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Der „Gartman“-Kontraindikator: Jetzt Öl shorten?

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Sie haben vielleicht noch nie etwas von Dennis Gartman gehört. Er ist in Sachen Rohstoffe ein in der US-Finanzszene sehr bekannter Kommentator und Börsenbriefschreiber, auch bei CNBC und Bloomberg ist er oft ein präsenter Gast. Nur leider (für ihn selbst) fungiert er schon seit geraumer Zeit für viele Börsianer als eine Art perfekter Kontraindikator für Öl.

Noch am 10. März schrieb er Öl werde noch tiefer fallen als man sich vorstellen könne. Als Öl im Januar unter 30 Dollar notierte, lies sich Gartman sogar zu der eindeutigen Aussage hinreißen Öl werde nicht mehr über 44 Dollar steigen, so lange er lebe (we won’t see crude above $44 again in my lifetime). Nun ja, lieber Mr. Gartman – WTI-Öl, und das ist bei den Amerikanern ja gemeint, wenn sie von Öl sprechen, hat letzte Woche die 44 nach oben durchstoßen, und diese Woche auch schon mehrfach (derzeit über 46). Was nun? Selbstmord? Eingestehung einer üblen Fehleinschätzung bzw. dass man eine dämliche Aussage gemacht hat?

Der gute Mann publiziert einen kostenpflichtigen Newsletter-Service, hat jahrzehntelange Erfahrung als Rohstoffhändler und Publizist, und trifft so eine Aussage? Hat er in all den Jahrzehnten als Trader und Beobachter des Marktes nicht gelernt, dass an der Börse nichts in Stein gemeißelt ist, und dass sich jeder irren kann? Z.B. haben sich die Kollegen vom Portal Zerohedge in den letzten Monaten auf den armen Mr. Gartman eingeschossen und begleiten seine Einschätzungen laufend mit Kommentaren (gestern:…and yet Gartman is still alive…) Auch die Kollegen vom Business Insider, ForexLive etc konfrontierten Gartman vor Kurzem in Artikeln mit seinem Sensations-Zitat aus Januar.

Zuletzt sagte Gartman es sei Zeit zu erkennen, dass sich Fakten geädert hätten, daher müsse er seine Einschätzungen ändern. Also kein Irrtum, sondern neue Fakten sind schuld? Aber wenn man als Investor vorher auf sein „solange ich lebe“ gehört hätte, was sagt man jetzt dazu? Es wäre vielleicht besser, wenn man solche Aussagen nicht treffen würde, dann muss man später nicht so peinlich eingeknickte Rückzieher machen. Was heißt das jetzt für Trader? Alle jetzt short im Öl? Das muss natürlich jeder selbst entscheiden. Wir sind ja schließlich keine Gartman´s. Wir verwetten unser Leben nicht auf den Ölpreis…

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Jupp

    29. April 2016 17:03 at 17:03

    Welche „Fakten“ sind es denn, die sich geändert haben? Welche fundamentalen Gründe sprechen denn eigentlich für weiterhin steigende Ölpreise? Die OPEC ist nur noch auf dem Papier existent, da sich die wesentlichen Länder nicht einig sind. Die Lagerbestände sind weltweit zum Bersten voll. Die US-Fracking-Firmen, die ihre Anlagen runtergefahren haben, können jederzeit wieder einsteigen, usw.

    • Avatar

      Eckerhaet

      29. April 2016 22:33 at 22:33

      und genau aus diesen Gründen ist der Ölpreis von über 100 auf unter 50 gefallen. An der Börse wird die Zukunft gehandelt, schon vergessen?

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