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Der Abverkauf bei Gold und Silber

FMW-Redaktion

Gestern hat es Rohstoffe und Metalle schwer erwischt: Gold, Silber, Öl – alles unter Druck. WTI-Öl in wenigen Tagen von einem 7-Wochen auf ein 3-Wochen-Tief, und vor allem Silber gestern Abend mit einer massiven Bewegung nach unten, nachdem Silber-Futures im Volumen von mehr als zwei Milliarden Dollar verkauft worden sind:

Auch Gold deutlich schwächer, nachdem das gelbe Metall den 200-Tagesdurchschnitt nicht hat überwinden können. Nächste Unterstützung nun 1220 Dollar:

Dazu noch der Abverkauf bei Rohstoffwährungen wie dem australischen und dem kanadischen Dollar:


(Australischer Dollar zum US-Dollar)

All das hat eine einzige Ursache: die hawkishe Wende der Fed in den letzten Tagen, die Hedgefonds dazu gezwungen hat, Long-Positionen zu liquidieren. Innerhalb einer vergleichsweise sehr kurzen Zeit hatten die Fed Fund Futures die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschrittes der Fed im März von 30% auf nun 90% eingepreist – und das unter massiven Volumina. Und das Problem für die Rohstoffe ist dieser schnelle Sinneswandel, da diese Hedgefonds in der Logik des Trump-Trades zuvor davon ausgegangen waren, dass Rohstoffe steigen werden aufgrund der erwarteten massiven Stimuli der Trump-Regierung (zumal der neue US-Präsident am Dienstag in seiner Rede vor dem US-Kongress erneut die Hoffnung auf das 1-Billionen-Infrastrukturprojekt geschürt hatte).

So waren gerade im Silber und im Öl die Wetten auf weiter steigende Preise an den Future-Märkten nahe Rekordhochs, wie die CFTC-Daten zeigten. Mit den hawkishen Tönen der Fed aber wurde der Dollar stärker – die Hedgefonds wurden auf dem falschen Fuß erwischt, weil nun nicht nur eine Zinsanhebung im März droht, sondern weitere zwei bis drei Schritte noch in 2017. Und sind die Zinsen höher, werden unverzinste Rohstoffe unattraktiver.

Und nun dürfte aus Trading-Perspektive sich ein Muster aus der Vergangenheit wiederholen: so gerät Gold etwa vor einer Zinsanhebung durch die Fed regelmäßig unter Druck, um dann mit und nach dieser Zinsanhebung wieder zu steigen – man verkauft gewissermaßen das Gerücht, und kauft dann wieder die Tatsache. Das wird in diesem Chart deutlich: vor den Zinsanhebungen im Dezember 2015 und dann im Dezember 2016 fiel Gold, danach stieg es:

Spiegelbildlich gilt das auch für den Dollar: er ist regelmäßig vor einer Zinsanhebung stark, und verliert dann mit und nach der Zinsanhebung.

Langfristig aber bleiben die Aussichten für Rohstoffe, aber vor allem für Gold gut. Es wird die Zeit kommen, in der die Euphorie über Trump vorbei sein wird, in der der Protektionismus der Trump-Administration den Bedarf nach sicheren Häfen stark anziehen lassen wird. Die Zeit für Gold-Käufe ist jetzt noch ungünstig, die Korrektur dürfte noch weiter gehen – aber ab Mitte März sieht es dann wieder gut aus..



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2 Kommentare

  1. Avatar
    Helmut Josef Weber

    Naja- über 6% Kurssteigerung bei Gold in diesem Jahr, selbst nach der Drückung noch, da wird ja wohl noch was kommen.
    Die 13% im letzten Jahr *legal steuerfrei* reichen ja auch.
    Viele Grüße
    H. J. Weber

  2. „Mit den hawkishen Tönen der Fed aber wurde der Dollar stärker – die Hedgefonds wurden auf dem falschen Fuß erwischt, weil nun nicht nur eine Zinsanhebung im März droht, sondern weitere zwei bis drei Schritte noch in 2017. “

    Die Desaster-Yellen hat mit den Zinserhöhungen viel zu lange gezaudert. Sollte die FED jetzt panisch das Versäumte in rascher Folge ab März „nachholen“, ist das für die Märkte/Konjunktur wie Russisch-Roulette – nur diesmal mit 5 Patronen im Revolver.
    Und die Hedgefonds werden nicht die einzigen sein, die es zu spät merken.
    Bleibt zu hoffen, daß Trump Yellen&Co schnellstmöglich abserviert.

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