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Plus 25% in einer Woche: Deshalb explodiert der Benzin-Future jetzt gerade noch weiter

Der Benzin-Future (Gasoline) ist über Nacht nochmal weiter nach oben explodiert, so kann man es bezeichnen! Der Tropensturm Harvey mit seinen Regenfällen und Überschwemmungen wütet nun schon fast…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Der Benzin-Future (Gasoline) ist über Nacht nochmal weiter nach oben explodiert, so kann man es bezeichnen! Der Tropensturm Harvey mit seinen Regenfällen und Überschwemmungen wütet nun schon fast eine Woche, und zieht von Texas weiter zum Nachbarstaat Louisiana. Genau an der Grenze der beiden Bundesstaaten liegt die größte Öl-Raffinerie in den USA (von Saudi Aramco), in Port Arthur, Texas. Dort haben gestern diese Raffinerie wie auch die des Konkurrenten Valero angekündigt ihre Produktion runterzufahren.

Damit sollen es jetzt bis zu 13 Raffinerien sein, die kein Benzin mehr raffinieren oder eine Kapazität von angeblich bis zu 4 Millionen Barrels. Andere Raffinerien produzieren nur mit eingeschränkter Leistung. Das „Crack Spread Buying“-Szenario ist weiter intakt. Benzin steigt immer weiter, während Rohöl (WTI) weiter fällt, wenn auch nur in kleinem Umfang. Die Tankstellen in den USA geben wohl in Kürze dank der Benzin-Knappheit die steigenden Futures-Preise an die Endkunden weiter.

Falls Sie als Trader auf den fahrenden Zug des steigenden Benzin-Future jetzt noch aufspringen wollen, an dieser Stelle nochmal unsere Warnung: Es läuft zwar gut mit dem steigenden Preis, aber niemand weiß wie lange noch. Der Benzin-Future wird sich wahrscheinlich nach dem Wieder-Hochfahren der Raffinerien nach unten anpassen, wenn die Knappheit an Benzin wieder vorbei ist! Und wann exakt der richtige Zeitpunkt ist um im High Benzin zu shorten, und Rohöl im Tief zu kaufen, ist unmöglich vorherzusagen. Aber eine Gegenbewegung in beiden Futures ist sehr wahrscheinlich.

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Der folgende Chart zeigt den Benzin-Future (schwarz) im Vergleich zum WTI-Rohöl (orange) seit 2014. Gut erkennt man den stets parallelen Verlauf der beiden Futures, und zuletzt die quasi Abtrennung durch den Tropensturm Harvey. Diese Differenz sollte sich wieder schließen in einigen Tagen oder Wochen. Seit letzten Freitag weisen wir darauf hin. Es ist eine sehr interessante Tradingidee auf die große Gegenbewegung zu spekulieren. Nur wann der Markt den Sturm und den Produktionsengpass hinter sich lässt, und wann der Markt dreht, das wissen auch wir nicht!

Im folgenden Chart sehen Sie den selben Vergleich seit letzten Mittwoch.

Der Benzin-Future ist seit letzten Mittwoch von 160 auf 200 Dollar gestiegen, also satte 25%.

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    gerd

    31. August 2017 11:01 at 11:01

    Benzin kann man shorten ohne Ende, ob auf kurze Sicht, mittelfristig und langfristig sowieso – würde E. Musk sagen.

    Für mich ist nicht verständlich, dass das Dingen so steigt, obwohl die Bestände bei 229 Mio ungefähr unverändert sind. Wenn die Reserven mal auf nur noch 29 runtergehen würden, könnte man einen Anstieg rechtfertigen. Aber selbst dann herrschte noch keine Knappheit, weil ja täglich neu produziert wird. Ist ja nicht so, als wenn in den gesamten USA nun sämtliche Raffinerien stillstünden.

