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Deutsche Bank: Fusion ein „Blutbad“, und die Geschichte vom Scheitern der „Gier nach Größe“

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Als hätten wir hellseherische Fähigkeiten (schlecht verstecktes Eigenlob). Gestern stieg die Aktie der Deutschen Bank um 5%. Heute fällt sie wieder und gibt mehr als die Hälfte ihrer gestrigen Gewinne ab. Übers Wochenende waren konkrete Gespräche zwischen den Bankchefs von Deutsche und Commerzbank bekannt geworden. Dass die Politik die Fusion sehr gerne sehen würde, ist eh schon klar. Wir schrieben gestern „Aber bis dahin… wenn das Thema morgen wieder kurzfristig abkühlt, geht´s für die Aktie dann wieder gen Süden?“

Tja, und so schnell kann es manchmal gehen. Gestern noch gute Laune in beiden Aktien, heute ist davon nichts mehr zu spüren. Die „Financial Times“ will Aussagen aus dem Umfeld von BaFin, Bundesbank und EZB vorliegen haben. Eine Fusion der beiden Banken wäre ein Blutbad mit 20.000 entlassenen Mitarbeitern. Die Aufseher hätten Bedenken zu einer erfolgreichen Umsetzung so einer Fusion. Und man zweifle auch daran, ob die Deutsche Bank die nötige „Brutalität“ mitbringe um so eine Transaktion durchzuziehen (hart durchgreifen, kräftig entlassen, restrukturieren, Filialen schließen uvm). Tja, da ist sie hin, die Euphorie, schon am Tag nach der guten Laune!

Gier nach Größe ist bei deutschen Banken seit Jahrzehnten ein Debakel

An dieser Stelle wollen wir eine kleine Reise durch die Geschichte der beiden verbliebenen Großbanken in Deutschland unternehmen. Ihr Historie seit den 90er-Jahren offenbart das totale Debakel, wenn es darum geht durch Größe zu glänzen. Die Gier nach Größe endete in dem, das wir heute besichtigen können in einem Börsenwert, der von Deutscher Bank und Commerzbank addiert nur noch bei 25,6 Milliarden Euro liegt. Die größte Bank der USA JP Morgan könnte beide Banken problemlos nur mit ihrem Jahresgewinn aus 2018 (28,9 Milliarden Euro) einfach so kaufen.

Aber schauen wir zurück. Die Dresdner Bank kaufte sich in den 90er-Jahrn eine sehr angesehene namhafte Adresse in London, die Investmentbank Kleinwort Benson. Danach firmierte sie als „Dresdner Kleinwort Benson“. Das ganze Investment-Abenteuer brachte die Dresdner Jahre später immer mehr in Schwierigkeiten. Jahrelang bildete sie mit HypoVereinsbank (inzwischen Unterabteilung und der italienischen UniCredit), Deutsche Bank und Commerzbank sozusagen das Quartett der großen vier Banken in Deutschland.

Im Jahr 2001 wurde die Dresdner von der Allianz-Versicherung für stolze 30 Milliarden Euro übernommen, und damit war sie eigentlich bei einem großen starken Bruder untergekommen. Zur Kleinwort Benson gesellte sich dann auch noch der Zukauf der Investmentbank Wasserstein Pirella hinzu, so dass die Investment-Tocher der Dresdner „Dresdner Kleinwort Wasserstein“ hieß. Dann 2008, sicher rein zufällig auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, „entließ“ die Allianz ihre Tochter, damit sie von der Commerzbank für nur noch 9,8 Milliarden Euro geschluckt werden konnte.

Auch Deutsche Bank wollte kräftig glänzen

In Finanzkreisen war auch damals klar, dass die Berliner Politik diese „Fusion“ von CoBa und Dresdner als Königsweg ansah, um aus zwei Problemkindern eine Hochglanzbank zu machen. Merken Sie hier gewisse Parallelen zu heute? Naja… und die Deutsche Bank? Auch die ließ sich nicht lumpen. In London kaufte die Deutsche Bank sich in den 90ern in die hoch angesehene Morgan Grenfell ein. Von da an firmierte man in London „Deutsche Morgan Grenfell“. Aber auch in New York wollte die Deutsche Bank ganz groß glänzen und kaufte dort die Investmentbank „Bankers Trust“. Von da an firmierte man als „Trust Deutsche Bank“, und später nur noch als Deutsche Bank USA.

