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Devisen

Der Brexit-Wunschtraum im britischen Pfund setzt sich fort

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Es wird eine tolle Lösung geben in Sachen Brexit, eine Lösung, die viel besser und vorteilhafter und bequemer für Großbritannien sein wird. Jetzt, wo die Parlamentarier Theresa May und ihren Plan blockiert haben, wird noch etwas viel Besseres am Ende dabei raus kommen für die Insulaner. So lautet schon seit Tagen der Wunschtraum viele Beobachter, und vor allem des Devisenmarktes.

Der wundersame Anstieg im Pfund

Das ist umso mehr verwunderlicher, weil der Devisenmarkt doch normalerweise kühl, berechnend und klar im Kopf ist. Die Trader sehen normalerweise die Dinge so, wie sie wirklich sind. Seit Tagen berichten wir darüber, dass rund um das Thema „Brexit“ aber das rationale Denken auszusetzen scheint.

Im folgenden Chart haben wir das Pfund gegen den US-Dollar dargestellt seit dem 14. Januar. Alleine seit Anfang dieser Woche ist der Kurs von 1,2850 bis jetzt um 195 Pips auf 1,3045 gestiegen. Ein Wahnsinn bei der labilen Lage und der Tatsache, dass bei der tickenden Uhr (Brexit am 29. März) überhaupt gar kein Problem gelöst wurde.

Aktuell wird das Pfund beflügelt, weil es an allen Ecken und Enden in London derzeit rumort (beispielsweise hier und hier nachzulesen). Wir hatten schon mehrfach in den letzten Tagen von dieser obskuren Situation im Pfund berichtet, die nun immer mehr Fahrt aufnimmt.

Denn anscheinend wollen Brexit-Gegner im Parlament nun darauf hinwirken, dass der Austrittstermin nach hinten verschoben wird. So soll Theresa May angeblich mehr Zeit für einen besseren Deal mit der EU erhalten. Aber wie (zum Teufel) sollten die Brexit-Hardliner in May´s eigener Partei dem zustimmen? Denn sie wollen raus aus der EU, zum vereinbarten Termin, und am besten so hart wie möglich.

Die Hoffnung in Sachen Brexit soll zur Realität werden

Aber ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und auch Wunder können geschehen. Der Devisenmarkt glaubt wohl daran, dass die bloße Hoffnung beim Pfund zur Realität wird. Nach unserer Meinung (aber was wissen wir schon) sieht es zum Beispiel der Commerzbank-Analyst Thu Lan Nguyen in Frankfurt mit klarem Kopf. Den Brexit-Termin einfach zu verschieben, löse keine Probleme. Die Brexit-Hardliner würden das nicht zulassen, so auch seine Meinung.

Der aktuelle Long-Move im Pfund könnte einen plötzlichen Absacker nach unten verursachen, so Thu Lan Nguyen. Ach ja, übrigens. Die Realwirtschaft scheint die mehr als kritische Lage so kurz vor dem Brexit-Termin klarer zu sehen als viele Devisenhändler. Der Staubsauger-Hersteller Dyson verlegt seinen Sitz nach aktueller Aussage nach Singapur.

Angeblich soll das nichts mit dem Brexit zu tun haben, aber wer´s glaubt… Sony verlegt aktuell seine EU-Zentrale von UK in die Niederlande, auch wenn dies nur eine formale Sache ist ohne Job-Verlagerungen. Man könnte jetzt noch zahlreiche andere Beispiele nennen, wo sich Unternehmen genau in diesen Tagen auf den harten Brexit vorbereiten. Die Zeit wird immer knapper bis zum 29. März!

Brexit Pfund vs USD

3 Kommentare

3 Comments

  1. franko33

    23. Januar 2019 17:38 at 17:38

    Die vermeintliche Lösung ist doch schon da,so unglaublich wie sie scheinen mag.
    Erhofft,und immer wahrscheinlicher,da immer langfristig gedacht:
    Der harte Brexit kommt,viele Unternehmen überleben dies nicht,es gibt zahlreiche
    Arbeitslose und was für eine Lösung?
    Wenn die Not groß ist wird es eine sehr breite Unterstützung in der gesamten
    britischen Bevölkerung geben für eine noch nie dagewesene große internationale
    Freihandelszone.Ist das nicht optimal für das GBP bei unserem kranken EUR ?

