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Deutche Bank und Co: Was sich über das lange Wochenende so getan hat

Der Feiertag hat das Wochenende verlängert, und so gab es etwas mehr Zeit neue Nachrichten rund um die Deutsche Bank entstehen zu lassen. Aber erstmal kurz der Blick ins…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Feiertag hat das Wochenende verlängert, und so gab es etwas mehr Zeit neue Nachrichten rund um die Deutsche Bank entstehen zu lassen. Aber erstmal kurz der Blick ins Ausland. Neben Deutscher + Commerzbank tut sich auch was in den Niederlanden. Die Großbank ING entlässt 7.000 Mitarbeiter oder 13,5% der Gesamtbelegschaft. Bei ING nennt man das nicht Entlassung, sondern in der Headline ING strategy update: Accelerating Think Forward. Der Grund laut ING: Man will jetzt (noch?) aus einer Position der Stärke heraus sein Geschäft umbauen Richtung Onlinebanking, nach dem Vorbild der ING-Tochter in Deutschland. Das haben wir doch genau so erst letzte Woche von der Commerzbank gehört, wo auch tausende Stellen wegfallen. Haben die Kunden alle über Nacht keinen Bedarf mehr an Filialen oder Beratung von Mensch zu Mensch? Scheint so zu sein, wenn man das alles hört und liest.

Und die Deutsche Bank? Hier hatte sich John Cryan beschwert, dass Spekulanten die Bank schwächen wollten, und versuchten am fallenden Aktienkurs zu profitieren. Deshalb sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Sonntag während seiner Iran-Reise er wisse nicht, ob er lachen oder wütend sein solle, weil sich ausgerechnet eine Bank zum Opfer von Spekulanten erklärt, die das „Spekulantentum“ zum Geschäftsmodell erklärt habe. Hört sich zwar ein wenig nach Sarah Wagenknecht an, was er da sagt. Aber inhaltlich kann man ihm beipflichten. Die Deutsche Bank beschäftigt sich ja im Investmentbanking mit sämtlichen Formen des Spekulierens, Leerverkäufe, Kreditausfallversicherungen, Optionen, Futures, Devisen, und und und. Sie ist eine der weltweiten Ankerpunkte, wenn es darum geht Hedgefonds und sonstigen Institutionen den Instrumentenkasten für Spekulationen auf fallende Kurse zur Verfügung zu stellen. Wenn man jetzt rumjammert, dass dieser Instrumentenkasten auch gegen einen selbst eingesetzt wird, ist das in der Tat mehr als komisch. Oder schon traurig?

Wie auch immer. Die Antwort von diversen Unions-Politikern kam prompt. Gabriels Aussagen seien ziemlich kontraproduktiv. Und als deutscher Wirtschaftsminister habe er die Aufgabe den deutschen Wirtschaftsstandort zu fördern, und nicht einzelne Marktteilnehmer schlechtzureden. Und in der Tat ist es interessant: Facht Gabriel mit seiner Kritik nicht eher die Schwächung der Marktposition der Deutschen Bank an? Gibt er damit den Shorties Auftrieb, die den Kurs drücken wollen? Würde die Krise gar nicht erst entstehen, wenn niemand darüber reden würde? Oder diskutieren alle nur über das, was eh schon als Trümmerhaufen vorhanden ist?

Die Chefs diverser Dax-Konzerne haben sich am Sonntag in der FAS zu Wort gemeldet. Tenor in Kurzform: Deutschland brauche eine große starke internationale Bank, damit die Unternehmen im Ausland ihre Geschäfte abwickeln können. Das soll wohl heißen: Eine Trennung von Investmentbanking und „normalem Bankgeschäft“ ist nicht möglich? Wir meinen: Komisch, in den 80ern fuktionierte das Geschäft der deutschen Exportwirtschaft doch auch!

