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Der Stresstest wirds schon richten..

Das große Zittern hat längst begonnen vor dem Banken-Stresstest im November. So hat die Deutsche Bank vorsorglich eine Kapitalerhöhung durchgeführt, im Fokus steht nun die Commerzbank und die blühenden Landschaften der Landesbanken..

Nun hat heute die Bafin-Chefin Elke König noch einen draufgesetzt: „Wir müssen systemrelevanten Banken glaubhaft klar machen können, dass wir sie scheitern lassen, wenn ihr Geschäftsmodell nicht taugt.“ Soso. Das könnte man ja gleich mal auf die Deutsche Bank anwenden, deren Bilanz ein Mehrfaches selbst der EU-Staaten beträgt (siehe dazu unseren Artikel „Was passiert, wenn die Deutsche Bank kippt?„). Da würden die geschätzten Steuerzahler sicherlich „hurra“ schreien, und daher kann man Königs martialischen Spruch wohl nur begrenzt ernst nehmen. Auch bei Banken gilt: manche sind eben gleicher als die anderen..

Die Commerzbank jedenfalls versucht derzeit, angestaubtes Tafelsilber zu verhökern. Da wurde man in den eigenen Bilanzen fündig und entdeckte Immobilienkredite in Spanien, die einst von der (inzwischen abgewickelten) Tochter Eurohypo AG vergeben worden waren. Aber weil Schrott irgendwie auch glänzt, interessieren sich nun J.P. Morgan und der Hedgefonds Lone Star für das Kreditpaket. Die Kaufsumme liegt wohl zwischen 3,7 und 3,9 Milliarden Euro – das täte dem Eigenkapital der Bank natürlich gut.

Ohnehin: selbst die Commerzbank ist zu groß, um sie wirklich scheitern zu lassen. Daher macht der Ausspruch von Elke König auch nur begrenzt Sinn, wonach der Stresstest eine echte Herausforderung sei: „Dieses Szenario hat es in der Tat in sich, wenn ich mir die Parameter ansehe, die für unsere Institute relevant sind“.

Deflation jedenfalls kommt in dem Stresstest nicht vor – denn die gibt es natürlich auch in der schlimmsten Krise nicht – siehe dazu unseren Artikel „Bankenstresstest – Deflation gibt es nicht„.



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