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Der „Toblerone-Effekt“ nach dem Brexit: Briten werden deutlich pessimistischer

Als sich die Briten im Juni für den Brexit entscheiden, stand alles andere im Vordergund - nur die Wirtschaft eher nicht. Durch den "Toblerone-Effekt" ist vielen Briten offenkundig bewußt geworden, dass die Packungen (und damit die ökonomischen Aussichten) nun irgendwie reduziert sind..

FMW-Redaktion

Als sich die Briten im Juni für den Brexit entscheiden, stand alles andere im Vordergund – nur die Wirtschaft eher nicht. Da ging es um die Kontrolle der Grenzen, die Begrenzung der Einwanderung – und gegen Brüssel als Verwaltungs-Moloch. Wirtschaft schien da zweitrangig – auch wenn die Brexit-Gegener in UK die negativen Folgewirkungen eines Ausscheidens aus der EU stets betonten, aber damit offenkundig nicht überzeugen konnten.

Aber das scheint sich nun deutlich verändert zu haben, wie der heute veröffentlichte Markit Houshold Finance Index zeigt. Demnach stieg der Index für Pessimismus im November in UK deutlich an: im Juli (also zeitnah nach dem Votum) lag der Index bei -3,5%, im August bei -11,1% – und nun im November bei -18,4%. Befragt, wie sie die ökonomischen Auswirkungen des Brexits für die nächsten 10 Jahre beurteilen, sehen 31% der Befragten die Folgen positiv, jedoch 49,3% die Folgen negativ. Für das nächste halbe Jahr sind nur 12,1% optimistisch, dagegen 53,1% pessimistisch.

Schlechte Laune haben insbesondere die jüngeren Menschen in UK, die die Folgen des Brexit am Pessimistischen von allen Altersgruppen sehen. Dagegen hatten zuvor vor allem die über 55-jährigen die positivsten Erwartungen, doch ist auch deren Optimismus seit dem Juli deutlich zurück gegangen.

Das gilt auch für diejenigen Menschen, die in der Insutrie arbeiten. Sie waren die stärksten Befürworter des Brexit, zumal der Fall des Pfunds die Exportchancen britischer Indsutrieprodukte verbessern dürfte. Doch ist auch in dieser Gruppe nun nur noch eine knappe Mehrheit positiv gestimmt für die ökonomischen Folgen des Brexit. Besonders schlecht ist dagegen die Stimmung in der Gruppe derjenigen, die im Bereich Medien, Kultur, Entertainment und IT arbeiten. Doch ist bei allen Gruppen seit dem Juli der Pessimismus gestiegen.

Bei den Einkommensgruppen waren die Geringverdiener (mit einem Einkommen unter 15.000 Pfund pro Jahr) am positivsten gestimmt für die Folgen des Brexit – doch ist auch dort der Optimismus nun deutlich geringer geworden. Am stärksten verschlechtert hat sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Folgen des Brexit bei den sehr gut Verdienenden seit dem Juli.

Regional sehen die Menschen in Schottland die ökonomischen Folgen des Brexit am Negativsten. Dahinter folgt die Region „South East“, dann der Großraum London. Dagegen sind die Menschen im Osten UKs (die Regionen East Midland und East of England) am Wenigsten pessimistisch.

Fazit: die Stimmung ist deutlich skeptischer geworden was den Brexit betrifft seit dem Juli – wir nennen das den „Toblerone-Effekt“, weil anhand dieser Schokolade vielen Briten bewußt geworden ist, dass die Packungen (und damit die ökonomischen Aussichten) nun irgendwie reduziert sind..



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2 Kommentare

  1. „Toblerone-Effekt“
    Mein ganz persönlicher Toblerone-Effekt:

    Komme gerade nach Hause, mache eure Seite auf, sehe das Schokoladenbild – sofort knurrt mein Magen.
    Ich verspüre Hunger/Appetit.
    Ging mir neulich schon so, als ich das Bild mit der meterlangen Schokoladenstange bei euch sah.

    So langsam verstehe ich die Briten, dass die pessimistischer werden, je kleiner das Ding wird.

    1. Der Tobleroneeffekt hat mit dem Brexit mal so gar nichts zu tun!Er ist eine abgezockte Undercoveridee des britischen Gesundheitsministeriums angesichts des adipösen Trends in der Zivilbevölkerung.Dieses, 2 Fliegen mit einer Klappe erschlagen ist uralt aber immer noch wirksam.Die Bösen sind die anderen,den Nutzen haben wir.Genial einfach,einfach genial!

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