2009 kaufte die Deutsche Bank hierzulande die kleinere Spezialbank Sal. Oppenheim hinzu, und dann 2010 für die Stärkung des Privatkundengeschäfts die Postbank. Sie wurde aus bürokratischer Sicht erst letztes Jahr so richtig in die Abläufe der DB integriert. Tja, und nun wird es womöglich eine Fusion von DB und CoBa geben. Alles wird zusammen-fusioniert, bis nur noch eine große Bank übrig bleibt. Bei all den Zukäufen seit den 90ern, da hätten doch eigentlich längst Giganten a la JP Morgan oder HSBC entstehen müssen?

Da Problem liegt wohl darin, dass beide in London und New York von den dort umher wandernden Bankern als Gäste betrachtet wurden, weil sie als ausländische Banken ja auch nur Gäste sind. Horden von Investmentbankern a la Anshu Jain (Top Image, aber maximal erfolglos) zogen durch die Handelsflure, kassierten kräftig ab, brachten aber nur Probleme. Komischerweise standen und stehen die englischen und amerikanischen Banken nie so schlecht da wie die beiden Deutschen. Die beiden sind in den großen ausländischen Finanzzentren Fremdkörper geblieben – auch wenn sie versucht hatten über Zukäufe anerkannte Mitglieder der Familie vor Ort zu sein. Gut, die DB dreht in London auch jetzt noch ein großes Rad. Aber mal ehrlich… was hat´s der Zentrale in Frankfurt eingebracht?

Wenn man diese 30 Jahre lange Gier nach Größe betrachtet und das Endresultat sieht, dann kann die Antwort auf die aktuellen Probleme eigentlich nicht eine erneute „letzte große“ Fusion sein. Denn die beiden haben es bestens bewiesen. Ständig zukaufen und fusionieren löst keine Probleme! Aber der liebe Olaf Scholz (äußerst erfolgreich als G20-Bürgermeister in Hamburg) will nun als Finanzminister unbedingt diese große Bank bauen.

Deutsche Bank Commerzbank Banken
Banktürme in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

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Artikel 13 laut CDU doch ohne Uploadfilter? Achtung, Merkel-Falle!

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Auf den ersten Blick möchte man sagen, dass ein Wunder geschehen ist. All die Proteste gegen Artikel 13 des neuen EU-Urheberrechts scheinen Wirkung gezeigt zu haben. Kann das sein? Die CDU hat verkündet, dass man auf die Anwendung von Uploadfiltern verzichten will. Das klingt ja fast zu schön um wahr zu sein. Hier der entscheidende Tweet der CDU und der Text zum Nachlesen.

Artikel 13 ohne Uploadfilter?

Sind die Kritiker am Ziel? Ist die CDU einsichtig? Es klingt doch zu schön um wahr zu sein. In den folgenden Videos nehmen HerrNewstime und Christian Solmecke dazu eine Einschätzung vor.

In diesem Blogbeitrag des WDR wird das merkwürdige Zurückrudern der CDU in Sachen Uploadfilter ebenfalls kritisch kommentiert.

Achtung Merkel-Falle bei Artikel 13

Warum sprechen wir von einer „Merkel-Falle“? Das klingt doch nach polemischer oberflächlicher Hetze gegen unsere Kanzlerin? Wenn die CDU als Partei (beziehungsweise führende Politiker der CDU) sich offenbar dazu entschlossen hat bei Beschluss von Artikel 13 auf EU-Ebene das Gesetz zu entschärfen, dann wird doch noch alles gut? Denn letztlich bestimmt der deutsche Gesetzgeber, wie Artikel 13 für deutsche Internet-User in Deutschland angewendet wird. Denn alle EU-Gesetze müssen letztlich von den nationalen Regierungen noch in „Nationales Recht“ umgesetzt werden. Also muss hierzulande ein deutsches Gesetz dafür geschrieben werden, welches Artikel 13 des EU-Urheberrechts entspricht.

Nur wie genau man das Gesetz ausgestaltet, da ist natürlich Spielraum. Und das klingt doch super, dass die CDU diesen Spielraum nun im Sinne der Kritiker nutzen möchte? Ohhh, man erinnere sich bitte. CDU/CSU und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag glasklar gegen Uploadfilter ausgesprochen. Bundesjustizministerin Barley und die „Bundesdigitalministerin“ Doro Bär aus der CSU hatten sich beide gegen diese konkrete Umsetzung des neuen EU-Urheberrechts stark gemacht. Trotzdem nutzte Angela Merkel einfach ihre „Richtlinienkompetenz“ als Kanzlerin, damit Deutschland als Staat im EU-Rat doch für Artikel 13 stimmt. Vorbei an allen gegenteiligen Meinungen der zuständigen Minister in ihrem Kabinett.

