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Devisen

Der Brexit-Wunschtraum im britischen Pfund setzt sich fort

Claudio Kummerfeld

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Es wird eine tolle Lösung geben in Sachen Brexit, eine Lösung, die viel besser und vorteilhafter und bequemer für Großbritannien sein wird. Jetzt, wo die Parlamentarier Theresa May und ihren Plan blockiert haben, wird noch etwas viel Besseres am Ende dabei raus kommen für die Insulaner. So lautet schon seit Tagen der Wunschtraum viele Beobachter, und vor allem des Devisenmarktes.

Der wundersame Anstieg im Pfund

Das ist umso mehr verwunderlicher, weil der Devisenmarkt doch normalerweise kühl, berechnend und klar im Kopf ist. Die Trader sehen normalerweise die Dinge so, wie sie wirklich sind. Seit Tagen berichten wir darüber, dass rund um das Thema „Brexit“ aber das rationale Denken auszusetzen scheint.

Im folgenden Chart haben wir das Pfund gegen den US-Dollar dargestellt seit dem 14. Januar. Alleine seit Anfang dieser Woche ist der Kurs von 1,2850 bis jetzt um 195 Pips auf 1,3045 gestiegen. Ein Wahnsinn bei der labilen Lage und der Tatsache, dass bei der tickenden Uhr (Brexit am 29. März) überhaupt gar kein Problem gelöst wurde.

Aktuell wird das Pfund beflügelt, weil es an allen Ecken und Enden in London derzeit rumort (beispielsweise hier und hier nachzulesen). Wir hatten schon mehrfach in den letzten Tagen von dieser obskuren Situation im Pfund berichtet, die nun immer mehr Fahrt aufnimmt.

Denn anscheinend wollen Brexit-Gegner im Parlament nun darauf hinwirken, dass der Austrittstermin nach hinten verschoben wird. So soll Theresa May angeblich mehr Zeit für einen besseren Deal mit der EU erhalten. Aber wie (zum Teufel) sollten die Brexit-Hardliner in May´s eigener Partei dem zustimmen? Denn sie wollen raus aus der EU, zum vereinbarten Termin, und am besten so hart wie möglich.

Die Hoffnung in Sachen Brexit soll zur Realität werden

Aber ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und auch Wunder können geschehen. Der Devisenmarkt glaubt wohl daran, dass die bloße Hoffnung beim Pfund zur Realität wird. Nach unserer Meinung (aber was wissen wir schon) sieht es zum Beispiel der Commerzbank-Analyst Thu Lan Nguyen in Frankfurt mit klarem Kopf. Den Brexit-Termin einfach zu verschieben, löse keine Probleme. Die Brexit-Hardliner würden das nicht zulassen, so auch seine Meinung.

Der aktuelle Long-Move im Pfund könnte einen plötzlichen Absacker nach unten verursachen, so Thu Lan Nguyen. Ach ja, übrigens. Die Realwirtschaft scheint die mehr als kritische Lage so kurz vor dem Brexit-Termin klarer zu sehen als viele Devisenhändler. Der Staubsauger-Hersteller Dyson verlegt seinen Sitz nach aktueller Aussage nach Singapur.

Angeblich soll das nichts mit dem Brexit zu tun haben, aber wer´s glaubt… Sony verlegt aktuell seine EU-Zentrale von UK in die Niederlande, auch wenn dies nur eine formale Sache ist ohne Job-Verlagerungen. Man könnte jetzt noch zahlreiche andere Beispiele nennen, wo sich Unternehmen genau in diesen Tagen auf den harten Brexit vorbereiten. Die Zeit wird immer knapper bis zum 29. März!

Brexit Pfund vs USD

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    franko33

    23. Januar 2019 17:38 at 17:38

    Die vermeintliche Lösung ist doch schon da,so unglaublich wie sie scheinen mag.
    Erhofft,und immer wahrscheinlicher,da immer langfristig gedacht:
    Der harte Brexit kommt,viele Unternehmen überleben dies nicht,es gibt zahlreiche
    Arbeitslose und was für eine Lösung?
    Wenn die Not groß ist wird es eine sehr breite Unterstützung in der gesamten
    britischen Bevölkerung geben für eine noch nie dagewesene große internationale
    Freihandelszone.Ist das nicht optimal für das GBP bei unserem kranken EUR ?

    • Avatar

      Michael

      23. Januar 2019 18:22 at 18:22

      Große internationale Freihandelszone mit wem? Mit der EU geht nicht, Trump wird ihnen, wie allen Freihändlern den Stinkefinger zeigen, wenn sie nicht zu 99,9% seinen erpresserischen Handelsvorgaben zum Wohle der großartigen Nation ensprechen. China hat bald nichts mehr zum Handeln, wer also bleibt dann noch? Und für die Exportwirtschaft ist ein starkes GBP ohnehin Gift.
      Bestenfalls wird das Inselvölkchen zur großen internationalen Steueroase…

  2. Avatar

    franko33

    24. Januar 2019 16:20 at 16:20

    Danke für den Kommentar von Michael.Für die vermeintliche Zeit „nach dem Brexit“
    geht der Versuch sicherlich in die Richtung einer Steueroase für hier und jetzt.
    Für den Plan der Zukunftgestaltung des internationalen angelsächsischen Finanzsystems
    wäre ein GBP beim Zusammenbruch vom USD und anderer Fiatwährungen eine denkbare
    Alternative vor der Unsicherheit einer kontrollierten Kryptowährung.Es werden grundsätzlich
    mehrere Alternativen parallel laufen um den Machterhalt zu sichern.
    Hier muß man nicht von einem Herrn Trump reden,der gerade als Marionette dient und in
    einem „Ernstfall“ den Kennedys folgen würde.

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Devisen

Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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