  2. Avatar

    Segler

    31. August 2017 14:18 at 14:18

    Vorsicht Gerd !
    Den nur noch wenige Tage laufenden Frontmonat zu shorten ist gefährlich, unsinnig und grenzt an Harakiri.
    Ob irgendetwas für irgendeinen FMW-Leser verständlich ist oder nicht, kümmert den Futures Markt nicht :-)
    Tatsache ist:
    Die Terminstrukturkurve zeigt extreme backwardation und sieht aus wie Schlange – wie vom indischen Beschwörer hochgereizt.
    Sinnvoll und lukrativ ist dagegen ein ein Kalenderspread oder ein intermarket Spread
    ( z.B. Benzin vs. Öl oder ähnlich)
    Gruss

    • Avatar

      gerd

      31. August 2017 14:58 at 14:58

      Großen Dank für den wohlwollenden Hinweis.
      Ich persönlich kann/will diese Art von Spekulationen ohnehin nicht mitmachen, weil ich bei dem Broker dafür gar nicht freigeschaltet bin. (Währung/Gold/sonstige Rohstoffe oder dgl.)
      Oder evtl. könnte ich es sogar doch -indirekt- weil es dafür bestimmt auch Knock-Out-Zertifikate geben wird oder Optionsscheine. Aber mir reicht es in der Tat schon, wenn ich mir bei Indizes oder Einzelaktien andauernd die Finger verbrenne.

      Übrigens hatte ca Mitte Juli (es fand ein maßgebliches FED-Treffen statt) der Forist „Katamaransegler“ behauptet, es würde dem DAX garantiert die Schwungkraft fehlen (wegen des geringen Volumens) sich von 12400/12500 (in den Sommermonaten) sofort wieder in Richtung 12800 zu begeben – was ich damals jedoch stark angenommen hatte.
      Wie oft habe ich zuletzt schon an fantastischen Hinweis von Ihrem Mitsegler gedacht. Aber wahrscheinlich sind Sie das sogar selbst.

      • Avatar

        Segler

        31. August 2017 18:19 at 18:19

        Hallo Gert – Schau mal auf den Benzin Futures.
        Der short wäre sehr böse ins Auge gegangen.
        Solch eine Backwardation habe ich in Commodities seit Jahren nicht mehr gesehen.
        Gruss vom staunenden (Katamaran-)Segler

        • Avatar

          gerd

          31. August 2017 18:44 at 18:44

          Aha, also doch „Katamaran……, war eigentlich klar.
          Nee, Sie haben schon recht. So wie vor sechs Wochen auch.

          Wie gesagt, in der Praxis hätte ich das mit dem Benzin jetzt nicht angepackt. Aber eben nur, weil mir das Prozedere zu fremd war. Privat hätte ich mit Ihnen gewettet, dass der Future bereits heute schon wieder radikal abrutscht. Als Denkergebnis meiner ganz individuellen privaten Logik – um die sich der Markt selbstverständlich einen feuchten Kehricht schert.
          Genauso wie mir meine Logik vor rund drei Monaten zu Puts auf Bit-Coin geraten hat. Gut, dass ich da keine passende Verkaufsoption entdecken konnte, bzw. dass es die damals noch nicht gab. Seitdem hat sich der Kurs vom Bit-Coin erneut verdoppelt.

          Übrigens entdecke ich immer nur diesen Rohstoff-Chart:
          https://de.investing.com/commodities/gasoline-rbob
          Und nicht den von FMW abgebildeten. Wobei ich mir bei beiden die Finger verbrannt haben würde.

          • Avatar

            Segler

            1. September 2017 23:49 at 23:49

            Hallo Gert,
            Danke für die Blumen, aber zuviel der Ehre !
            Der Preischart allein sagt wenig.
            Von den Volumenprofilen betrachtet, tippe ich auf ein Schliessen der Lücke
            von 47.75 bis 48,25 im CL in den kommenden Tagen.
            Aus der Entwicklung der CoT-Daten und des Sentimentes erwarte ich eher moderate Aufwärtsbewegung bis Korrektur. Jedenfalls keinen starken Anstieg.
            Zur Info: ich habe zwei Calls geschrieben auf 41 und auf 47
            Benzin kommt wieder herunter – Das schöne an Vola-Übetreibungen: sie kehren immer wieder in recht kurzer zurück auf ein Mittelmass
            Das umgekehrte gilt nicht (Häufiger Denkfehler, speziell in diesem Forum)
            Tun Sie sich das nicht an .. mit knock Outs oder den Lottoscheinen der Emittenden.
            Ich schätze Sie als konservativ-selbstkritisch-langfristig ein.
            Mein Tipp:
            Akzeptieren Sie für sich die Unfähigkeit zum Prognostizieren.
            Wechseln Sie das Ufer.
            Stellen Sie sich auf die Seite der Banken und Emittenden (um im Bild zu sprechen: Werden Sie Lottoschein-Verkäufer)
            Geld verdienen, indem Sie sagen: Ich weiss nicht, wohin der Kurs sich entwickelt – aber Sie können mit Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent sagen, wohin sich ein Kurs bis zum Datum XX NICHT bewegt.
            Jeder kann das Lernen. Es ist keine Frage des Intellekts, sondern des Lossagen von eigener Überheblichkeit und – speziell männlichem – Prognoseglauben.
            Besten Gruss vom nassen Segel- Pudel

