucherausgaben und kann zudem konjunkturelle Wendepunkte anzeigen. Der Index notiert wie erwartet weiterhin im negativen Bereich, hat aber sogar die niedrigen Erwartungen mit einem Wert von -6,7 enttäuscht (Prognose -5,0; Vormonat -3,1). Zuletzt konnte der Index im April einen positiven Wert anzeigen. Zur Mittagszeit um 12:30 Uhr erscheint dann noch das EZB Sitzungsprotokoll sowie um 13:30 Uhr der Geldpolitische Begleittext.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im frühen Handel notiert der Dax leicht über der 13.300er Marke. Auch heute stellt sich wieder die Frage, ob ihm der nachhaltige Ausbruch gelingt oder er wieder in die Range zurückfällt. Ein positives Signal wäre, wenn der Dax das gestrige Hoch bei 13.346 überwindet. Dann stehen die Chance gut, dass er auch das außerbörsliche Hoch bei 13.373 rausnimmt. Darüber wäre der Weg frei zur 13.460. Fällt der Dax unter die 13.300, dann befindet sich im Bereich von 13.275 eine erste Unterstützung. Die zweite folgt am gestrigen Tagestief bei 13.235. Weitere Unterstützungen befinden sich bei 13.200 und 13.140. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Dax um den Pivot Punkt bei 13.303 hin und her pendelt.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 26.11. - H1-Chart - Thanksgiving-Handel

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.442 – Pivot Punkt R2

13.371 – Pivot Punkt R1

13.303 – Pivot Punkt

13.232 – Pivot Punk.t S1

13.163 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.270 – M15-Chart

13.192 – Tagestief 24.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.300 – neuralgischer Punkt

13.336 – Nachbörsliches Hoch

13.373 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Überdosis an Rotation! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Die Aktienmärkte zeigen in der Erwartung eines Impfstoff eine Art massive Überdosis an Rotation: man erwartet eine Erholung der Wirtschaft und damit vieler von der Coronakrise stark betroffener Unternehmen, die so sehr wahrscheinlich gar nicht stattfinden wird. Dementsprechend sind viele Aktien vor allem aus dem Energiesektor sowie viele „Small Caps“ hoffnungslos überbewertet, zumal deren Verschuldung in den letzten Monaten geradezu explodiert ist. Heute zeigen die Aktienmärkte erste kleine Gewinntmitnahmen vor allem gerade in jenen Sektoren, die zuletzt geradezu explodiert sind. Wie geht die Wall Street angesichts des morgigen Feiertags aus dem Handel? Die gehandeltne Volumina sind schon deutlich ausgedünnt..

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