    • Michael

      23. Januar 2019 18:22 at 18:22

      Große internationale Freihandelszone mit wem? Mit der EU geht nicht, Trump wird ihnen, wie allen Freihändlern den Stinkefinger zeigen, wenn sie nicht zu 99,9% seinen erpresserischen Handelsvorgaben zum Wohle der großartigen Nation ensprechen. China hat bald nichts mehr zum Handeln, wer also bleibt dann noch? Und für die Exportwirtschaft ist ein starkes GBP ohnehin Gift.
      Bestenfalls wird das Inselvölkchen zur großen internationalen Steueroase…

  2. franko33

    24. Januar 2019 16:20 at 16:20

    Danke für den Kommentar von Michael.Für die vermeintliche Zeit „nach dem Brexit“
    geht der Versuch sicherlich in die Richtung einer Steueroase für hier und jetzt.
    Für den Plan der Zukunftgestaltung des internationalen angelsächsischen Finanzsystems
    wäre ein GBP beim Zusammenbruch vom USD und anderer Fiatwährungen eine denkbare
    Alternative vor der Unsicherheit einer kontrollierten Kryptowährung.Es werden grundsätzlich
    mehrere Alternativen parallel laufen um den Machterhalt zu sichern.
    Hier muß man nicht von einem Herrn Trump reden,der gerade als Marionette dient und in
    einem „Ernstfall“ den Kennedys folgen würde.

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Anleihen

Fed hat Zinsentscheidung verkündet – hier alle Fakten + Statement

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Das FOMC der Fed (Federal Reserve) hat soeben ihre Zinsentscheidung verkündet. Die Fed Funds Rate von bisher 200-225 Basispunkten wird gesenkt auf 175-200 Basispunkte. Also ein Zinsschritt von -0,25%.

Abgesehen von der Zinssenkung hat das FOMC der Fed weitere Maßnahmen verkündet:

Zinssatz für überschüssige Reserven sinkt um 0,3% auf 1,80%.

Satz für Overnight Repos sinkt um 0,3% auf 1,70%.

Primary Credit Rate wird um 0,25% auf 2,50% gesenkt.

Erste Marktreaktion: Euro und Dow minimal verändert, noch nicht der Rede wert.

Keine klaren Signale für weitere Zinssenkungen.

Marktreaktion 20:15 Uhr: EURUSD -35 Pips, Dow -110 Punkte.

Um 20:30 Uhr folgt auf finanzmarktwelt.de ein separater Artikel zur PK von Jerome Powell.

Hier das Statement der Fed im Wortlaut:

Information received since the Federal Open Market Committee met in July indicates that the labor market remains strong and that economic activity has been rising at a moderate rate. Job gains have been solid, on average, in recent months, and the unemployment rate has remained low. Although household spending has been rising at a strong pace, business fixed investment and exports have weakened. On a 12-month basis, overall inflation and inflation for items other than food and energy are running below 2 percent. Market-based measures of inflation compensation remain low; survey-based measures of longer-term inflation expectations are little changed.

Consistent with its statutory mandate, the Committee seeks to foster maximum employment and price stability. In light of the implications of global developments for the economic outlook as well as muted inflation pressures, the Committee decided to lower the target range for the federal funds rate to 1-3/4 to 2 percent. This action supports the Committee’s view that sustained expansion of economic activity, strong labor market conditions, and inflation near the Committee’s symmetric 2 percent objective are the most likely outcomes, but uncertainties about this outlook remain. As the Committee contemplates the future path of the target range for the federal funds rate, it will continue to monitor the implications of incoming information for the economic outlook and will act as appropriate to sustain the expansion, with a strong labor market and inflation near its symmetric 2 percent objective.

In determining the timing and size of future adjustments to the target range for the federal funds rate, the Committee will assess realized and expected economic conditions relative to its maximum employment objective and its symmetric 2 percent inflation objective. This assessment will take into account a wide range of information, including measures of labor market conditions, indicators of inflation pressures and inflation expectations, and readings on financial and international developments.