    • Avatar

      Gerd

      2. September 2017 17:48 at 17:48

      Habe über einen Zeitraum von rund 2 Jahren durchweg als Stillhalter eine gute Rendite erzielt. Und dann kam mal wieder eines von vielen „Jahrhundertereignisssen“, was alles zunichte machte. Weil ich dem Optionsberechtigten gegenüber ja uneingeschränkt verpflichtet war.
      Da hätte nur ein schnelles Glattstellen geholfen – aber das wollen dann ja alle machen und die Preise kratzen auf einmal an den Wolken. O.k., am nächsten und übernächsten Tag schweben sie schon darüber und die Optionspreise wachsen in den Himmel.
      Oder man schreibt Optionen und kauft gleichzeitig welche für die selbe Richtung – nur eben viel weiter weg vom Geld.
      Aber was bleibt da noch von der schönen Rendite.

      Angenommen, da hat jemand in den letzten Monaten Puts verkauft.
      Was dem bei der momentanen Lage alles passieren könnte, brauche ich gar nicht auszumalen.
      Oder ein anderer verkauft Calls. Gut, da muss ich mir schon ein obskures Beispiel ausdenken, sonst sieht in diesem bärenfreundlichen Forum niemand eine Gefahr darin. Also: CDU kann nur weitermachen zusammen mit der FDP. Letztere macht aber nur mit, wenn Dividenden künftig total steuerfrei bleiben. Wo steht dann der DAX und wie hat es dann die entsprechenden Optionen nach oben gehebelt?

      Früher gabs mal nen Spruch: Niemand verdient an der Börse so sehr viel, als dass er nicht auch alles wieder verlieren könnte.
      Seien Sie froh, dass das für Sie persönlich mit dem volumenorientierten Handel gut funktioniert. Kann leider nicht jeder – bzw. für Sie ist es gut, dass es nicht jeder kann. Für mich wäre es mittlerweile auch zu kompliziert, mich da einzuarbeiten und zudem auch noch die nötige Erfahrung zu kriegen.

      • Avatar

        Segler

        3. September 2017 12:37 at 12:37

        Hallo Gerd,
        Da hätten wir sicher stundenlange Gespräche.
        Sie sprachen vom speziellen Risiko des „Jahrhundertereignisses“, welches alles zunichte machen kann, was man bis dato mühsam gesammelt hatte.
        Es ist genau dieses Risiko, welches am schwersten zu beherrschen ist.
        Es geht – aber nur mit absolut konsequenten maximalen Positionsgrössen, die jeweils 1 % des Kontos nicht überschreiten sollten.
        Ich handle seit vielen Jahren als Stillhalter vor allem in Commodities – und glauben Sie mir: Ich bin einige Male böse ins Schwitzen gekommen. Dennoch ist das Geschäft lukrativ. Aber es braucht viel Wissen und Erfahrung und noch mehr Konsequenz beim managen der Position.
        „Kompliziert“, wie Sie meinen, ist es gar nicht.
        Ich möchte nicht besserwisserisch daherkommen und jede Kritik an Ihnen liegt mir fern.
        Vermute aber, dass Sie im Stillhaltergeschäft genau wie ich grundlegendene Dinge nicht gewusst haben, die auch mir über Jahre (seit 2001) sehr oft ein Bein gestellt haben.
        1. Der Einfluss der Volatilität
        2. Positionsgrössen
        3. Rückkauforder GTC sofort nach Eingehen des Trades bei Prozentsatz X
        usw.