Tja, und nun kommen wir zur entscheidenden Sache. Wenn einige wichtige oder vermeintlich wichtige CDU-Funktioniere verkünden, dass Uploadfilter auf nationaler Ebene verhindert werden – warum sollte sich Angela Merkel daran halten? Sie kann ja schließlich über alle Partei-Kollegen hinweg regieren. Diese Zusage der CDU scheint relativ wenig wert zu sein, wenn man sieht, wie radikal und ignorant Artikel 13 offenbar auf EU-Ebene gerade durchgepeitscht wird. Angela Merkel muss so ein Papier ihrer eigenen Partei nicht interessieren, wenn das nationale Gesetz geschrieben wird. Also sollte man sich jetzt nicht auf dieser Beruhigungspille der CDU ausruhen als Gegner der Richtlinie. Ein SPD-Politiker merkt dazu aktuell an:

AKK spricht davon, dass die SPD in Sachen Artikel 13 Hetze betreibt

Einfach unfassbar. Angela Merkels Nachfolgerin AKK sagt doch allen Ernstes, dass die SPD in Sachen EU-Urheberrecht Hetze betreibe. Bitte? Bitte was Frau AKK?

Hier noch ein bisschen Realsatire. Die GEMA erklärt, dass das alles überhaupt kein Problem ist.

Angela Merkel Artikel 13 Uploadfilter
Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

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Bundesbank: Bargeld unproblematisch, Industrie bremst Konjunktur

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Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für März veröffentlicht. Die Situation sieht wie folgt aus: Die Gesamttendenz bleibt mau, ist aber nicht katastrophal. Die Industrie laufe zwar wegen einer Delle bei den Autobauern schlecht, dafür würden aber die Baubranche und die Inlandsnachfrage viel von der Industrieschwäche wieder ausgleichen – so möchten wir die Worte der Bundesbanker sinngemäß wiedergeben. Zitat Bundesbank auszugsweise:

Die konjunkturelle Lage blieb nach der Jahreswende verhalten. Dies habe vor allem an der sich weiter abkühlenden Industriekonjunktur gelegen, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Das Verarbeitende Gewerbe könnte damit das dritte Quartal in Folge das gesamtwirtschaftliche Wachstum dämpfen, schreiben die Expertinnen und Experten. Als Stützen des Wachstums dürften ihrer Einschätzung nach hingegen der Bausektor und der private Konsum dienen.

Die Industrieproduktion ging im Januar 2019 kräftig zurück, saisonbereinigt um 1 ¼ Prozent gegenüber dem Vormonat. Ausschlaggebend war laut Monatsbericht ein erneuter Dämpfer in der KfZ-Industrie (-5 ¾ Prozent). „Die neuerliche Delle bei der Pkw-Fertigung dürfte größtenteils auf Produktionsausfälle infolge eines Streiks in einem Motorenwerk in Ungarn zurückzuführen sein“, schreiben die Fachleute. Da der Streik noch im Januar beigelegt wurde, erwarten die Expertinnen und Experten, dass die jüngsten Verluste bei der Pkw-Produktion vorübergehend bleiben. Größere Aufholeffekte in der Kfz-Branche nach dem Produktionsrückgang im zweiten Halbjahr 2018 infolge der Einführung eines neuen Emissionstestverfahrens seien für das laufende Vierteljahr aber nicht mehr zu erwarten. Ohne die Automobilbranche stagnierte die Industrieerzeugung im Januar laut Monatsbericht hingegen.

