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Der Ölmarkt vor der OPEC-Entscheidung: wer braucht was?

Wenn alles optimal läuft und die OPEC-Länder sich auf die in Algier geplante Produktionskürzung auf 32,5 Millionen Barrel einigen würden - dann hätte die OPEC genau die Menge aus dem Markt genommen, die zwischen letztem November und dem September diesen Jahres an Produktion hinzu gekommen ist. Wer braucht welchen Ölpreis?

FMW-Redaktion

Wenn alles optimal läuft und die OPEC-Länder sich auf die in Algier geplante Produktionskürzung auf 32,5 Millionen Barrel einigen würde – dann, ja dann hätte die OPEC genau die Menge aus dem Markt genommen, die zwischen dem letzten November und dem September diesen Jahres an Produktion hinzu gekommen ist. Derzeit produziert die OPEC auf Allzeithoch mit 33,6 Millionen Barrel pro Tag. Mit anderen Worten: wenn alles optimal laufen würde, dann wäre der Zustand etwa so wie vor einem Jahr. Und vor einem Jahr war der Ölpreis nun auch nicht in astronomischen Höhen..

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WTI-Future, Continous-Kontrakt

Aber dass das alles so glatt durchgeht, der Iran mit an Bord ist, die Russen zustimmen – das alles ist nach derzeitigem Stand der Dinge doch noch eher unwahrscheinlich. Genau deshalb fällt der Ölpreis heute nach dem gestrigen Anstieg:

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Aber fast mit Sicherheit werden wieder Stimmen kommen heute aus der OPEC nach dem Motto: wir sind ganz kurz vor einer Einigung. Oder haben uns schon geeinigt,. Oder werden uns einigen, wenn wir uns einigen. Das übliche blabla.

Aber so oder so: für praktisch alle beteiligten Ländern ist der Ölpreis derzeit viel zu niedrig, um einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können! Das gilt allen voran für das de facto pleite Venezuela, das einen Ölpreis von 117 Dollar bräuchte. Aber auch etwa für das ebenfalls in argen finanziellen Schwierigkeiten befindliche Nigeria, das dafür einen Preis von ca. 85 Dollar brauchen würde. Am allerschlimsten aber ist die Lage für Lybien, das sogar einne Preis von 216 Dollar bräuchte..

Aber auch die (noch?) finanziell deutlich besser gestellten Wüsten-Länder bräuchten einen deutlich höhren Preis: so etwa Saudi-Arabien, das ca. 80 Dollar bräuchte. Besser schon die Lage für Katar, das nur 62 Dollar braucht. Oder die Vereinigten Arabischen Emirate mit knapp 60 Dollar und Kuwait mit sogar nur 48 Dollar liegt immerhin schon nahe am aktuellen Preis. Auch der zweitgrößte OPEC-Produzent, der Irak, braucht nur knapp 60 Dollar, der Iran, der für 11% der Ölproduktion der OPEC sorgt inzwischen, braucht auch nur 55 Dollar. Russland übrigens würde bei einem Preis von 69 Dollar einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können.

Es wird spannend – morgen wissen wir, ob das Wunder von Wien doch wahr werden wird..

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Norwegen-Statoil-Bohrinsel
Bohrinsel vor Norwegen. Foto: Jarvin Jarle Vines / Wikipedia / Gemeinfrei



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5 Kommentare

  1. Kuwait bräuchte nur 48 Dollar. Die meisten bräuchten aber 60 Dollar und mehr.
    Wenn es sich aber für die Fracker ab sagen wir mal 50 Dollar wieder lohnt, dann würde ich mal sagen, dass viel Staaten da ein großes Problem haben!

  2. „Saudi-Arabien, dass ca. 80 Dollar bräuchte…“ (…für einen ausgeglichenen Haushalt.)

    Das erscheint sehr viel, liegen doch Produktionskosten bei den Saudis angeblich nur bei 10-20 US-Dollar.
    Wo habt Ihr die 80 Dollar her?
    Welche Statistik wurde gefälscht? ;-)

    Danke und mfG
    Peter

    1. @Peter, die Produktionskosten der Saudis sind sehr niedrig – hier aber geht es darum, wo der Ölpreis stehen müsste, dass das Land Saudi-Arabien einen ausgeglichenen Staatshaushalt vorlegt, das ist also etwas anderes. Und die Saudis haben zwar die Ausgaben zurück gefahren, leben aber – angesichts des derzeitigen Ölpreises – immer noch über ihre Verhältnisse!

  3. Hallo Markus,
    „(…für einen ausgeglichenen Haushalt.)“ hatte ich auch geschrieben.

    Die Frage war: „Wo…her?“ bzw. Habt Ihr eine Quelle für die 80$?

    1. @Peter, stammt von einer Analyse der französischen Investmentbank Natixis (der Investment-Arm der franz- Sparkassen und Genossenschaftsbanken)..

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