        Nach all den Jahren meiner Erfahrung erscheint mir das Stillhaltergeschäft heute so simpel, ja fast langweilig. Ich mache es emotionslos.
        Der Reiz des Ungewissen, alle Ängste oder Besorgnis sind verschwunden.
        Was für viele den „Kick“ ausmacht, ist bei mir zum Routinegeschäft gewoden.
        Ähnlich wie ein Bäcker, der jeden Tag seinen Teig knetet, und am Morgen der Kundschaft die Brötchen und nachmittags den Kuchen verkauft.
        Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat.
        Börsenseiten, Foren, Magazine leben von Sensationsmeldungen.
        Von daher passt eine (meine) Stillhalterstrategie nicht hier hinein.
        Sie ist öde. Da fehlt jede Hysterie, da fehlt der tägliche böse Wolf, der uns sorgengeplagten armen zivilisierten Menschen stets und immerwährend nach dem Portemonnaie trachtet.
        Einen wichtigen Punkt zum Management haben Sie selber geschrieben:
        Zitat:
        „Oder man schreibt Optionen und kauft gleichzeitig welche für die selbe Richtung – nur eben viel weiter weg vom Geld.
        Aber was bleibt da noch von der schönen Rendite ..“
        Genau das ist meine hauptsächliche Strategie: Ein Spread !
        Und wo die Redite bleibt ??
        Sie kommt dann, wenn man nur Optionen mit überhöhter Voltilität verkauft und das „Reversal To The Mean“ ausnutzt, und den täglichen Zeitwertverfall.
        Wenn Sie dann noch einen etablierten Trend haben, oder einen Trendwechsel – ja dann bleibt auch eine schöne Rendite.
        Übertreibungsphasen lassen sich mit Volumenprofilen hervorragend sichtbar machen. (z.B. aktuell „too long“ im S&P)
        Sonntäglichen Gruss
        Haben Sie noch meine email adresse ?

        • Avatar

          gerd

          3. September 2017 15:07 at 15:07

          O.k, die Sache mit dem Spread. Wenn Sie da die richtigen „Päarchen“-Kombination eröffnet haben, bleibt natürlich in der Regel auch noch was an Rendite.
          Aber ansonsten mal ganz konkret aktuell – aber nur halbrealistisch.
          Ihre Commodities:
          Am Freitag hätten Sie Gold-Calls (falls sich das da auch so nennt) als Stillhalter verkauft. Und heute Nacht hätte Nordkorea nicht nur die Wasserstoffbombe unterirdisch getestet, sondern seine ihm missliebigen Nachbarn (und sich selbst) damit ausgelöscht. In welchen Höhen würde sich der Goldpreis dann befinden? Und das meine ich, wenn ich so pauschal von „Jahrhundertereignissen“ spreche. Wobei in diesem halbfiktiven Fall Sie wahrscheinlich sogar noch einen Gewinn gemacht haben würden, da die zur Absicherung erworbenen, weit aus dem Geld liegenden GoldCalls mehr Plus bringen als die verkauften Stillhalter-Calls Verlust.

          Mein erstes „Jahrhundertereignis“ das mich traf, war die Besetzung Kuwaits 1990. Ich sehe das ähnlich wie die Wahrscheinlichkeiten beim Roulette. Sie können auf die Einfachen Chancen (rot/schwarz oder gerade/ungerade) setzen. Jedesmal ggf. den Einsatz verdoppeln und nach der 5. bis 10. Verdoppelung haben Sie sogar noch eine kleine Rendite, weil dann doch IHRE Farbe kam. Aber nach vielen Monaten oder erst auch Jahren kommt das Jahrhundertereignis dahingehend, dass 30Mal oder noch öfter hintereinander die selbe Farbe erscheint. Und das ist Realität, können Sie anhand der Casino-Aufzeichnungen nachprüfen. Die mühsam angesammelten kleinen Gewinne der letzten Monate sind alle wieder weg. (In der Praxis dürfen Sie nicht mal so oft verdoppeln, da es Maximaleinsätze gibt, so dass Sie schon viel früher verlieren würden)
          Und solche Jahrhundertereignisse gibt es leider nicht nur einmal innerhalb von 100 Jahren. Immer wieder. Nicht nur beim Roulette.