Bargeld

Die Bundesbank widmet sich in ihrem aktuellen Monatsbericht ausführlich dem Thema Bargeld (ab Seite 43). Um es vereinfacht auszudrücken: Die Bundesbanker sind einfach nicht in der Lage Beweise oder belastbare Studien zu finden, die den Verdacht erhärten, dass Bargeld in großem Umfang für kriminelle Aktivitäten genutzt wird. Aber genau dies ist ja stets das Argument der Anti-Bargeld-Lobby. Da muss diese Aussage der Bundesbank mehr als eine schallende Ohrfeige darstellen. Schon vor einem Monat hatte die Bundesbank ein Plädoyer pro Bargeld gehalten. Außerdem verweist man darauf, dass die EU-Kommission von einer europaweit einheitlichen Regelung für eine Obergrenze bei Bargeld-Zahlungen abgesehen hat. Denn 95% befragter Bürger hätten dies abgelehnt. Auch betroffene Berufsgruppen hätten sich gegen EU-weite Regeln ausgesprochen. Hier einige Auszüge aus der heutigen Bundesbank-Veröffentlichung zum Thema Bargeld. Zitat:

Zahlungen mit Bargeld sind einfach, sicher, effizient und anonym. Daher bezahlen die Verbraucher knapp drei Viertel ihrer Einkäufe an der Ladenkasse mit Bargeld. Gleichzeitig rücken diese Eigenschaften Bargeld auch in den Fokus für illegale Verwendungsmöglichkeiten. Bargeld befördere die Schattenwirtschaft und diene als Mittel der Verbrechensfinanzierung – so wird in der öffentlichen Diskussion behauptet. Mit Blick auf eine mutmaßlich umfangreiche rechtswidrige Verwendung werden regulatorische Maßnahmen zur Beschränkung der Bargeldnutzung gefordert. Vor diesem Hintergrund betrachtet der vorliegende Aufsatz empirisch die Bargeldverwendung in der Schattenwirtschaft sowie im Zusammenhang mit verwandten Bereichen wie Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstige Kriminalität. Wissenschaftliche Belege zum Umfang der aus Schattenwirtschaft und Kriminalität resultierenden Bargeldnachfrage sind aufgrund des illegalen Charakters der Aktivitäten nur schwer zu erbringen. Empirische Untersuchungen der Schattenwirtschaft sind deswegen überdurchschnittlich unsicher, sodass alle Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten. Oft wird lediglich auf anekdotische Evidenz zurückgegriffen, die direkt an der Höhe des Bargeldumlaufs oder des Umlaufs großer Banknotenstückelungen ansetzt. Ein Modellrahmen zur empirisch fundierten Untersuchung des Umfangs der unlauteren Bargeldnutzung ist der sogenannte Bargeldnachfrageansatz. Eigene ökonometrische Schätzungen mit diesem Ansatz untersuchen, ob die Bareinzahlungen bei den Filialen der Bundesbank sowie der geschätzte Inlandsumlauf von Euro-Banknoten in Deutschland mit schattenwirtschaftlichen Aktivitäten zusammenhängen.

Die Umfrageteilnehmer führten unter anderem Zweifel an ihrer Wirksamkeit an. Insgesamt kam die Europäische Kommission zu dem Ergebnis, dass Barzahlungsobergrenzen Kriminelle in der Regel nicht von der Ausübung einer Straftat abhalten werden, insbesondere bei Verstößen im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung oder Terrorismusfinanzierung.

Den Studie (in Deutschland) liegen unterschiedliche Definitionen der Schattenwirtschaft zugrunde, sodass ihre Ergebnisse nicht immer direkt vergleichbar sind. Über die verschiedenen Untersuchungen hinweg liegt nach diesen Schätzungen in Deutschland das Ausmaß der Schattenwirtschaft in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 2,4% und 16,6 %. Bezogen auf ein BIP in Höhe von rund 3 300 Mrd € im Jahr 2017 ergibt sich aus diesen Schätzungen ceteris paribus ein Umfang der Schattenwirtschaft zwischen circa 80 Mrd € und 550 Mrd €. Die erhebliche Bandbreite der bisherigen Schätzergebnisse spiegelt die Sensitivität in Bezug auf die Wahl der Ermittlungsmethode wider.

Bargeld
Euro-Banknoten. Foto: Europa credito urgente CC BY-SA 4.0

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Florian Homm über die schleichende Abschaffung des Bargelds

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Der Trend in vielen Ländern wird immer klarer: wir sind auf einem schleichenden Weg der Bargeldabschaffung, damit die Flucht aus den Niedrig-/Nullzinsen durch die Hortung von Bargeld immer schwieriger wird. Welche Schritte in diese Richtung unternommen wurden, welche Überlegungen die Zentralbanken derzeit anstellen – über all das berichtet Florian Homm in folgendem Video:


Bargeldabschaffung? Foto von einem 50 Euro-Schein. Foto: EZB

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