Voting for the monetary policy action were Jerome H. Powell, Chair, John C. Williams, Vice Chair; Michelle W. Bowman; Lael Brainard; Richard H. Clarida; Charles L. Evans; and Randal K. Quarles. Voting against the action were James Bullard, who preferred at this meeting to lower the target range for the federal funds rate to 1-1/2 to 1-3/4 percent; and Esther L. George and Eric S. Rosengren, who preferred to maintain the target range at 2 percent to 2-1/4 percent.

US-Dollar - heute Fed Entscheidung

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Devisen

China – Zentralbankaktionismus vor rundem Geburtstag

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Am 1. Oktober beginnen die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Volksrepublik China. Auch die bereits siebzigjährige chinesische Zentralbank tut ihr Bestes, damit das nationale Jubiläum ein Erfolg wird. Ihr Geschenk: noch mehr Kredite.

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China – alles unter staatlicher Kontrolle

Anders als in den meisten westlichen Volkswirtschaften agiert die Zentralbank in China nicht unabhängig. Die Chinesische Volksbank gehört dem Staatsrat und ist in Sachen Geld- und Währungspolitik Weisungsempfänger der zentralen Volksregierung. Der Zentralbankvorsitzende Yi Gang sowie seine sechs Stellvertreter werden direkt vom Staatsratsvorsitzenden Li Keqiang, der Nummer zwei in China, ernannt und bei Bedarf auch wieder abberufen. Eine Konstellation, von der US-Präsident Trump bereits öffentlich schwärmte.

Doch trotz aller staatlicher Kontrolle und Planung erlebt China quasi zur Unzeit zum 70. Geburtstag einen wirtschaftlichen Abschwung auf breiter Front. Das Wirtschaftswunder Chinas und sogar die Erholung der gesamten Weltwirtschaft fußten bis zu Beginn des Jahres 2018 zu großen Teilen auf der Verschuldungsorgie chinesischer Unternehmen. Die Dimension und die Geschwindigkeit der Kreditexpansion allein durch den offiziellen Banken-Sektor ist atemberaubend.

China vs USA Unternehmensschulden

Daher ist es auch kein Wunder, dass parallel zu dem Zeitpunkt, an dem der Zenit der chinesischen Kreditexpansion überschritten war, auch die Exportnationen Deutschland dynamisch in den Abschwungmodus überging.

Der Versuch, den Ballon weiter aufzublasen

Am vergangenen Freitag beschloss die Chinesische Volksbank, den Mindestreservesatz (RRR) für alle Banken mit Wirkung zum 16. September um 0,5 Prozent zu senken. Für kleinere Banken wir der Satz zusätzlich in zwei Schritten zum 15. Oktober und zum 15. November um 1 Prozent abgesenkt. Mit dieser Maßnahme soll es den Kreditinstituten ermöglicht werden, zusätzlich Darlehen im Volumen von 900 Mrd. Yuan (115 Mrd. Euro) zu gewähren.

Banken Kredite in China

Die jüngste Senkung der Mindestreservesätze ist bereits die dritte in diesem Jahr. Schon im Januar beschloss die Zentralbank auf Weisung des Staatsrats in zwei Stufen die Freisetzung von zusätzlichen 1,28 Billionen Yuan (164 Mrd. Euro) für die Kreditvergabe der Geschäftsbanken. Noch im Mai erklärte der Zentralbankvorsitzende Yi Gang, dass „China keine flutartigen geldpolitischen Anreize einführen wird“ und dass es seine „umsichtige“ Geldpolitik fortsetzen wird, um „die Liquidität auf angemessenem Niveau zu halten“ und gleichzeitig „die antizyklische Anpassung zu verstärken“. Nach dem die bisherigen Maßnahmen gleichwohl verpufft sind, ist eine neue „antizyklische Anpassung“ offensichtlich kurzfristig notwendig geworden.