          Mich würde viel mehr Ihr „Volumentrading“ faszinieren, was Sie hier vor Monaten erklärt haben. Aber wie gesagt, dass ist mir persönlich zu aufwendig und kompliziert – selbst wenn es das aus Ihrer Routinesicht gar nicht so ist.

          Übrigens falls ich das richtig verstanden habe, sind Sie als Stillhalter in BezinCalls aufgetreten? (Die genannten Preise 41 oder so, waren wir ganz fremd). Wenn dem so ist, glaube ich, dass das ein voller Erfolg wird. Aber wie auch schon erwähnt, i c h persönlich hätte mir als Berechtigter ein paar „Puts“ gekauft – meinethalber auch ohne Knock-out, dafür mit begrenzter Laufzeit.
          Also, ebenfalls schöne Grüße. Und hoffentlich sind Sie (wieder) pulvertrocken und nicht mehr nass wie ein Pudel.

          • Avatar

            Segler

            3. September 2017 16:52 at 16:52

            Hallo Gerd,
            Danke für das umfangreiche Posting.
            Komplexe Diskussionen und Grundlagenwissen sollten wir andernorts und praktikabler organisieren.
            Gerne will ich Sie teilhaben lassen an meinen Trades und meiner Handelseise. Sei es in einem Chat, sei es in einem anderen Forum, sei es per TeamViewer.
            Ich werde folgende email adresse für einige Tage wieder aktiv schalten:
            bluewater@smashmail.de
            Im übrigen kann Herr Fugmann Ihnen gern meine mail adresse zukommen lassen.
            Liebe Grüsse vom wieder trockenen Segler

  3. Avatar

    gerd

    4. September 2017 09:47 at 09:47

    Das ist ja genau das, Segler, das ‚umfangreiche Posting‘, was für die mir zur Verfügung stehende Zeit eigentlich viel zu umfangreich ist.
    Nun hatten wir aber drei Tage Regenwetter, da mach ich das noch viel lieber als sonst.
    Die Zeit, die ich mit dem Finanzmarktgeschehen und dem Drumherum insgesamt verbringe, fehlt oft an anderer Stelle. Was mir auch vorgehalten wird. Bei aller Freude und Spannung, die ich damit empfinde (ich verfolge lieber die Kurse als einen Krimi), sollte ich das aber eher zurückfahren.
    Ich würde also bestenfalls zu Beginn der tristen Novembertage wieder mehr Gelegenheit haben auf Ihr Angebot mit der Mailadresse zurückzukommen. Ich hoffe, dass ich derweil hier im Forum noch ab und zu Ihre Marktmeinung zu lesen bekomme.

    • Avatar

      Segler

      4. September 2017 12:41 at 12:41

      Ja, .. eine Marktmeinung ….
      Ich muss da immer schmunzeln und an die Worte des Gautama denken, als er zum allzu wissbegierig Suchenden sprach:
      „Lass Dich aber warnen, Du Wissbegieriger, vor dem Dickicht der Meinungen und vor dem Streit um Worte.
      Es ist an Meinungen nichts gelegen.“

      Aber wer weiss ? – manchmal juckt es in meinen journalistischen und formulierfreudigen Fingern
      Und dann poste ich einen Kommentar.
      Beste Grüsse
      :-)

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EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Coronavirus: Die Impfung und die praktischen Folgen

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

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Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Impfzentren werden bereits für Mitte Dezember vorbereitet, obwohl noch gar kein Vakzin zugelassen ist. Die Politik macht Druck.

Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen allein in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt im Freistaat ist mindestens ein Impfzentrum geplant, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen? Darüber wird man bald diskutieren.

Coronavirus: Immunisiert oder nicht

Im Prinzip müsste es im neuen Jahr vier verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung geben: Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. Und dann die, die  registriert sind: eine diffuse Gruppe mit Bürgern, die selbst nicht genau wissen, ob sie vielleicht nicht schon infiziert waren, die große Gruppe derer, die sich noch vor der Infektion geschützt haben – und schließlich die Geimpften. Wie verfährt man in Zukunft mit den Menschen, die die Infektionskrankheit überwunden haben und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immun sind gegen die Krankheit und auch als Spreader des Coronavirus für die Mitmenschen wegfallen? Gibt es nach erfolgreicher Impfung so etwas wie einen Impfpass?