Nochmal kurz zur ING. Hier der Original-Text von gestern:

“In our Challenger Markets, we will work towards a Model Bank, with one retail strategy and a harmonised retail proposition, fully focused on increasing customer interaction. Aimed at further customer and volume growth, we will deliver a scalable business platform, initially for Spain, Italy, France, Czech Republic and Austria. The platform can be extended to additional countries, products and services. An agile, central IT services centre will develop, maintain and run all needed digital requirements. In Germany we will enhance our digital banking platform, introducing an omnichannel approach and investing in scalability to provide room for business growth and improve operational efficiency.”

“In Wholesale Banking we intend to extend our Target Operating Model (TOM) programme, further driving simplification, business growth and innovation. We intend to continue to digitalise our client offering through InsideBusiness across geographies, products and devices. Process improvement initiatives would enable us to decommission legacy IT systems, while global service centres would increasingly provide services directly to clients. Our global support functions including IT, Risk, Finance and HR also intend to roll out TOM-programmes, streamlining and standardising to enable further convergence of our operations.”

“It is inevitable that the various measures and intentions announced today may have a significant impact on many of our colleagues. It means some functions will change significantly in nature. It might mean that the location of functions will change. And it might mean that positions will no longer be there in the future. All-in-all, over the coming five years, around 7,000 functions might be impacted by these effects, including 950 positions employed by external suppliers.”

“While not all plans we present today are finalized, the intended initiatives are expected to result in a reduction of ING´s workforce in Belgium by around 3,500 FTEs and by around 2,300 FTEs in the Netherlands for the years 2016-2021. These numbers include the intended move to an integrated banking platform, with the remainder of functions affected spread over intended programmes in IT, operations, Wholesale Banking and various business support functions. At the same time, we will add colleagues in parts of our business where we expect to accelerate growth given our plans to continue to attract new customers and increase lending to support the economies we are active in.”

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    gerd

    4. Oktober 2016 12:43 at 12:43

    „…hatte sich John Cryan beschwert, dass Spekulanten..“

    War das so? Hat er sich wirklich b e s c h w e r t ?
    War es nicht viel mehr nur ein Erklärungsversuch für den in seinen Augen ungerechtfertigten Kurseinbruch? Um damit weiteren Schaden durch Dominoeffekte zu verhindern?

    „Facht Gabriel mit seiner Kritik nicht eher die Schwächung …der Deutschen Bank an? Gibt er damit den Shorties Auftrieb…..?“

    Tendenziell ist es so.

    „Würde die Krise gar nicht erst entstehen, wenn niemand darüber reden würde?“

    Bitte an die Aussagen der Deutschen Bank zum Leo Kirch-Imperium zurückdenken. Klar kann man mit dummen Äußerungen ein Unternehmen zu Grunde richten, wenn es sowieso schon Probleme hat.

    Aber das ist ja anscheinend eh beabsichtigt. Alles was „Deutsch“ ist muss kaputtgemacht werden. Deutschland ist noch viel zu selbständig und großartig. Und wenn die Deutsche Bank pleite ginge, könnte man sich weitere Umwege auf dem Ziel zum Untergang der Nation ersparen. Das ginge dann ruck zuck.

    Aber, liebe Redaktion, euch gäbe es dann auch nicht mehr.
    Weil ihr und alle Leser dabei wären, sich irgendwo Nahrungsmittel und andere Dinge zum akuten Überleben zu organisieren.

    Umgekehrt: Gabriel oder Merkl hätten nur beiläufig in einem Nebensatz mal erwähnen brauchen, die Spekulanten, die bei der Deutschen auf fallende Kurse
    setzen, sollten sich mal nur nicht zu früh freuen.
    Aber nein, das macht man höchstens wenn es um Nichtdeutschland geht, z.B. Griechenland.

  2. Avatar

    m.d

    4. Oktober 2016 13:02 at 13:02

    gerd, ich gebe dir vollkommen Recht. Daumen Hoch

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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