Fazit

Noch ist unklar, ob der Chinesischen Volksbank das gelingt, was ihre japanischen und europäischen Pendants seit Jahren vergeblich versuchen: den Kreditzyklus künstlich zu verlängern. Noch hat die Zentralbank Munition, um zu handeln. Aber wie heißt es so schön: Man kann das Pferd zur Tränke führen, saufen muss es aber von allein. Ob überschuldete Unternehmen oder Verbraucher den Drang verspüren, in einem allgemeinen Umfeld der wirtschaftlichen Abkühlung noch mehr Geld zu leihen, bleibt abzuwarten. Da hilft selbst eine Weisung von ganz oben nicht, denn auch den Chinesen ist das Hemd näher als die Hose.

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Devisen

Schweizer Franken gibt Zeichen zwei Tage vor Zinsentscheidung

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Der Schweizer Franken gibt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aktuell ein Zeichen. Das ist gerade jetzt sehr wichtig, denn übermorgen um 9:30 Uhr wird die SNB ihre Zinsentscheidung bekanntgeben. Noch vor der EZB-Zinssenkung letzte Woche vermuteten nicht nur wir, dass die SNB vielleicht zeitnah, aber spätestens übermorgen am 19. September ebenfalls den Leitzins senken würde. Vielleicht von -0,75% auf -0,85%, oder gleich auf -1,00%?

Schweizer Franken hilft die Lage für die SNB zu entspannen

Aber die Lage hat sich geändert. Am letzten Donnerstag nach der Zinsentscheidung der EZB und vor allem nach der folgenden PK vergrößerten sich die Zweifel des Devisenmarktes an der Durchführbarkeit der Anleihekäufe. Es trat eine gewisse Enttäuschung ein. Und nachdem sich der Euro gegen den Schweizer Franken weiter abgeschwächt hatte (Tief im folgenden Chart), stieg EURCHF dann wieder zügig an. Unterm Strich notiert Euro vs Schweizer Franken mit aktuell mit 1,0974 gut 50 Pips höher als vor der Verkündung der EZB letzte Woche.

Somit hat sich der Schweizer Franken abgeschwächt. Alleine heute gab es eine Abwertung von 50 Pips gegenüber dem Euro. Das ist nur zwei Tage vor dem SNB-Entscheid nochmal ein wichtiges Signal (wenn der Kurs sich denn halten kann) in Richtung der Entscheider rund um Thomas Jordan. Sie könnten sagen (rein fiktive Annahme): „Puhhhh, der Fränkli ist nach dem EZB-Entscheid nicht gestiegen, sondern sogar noch etwas gefallen. Gerade nochmal gut gegangen. Dann haben wir jetzt nicht den Druck den Einlagenzins weiter senken zu müssen“.

Es bleibt wohl bei -0,75%

Wird das sinngemäß die Denkweise der Notenbanker sein? Dass der Euro nicht in den Keller rutsche, ist entscheidend für die SNB. Denn sie versucht alles um zu verhindern, dass ein immer stärker werdender Schweizer Franken heimische Produkte im Ausland immer teurer macht, und Urlaub für Ausländer in der Schweiz immer unbezahlbarer. Die Mehrzahl der Analystengemeinde rechnet derzeit damit, dass die SNB übermorgen den Leitzins unverändert bei -0,75% belassen wird. Dieses Szenario ist gut nachvollziehbar.

Könnte es in den Wochen danach zum Beispiel durch den Brexit oder durch eine Verschärfung der Saudi-Iran-Krise zu einer erneuten Flucht in die „Sicheren Häfen“ kommen? Dann gäbe es erneut neben dem Run auf Yen, Gold und Bundesanleihen wohl vermehrt Käufe des Schweizer Franken, unabhängig von dem was die EZB oder SNB tut. Also, der Aufwertungsdruck für den Franken bleibt im Hintergrund vorhanden, und damit auch latent die eventuelle Notwendigkeit, dass die SNB außerplanmäßig die Zinsen weiter senkt, oder im laufenden Devisenhandel interveniert. Aber für den Moment, für diese Woche, da stehen nach aktuellem Stand (!) die Zeichen auf Beibehaltung des aktuellen Zinssatzes.

Euro vs Schweizer Franken seit 11. September

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