Der Impfpass, jetzt eine zweifelhafte Angelegenheit?

In Kürze, wenn die Zulassung des Impfstoffes vollzogen ist, wird es rasch zwei Gruppen von Bürgern geben, die annehmen können, die Krankheit bezwungen zu haben – die vormals Infizierten und die Geimpften. Nach dem Stand der Wissenschaft gilt eine rasche Wiederinfektion mit dem Coronavirus als unwahrscheinlich. Bei Abermillionen von Infektionen müsste dies schon aufgefallen sein. Die Zahl der Infizierten in Deutschland nähert sich der Ein-Millionen-Grenze (Ende dieser Woche?), die Dunkelziffer dürfte in Deutschland bei Faktor 3 bis 5, liegen, so die Annahme einiger Wissenschaftler aufgrund der Antikörpertests.

Jedenfalls wird die Zahl der „Immunen“ bald im Millionenbereich liegen. Während man den ehemals Infizierten nach langen Diskussionen keinen Immunitätsausweis zusicherte, so wird nach einer Impfung gegen Covid-19 sicherlich eine Impfbescheiningung ausgestellt werden, wie beim Impfpass nach jeder Standardimpfung.

Was wird passieren, wenn sich geimpfte Menschen sagen, „so jetzt bin ich geschützt, warum weiter eine Maske tragen?“ Nur eine von vielen praktischen Fragen.

Aber da beginnt bereits das Dilemma. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht eine „Impf- und Immunitätsdokumentation“ vor. Was wird diese für Folgen haben? Eine Wiedergewährung von Mobilitäts- und Freiheitsrechten? Der Ethikrat ist bereits bei der Beratung der Problembereiche.

Wo könnte der Impfpass Anwendung finden?

Trotz aller ethischen Bedenken, werden Impfungen bei Reisen in fremde Länder empfohlen oder sind sogar Verpflichtung (z.B. gegen Gelbfieber in bestimmten afrikanischen Ländern). Wie werden asiatische Länder auf die Impfung reagieren, Staaten wie Taiwan, Vietnam, Thailand, Südkorea, Australien, Neuseeland, die die Infektion bisher erfolgreich eindämmen konnten? Könnte ein Impfausweis nicht Voraussetzung werden, dass man nach der Einreise von Menschen aus Risikogebieten keine 14-tägige Quarantäne absolvieren muss?

Gibt es aktuell vor einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff nicht bereits die Verpflichtung zu einem Corona-Schnelltest, in dieselbe Richtung laufen Bestrebungen im Luftverkehr?

Und was ist eigentlich mit den vielen Unternehmen aus den Corona-geschädigten Branchen, sei es der Kulturbereich, bei Messen, oder jeglichen Veranstaltungen (Fußball) mit größerem Publikumsverkehr? Werden diese sich für das ethisch etwas zweifelhafte Instrument Impfbescheinigung einsetzen, weil es ihnen sofort Luft zum Atmen bringen würde? Oder wird dies der Staat abwiegeln und versuchen, die Branchen mit immer weiteren Notgeldern über Wasser halten? Eines ist doch schon heute absehbar: Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen Menschen, abzüglich der bereits Betroffenen und den Impfverweigerern wird es lange dauern, bis all die Freiwilligen oder auch Zwangsläufigen (Pflegepersonal?) im großen Umfang gegen das Coronavirus geimpft sind.

Fazit

Sicher ist es noch etwas früh, sich über die praktischen Folgen einer Impfung Gedanken zu machen. Allerdings werden Regelungen kommen, ja vermutlich sogar gefordert werden. Schließlich steht manchem Unternehmer das Wasser bis zum Hals und man sehnt sich nach Kunden, nach Menschen, die kein Risiko in Sachen Coronavirus darstellen, für sich und für andere. Wann werden die Diskussionen über die neue Sachlage starten?

Was werden die praktischen Auswirkungen der Impfungen gegen das Coronavirus sein?

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Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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